Zwillinge - Twins


Zwillinge - Twins (USA, 1988)
- Twins -

DVD Regionalcode 2, Universal
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 103 Minuten

Extras
- Produktionsnotizen, Biografien (Text)
- Original-Kinotrailer

Regie:
Ivan Reitman

Hauptdarsteller:
Arnold Schwarzenegger (Julius Benedict)
Danny DeVito (Vincent Benedict)
Kelly Preston (Marnie Mason)
Chloe Webb (Linda Mason)
Bonnie Bartlett (Mary Ann Benedict)
Marshall Bell (Webster)
Nehemiah Persoff (Mitchell Traven)
Trey Wilson (Beetroot McKinley)
Tony Jay (Prof. Werner)




Inhalt:

In den Fünfzigerjahren führen Mitchell Traven und andere Wissenschaftler in den USA ein geheimes genetisches Experiment durch, das die Erschaffung des perfekten Menschen zum Ziel hat. Sechs ausgewählte Männer mit überragenden geistigen und körperlichen Fähigkeiten spenden ihre Spermien. Die Wissenschaftler versuchen, nur die positiven Erbinformationen zu extrahieren. Die junge Mary Ann Benedict wird künstlich befruchtet, aber sie bringt nicht nur ein Kind zur Welt, sondern Zwillinge. Das wird ihr jedoch verschwiegen, außerdem wird behauptet, das Kind sei bei der Geburt gestorben. Das Forschungsprojekt wird eingestellt. In Wahrheit war das Experiment zumindest teilweise erfolgreich. Julius, der Erstgeborene, entwickelt sich zu einem hochintelligenten Übermenschen mit gewaltigen Körperkräften. Vincent, der jüngere Zwilling, bleibt kleinwüchsig und erbt alle negativen Eigenschaften seiner Väter. Er wird zu einem von Nonnen betriebenen Waisenhaus in Los Angeles gebracht, aus dem er jedoch eines Tages flieht. Dabei lässt er ein Dokument mitgehen, aus dem hervorgeht, dass seine Mutter keineswegs gestorben ist, sondern vermutlich einfach nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Auf sich allein gestellt wird Vincent zu einem Zyniker, Schürzenjäger und Ganoven, der seine Schulden bezahlt, indem er mit der Hilfe eines Parkhauswächters Autos knackt und verkauft. Trotzdem hat er immer wieder Ärger - sowohl mit der Polizei als auch mit Geldeintreibern wie den Klane-Brüdern.

Julius dagegen wächst auf einer abgelegenen Pazifikinsel unter der Obhut eines Mitglieds des Forschungsteams namens Werner heran. Im Alter von 35 Jahren spricht er zwölf Sprachen, ist Meister der fernöstlichen Kampfkunst (lehnt jegliche Gewalt aber strikt ab) und beherrscht alle möglichen natur- und geisteswissenschaftlichen Fachgebiete. All sein Wissen stammt ausschließlich aus Büchern. Er hat keine Ahnung von der modernen Welt und bleibt Jungfrau. Erst als Erwachsener erfährt Julius, dass er einen Bruder hat. Werner belässt ihn aber in dem Glauben, seine Mutter sei bei der Geburt gestorben. Julius macht sich auf den Weg nach Los Angeles, um Vincent zu suchen. Seine erste Anlaufstelle ist das Waisenhaus. Da die Schwester Oberin Vincents Charakter nur zu gut kennt, gibt sie Julius den Rat, es im nächsten Gefängnis zu versuchen. Dort treffen die ungleichen Brüder erstmals zusammen. Nachdem Julius seine Verblüffung angesichts des aalglatten Gnoms, der sein Bruder sein soll, überwunden hat, weicht er Vincent nicht mehr von der Seite. Der ist zu Anfang zwar nur genervt von dem Naivling und glaubt die Zwillings-Geschichte nicht, nimmt ihn aber doch mit. Dass Julius einen der Klane-Brüder ausknockt, der Vincent in die Mangel nehmen wollte, trägt nicht unerheblich dazu bei, dass Vincent Julius bei sich duldet. So lernt Julius die schöne Marnie Mason kennen, die Schwester von Vincents Freundin Linda. Er verliebt sich sofort in sie, und seine Gefühle bleiben nicht unerwidert.

Als Julius von Vincent erfährt, dass seine Mutter wahrscheinlich noch lebt, will er sie unbedingt finden. Er spürt einen seiner sechs Väter auf und erhält von ihm die Adresse Travens. Er überredet Vincent, den Mann zusammen mit ihm aufzusuchen, um den Aufenthaltsort ihrer Mutter zu erfahren. Marnie und Linda fahren mit. Vincent hat allerdings eigentlich ein ganz anderes Ziel. Das letzte von ihm geknackte Auto enthält eine brisante Fracht. Ein gewisser Mr. Webster, ein skrupelloser Killer, wollte den entwendeten Prototypen eines revolutionären neuen Antriebssystems zu einem Industriellen namens McKinley in Houston bringen. Er sollte fünf Millionen Dollar dafür erhalten. Vincent gibt sich als Webster aus und will die Millionen einstreichen. Zuvor suchen die Zwillinge ihren Schöpfer in Los Alamos auf. Nun kann Vincent die Wahrheit nicht länger leugnen. Die Erkenntnis, nur ein unerwünschtes Abfallprodukt zu sein, trifft ihn tief. Julius baut ihn wieder auf, indem er ihm eine wundervolle Familienzukunft ausmalt. Von Traven erfahren die Zwillinge, dass ihre Mutter in einer Künstlerkolonie nahe Santa Fe lebt. Unterwegs dorthin werden die Klane-Brüder abgeschüttelt, die der Gruppe ebenso wie der echte Webster gefolgt sind. In derselben Nacht verliert Julius seine Jungfräulichkeit an Marnie. Als sie die Kolonie erreichen, ist die Enttäuschung groß: Eine ältere Frau erzählt ihnen, Mary Ann Benedict sei gestorben. In Wahrheit ist die Frau ihre Mutter. Sie war der Meinung, die Zwillinge seien Immobilienhaie, die die Kolonie aufkaufen wollten.

