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Timeline Timeline (USA, 2003)

DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 112 Minuten

Extras
Trailer zu anderen DVDs

Regie:
Richard Donner

Hauptdarsteller:
Paul Walker (Chris Johnston)
Gerard Butler (André Marek)
Frances O'Connor (Kate Ericson)
Billy Connolly (Prof. Edward A. Johnston)
David Thewlis (Robert Doniger)
Anna Friel (Lady Claire)
Michael Sheen (Lord Oliver)
Lambert Wilson (Lord Arnaut)
Marton Csokas (Sir William De Kere / William Decker)




Inhalt:

Professor Edward Johnston untersucht zusammen mit einer Gruppe junger Archäologen ein Gebiet an der Dordogne, wo die Ruinen eines mittelalterlichen Dorfs und zweier Burgen gefunden wurden. Sponsor der Forschungsarbeiten ist die Firma ITC, die sich mit neuen Anwendungsmöglichkeiten der Quantentechnologie beschäftigt. Johnston vermutet, dass ITC über mehr Informationen zu den Ausgrabungsstätten verfügen muss als die Forscher selbst. Er fährt deshalb zum Firmensitz – und verschwindet. Kurz danach entdecken Kate Ericson, André Marek und Chris Johnston (der Sohn des Professors) zwei geradezu unmögliche Artefakte in den Katakomben des Klosters: Die eindeutig mehrere Jahrhunderte alte Linse einer Brille, die dem Professor gehört, und ein ebenso altes Manuskript, das die Worte »Helft mir« in der Handschrift des Professors trägt!

Die Erklärung für das Verschwinden des Professors und die eigenartigen Funde liefert Robert Doninger, Chef von ITC, wenig später persönlich. Er bittet die jungen Leute um Hilfe und eröffnet ihnen, dass ITC ein Wurmloch entdeckt hat, über das man die Vergangenheit erreichen kann. Professor Johnston hat diese "Zeitmaschine" benutzt und ist im Jahr 1357 verschollen. Chris und seine Freunde sollen ein Rettungsteam begleiten, das den Professor zurückholen soll. Dafür haben sie nur sechs Stunden Zeit. Sie geraten sofort nach ihrer Ankunft in der Vergangenheit in arge Schwierigkeiten, denn das Zielgebiet (ihre in dieser Zeit völlig intakte Ausgrabungsstätte) ist eine heiß umkämpfte Region im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Einige Leute aus der Gruppe werden getötet, eine Explosion verwüstet das ITC-Labor. Eine Rückkehr in die Gegenwart ist vorerst ausgeschlossen,

Während im ITC-Labor hektische Reparaturarbeiten vorgenommen werden, treffen Chris und seine Freunde mit dem Professor zusammen. André verliebt sich in Lady Claire, die Schwester des französischen Befehlshabers Lord Arnaut, und befreit sie aus der Gewalt von Lord Oliver, der die englischen Truppen befehligt. Der letzte Sicherheitsmann wird von Sir William De Kere getötet - dieser Mann stammt ebenfalls aus der Zukunft, kann dorthin aber nicht zurückkehren, denn bei jeder Zeitreise entstehen im Körper so genannte "Transkriptionsfehler", die sich summieren und irgendwann zum Tod führen können. Nach einigem Hin und Her verschanzen sich die Engländer in der Burg La Roque, wo sie von den Franzosen belagert werden. André und der Professor sollen Griechisches Feuer für Lord Oliver entwickeln. Dieser droht Lady Claire zu ermorden, falls Lord Arnaut angreifen sollte.

Chris und Kate entdecken jedoch einen geheimen Tunnel, der von einem Kloster nach La Roque führt und dessen ungefähren Verlauf sie von den Ausgrabungen her kennen. So ermöglichen Sie es Lord Arnaut, in die Burg einzudringen. André sorgt dort für Ablenkung, indem er das Griechische Feuer zur Explosion bringt, wodurch gleichzeitig der Ausgang des Tunnels freigelegt wird. Er besiegt De Kere und rettet Claire. Arnaut schnetzelt Oliver, bevor der Chris aufspießen kann. André bleibt mit Claire in der Vergangenheit, während Chris, Kate und der Professor im letzten Moment ins 21. Jahrhundert zurückkehren. An ihrer Stelle materialisiert Doniger, der versucht hatte, die Reparaturarbeiten zu stoppen. Doniger findet sein Ende unter den Schwertern der englischen Soldaten, André und Claire leben glücklich bis an ihr seliges Ende. 650 Jahre später gräbt Kate ihren Sarkophag aus...

