Kampf der Titanen


Kampf der Titanen (USA, 2010)
- Clash of the Titans -

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 106 Minuten

Extras:
- Maximum Movie Mode / Fokus-Punkte (35:02 Min.)
- Sam Worthington: Ein Actionheld für die Ewigkeit (7:56 Min.)
- Alternatives Ende (5:23 Min.)
- Nicht verwendete Szenen (18:10 Min.)
- BD-Live

Regie:
Louis Leterrier

Hauptdarsteller:
Sam Worthington (Perseus)
Liam Neeson (Zeus)
Ralph Fiennes (Hades)
Gemma Arterton (Io)
Alexa Davalos (Andromeda)
Mads Mikkelsen (Draco)
Pete Postlethwaite (Spyros)
Jason Flemyng (Acrisius/Calibos)




Story

Die olympischen Götter Zeus, Poseidon und Hades besiegen die über die Welt herrschenden Titanen mit Hilfe eines gewaltigen Ungeheuers, vor dem selbst die Götter zittern, genannt "der Kraken". Danach teilen die Götter die Welt unter sich auf. Zeus wird zum Herrn des Himmels und zum Oberhaupt aller Götter, Poseidon beherrscht die Meere. Hades muss sich mit der Unterwelt begnügen. Zeus, Poseidon und ihre Abkömmlinge gewinnen ihre Macht aus der Verehrung, die ihnen von den Menschen entgegengebracht werden. Eines Tages beginnen die Menschen, sich gegen die Götter zu empören. Zeus übt zunächst Nachsicht, denn er hat die Menschen erschaffen und liebt seine Geschöpfe noch immer. Als König Acrisius sich erdreistet, den Olymp anzugreifen, erteilt Zeus ihm eine Lehre, indem er Königin Danae in Acrisius' Gestalt besucht und schwängert. Der ergrimmte König schließt seine Gattin und ihr neugeborenes Kind in einem hölzernen Sarg ein, den er ins Meer wirft. Zeus schleudert einen Blitz, durch den Acrisius in das monströse Mischwesen Calibos verwandelt wird. Danae stirbt, doch ihr Kind ist ein Halbgott und überlebt. Der Fischer Spyros holt den Sarg mit seinen Netzen aus dem Meer. Er nimmt den Säugling als seinen eigenen Sohn auf und nennt ihn Perseus.

Viele Jahre später beobachten Spyros und seine Familie vom Boot aus, wie die Soldaten der Stadt Argos eine Zeus-Statue ins Meer stürzen. Hades erscheint, tötet die Soldaten und versenkt das Fischerboot. Perseus muss mit ansehen, wie seine ganze Familie ertrinkt. Nur er überlebt und wird zum Königshof von Argos gebracht. Das dortige Herrscherpaar hat dem Olymp den Krieg erklärt. Die Königin stellt sich mit den Göttern gleich und behauptet, Prinzessin Andromeda sei schöner als Aphrodite. Prompt erscheint Hades, um die Menschen für ihre Hybris zu bestrafen. Als es dem Gott nicht gelingt, Perseus zu töten, wird allen klar, dass der junge Mann ein Halbgott sein muss. Dies wird von Io bestätigt, einer Unsterblichen, die seit seiner Geburt über Perseus gewacht hat, ihm auch jetzt zur Seite steht und ihm von seiner Herkunft berichtet. Hades verkündet, Argos werde bei der in wenigen Tagen stattfindenden Sonnenfinsternis vom Kraken zerstört werden - es sei denn, Andromeda werde geopfert. Damit handelt Hades nur scheinbar im Interesse seines Bruders Zeus. Der Göttervater glaubt, die in Angst und Schrecken versetzten Menschen würden wieder zu den Göttern beten. In Wahrheit sorgt Hades dafür, dass sich die Menschen endgültig von den Göttern abwenden, so dass diese geschwächt werden. Hades hat gelernt, sich am Leid der Menschen zu laben. Indem Zeus zulässt, dass Hades die Menschen peinigt, sorgt er somit unwissentlich dafür, dass sein Bruder erstarkt. Hades will sich selbst zum Herrn des Olymp aufschwingen.

