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Una de Zombies Una de Zombies (Spanien, 2003)
- Una de Zombis -

DVD - Regionalcode 2, i-on
FSK: 16
Laufzeit: ca. 93 Minuten

Extras
Making of, Deleted Scenes, Storyboards, Artworks, Entwürfe, Trailer, Trailershow

Regie:
Miguel Angel Lamata

Hauptdarsteller:
Miguel Angel Aijon (Aijon)
Miguel Angel Aparicio (Caspas)
Mayte Navales (Carla)
Nacho Rubio (El Duende - in dt. Version: Goblin)
Salome Jimenez (La Punos)
Santiago Segura (Entrecot)




Inhalt:

Aijon und Caspas, zwei Tagediebe und typische Verlierer, wollen einen Film drehen. Am liebsten einen mit Zombies. Aijon wurde von seinen Eltern aus der Wohnung geschmissen, Caspas hat seinen Job bei einem Radiosender verloren. Also haben beide genug Zeit, um an ihrem Projekt zu arbeiten. Nur zweierlei haben sie nicht: Ideen für ein Drehbuch und Geld für die Produktion. Von interessierten Schauspielern gar nicht zu reden. Zwar begegnen die beiden der schönen Carla, die Kontakt zu Sponsoren herstellen kann. Aber das führt zu nichts, denn Caspas will sich in seiner eingebildeten künstlerischen Freiheit nicht durch irgendwelche Geldgeber einschränken lassen. Also verkauft er kurzerhand Aijons Wohnung, um an Geld zu kommen. Er ahnt nicht, dass Aijon einen der beiden Käufer bei einem brutalen Mord beobachtet hat. Aijon wiederum triftt zwei undurchsichtige Gestalten: Den coolen Goblin und ein hübsches Mädchen, das er mit nach Hause nimmt.

Auf diese Weise stolpern die selbsternannten Filmemacher mitten in einen Bandenkrieg hinein, der zwischen Goblins Leuten und den Anhängern eines Mannes namens Entrecot tobt. Es stellt sich heraus, dass Entrecot die Banden gegeneinander aufgehetzt hat, um ein Massaker anzurichten und hinterher die Leichen zu stehlen. Diese verwandelt er in willenlose Zombies, die ihm bei der Erzeugung des Antichristen und der Eroberung der ganzen Welt zur Hand gehen sollen. Entrecot tarnt sich als Priester, ist in Wirklichkeit aber vermutlich Satan persönlich. Aijon ist dabei, als Goblin die beiden Wohnungskäufer (ebenfalls Zombies) endgültig in die ewigen Jagdgründe schickt. Dieses Erlebnis inspiriert ihn derart, dass ihm endlich Ideen für ein Drehbuch kommen. Während er in den nächsten Tagen eine alte Schreibmaschine malträtiert, verlieben sich Caspas und Carla ineinander.

Das Glück wird jäh gestört, als Caspas von Entrecots Leuten entführt wird. Beim ersten Mal wird auch Carla verschleppt, aber beide können sich befreien. Beim zweiten Mal greift Goblin ein, der bei Entrecot mal ordentlich aufräumen will. Dabei nimmt er Aijon mit. Der war bereits selbst in Gefahr, denn das Mädchen, das er mit nach Hause genommen hat, ist die Killerin La Punos. Sie war einst mit Goblin liiert, ist aber jetzt einer von Entrecots Zombies und soll ihren ehemaligen Geliebten eliminieren. Nachdem Goblin so gut wie alle Zombies zerschnetzelt hat, tritt er bei dem gefangenen Caspas seiner ehemaligen großen Liebe La Punos gegenüber. Er zögert zu lange und wird von ihr erschossen. Entrecot erschießt wiederum La Punos (die sich nun doch gegen ihren Herrn wendet) und Caspas, Carla wird von Aijons zombiefizierter Mutter aufgeschlitzt...

Aber all das war nur eine Geschichte aus einem Drehbuch. Tatsächlich hat Aijon diese Story nur einem Produzenten erzählt (der im Film die Rolle des Entrecot übernehmen soll). Goblin und La Punos sind nur Produkte seiner Phantasie. Der Produzent findet das Ende zu tragisch und besteht auf einer Änderung. Gesagt, getan: Jetzt sind Carla und Caspas quicklebendig und glücklich vereint.

