Zorn der Titanen


Zorn der Titanen (USA, 2012)
- Wrath of the Titans -

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 99 Minuten

Extras:
- Maximum Movie Mode / Fokus-Punkte (33:42 Min.)
- Nicht verwendete Szenen (10:48 Min.)

Regie:
Jonathan Liebesman

Hauptdarsteller:
Sam Worthington (Perseus)
Rosamund Pike (Andromeda)
Toby Kebbell (Agenor)
Liam Neeson (Zeus)
Ralph Fiennes (Hades)
Edgar Ramirez (Ares)
Bill Nighy (Hephaestus)
Danny Huston (Poseidon)
John Bell (Helius)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Kampf der Titanen.

Dem Wunsch seiner verstorbenen Frau Io zufolge lebt Perseus mit seinem Sohn Helius als einfacher Fischer in einem kleinen Dorf. Doch die Ruhe wird gestört, als die Mauern des Tartaros zu bröckeln beginnen, so dass verschiedene Ungeheuer aus der Unterwelt entkommen können. Das Fischerdorf wird von einer Chimäre angegriffen, die großen Schaden anrichtet und viele Menschen tötet, bevor es Perseus (der sein Alter gerade jetzt überdeutlich spürt) gelingt, sie zu vernichten. Von seinem Vater Zeus hat Perseus schon zuvor erfahren, dass noch schlimmeres Unheil droht. Da die Menschen aufgehört haben, zu den Göttern zu beten, schwindet deren Kraft. Zeus benötigt deshalb jede erdenkliche Unterstützung, um die im Tartaros eingekerkerten Titanen weiter gefangen zu halten, und bittet seinen Sohn um Hilfe. Perseus will zwar unter allen Umständen verhindern, dass Helius in die Kriegswirren der großen Welt hineingezogen wird, muss aber einsehen, dass er sich der Bitte seines Vaters nicht verweigern kann. Denn sollten die Titanen befreit werden, so wäre dies das Ende der Welt.

Mit Poseidon und seinem Sohn, dem Kriegsgott Ares, steigt Zeus in die Unterwelt hinab, um sich gemeinsam mit Hades gegen seinen Vater Kronos zu stellen, den mächtigsten aller Titanen, der zur Zeit noch an den Fels gefesselt ist. Doch Zeus wird verraten. Ares macht gemeinsame Sache mit Hades, schlägt Zeus nieder und nimmt dessen Donnerkeil an sich. Kronos hat Hades und Ares versprochen, dass sie ihre Unsterblichkeit nach seiner Befreiung behalten dürfen. Sie fesseln Zeus und beginnen damit, seine Kraft auf Kronos zu übertragen. Poseidon wird tödlich verwundet. Er kann entkommen und Perseus warnen. Bevor Poseidon zu Staub zerfällt, übergibt er seinen Dreizack an Perseus und bittet ihn, seinen Sohn Agenor aufzusuchen. Dieser wurde von Königin Andromeda, Perseus' alter Freundin, in den Kerker geworfen. Sie lässt ihn laufen, als er sich bereit erklärt, Perseus zu helfen. Perseus erfährt, dass Poseidons Dreizack mit dem Donnerkeil des Zeus und der Waffe des Hades zum Speer von Trium vereint werden muss, mit dem Kronos einst niedergestreckt wurde. Nur damit kann der Titan besiegt werden.

Andromeda stellt eine Armee für den bevorstehenden Krieg gegen die Titanen zusammen und schließt sich dann Perseus an. Die beiden werden von Agenor zum Schmiedegott Hephaestus geführt, dessen Zyklopen sie zunächst überwinden müssen. Hephaestus ist zwar geistig nicht mehr ganz auf der Höhe, zeigt sich aber hilfsbereit und kennt vor allem einen geheimen Weg in den Tartaros. Vor dessen Eingang erscheint Ares, denn dummerweise hat eine Begleiterin Andromedas zu ihm gebetet und ihm somit verraten, wo sie sich befindet. Hephaestus opfert sich, um Perseus, Agenor und Andromeda Zeit zu verschaffen. Die drei Gefährten können Ares entkommen und gelangen in die Unterwelt, verirren sich jedoch im dortigen Labyrinth, dessen Mauern sich ständig verschieben. Der Weg wird erst offenbar, nachdem Perseus den im Labyrinth hausenden Minotauros besiegt hat. Perseus befreit Zeus, doch Kronos ist bereits erwacht. Hades erkennt, dass er einen Fehler gemacht hat (zumal Zeus bereut, dass er seinen Bruder vor langer Zeit in die Unterwelt verbannt hat), und wendet sich gegen Ares. Als die drei Menschen mit dem aller Kraft beraubten Göttervater fliehen, schleudert Ares die Waffe des Hades auf ihn und fügt Zeus eine tödliche Wunde zu.

In Andromedas Heerlager betet Perseus zu Ares und fordert ihn zum Zweikampf heraus, denn er benötigt den Donnerkeil. Ares bringt Helius mit. Der Junge soll den Tod seines Vaters mit ansehen. Damit will sich Ares dafür rächen, dass Perseus von Zeus bevorzugt wurde. So stachelt er Perseus' Zorn erst recht an und wird überwunden. Währenddessen droht die Armee der Menschen von den aus dem Tartaros herausströmenden Kreaturen überrannt zu werden. Hades verleiht Zeus einen Teil seiner Kraft und rettet ihm das Leben. Gemeinsam können sie die Kreaturen zurückdrängen. Kronos befreit sich endgültig aus der Unterwelt und schleudert Lava auf die Schlachtreihen. Zeus verausgabt sich völlig, um Hades vor der Glut zu schützen. Perseus setzt die drei göttlichen Waffen zusammen und vernichtet Kronos mit dem Speer von Trium. Zeus stirbt in den Armen von Perseus. Hades, der letzte Olympier, hat nun keine göttliche Macht mehr. Das Zeitalter der Götter ist zu Ende.