Die Menschen von Argos bitten Perseus um Hilfe. Er willigt ein, da er sich an Hades rächen will. Von Io erfährt er, dass nur die stygischen Hexen wissen, wie der Krake besiegt werden kann. Unterwegs zu den Seherinnen wird Perseus von Io und einigen von Hauptmann Draco befehligten Soldaten begleitet. Hades schließt einen Pakt mit Calibos und verleiht ihm einen Teil seiner Macht. Calibos soll Perseus töten, dafür wird Hades Calibos' Erzfeind Zeus vernichten. Zeus gibt Perseus zwei Hilfsmittel an die Hand: Ein auf dem Olymp geschmiedetes Schwert und das geflügelte Pferd Pegasus. Calibos greift Perseus an, wird aber verwundet und muss fliehen. Aus seinem Blut entstehen riesige Skorpione, die den Gefährten schwer zusetzen. Da greifen die Dschinn ein, kaum noch als menschlich zu bezeichnende Magier aus der Wüste. Auch sie möchten sich aus der Herrschaft der Götter befreien und unterstützen Perseus. Von den stygischen Hexen erfährt er, dass er das Haupt der Medusa benötigt, um den Kraken besiegen zu können, denn der Blick dieses Ungeheuers lässt jedes lebende Wesen zu Stein erstarren. Perseus und seine Gefährten steigen in die Unterwelt hinab. Im Kampf gegen Medusa werden alle Männer bis auf Perseus getötet. Perseus enthauptet Medusa und muss anschließend gegen Calibos antreten, der Io tödlich verwundet.

Nachdem Perseus auch Calibos getötet hat, reitet er auf Pegasus nach Argos. Die Stadt wird bereits vom Kraken verwüstet, obwohl eine Gruppe von Fanatikern Andromeda entführt und dem Ungeheuer als Opfer angeboten hat. Hades versucht vergeblich, Perseus aufzuhalten. Der Held besiegt den Kraken mit dem Medusenhaupt und lenkt einen von Zeus geschleuderten Blitz mit dem olympischen Schwert auf Hades, so dass der tückische Gott in die Unterwelt geschleudert wird. Perseus rettet Andromeda, die ins Meer gestürzt ist, ist aber nicht bereit, an ihrer Seite über Argos zu regieren. Er lehnt sogar das Angebot seines Vaters ab, der ihn in den Olymp aufnehmen möchte. Zeus respektiert den Wunsch seines Sohnes, stellt ihm jedoch eine Wächterin zur Seite: Io wird wieder zum Leben erweckt.

Kringels Meinung

Dieses Remake eines gleichnamigen, ziemlich trashigen Films aus dem Jahre 1981 ist ebenfalls ganz schön trashig - passt also irgendwie. In beiden Filmen wird die mehr oder weniger stark abgewandelte Perseus-Sage erzählt. Mit der Vernichtung des Seeungeheuers ist die Sage noch nicht zu Ende. Perseus heiratet Andromeda. Es gibt noch einige Verwicklungen, letztlich leben Perseus und Andromeda aber glücklich und zufrieden zusammen, und nach ihrem Tod werden sie zu Sternbildern. Im 1981er-Film werden Perseus und Andromeda ein Paar, wie es der Sage entspricht. Im 2010er-Film dagegen verschmäht Perseus Andromeda und verliebt sich in Io, die Namensgeberin des ionischen Meeres. Soweit ich weiß, hat diese Geliebte des Zeus in der griechischen Mythologie rein gar nichts mit Perseus zu tun. Warum die beiden Filme "Kampf der Titanen" heißen, hat sich mir nie erschlossen, denn die Titanen kommen darin gar nicht vor. Im Original wird immerhin - wenn ich mich recht erinnere - behauptet, der Krake sei der letzte Titan. Im 2010er-Film ist das Vieh aber lediglich ein von Hades erschaffenes Seeungeheuer oder sogar sein Kind.

Der Film müsste eigentlich "Krieg gegen die Götter" oder so heißen, denn es geht um die Abnabelung der Menschheit von den Göttern, die die Anbetung der Menschen brauchen, um existieren zu können, selbst aber herzlich wenig zurückgeben. Perseus ist ein Halbgott, will aber mit seiner göttlichen Hälfte nichts zu tun haben, sondern den Kraken als Mensch besiegen. Was ihm natürlich nicht gelingt. Letztlich muss er die Hilfe seines Vaters Zeus doch akzeptieren. Ob das nun irgendwie tiefsinnig ist oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Ist aber auch egal, immerhin ist Perseus' Motivation verständlich. Schließlich hat er den Verlust dreier geliebter Menschen den Göttern zu verdanken, da ist es verständlich, dass er mit ihnen nichts zu schaffen haben bzw. sie bekämpfen will. Und wenn nicht mehr geboten wird als eine Heldenfahrt zur Rettung einer schönen Frau incl. Selbstfindung des Helden, so ist das völlig in Ordnung - auf dieses Grundthema lassen sich unzählige Filme zurückführen.

