Thor


Thor (USA, 2011)

Blu-ray, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 115 Minuten

Extras:
- Audiokommentar des Regisseurs
- Marvel Einstellung: Der Berater (3:57 Min.)
- Featurettes:
-- Von Asgard zur Erde (19:42 Min.)
-- Unser furchtloser Anführer (3:18 Min.)
-- Die Zusammenstellung der Truppe (4:44 Min.)
-- Zeit des Hammers (6:14 Min.)
-- Die Erschaffung von Laufey (5:33 Min.)
-- Die Musik der Götter (2:05 Min.)
-- Eine Unterhaltung (2:23 Min.)
- Der Weg zu den Avengers (2:57 Min.)
- Entfernte Szenen mit optionalem Audiokommentar des Regisseurs (24:34 Min.)
- Trailer

Regie:
Kenneth Branagh

Hauptdarsteller:
Chris Hemsworth (Thor)
Natalie Portman (Jane Foster)
Anthony Hopkins (Odin)
Tom Hiddleston (Loki)
Stellan Skarsgard (Dr. Erik Selvig)
Colm Feore (Laufey)
Idris Elba (Heimdall)
Kat Dennings (Darcy Lewis)
Clark Gregg (Agent Coulson)




Story

Die Erde ist nur eines von neun Reichen im Universum, die von intelligenten Lebewesen bewohnt werden. Die Eisriesen von Jötunheim wollen alle Reiche erobern und beginnen damit auf der Erde. Um die Menschen zu schützen und eine Eiszeit auf der Erde abzuwenden, führt Allvater Odin die Asen im Jahre 965 AD gegen die Eisriesen in den Krieg. Der Eisriesenkönig Laufey wird bezwungen. Die Urne, Quelle von Laufeys Macht, wird in Odins Festung verwahrt, bewacht vom Destroyer, einer riesigen Kampfmaschine. Die Eisriesen dürfen Jötunheim nicht mehr verlassen. Odin nimmt Laufeys neugeborenen Sohn, den er Loki nennt, mit nach Asgard. Loki ist eine Geisel, mit der Odin den Waffenstillstand sichern will. Der Allvater liebt den Jungen jedoch ebenso sehr wie seinen erstgeborenen Sohn Thor und verheimlicht beiden die Wahrheit über Lokis Herkunft. Loki wächst als Bruder Thors auf. Er wird zum Meister der Magie und der Intrige.

Mehr als tausend Jahre später soll Thor zum Nachfolger Odins erklärt werden. Loki missgönnt Thor die Thronfolge und ermöglicht drei Eisriesen den Zugang zur Waffenkammer von Asgard, um die Zeremonie zu stören. Die Eisriesen werden zwar vom Destroyer getötet, aber Odin wird unterbrochen, bevor er Thor die Königswürde übertragen kann. Der junge Heißsporn will die Eisriesen in Jötunheim angreifen, um sie in ihre Schranken zu verweisen. Als Odin dieses Ansinnen ablehnt, da er keinen neuen Krieg riskieren will, handelt Thor (nicht zuletzt aufgrund der Einflüsterungen Lokis) heimlich auf eigene Faust. Begleitet von seinem Bruder sowie seinen Freunden Sif, Volstagg, Hogund und Fandral reist er über die Regenbogenbrücke Bifröst nach Jötunheim. Heimdall, der Wächter der Brücke, lässt die Krieger ziehen. Ihm ist daran gelegen, zu erfahren, wie die Eisriesen ohne sein Wissen nach Asgard gelangen konnten. Es kommt zum Kampf mit Laufeys Eisriesen und den fünf Asen. Dabei erfährt Loki, wer er wirklich ist. Mit seinem Hammer Mjolnir ist Thor fast unüberwindlich, aber die Überzahl der Eisriesen ist zu groß. Da erscheint Odin persönlich und holt die Seinen zurück nach Asgard.