Kringels Meinung

Die griechische Mythen- und Sagenwelt bietet reichlich Stoff für spektakuläre Fantasy-Unterhaltung. Mächtige Götter, personifizierte Naturgewalten (Titanen), tapfere Helden, schöne Frauen, bizarre Kreaturen, schreckliche Ungeheuer, Kriege, Schlachten, Intrigen und Liebesgeschichten... die Ideenvielfalt ist grandios. Ich war schon als Kind davon fasziniert, habe Schwabs Sagen des klassischen Altertums x-mal gelesen und schaue mir entsprechende Verfilmungen eigentlich recht gern an. Trotzdem fand ich Kampf der Titanen, die freie Verfilmung der Perseus-Sage, etwas grenzwertig. Durchaus spaßig und bunt, leider irgendwie zu trashig, mit allzu austauschbaren Hauptdarstellern und nicht immer überzeugenden Spezialeffekten. Im zweiten Teil wird einiges anders gemacht - aber besser? Ich weiß nicht. Mit der griechischen Mythologie hat die dünne Story jedenfalls nichts zu tun. Die Schauwerte sind schon mal definitiv eine Nummer größer als im ersten Teil. Schon der Angriff der Chimäre ist super gemacht. Mit ganz viel Kameragewackel, aufspritzendem Dreck und dergleichen natürlich; immerhin bekommt man dadurch das "Mittendrin"-Gefühl, wie ich es erstmals in der ersten halben Stunde von Der Soldat James Ryan erlebt habe. Das ist auch in allen anderen Kämpfen so. Da gibt es einige gute Massenszenen und Momente, die im positiven Sinne an 300 erinnern. Kronos, der erst wie toter Fels aussieht und am Schluss wie ein lebendig gewordener Vulkan aus einem Berg hervorbricht, ist sehr beeindruckend!

Darüber hinaus bleibt allerdings nicht viel in Erinnerung, abgesehen davon vielleicht, dass Sam Worthington nicht mehr ganz so aussieht, als sei er gerade einem Ausbildungscamp des US Marine Corps entsprungen (er darf eine lockige Haarpracht zeigen), und dass Andromeda von einer anderen Schauspielerin verkörpert wird. Toby Kebbell (Agenor), unter fiesem Bart und wilder Frisur kaum zu erkennen, soll wohl für den Comic Relief sorgen. Das nervt meist mehr, als dass es nützt. Der Rest? Namenlose Randfiguren ohne jegliches Profil, die man sofort wieder vergisst, nachdem sie irgendwelchen Kreaturen zum Opfer gefallen sind. Die Götter haben all ihren Glanz eingebüßt. Kein Wunder, ihre Zeit geht ja zu Ende! Das stimmt natürlich so gar nicht mit der griechischen Mythologie überein. Wenn die Götter ins Spiel kommen, wird der Ton plötzlich ernster. Wieder mal geht es um Vater-Sohn-Konflikte. Diesmal schmollt nicht Perseus, sondern Ares. Man verrät sich, man verzeiht sich gegenseitig, man vergießt einige Tränen. Dem Zuschauer ist's egal. Zwischendurch chargiert Bill Nighy als schusseliger Schmiedegott mit multipler Persönlichkeit. Der ist wenigstens witzig.

Sagen wir's mal so: Für die acht Öcken, die die Blu-ray gekostet hat, ist der Film ganz OK. Über jeden ausgegebenen Euro mehr hätte ich mich geärgert.

Blu-ray-Features

Wenn man den Film im "Maximum Movie Mode" anschaut, dann werden an bestimmten Stellen kurze Featurettes mit Hinter-den-Szenen-Material, Interviews usw. eingeblendet. Im Bonusmaterial können diese Featurettes unter dem Menüpunkt "Fokus-Punkte" einzeln aufgerufen werden. Sie sind unterteilt in den "Pfad der Menschen" und den "Pfad der Götter". Während in ersterem gezeigt wird, wie bestimmte Spezialeffekte, Stunts und dergleichen entstanden sind, erläutern im zweiten einige Historiker den mythologischen Hintergrund der Götter, Helden und Kreaturen. Beide "Pfade" geben inhaltlich nicht besonders viel her, wenigstens kann man einen genaueren Blick auf das Minotauros-Ganzkörperkostüm werfen - und auf den hünenhaften Mann, der sich darunter verbirgt.

Es ist gut, dass die ersten beiden nicht verwendeten Szenen nicht verwendet wurden, denn sie hätten den Film ausgebremst (Perseus gesteht seinem Sohn in einer längeren Szene, dass er ein Halbgott ist) bzw. wirken lächerlich (pathetische Reden vor den Soldaten). Die dritte Szene zeigt, was aus den anderen Göttern geworden ist. Im Film wird nur mal kurz erwähnt, dass alle verschwunden sind. Wohin? Das wird nicht gesagt. Antwort: Sie befinden sich bereits in der Unterwelt und haben ein ähnliches Schicksal erlitten wie später Zeus. Sie sind mit dem Gestein verschmolzen, ihre Energie wird abgezapft und zu Kronos geleitet. Hier fehlen allerdings die CGI-Effekte.


J. Kreis, 10.04.2014




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