Thor - The Dark Kingdom


Thor - The Dark Kingdom (USA, 2013)
- Thor: The Dark World -

Blu-ray, Marvel
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 112 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Marvel One Shot: All hail the King (13:51 Min.)
- Hinter den Kulissen - Eine Reise von Brüdern: Thor & Loki (31:39 Min.)
- Exklusive Vorschau: The Return of the First Avenger (3:35 Min.)
- Der Soundtrack von "Thor: The Dark Kingdom" von Brian Tyler (5:21 Min.)
- Zusätzliche & erweiterte Szenen mit optionalem Audiokommentar (7:49 Min.)
- Pannen vom Dreh (3:30 Min.)

Regie:
Alan Taylor

Hauptdarsteller:
Chris Hemsworth (Thor)
Natalie Portman (Jane Foster)
Christopher Eccleston (Malekith)
Tom Hiddleston (Loki)
Anthony Hopkins (Odin)
Stellan Skarsgard (Dr. Erik Selvig)
Kat Dennings (Darcy Lewis)
Idris Elba (Heimdall)
Rene Russo (Frigga)
Adewale Akinnuoye-Agbaje (Algrim)
Jonathan Howard (Ian Boothby)




Story

Die Dunkelelfen, Geschöpfe der Nacht, die vor der Geburt des Universums geherrscht hat, versuchen eben jenes Universum zu vernichten, um in die ewige Dunkelheit zurückkehren zu können. Zu diesem Zweck missbraucht Malekith, das Oberhaupt der Dunkelelfen, ein Relikt der Vorzeit, welches als "der Äther" bekannt ist. Er muss den Äther genau dann einsetzen, wenn alle acht um Yggdrasil kreisenden Welten auf einer Linie stehen. Zu dieser Konvergenz der Welten kommt es nur einmal in vielen Jahrtausenden. Bei der ersten derartigen Gelegenheit durchkreuzen die von Odins Vater Bor angeführten Bewohner Asgards Malekiths Pläne. Bor greift die Dunkelelfen auf deren Heimatwelt Svartalfheim an und gewinnt allmählich die Oberhand, obwohl einige Dunkelelfen Bruchstücke des Äthers benutzen, um sich in Kursed zu verwandeln; riesige Kreaturen, die selbst von Bors Elitekämpfern kaum aufgehalten werden können. Malekith opfert den Großteil seines Volkes, um seine Flucht zu decken. Malekith, sein Stellvertreter Algrim und einige weitere Dunkelelfen entkommen in einem Raumschiff, das sich sämtlichen Ortungsmethoden entziehen kann. Sie versetzen sich in Tiefschlaf. Der Äther kann nicht zerstört werden. Er wird deshalb in eine Steinsäule eingeschlossen und so tief begraben, dass niemand ihn finden kann.

Jahrtausende vergehen. Nach der Vernichtung der Regenbogenbrücke (siehe Thor) und Lokis Machenschaften auf der Erde (siehe Marvel's The Avengers) herrscht große Unruhe in den neun Welten. Loki wird in Asgard eingekerkert. Dennoch haben Thor und seine Gefährten alle Hände voll zu tun, um die Ordnung wiederherzustellen. Nach einem grandiosen Sieg in Vanaheim kehrt Thor nach Asgard zurück. Odin hält seinen Sohn nun für würdig, die Herrschaft zu übernehmen. Thor ist unschlüssig, denn er liebt die Menschenfrau Jane Foster, die er nach der Wiederherstellung des Bifröst nur deshalb noch nicht besucht hat, weil er sie nicht in Gefahr bringen will. Jane, ihre Assistentin Darcy Lewis und deren Praktikant Ian Boothby erkunden derweil in London eine verlassene Fabrik, in der es zu seltsamen Phänomenen kommt. Gegenstände schweben in der Luft oder verschwinden plötzlich, um anderswo wieder aufzutauchen. Dr. Eric Selvig könnte erklären, was das zu bedeuten hat. Die Phänomene sind Vorboten einer neuen Konvergenz. Überall in den neun Welten entstehen und vergehen Portale, durch die Materie von einer Welt in die andere gelangt. Leider hat Selvig die mentale Unterjochung durch Loki nicht gut überstanden, er ist immer noch etwas verwirrt. Als er versucht, in Stonehenge einige (durchaus funktionsfähige) Gerätschaften zu installieren, mit denen die Portale kontrolliert werden können, und dabei völlig nackt vor entsetzten Touristen herumspringt, wird er in eine Irrenanstalt eingewiesen.