Wichtig für mich ist nur: Ist das denn spannend? Sind die Hauptfiguren sympathisch, so dass man mitfiebern kann? Ist der Bösewicht so herrlich fies, dass man je nach Veranlagung vor ihm zittern oder ihn insgeheim bewundern kann? Oder sieht der Film wenigstens gut aus? Im Falle von "Kampf der Titanen" kann ich diese Fragen mit "Ja und nein" beantworten. Sam Worthington, Gemma Arterton und Alexa Davalos geben sich alle Mühe, sich ins Herz des Zuschauers zu spielen. Das gelingt ihnen sogar ganz gut, aber irgendwie sind sie mir zu glatt, sie haben zu wenig Profil. Mads Mikkelsen und Liam Cunningham hinterlassen einen bleibenden Eindruck, der Rest der Heldengruppe ist eher Staffage. Das Bösewicht-Gespann Ralph Fiennes und Jason Flemyng funktioniert, beide haben recht starke Auftritte, bei denen ein gewisses Over-Acting gar nicht stört. Liam Neeson ist seit 96 Hours für mich über jeden Zweifel erhaben, da verzeihe ich ihm seinen etwas saftlosen Auftritt als Göttervater gern. Die Spezialeffekte hinterlassen einen uneinheitlichen Eindruck. Im Kino war ich vom nachträglich hinzugefügten 3D-Look sehr enttäuscht, da wirkt der Film im Heimkino viel besser, weil brillanter und farbstärker. Schöne Landschaftsaufnahmen, prächtige Kulissen und Köstüme, ein beeindruckend riesiger Kraken sind auf der Habenseite zu verbuchen, dem stehen nicht so gut gelungene CGI- bzw. Animatronics-Effekte wie Medusa und Charon gegenüber.

Blu-ray-Features

Wenn man den Film im "Maximum Movie Mode" anschaut, dann werden an bestimmten Stellen kurze Featurettes mit Hinter-den-Szenen-Material, Interviews usw. eingeblendet. Im Bonusmaterial können diese Featurettes unter dem Menüpunkt "Fokus-Punkte" einzeln aufgerufen werden. Es ist ganz witzig zu sehen, wie schrottig-albern insbesondere die Götter aussehen, wenn ihre Blechrüstungen nicht durch Blendeffekte usw. verfremdet werden. Die Dinger scheppern so erbärmlich, dass man den Dialog kaum versteht. Witzig: Hades hätte ursprünglich eine Frau sein sollen! Während Schauspieler und Produktionsteam bei den Dreharbeiten auf Teneriffa das schöne Wetter genießen konnten, hatten sie in Wales mit heftigem Dauerregen zu kämpfen. Anscheinend hat dabei nur Jason Flemyng (Calibos) seine gute Laune nicht verloren! Außerdem sieht man, wie das russische Topmodel Natalja Wodjanowa Mocap-Aufnahmen macht, nach denen Medusa gestaltet wurde. Eine gesonderte Featurette beschäftigt sich ganz mit Hauptdarsteller Sam Worthington, der offenbar so gut wie alle Stunts selbst gemacht hat und ganz schön gequält wurde.

Zum Bonusmaterial gehören ein alternatives Ende und zehn nicht verwendete Szenen mit teilweise unfertigen Spezialeffekten. Im alternativen Ende küsst Perseus Andromeda (was unpassend wirkt, weil die beiden zuvor ja fast nichts miteinander zu tun hatten) und reitet dann auf Pegasus zum Olymp, um Zeus herauszufordern. Man sieht, dass die Götter mindestens doppelt so groß sind wie Perseus. Auch in den nicht verwendeten Szenen ist mehr vom Olymp zu sehen, hier kommen endlich mal ein paar andere Götter zu Wort. Vor allem Apollo hätte eine viel größere Rolle gehabt, wären diese Szenen verwendet worden. Außerdem erfährt man unter anderem, dass Io diejenige war, die Perseus beim Untergang des Fischerbootes gerettet hat, und Andromedas Entführung wird ausführlicher gezeigt.


J. Kreis, 03.04.2014




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