Der Film:

Das klingt nach einer wirren Story? Sehr richtig. Die ganze Geschichte ist ein ineinander verschachteltes Konglomerat aus Rückblenden, Einschüben und Querverweisen. Mal scheint man sich innerhalb der Geschehnisse aus Aijons Drehbuch zu befinden, dann wieder in seiner Realität - deutlich erkennbare Übergänge gibt es hierbei aber nicht. Am Ende wird dann alles wieder auf den Kopf gestellt. Was soll's? Im Grunde ist die chaotische Handlung völlig nebensächlich, denn bei diesem Film merkt man von Anfang an überdeutlich, dass die Story nur ein Vehikel für Gags sein soll. Und witzig ist der Film, das kann ich nicht bestreiten. Das gilt auch für solche Szenen wie das beinahe ritualhafte Göbeln nach einem Saufabend, die zarter Besaitete wahrscheinlich für geschmacklos und dumm halten werden. Highlights sind die bizarren Auftritte einer Metal-Band sowie Santiago Seguras Rolle als dämonischer Sektenführer. Auch Goblins Fahrer, der den Namen "Gerücht" trägt (weil sich nichts schneller in einer Stadt verbreitet als ein solches) sorgt für Erheiterung. Nacho Rubio als Goblin dagegen ist die Coolness in Person. Meine Lieblingsfigur ist allerdings der Zombie Johnny Maldad. Der ist so richtig schön teuflisch und total total wahnsinnig.

Die Zombies sind übrigens keine hirnlosen Untoten, wie man sie aus anderen Filmen des Genres kennt. Sie haben zwar grünes Blut und sind durch einzelne Körpertreffer kaum zu beeindrucken, aber ansonsten haben sie nichts mit ihren fleischgierigen Kollegen gemein. Sie reden, sie atmen, sie haben sogar Emotionen und treiben Scherze mit ihrer Schmerzunempfindlichkeit. Und sie sorgen für einige wenige Splatterszenen - wieder einmal muss ich mich über die Altersfreigabe wundern, denn ähnlich wie im Fall von Undead ist doch einiges an Gewalt zu sehen, was eigentlich zu einer FSK-18-Einstufung hätte führen müssen. Scheinbar muss man einen Film nur als "Komödie" verkaufen, und schon drücken die Prüfer ein Auge zu?

Leider gibt es auch einige Schwachpunkte (abgesehen von der Story). Das betrifft vor allem die Schauspieler. Zugegeben: Das Übel liegt hauptsächlich in der deutschen Synchronisation. Denn die Stimmen von Aijon und Caspas klingen so bescheuert und amateurhaft, dass man meint, man hätte es mit den Sprechern in einem viertklassigen Videospiel zu tun. Die Stimmen passen einfach nicht zu den Figuren und machen die Figuren noch überdrehter, als sie es schon sind. Mayte Navales (Carla) neigt zu Over-Acting und wirkt in dem Film wie ein Fremdkörper.

"Una de Zombies" ist kein Horrorfilm, er ist auch nicht spannend. Man könnte den Film als Splatter-Slapstick mit ein wenig Wortwitz bezeichnen. Mehr ist nicht drin, aber für einen vergnüglichen Abend reicht das völlig.

Die DVD:

Die interessantesten Extras sind das "Making of" und die Deleted Scenes.

Das eigentliche "Making of" läuft nur wenige Minuten und zeigt kaum mehr als ein paar kurze Szenen von den Dreharbeiten sowie Interview-Schnipsel. Dazu gehören dann aber noch weitere 7 (noch kürzere) Featurettes, die insgesamt durchaus sehenswert sind: Nr. 1 enthält eine Zusammenstellung von früheren, teils sehr drastischen Kurzfilmen des Regisseurs. Außerdem ist ein vermutlich gestelltes Casting mit Kevin Kline dabei - wenn das Ganze nicht gestellt ist, dann wurde Kline ganz schön verarscht! Nr. 2 - 6 sind Clips mit den Hauptdarstellern, die dummes Zeug machen, in Nr. 7 tritt der Regisseur in der Maske eines Achtzigjährigen in einer Talkshow auf. Das alles ist ziemlich... interessant...

Die entfallenen Szenen sind lang. Sie enthalten viel Dialog. Und der ist komplett spanisch. Untertitel gibt es nicht. Also habe ich kaum was davon verstanden. Immerhin kann man unter anderem sehen, was mit den "Diskussionsabenden" gemeint ist, die Aijon und Caspas abhalten: Tatsächlich handelt es sich um ein Casting (Übersetzungsfehler). Außerdem sieht man, wie die Katze nach dem Genuß von Kokain ein wenig Unsinn treibt, bevor sie aus dem Fenster springt, und man darf die nackten Hintern der Metalband bewundern.

J. Kreis, 31.07.2006
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