Somit ist Jane ahnungslos, als sie sich in dem Gebäude umsieht. Sie wird durch ein Portal gerissen und landet im Versteck des Äthers. Durch die nahende Konvergenz ist der Äther aktiv geworden. Er wechselt in Janes Körper über, woraufhin die junge Frau wieder in der Fabrik materialisiert. Für sie sind nur Minuten vergangen, auf der Erde aber Tage. Thor wurde inzwischen von Heimdall über Janes Verschwinden informiert. Er reist zur Erde, als sie wieder auftaucht. Der Äther schützt sich selbst und schleudert Polizisten zurück, die Jane festnehmen wollen. Thor nimmt Jane mit nach Asgard, wo sie untersucht wird. Man stellt fest, dass sich etwas Fremdes in ihrem Körper eingenistet hat, durch das dieser langsam zerstört wird. Odin ist nicht erfreut über die Anwesenheit eines Menschen in Asgard. Er wird erst zugänglicher, als ihm klar wird, dass Jane den Äther in sich trägt. Die Befreiung des Äthers bleibt bei den Dunkelelfen nicht unbemerkt. Sie erwachen aus ihrem äonenlangen Schlaf und machen sich auf den Weg nach Asgard. Algrim soll ihren Angriff vorbereiten. Er infiltriert Odins Palast, macht sich selbst zum Kursed, befreit alle Gefangenen (außer Loki) und sabotiert im danach herrschenden Chaos die Verteidigungsanlagen, so dass Malekith und seine Krieger bis in den Thronsaal vorstoßen können. Malekith und Algrim dringen in Friggas Gemächer ein. Odins Gemahlin liefert Malekith einen harten Kampf, wird aber besiegt und getötet, da sie sich standhaft weigert, Jane auszuliefern. Malekith, Algrim und die letzten Dunkelelfen fliehen, als Odin und Thor eingreifen. Malekith weiß jetzt, dass Jane den Äther in sich trägt.

In seinem Schmerz über den Verlust der geliebten Frau geht Odin ein großes Risiko ein, um sich rächen zu können. Jane soll in Asgard festgehalten werden, damit Malekith einen weiteren Versuch macht, an den Äther heranzukommen. Thor stimmt nur insoweit zu, als Malekith auf diese Weise angelockt werden könnte. Dies soll aber nicht in Asgard geschehen, weil die Verluste bei einem Kampf viel zu hoch wären. Odin will nicht auf seinen Sohn hören. Thor setzt sich über die Verbote seines Vaters hinweg, braucht aber die Hilfe der einzigen Person, die einen geheimen Weg aus Asgard heraus kennt, und das ist Loki. Auch Loki trauert um Frigga und will Rache, daher steht er Thor zur Seite. Die beiden bringen Jane nach Svartalfheim. Als die Dunkelelfen erscheinen, nutzt Loki seine Kunst der Täuschung, um Malekith eine Falle zu stellen. Sobald Malekith Jane den Äther entzogen hat, versucht Thor die Substanz zu vernichten, scheitert jedoch. Malekith absorbiert den Äther und fliegt davon. Algrim hält Thor und Loki auf. Es gelingt den beiden, den Kursed zu töten, doch dabei wird Loki schwer verwundet. Er stirbt in Thors Armen. Jane findet eines jener Portale, die in die verlassene Fabrik führen. So gelangen die beiden nach London, wo Darcy und Ian nicht untätig waren. Sie haben Selvig aus der Nervenklinik geholt. Thor findet heraus, dass sich der Schnittpunkt der Konvergenz im Gebiet der Universität von Greenwich befindet. Tatsächlich ist Malekith bereits dorthin unterwegs.