Der Film:

Ich habe den gleichnamigen Roman von Michael Crichton, der diesem Film zugrunde liegt, erst vor ein paar Wochen gelesen. Ich fand das Buch zwar recht schwach (zu durcheinander, zu vorhersehbar, zu unglaubwürdig), aber ich hatte angenommen, die Geschichte müsse eigentlich recht gut verfilmbar sein. So kann man sich irren...

Der Film fängt eigentlich genau so an wie das Buch: Ein zeitgereister ITC-Mitarbeiter erscheint plötzlich irgendwo mitten in der Wüste, redet wirres Zeug und stirbt an den Folgen seiner Transkriptionsfehler. Aber schon in diesen Szenen merkt man: Die Handlung wurde drastisch gestutzt, und so geht es bis zur Zeitreise von Chris und seinen Freunden weiter. Während im Roman viele Kapitel darauf verwendet werden, alle wichtigen Elemente ausführlich einzuführen (die Hauptpersonen incl. Doniger, die Firma ITC, die Quantencomputer und die Theorie der Zeitreisen, die eigentlich keine echten Zeitreisen sind), so wird man im Film wie im Zeitraffer durch ein paar erläuternde Szenen hindurchgeprügelt. Anders als im Buch ist Chris der Sohn des Professors - das muss zur Motivation für die Rettungsaktion herhalten. Die Akteure streifen sich ein paar mittelalterliche Klamotten über, betreten die "Zeitmaschine" - und ZAPP! Schon sind sie in der Vergangenheit.

Die Spezialeffekte, die zur Visualisierung der Zeitreisen eingesetzt wurden, sind lächerlich. Obwohl: Sie können eigentlich nicht lächerlich sein, denn sie sind gar nicht vorhanden! Man sieht nur die schmerzverzerrten Gesichter der Zeitreisenden, ein bisschen helles Licht, und das war's dann auch schon. Auch die mittelalterlichen Kampfszenen bei der Belagerung von La Roque sind, wenn man sie mit anderen aktuellen Historienfilmen vergleicht, sehr bescheiden. Einige wenige Komparsen wämsen ungelenk mit ihren Schwertern aufeinander ein, ein paar brennende Pfeile und Katapultgeschosse fliegen durch die Luft - alles eher unspektakulär. Die Triboke machen noch den besten Eindruck. Es scheint, als seien diese riesigen Kriegsmaschinen in Originalgröße und funktionstüchtig nachgebaut worden. Insgesamt hat man Szenen dieser "Qualität" in Filmen, die 40 bis 50 Jahre alt sind, schon oft genug gesehen.

Sobald die Leute in der Vergangenheit angekommen sind, besteht der Film praktisch nur noch aus einer Aneinanderreihung von Verfolgungsjagden. Dabei werden die Helden immer wieder getrennt und von diesem und jenem mittelalterlichen Finsterling gefangen genommen. Das muss dann für den Rest des Films reichen - eine echte Handlung sucht man da vergebens. Gegensätze zwischen Moderne und Mittelalter werden allenfalls angedeutet. Hier ist der Film sogar noch schwächer als der Roman, denn dort wurde wenigstens versucht, die Lösung der Verständigungsschwierigkeiten plausibel zu machen und so weiter. Im Film verstehen sich Leute aus dem 14. und dem 21. Jahrhundert auch ohne ins Ohr gestöpselte Übersetzungscomputer problemlos, außerdem scheinen alle Franzosen die englische Sprache perfekt zu beherrschen. Von historischen Ungenauigkeiten wollen wir lieber gar nicht erst anfangen.

Die teils lustlos, teils aber auch völlig übertrieben agierenden Schauspieler setzen dem Ganzen dann die Krone auf. Was soll's, könnte man sagen, denn die Hauptfiguren sind ohnehin so flach wie Abziehbilder und ihr Schicksal interessiert niemanden. Aber manche Figuren stören ganz einfach. Insbesondere Frances O'Connor ist eine Nervensäge schwersten Kalibers (der Eindruck wird durch die grauenhafte Synchronstimme noch verschlimmert), aber auch Billy Connolly gibt eine äußerst schwache Figur ab. Man fragt sich, wie dieser verwirrte Professor es schaffen konnte, innerhalb der wenigen Stunden, die er in der Vergangenheit verbracht hat, sowohl die Mönche des Klosters zu seinen Freunden zu machen, als auch Lord Oliver davon zu überzeugen, dass er ein Magister sei. Und wenn Kate mal wieder mit aufgerissenen Augen und noch weiter aufgeklapptem Mund "staunend" in die Kamera glotzt oder hysterisch herumkeift, dann möchte man sie am liebsten von der nächsten Burgzinne schmeißen. Oder mit Griechischem Feuer übergießen.

Die DVD:

Die DVD enthält nur drei Trailer zu anderen Filmen, aber keinerlei Extras.

J. Kreis, 03.08.2006
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