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undead Undead (Australien 2003)
DVD - Regionalcode 2, i-on
FSK: 16
Laufzeit: ca. 100 Minuten

Extras
Interviews (Texttafeln), Trailer zu diesem und anderen Filmen

Regie:
Michael und Peter Spierig

Hauptdarsteller:
Felicity Mason (Rene)
Mungo McKay (Marion)
Rob Jenkins (Wayne)
Lisa Cunningham (Sally-Anne)
Emma Randall (Molly)
Dirk Hunter (Harrison)




Inhalt:

Berkeley ist ein friedliches kleines Fischerstädtchen in Australien. Eines Tages prasseln Bruchstücke eines zerborstenen Kometen auf das Kaff, perforieren neben einigen Häusern auch gleich den einen oder anderen Einwohner und sorgen dafür, daß alle Menschen sich durch die kosmische Strahlung oder durch Kontakt mit bereits infizierten Opfern in hungrige Zombies verwandeln - oder doch wenigstens fast alle. Nur sechs Leute überleben das Unheil: Rene ("Miss-Fang-des-Tages"), Wayne (ein etwas trotteliger Buschpilot) und seine schwangere Frau Sally-Anne, zwei Polizisten (einer davon eine junge Frau, die gerade ihren ersten Tag im Dienst hat) und der einsiedlerisch lebende Sonderling und Waffen-Narr Marion. Die sechs Leute verbarrikadieren sich auf der Flucht vor den Massen von Untoten zunächst in Marions atombombensicherem Bunker. Nachdem die unvermeidlichen Kompetenzstreitigkeiten innerhalb der Gruppe abgehandelt sind (nicht zu vergessen die Animositäten zwischen den Damen), versuchen die unfreiwilligen Gefährten ein Krankenhaus zu erreichen, da bei Sally-Anne die Wehen einsetzen. Natürlich kommen sie nicht weit, denn überall machen die einfach nicht totzukriegenden Zombies die Gegend unsicher - außerdem ist die ganze Stadt durch einen riesigen Wall abgeriegelt!

Marion, den man in Berkeley allgemein für den Dorftrottel hält, weiß, was er von der Sache zu halten hat. Er wurde nämlich vor längerer Zeit einmal von Außerirdischen entführt und hat sich seitdem mit Hilfe seines Waffenfetischismus auf genau das Ereignis vorbereitet, das jetzt eingetreten ist: Die Außerirdischen sind zurückgekehrt. Sie waren es auch, die den unüberwindlichen Metall-Wall aufgestellt und ganz Berkeley mit einer undurchdringlichen Wolkendecke überzogen haben, aus der immer wieder eine Art saurer Regen fällt. Harrison, der Polizist, versucht den Wall zu erklimmen und stürzt sich dabei zu Tode. Molly, seine Partnerin, verwandelt sich in einen Zombie, wird aber durch den Regen wieder "normal". Dann wird sie - wie viele andere Infizierte - durch einen geheimnisvollen Lichtstrahl nach oben durch die Wolkendecke gerissen. Die verbliebenen vier Freunde decken sich in der Stadt mit Lebensmitteln ein. Dort begegnen sie erstmals den Außerirdischen selbst: Humanoiden Kreaturen, die ihr nichtmenschliches Äußeres durch Kutten mit Kapuzen verbergen und nacheinander unsere Freunde nach oben in den Himmel über den Wolken befördern. Nur Wayne kann entkommen, er flüchtet mit seinem kleinen Flugzeug. Er schafft es tatsächlich, den Wall zu überwinden. Als er die Wolkendecke durchstößt, traut er seinen Augen nicht: Im nächtlichen Himmel hängen Hunderte von Menschen wie schwerelos in der Luft, alle sind wieder ganz normal! Eine der Gestalten - es ist Molly - rammt er mit dem Flieger und stürzt jenseits des Walls ab, er überlebt den Absturz aber.

Auf der anderen Seite der Mauer haben sich schon viele Menschen versammelt, die von den Ordnungskräften kaum im Zaum gehalten werden können. Die Leute möchten die Außerirdischen gern begrüßen! Diese lassen aber erstmal alle Bewohner Berkeleys auf den Boden zurück, bauen den Wall ab und düsen davon. Am nächsten Morgen versammeln sich unsere Freunde im örtlichen Krankenhaus mit der bitteren Erkenntnis, daß all diejenigen, die von ihnen erschossen worden sind, noch leben könnten... Da torkelt Wayne herein, der sich gar nicht gut fühlt. Zur Erinnerung: Er ist der einzige, der nicht von den Außerirdischen "geheilt" worden ist! Prompt verwandelt er sich in einen Zombie und so dauert es nicht lange, bis die Seuche wieder um sich greift! Rene tritt Marions Nachfolge an und fängt sämtliche Zombies ein. Sie hat nämlich eine Farm geerbt, und dort kann sie die Untoten solange in ein Viehgehege sperren, bis die Außerirdischen vielleicht eines Tages zurückkehren...