In aller Eile platzieren die Gefährten die Geräte zur Portalkontrolle überall auf dem Universitätsgelände. So können die meisten Dunkelelfen unschädlich gemacht werden, nachdem Malekiths Schiff mitten auf dem Universitätsgelände gelandet ist. Malekith setzt den Äther im Zentrum der Konvergenz frei. Bevor sich die Substanz über die neun Welten ausbreiten kann, nutzt Thor einige von Selvigs Geräten, um Malekith schwer zu verwunden und ihn schließlich nach Svartalfheim zu versetzen. Selvig macht dasselbe mit Malekiths umstürzendem Raumschiff. Malekith wird unter dem Schiff begraben. Nachdem die Konvergenz vorüber und die Gefahr gebannt ist, reist Thor nach Asgard. Odin bietet ihm die Königswürde an. Thor lehnt ab. Er ahnt nicht, dass nicht Odin auf dem Thron Asgards sitzt, sondern Loki in Odins Gestalt; er hat seinen Tod nur vorgetäuscht.


Kringels Meinung

Wie es sich für Marvel-Filme gehört, folgen während des Nachspanns und danach weitere Szenen. In der ersten reisen Sif und Volstagg, zwei der vier engsten Freunde Thors, zum Collector. Diesem auch unter dem Namen Taneleer Tivan bekannten Wesen aus dem Marvel-Comicuniversum begegnen wir in "Guardians of the Galaxy" noch einmal. Die beiden Asen bringen dem Collector einen Behälter, in dem der Äther eingeschlossen ist. Sie wollen diese gefährliche Substanz nicht in Asgard behalten, weil dort bereits der Tesserakt aufbewahrt wird - siehe Thor und Captain America - The First Avenger. Äther und Tesserakt sind Infinity Stones, ebenso der in Lokis Zepter eingebettete Mind Stone (Marvel's The Avengers und "Avengers: Age of Ultron") sowie ein vierter Stein, der in "Guardians of the Galaxy" zum Einsatz kommt. Zwei weitere sollen existieren, sie wurden aber noch in keiner Verfilmung gezeigt. Wer alle sechs Steine besitzt, gewinnt unermessliche Macht, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich der Collector wie ein Schneekönig freut. In der zweiten Szene kehrt Thor zu Jane zurück. Derweil tobt sich ein versehentlich durch ein Dimensionsportal von Jötunheim zur Erde gelangtes Monster in London aus. Eine Frage bleibt aber immer noch offen: Was wurde eigentlich aus Odin?

Durch die zahlreichen Verfilmungen führt das Marvel-Comicuniversum längst ein Eigenleben im Kino. Die Filme stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern sind eng miteinander verflochten. Sie nehmen Bezug aufeinander und bilden im Grunde eine große Serie, was zu demselben Effekt führt, den jede gute Serie erzielt: Man fühlt sich zu Hause in diesem Universum, man kennt die Hauptfiguren, kann also prima mitfiebern, wenn sie mal wieder in Gefahr geraten, und man möchte wissen, wie es weitergeht. Außerdem werden durch die Verflechtung köstliche Szenen wie jene in diesem Film ermöglicht, in der Loki die Gestalt von Captain America annimmt. Chris Evans hat hierbei einen selbstironischen Cameo-Auftritt. In dieser Gestalt könne er richtig spüren, so spottet Loki, wie er von Rechtschaffenheit und Patriotismus durchströmt werde! Besonders schön finde ich, dass jeder Marvel-Film seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Charakter hat. Das wird im Falle der Thor-Filme durch die Einbindung der nordischen Sagenwelt ermöglicht. So kommen Fantasy-Elemente hinzu und "Thor" wirkt ... wie soll ich sagen ... irgendwie epischer, opulenter, opernhafter als andere Superheldenfilme.

Die Filme haben natürlich noch ganz andere Alleinstellungsmerkmale, und das sind die Hauptdarsteller. Inzwischen kann ich mir keinen anderen Schauspieler in der Rolle Thors vorstellen als Chris Hemsworth, genauso wie Chris Evans für mich Captain America ist und natürlich kein anderer als Robert Downey jr. jemals Iron Man sein könnte. Hemsworth bringt einerseits die körperlichen Voraussetzungen mit, um ein gottgleiches Wesen glaubhaft darstellen zu können. Außerdem hat dieser Thor das nötige Charisma, das immer noch etwas zu große Ego sowie genau die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor. So wird er während des Kampfes gegen Malekith durch ein zufällig entstandenes Dimensionsportal von seinem Gegner getrennt. Er landet in einer Station der London Underground, lässt sich erklären, wie er zur Universität zurückkommt, und fährt dann mit der U-Bahn dorthin. Eine Reisende fällt "zufällig" an seine Brust, als der Zug ruckelnd anfährt ...