Desillusioniert lässt Vincent seinen Bruder und die Mädels stehen. Er fährt allein zu "seinem" Kunden. Der weiß zwar längst Bescheid, rückt das Geld aber dennoch heraus. Vincent kann sich nicht lange freuen, denn Webster erscheint, erschießt McKinley und will Vincent dasselbe angedeihen lassen. Da greift Julius ein. Mit seinem Zwillings-Spürsinn hat er Vincent folgen können. Nun verhilft er ihm zur Flucht, aber Vincent will seinen Bruder nicht in der Gefahr zurücklassen. Gemeinsam besiegen sie Webster. Sie geben den Antrieb und das ganze Geld zurück (Vincent behält aber eine Million heimlich für sich). Mit den 50.000 Dollar Belohnung zahlen sie Vincents Schulden. Als ihre Mutter von alldem in der Zeitung liest, sucht sie ihre Söhne auf und offenbart sich ihnen. Jetzt steht einer glücklichen Zukunft nichts mehr im Wege. Einige Monate später werden zwei Paar Zwillinge geboren...

Der Film:

"Zwillinge" ist die erste Komödie des ehemaligen Gouverneurs von Kalifornien, wenn man mal von Herkules in New York absieht, der lediglich unfreiwillig komisch ist. Allein die Tatsache, dass Arnold Schwarzenegger, den man bis dahin nur als muskelbepackten, bis zum Scheitel mit Testosteron vollgepumpten Actionhelden kannte, überhaupt in einem solchen Film mitspielte, hatte damals ihren ganz besonderen Reiz. Man musste ihm für dieses Wagnis Respekt zollen. Aus dem festgelegten Rollenklischee auszubrechen und sich zu Affen zu machen - das hätte auch böse in die Hose gehen können. Der Gegensatz zwischen Schwarzeneggers früheren Rollen - wortkarge Typen, die erst schießen und (wenn überhaupt) dann fragen - zum hochintelligenten, friedliebenden, auf Harmonie und Ausgleich bedachten und sehr naiven Julius, konnte kaum größer sein. Heute, nach zahlreichen weiteren Komödien und Schwarzeneggers Abstecher in die Politik, der in gewisser Weise auch etwas mit Humor zu tun hat, kann man das alles vielleicht nicht mehr so ganz nachvollziehen.

Zwar kommt "Zwillinge" nicht ganz ohne Action aus, und natürlich entledigt sich Schwarzenegger mehrmals seiner Oberbekleidung, damit man seine scheinbar stets kurz vor dem Platzen stehenden Muskelpakete sehen kann, aber das wird immer durch einen bissigen Kommentar von Danny DeVito oder dergleichen ironisch gebrochen. Schwarzenegger wollte damals vermutlich beweisen, dass er mehr drauf hat als nur die immer gleiche Actionhelden-Rolle, und das ist ihm auch durchaus gelungen. DeVito spielt ihn aber trotzdem problemlos an die Wand. Die für DeVito so typische Rolle des etwas zwielichtigen Giftzwergs ist ihm halt einfach auf den Leib geschrieben. Das in sehr vielen Filmen verwendete Prinzip des "odd couple" wird in "Zwillinge" also ziemlich auf die Spitze getrieben. Julius und Vincent sind so grundverschieden, dass stets für witzige Zusammenstöße gesorgt ist. Der Spielfreude der Schauspieler ist es zu verdanken, dass man ihnen abnimmt, wie sie nach und nach doch noch zueinander finden.

Aus diesen Gegensätzen entsteht der größte Teil des Humors. Situationskomik, die sich meist aus Julius' Naivität ergibt, ist zwar ebenfalls vorhanden, funktioniert aber nicht immer so gut. Der Film beschränkt sich aber nicht auf diese Ebene, stattdessen werden noch ein paar Beziehungskisten hineingepackt, es gibt eine ernstzunehmende Bedrohung durch den skrupellosen Webster, und eine Zeitlang wird "Zwillinge" sogar zum Road-Movie. Der Nostalgie-Faktor ist ebenfalls nicht zu unterschätzen, denn mir scheint, solche Wohlfühl-Filme für die ganze Familie werden heute gar nicht mehr gemacht. Spannung, Spaß und Figuren, die man einfach mögen muss, zu guter Letzt ein herzerwärmendes Happy-End - was will man mehr?

DVD-Features:

Abgesehen vom Trailer und ein paar Textinformationen gibt's keine Extras. Erwähnenswert, wenn auch leider nicht im positiven Sinne, ist nur die Bild- und Tonqualität. Beides liegt nur knapp über VHS-Niveau, und das wäre ziemlich ärgerlich, wenn die DVD nicht inzwischen zu einem Preis verramscht werden würde, bei dem solche Mängel schon wieder egal sind...


Screenshots


Zwillinge

Wer hat eine Mutter, sechs körperliche und zwei geistige Väter?


Zwillinge

Diese beiden Wonneproppen!


Zwillinge

Dieselben Wonneproppen ein paar Jahrzehnte später.


Zwillinge

v.l.n.r.: Marnie Mason, Mary Ann Benedict, Linda Mason


Zwillinge

Zwillinge mit Zwillingen und Müttern von Zwillingen.


J. Kreis, 16.02.2011




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