Der Film:

Im Covertext heißt es, dieser Film sei die australische Antwort auf Braindead. Na ja. Beide Filme sind extrem blutig, beide sollen lustig sein, und beide wurden mit relativ geringen Geldmitteln gedreht. Ich halte es aber nicht für angemessen, beide Filme zu vergleichen. Natürlich weckt der Film Erinnerungen an die Frühwerke von Peter Jackson, aber er erreicht nicht ihre Qualität und auch nicht ihren Humor. Die Schauspieler sind... hm... sagen wir mal: Mit viel Hingabe bei der Sache. Das gleicht die doch eher bescheidenen mimischen Fähigkeiten vor allem der Heldin etwas aus. Der Film wirkt wie eine etwas zu überdrehte, streckenweise aber langweilige Persiflage, die sich bei allen möglichen Filmen bedient. Abgesehen von den Jackson-Frühwerken findet man natürlich Anspielungen auf andere Zombie-Filme, z.B. aber auch auf so manchen Western (!) und auf die Kampfszenen aus Die Matrix. Zugegeben: Wenn Marion in Zeitlupe einen Flic-Flac hinlegt, sich mit seinen Stiefelsporen an den Türsturz hängt und den Zombies kopfüber Saures gibt, oder wenn er immer wieder neue Knarren aus seiner Latzhose hervorzaubert - das hat was. Solche witzigen Szenen gibt es durchaus zur Genüge. Wenn dann aber die Außerirdischen ins Spiel kommen, kippt das Ganze und man fragt sich, was diese Wesen überhaupt wollen. Insgesamt ist Undead trotz guter Ansätze zu uneinheitlich, als daß man ihn als wirklich sehenswert bezeichnen könnte. Die Story ist zu wirr und die Qualität der schauspielerischen Leistungen ist einen Tick zu schlecht, trotz teils beeindruckenden Effekten sieht man doch ein wenig zu deutlich, daß überall gespart werden mußte.

Vermutlich liegt es an seiner comedyhaften Art, daß der Film eine FSK-16-Einstufung erhalten hat. Denn die Splatterszenen sind dermaßen heftig, daß jeder "ernster" gemeinte Film sofort indiziert worden wäre. Kopfschüsse, entzweigerissene Körper, abgetrennte Köpfe und Gliedmaßen, literweise Blut - ein Bruchteil der hier gezeigten Szenen würde normalerweise für eine FSK-18-Einstufung sorgen. Ich kann also jeden beruhigen, der befürchtet, hierzulande sei eine geschnittene Version im Handel: Der Film ist komplett uncut.

Die DVD:

Die deutsche Synchronisation dieser DVD ist der größte und schlechteste Witz an diesem Film. Die Stimmen passen nicht zu den Charakteren, die Sprecher wirken wie Mitglieder einer Laien-Schauspieltruppe, die mangelndes Talent durch umso mehr Enthusiasmus kompensieren wollen. Die Dialoge klingen dermaßen bescheuert überdreht, daß man Ohrenkrebs kriegen könnte. Vermutlich hat sich da jemand gedacht: "Ah, das soll eine Horror-Komödie sein! Also lassen wir die Leute mal wie Clowns reden!" Darüber hinaus gibt es in der deutschen Version immer wieder ganz eigenartige, so sicher nicht gewollte Hall-Effekte, vor allem bei den Dialogen. Die sind nicht zu überhören und stören erheblich. Also lieber die englische Version? Okay, aber da gibt es ein Problem: Viele Dialoge sind in Aussie-Slang gehalten, den keiner versteht, der nicht Australier ist...

Das Text-Interview kann man lesen, man kann es aber genausogut lassen. Außer der Tatsache, daß "Undead" eine Low-Budget-Produktion ist (na, wer hätte das geahnt, eigentlich ist es eher No-Budget), erfährt man dabei nichts von Bedeutung. Dann gibt es noch einige Trailer zu teilweise ziemlich seltsamen koreanischen Action-, SF- und Horrorfilmen - und das war's dann auch schon an Extras.

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