Aber was wäre der Held ohne einen kongenialen Schurken? In diesem Film gibt es gleich zwei davon, wobei der eigentliche Antagonist (Malekith) eher schwach ist, will sagen, der Dunkelelf ist ein handelsüblicher Bösewicht, der einfach nur da ist, weil halt jemand gebraucht wird, der davon abgehalten werden muss, die Welt zu vernichten. Loki ist ein ganz anderes Kaliber. Tom Hiddleston liefert nun schon zum dritten Mal nach "Thor" und "Avengers" eine Glanzleistung in dieser Rolle ab. Er bleibt undurchschaubar, hat immer ein As im Ärmel, freut sich über die eigene Fiesheit und zeigt doch auch andere Charaktereigenschaften. Ein derart komplexer Widersacher würde jeden Film aufwerten! Nebenfiguren wie Kat und Selvig sorgen für weitere herrliche Szenen, Frigga zeigt sich erstaunlich kampfstark und hat einen würdigen Abgang. Wenn ich jetzt noch die grandiosen Schauwerte in Rechnung stelle, kann ich den Film wirklich als rundum gelungen bezeichnen. Asgard sieht noch beeindruckender, prächtiger und vor allem lebendiger aus als im ersten Film, das Dunkelelfen-Design gefällt mir und in den Actionszenen kracht es ordentlich. Auch hier kommen wieder die Fantasy-Elemente zum Tragen, denn es wird nicht nur mit Raumschiffen, Gleitern und Laserkanonen gekämpft, sondern auch mit Axt, Schwert und Schild. In dieser Hinsicht läuft die Fortsetzung dem ersten Film deutlich den Rang ab.


Blu-ray-Features

Interessantester Bestandteil des Bonusmaterials ist "All Hail to the King", ein aufwändig produzierter und wegen Ben Kingsleys genialer Performance absolut sehenswerter Kurzfilm, den man als Fortsetzung von Iron Man 3 bezeichnen könnte. Bekanntlich hat sich in "Iron Man 3" ein abgehalfterter Schauspieler namens Trevor Slattery als Terrorist namens "Der Mandarin" ausgegeben. Er wurde enttarnt und verhaftet. Jetzt sitzt Slattery im Kittchen, hat sich dort aber eine treue Gefolgschaft zugelegt und fühlt sich eigentlich ganz wohl. Es wird sogar ein Dokumentarfilm über ihn gedreht. Am letzten Tag der Dreharbeiten outet sich der angebliche Filmemacher Jackson Norriss als Mitglied der Verbrecherorganisation "Ten Rings". Norriss hat eine Waffe ins Gefängnis eingeschmuggelt, tötet die Wachen und schickt sich an, Slattery zu entführen. Der echte Mandarin ist nicht erfreut darüber, dass Slattery seinen Namen missbraucht hat und möchte den Hochstapler treffen ...

Die übrigen Extras sind nicht so spannend, es wird lediglich die allseits bekannte Mischung aus kurzen Interviews, Filmausschnitten und Hinter-den-Szenen-Material geboten. In "Hinter den Kulissen" geht es vor allem um die Beziehung zwischen Thor und Loki sowie die Entwicklung beider Figuren in den Filmen "Thor", "Marvel's The Avengers" und "Thor: The Dark Kingdom". Es sind denn auch Ausschnitte aus allen drei Filmen zu sehen. Hinzu kommen ein Beitrag, in dem man ein bisschen was über die Arbeit des Komponisten der Filmmusik erfährt, sowie eine kleine Werbefeaturette zu The Return of the First Avenger und eine mäßig witzige Zusammenstellung schiefgegangener Szenen.

Zu guter Letzt sind noch ein paar zusätzliche und erweiterte Szenen vorhanden. Auch die sind nicht besonders aufregend. Die Kämpfe in Vanaheim und die anschließende Siegesfeier in Asgard sind etwas länger, außerdem erklärt Jane, dass der Äther Materie in Dunkle Materie umwandelt. Ich glaube, das wurde im Film nicht so deutlich gesagt. Außerdem hat Frigga ein bisschen mehr Screentime.


J. Kreis, 08.10.2015




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