Odin ist nicht erfreut über die Arroganz seines Sohnes und hält ihn nicht für würdig, seine Nachfolge anzutreten oder Mjolnir weiter zu nutzen. Harte Worte fallen, Thor wird zur Erde verbannt. Er landet mitten in der Wüste von New Mexico, wo er der Astrophysikerin Jane Foster, Dr. Erik Selvig und Janes Assistentin Darcy Lewis vors Auto läuft. Mjolnir geht ebenfalls in der Wüste nieder und wird bald gefunden. Der Hammer kann aber weder durch Muskelkraft noch durch Zugmaschinen auch nur um einen Millimeter bewegt werden. Der Geheimdienst S.H.I.E.L.D. bekommt Wind von der Sache und richtet ein bewachtes Forschungszentrum an der Absturzstelle ein. Thor wird ins Krankenhaus von Puente Antiguo gebracht. Verwirrt und seiner göttlichen Kraft beraubt, fühlt sich Thor von den Ärzten bedroht. Er flieht, nur um ein zweites Mal von Jane angefahren zu werden. Sie hilft ihm erneut, denn ihr ist klar, dass er aus einer anderen Welt kommt - Jane versucht seit Jahren, die Existenz solcher Welten zu beweisen. Damit gelangt sie ins Visier von S.H.I.E.L.D., ihr gesamtes Equipment und all ihre Aufzeichnungen werden beschlagnahmt. Thor erfährt, dass Mjolnir gefunden wurde und dringt mit Janes Hilfe in die Forschnungseinrichtung ein. Er kann es nicht fassen, dass es ihm nicht gelingt, den Hammer anzuheben. Widerstandslos lässt er sich von Agent Coulson festnehmen.

Inzwischen hat Loki Odin mit seiner in Jötunheim gewonnenen Erkenntnis konfrontiert. Odin ist daraufhin in den Odinsschlaf gefallen. Loki hat auf dem Thron von Asgard Platz genommen. Er weigert sich, Thors Verbannung rückgängig zu machen, und nutzt seine geheimen Wege, um ihm auf der Erde einen Besuch abzustatten und ihm zu erzählen, Odin sei aus Gram über Thors Taten gestorben. Dann sucht Loki Laufey auf und bietet ihm einen Pakt an. Er wird den Eisriesen einen Weg nach Asgard öffnen. Sie sollen Odin töten, damit Loki zum rechtmäßigen König werden kann, ohne sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Zum Lohn soll Laufey die Urne erhalten. Auf der Erde wird Thor wieder auf freien Fuß gesetzt. Zum ersten Mal in seinem Leben weiß er nicht, was er als nächstes tun soll. Er verliebt sich in Jane beginnt zu akzeptieren, dass er seine verbleibenden Tage im Exil verbringen muss. Heimdall, der Loki misstraut, gestattet Sif, Volstagg, Hogund und Fandral die Reise zur Erde. Von ihnen erfährt Thor, dass Loki ihn belogen hat. Loki will Thor nun ein für alle Mal beseitigen und schickt den Destroyer zur Erde, während die Eisriesen die Invasion Asgards vorbereiten.

Thor hat seine Lektion in Demut und Opferbereitschaft gelernt. Ihm ist klar, dass Loki die gesamte Stadt zerstören und all seine Freunde töten würde, nur um ihn auszuschalten. Er tritt dem Destroyer deshalb allein entgegen und bittet Loki, die anderen zu verschonen. Der Destroyer streckt Thor mit einem tödlichen Schlag nieder, doch im selben Moment kehrt Mjolnir in Thors Hand zurück. Odins Sohn hat seinen Wert unter Beweis gestellt und erhält seine ganze Kraft zurück. Nachdem er den Destroyer besiegt hat, eilen Thor und seine Freunde nach Asgard. Zuvor erklärt sich Thor unter der Voraussetzung zum Verbündeten von S.H.I.E.L.D., dass Jane ihren Besitz zurückerhält. Coulson stimmt zu. Derweil ist Laufey bis zu Odin vorgedrungen, wird jedoch von Loki getötet. Danach richtet Loki die Energie des Bifröst gegen Jötunheim, um den ganzen Planeten zu zertrümmern. Thor kann dies nur verhindern, indem er die Regenbogenbrücke zerstört. Odin erwacht und bewahrt seine Söhne vor dem Sturz in den Abgrund. Loki lässt sich jedoch absichtlich fallen.

Eine Rückkehr zur Erde ist bis auf weiteres nicht möglich. Dort sucht Jane mit Billigung von S.H.I.E.L.D. nach anderen Verbindungswegen zwischen den neun Reichen. Dr. Selvig begegnet Nick Fury, dem Oberhaupt von S.H.I.E.L.D. Fury präsentiert ihm den Tesserakt, eine möglicherweise ultimative Energiequelle. Fury ahnt nicht, dass Selvig ganz im Banne Lokis steht...

Kommentar

Der Tesserakt, zu sehen in einer nach dem Abspann folgenden Szene, stammt aus Odins Schatzkammer und wurde vor langer Zeit auf der Erde versteckt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde dieses mächtige Artefakt von Red Skull gestohlen und ist dann in die Hände von S.H.I.E.L.D. gefallen. Der Kampf um den Tesserakt ist Thema des Filmes "The Avengers", und die Zusammenstellung des namensgebenden Superheldenteams ist mit dem Film "Thor" abgeschlossen. Bestandteil dieses geschickten Kunstgriffes sind außerdem die Filme Iron Man, Iron Man 2, Captain America und Der unglaubliche Hulk. In all diesen Filmen tritt jemand von S.H.I.E.L.D. an den jeweiligen Superhelden heran. Im Jahre 2012 war es dann endlich soweit! Die vier Superhelden kamen im Film "The Avengers" zusammen. Mit von der Partie (neben Nick Fury, Agent Coulson, Black Widow und Loki als Gegenspieler): Ein äußerst begabter Bogenschütze mit dem Spitznamen "Hawkeye". Der hat seinen ersten Auftritt schon in "Thor".

Die genannten Filme - auch "Thor" - sind aber nicht einfach nur Werbung für "The Avengers" oder Vehikel für die Einführung der jeweiligen Superhelden. Sie bieten allesamt kurzweilige Unterhaltung, nicht alle mit so exzellenten Hauptdarstellern wie Robert Downey jr. als "Iron Man", aber sich darüber zu beklagen, wäre Jammern auf hohem Niveau. Jeder einzelne Film hat seinen ganz eigenen Charakter, es werden stets interessante Geschichten erzählt. "Thor" stellt insoweit eine Besonderheit dar, als wir es nicht mit einem Menschen zu tun haben, der seine Superkräfte durch radioaktive Bestrahlung, Genmanipulation oder hypermoderne Technik gewinnt, sondern um einen Gott. Somit bricht sozusagen die Fantasy ins Marvel-Superheldenuniversum ein. Aber das passt schon, schließlich könnte man sagen, dass die Götter die Superhelden der Vergangenheit sind - und Magie ist ja einem im Film zitierten Axiom Arthur C. Clarkes zufolge möglicherweise nichts anderes als eine besonders weit fortgeschrittene Technologie, die wir Menschen noch nicht als solche erkennen können. Religiöse Untertöne wurden bei alldem glücklicherweise komplett ausgeklammert. Wie schief so etwas gehen kann, habe ich jüngst erst bei The Book of Eli erfahren.

Der ständige Wechsel zwischen der Götterwelt Asgard und der Welt der Menschen ist zentraler Bestandteil von "Thor". Die Unterschiede könnten nicht größer sein: Auf der einen Seite die prächtigen Paläste Asgards im strahlenden Licht, die Regenbogenbrücke, die silbernen und goldenen Rüstungen der Asen, ihr betont theatralisches Gehabe - auf der anderen Seite die im Vergleich mit Asgard ziemlich öde und langweilig wirkende Kleinstadt in der Wüste von New Mexico und ihre ganz alltäglichen Bewohner. Wenn sich beide Welten vermischen, ist Situationskomik natürlich vorprogrammiert. So wird Thors Pathos immer wieder ironisch gebrochen, etwa wenn der auf Menschenmaß zurechtgestutzte Donnergott von Darcy getasert wird oder sich in einem Schnellrestaurant benimmt wie in Asgards Methalle. Chris Hemsworth ist eine hervorragende Besetzung für den etwas zu selbstbewussten, unbeherrschten Odinssohn, der allmählich lernt, was es heißt, sich um andere zu kümmern und Verantwortung zu übernehmen. Er ist einfach sympathisch und spielt seine Rolle mit einem gewissen Augenzwinkern. Thors Gegenspieler, der listenreiche Loki, ist ein ganz anderer Mann als der etwas einfach strukturierte Hüne. Bis zum Schluss bleibt unklar, wodurch er wirklich umgetrieben wird. Will er die Macht in Asgard übernehmen, aber auf eine Weise, die ihn nicht als Schurken dastehen lässt? Oder hat er seinen Plan nur eingefädelt, um die Anerkennung Odins zu gewinnen? Tom Hiddleston spielt diese vielschichtige Figur einfach grandios.

Die Spezialeffekte sind durch die Bank gut gelungen, leider fehlt den Actionszenen aber der nötige letzte Kick. Der Kampf der Asen gegen die Eisriesen, dasselbe nochmal mit Thor und seinen Freunden, der Kampf gegen den Destroyer - das ist alles gut und schön, aber doch irgendwie zu beliebig. In dieser Hinsicht fehlt dem Film das Alleinstellungsmerkmal. Jötunheim wirkt auf mich wie eine schon -zigmal gesehene 08/15-Kulisse, in der sich zu deutlich als solche erkennbare CGI-Kreaturen tummeln. Der Destroyer sieht immerhin recht eindrucksvoll aus. Egal: Ich finde, "Thor" ist eine der besseren Superheldenverfilmungen - und das, obwohl Thor gar nicht zu meinen bevorzugten Superhelden gehört. Tatsächlich hielt ich die Comics damals, vor mehr als drei Jahrzehnten, für ziemlich affig...

Blu-ray-Features

Die sieben Featurettes haben zwar insgesamt eine akzeptable Laufzeit, können aber nicht wirklich als Filmdokumentation bezeichnet werden. Die Mischung aus Interviews, Hinter-den-Szenen-Material und Filmausschnitten ist ziemlich oberflächlich und wirkt noch dazu wegen der schnellen Schnittfolge sowie der exzessiven Zoomerei viel zu hektisch. Immerhin wird auf die Thor-Comics im Wandel der Zeiten und ihre filmische Umsetzung eingegangen. Hinzu kommt ein bisschen Werbung für den Avengers-Film.

Viele der elf nicht verwendeten Szenen sind verzichtbar und wurden wahrscheinlich herausgeschnitten, weil sie das Tempo verlangsamt hätten. Man bekommt etwas mehr von Thors Freunden und seiner Mutter zu sehen, der Aufbruch nach Jötunheim dauert etwas länger, Thor und Loki unterhalten sich recht lange, bevor die Krönungszeremonie beginnt und so weiter. Beim Kampf gegen den Destroyer wird Dr. Selvig von einem Glassplitter durchbohrt. Thor holt einen Heilstein (seine Freunde haben das Ding im Gepäck) und zaubert die Wunde damit weg. Es gibt aber eine Szene, die Lokis Machtergreifung in einem anderen Licht erscheinen lässt, und die man ruhig hätte verwenden können. Dieser Szene zufolge hätte sich Loki gar nicht selbst auf den Thron gesetzt. Stattdessen hätte seine Mutter ihm die Königswürde angetragen!

Zu guter Letzt findet man im Bonusmaterial noch den Kurzfilm "Der Berater". Darin unterhalten sich die S.H.I.E.L.D.-Agenten Coulson und Sitwell darüber, dass der Weltsicherheitsrat die Aufnahme Emil Blonskys (Abomination aus "Der unglaubliche Hulk") ins Avengers-Team fordert. Verständlicherweise hat S.H.I.E.L.D. dagegen so einiges einzuwenden. Das Problem könnte dadurch gelöst werden, dass General Ross, Blonskys Aufpasser, derart verärgert wird, dass er der Aufnahme Abominations ins Team gar nicht erst zustimmt. Und wer wäre für diesen Job besser geeignet als Tony Stark?


J. Kreis, 27.02.2013


Screenshots (DVD-Version)


Thor

Asgard!


Thor

Die Urne, wohl verwahrt in Asgards Waffenkammer.


Thor

Thor betritt den Thronsaal.


Thor

Seine Freunde betrachten den Auftritt mit Wohlgefallen.


Thor

Allvater Odin ist weniger erfreut.


Thor

Heimdall, Wächter der Regenbogenbrücke.


Thor

Eisriesenkönig Laufey.


Thor

Jane kann nicht glauben, dass sie einen Gott in einen Schnellimbiss geführt hat.


Thor

Thors Hammer Mjolnir.


Thor

Man sollte Loki selbst dann nicht trauen, wenn er sich mit Schlips und Schwiegermutterblick tarnt.


Thor

Loki auf dem Thron von Asgard.


Thor

Die Kosmologie der Götter, stark vereinfacht dargestellt.


Thor

Als Hausmann macht sich der Donnergott auch ganz gut.


Thor

Sif glaubt, sie habe den Destroyer bezwungen...


Thor

...aber am Ende muss Thor doch wieder zeigen, wo der Hammer hängt.




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