The Thing


The Thing (USA/Kanada, 2011)

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 103 Min.

Extras
- Audiokommentar
- U-Control
- The Thing entwickelt sich (14:00 Min.)
- Feuer & Eis (4:47 Min.)
- Unveröffentlichte und erweiterte Szenen

Regie:
Matthijs van Heijningen jr.

Hauptdarsteller:
Mary Elizabeth Winstead (Kate Lloyd)
Joel Edgerton (Sam Carter)
Ulrich Thomsen (Dr. Sander Halvorson)
Trond Espen Seim (Edvard Wolner)
Jorgen Langhelle (Lars)
Adewale Akinnuoye-Agbaje (Derek Jameson)




Inhalt

Im Winter 1982 entdecken die Wissenschaftler der norwegischen Antarktis-Station "Thule" ein tief unter dem Eis begrabenes außerirdisches Raumschiff, als sie nicht identifizierbaren Funksignalen folgen. Man nimmt an, dass das Schiff vor mindestens 100.000 Jahren abgestürzt ist und dabei einen gewaltigen Tunnel in das Eis gefräst hat, der immer noch passierbar ist. In der Nähe der Absturzstelle wird der vermutlich einzige Überlebende gefunden, ein sehr großes nichtmenschliches Wesen, das ebenfalls vom Eis eingeschlossen ist, aber in geringerer Tiefe liegt. Der Stationsleiter informiert seinen Freund Dr. Sander Halvorson, der die Paläontologin Kate Lloyd hinzuzieht. Die junge Frau hat schon einige Erfahrungen mit der Bergung von Lebewesen aus dem ewigen Eis gemacht. Kate und Halvorson werden eingeflogen. Der in einen Eisblock eingeschlossene Außerirdische wird in die Station gebracht. Halvorson ignoriert Kates Warnungen und ordnet die Entnahme einer Gewebeprobe an. Zu diesem Zweck wird der allmählich schmelzende Eisblock angebohrt.

In derselben Nacht erwacht das Wesen zum Leben, befreit sich mit gewaltiger Kraft aus dem Eisblock und flieht ins Freie. Suchtrupps folgen ihm und stöbern ihn auf. Das Wesen tötet einen Mann und muss durch Feuer vernichtet werden, als es die anderen attackiert. Bei der Untersuchung des bizarren, nur aus Klauen, Tentakeln und formlosen Organen bestehenden Wesens stellt Kate fest, dass dessen Zellen immer noch aktiv sind. Sie infizieren die Körperzellen des getöteten Mannes und bilden sie nach. Kate erkennt, dass der Außerirdische ein Gestaltwandler ist. Er kann jedes Lebewesen, das er berührt, in kürzester Zeit völlig absorbieren und perfekt nachbilden. Anorganisches Material wie Zahnfüllungen oder Implantate kann er jedoch nicht imitieren. Kate geht davon aus, dass nicht alle Besatzungsmitglieder der Station echte Menschen sind, sondern dass sich der Außerirdische unter ihnen verbirgt. Deshalb will sie verhindern, dass der Helikopter-Pilot Sam Carter einen kranken Wissenschaftler ausfliegt. Es ist jedoch zu spät, allerdings ist nicht der Kranke der gesuchte Außerirdische, sondern ein Begleiter. Dieser verwandelt sich und fällt über den Kranken her. Der Helikopter stürzt jenseits eines Gebirges ab, unerreichbar für die restliche Stationsbesatzung. Nun gibt es keine Fluchtmöglichkeit mehr, denn der zweite Helikopter ist wegen Wartungsarbeiten nicht in der Station.

Das Ding im Helikopter war nicht das einzige Fremdwesen - mindestens eines befindet sich immer noch in der Station und greift Kate an. Der Hundetrainer Lars vernichtet das Ding noch rechtzeitig mit einem Flammenwerfer. Er zeigt Kate ein Depot mit Granaten. In der Nacht kehren Sam und sein Kollege Derek zurück. Da niemand glaubt, dass ein Mensch den Hubschrauberabsturz überlebt haben könnte, werden die beiden halb erfrorenen Männer eingesperrt. Inzwischen verdächtigt jeder jeden, und als sich die Eingesperrten befreien können, wenden sich die Menschen gegeneinander. Es zeigt sich, dass Stationsleiter Edvard Wolner derjenige war, der vom Außerirdischen infiziert worden ist. Er verwandelt sich in eine bizarre Kreatur, die Teile ihres Körpers abtrennen kann, die dann ein Eigenleben führen. Mehrere Männer werden getötet. Nur durch Feuer kann das Ding aufgehalten werden, und so wird nach und nach die gesamte Station in Brand gesetzt. Am Ende sind nur noch Kate und Sam übrig. Sie verfolgen die vermeintlich letzte verbliebene Kreatur zum Raumschiff, wo sie getrennt werden. Das Ding aktiviert die Triebwerke und greift Kate an. Sie vernichtet das Wesen und die Steuerzentrale des Schiffes mit einer Granate. Draußen erkennt Kate an Sams fehlendem Ohrring, dass der Mann nicht mehr er selbst ist. Sie vernichtet das Wesen mit dem Flammenwerfer. Ihr Schicksal ist ungewiss - mit ihrem Schneemobil könnte sie eine nahe gelegene russische Forschungsstation erreichen.

Am nächsten Tag kehrt der zweite Helikopter zur Thule-Station zurück. Dort lebt nur noch Lars, der sich anhand der Zahnfüllungen des Helikopterpiloten davon überzeugt, dass dieser wirklich ein Mensch ist. Plötzlich flieht ein Hund aus der Station. Es kann sich nur um den Gestaltwandler handeln. Lars und sein Kamerad verfolgen das Ding mit dem Helikopter.

Kommentar

Dieses Ende, das während des Abspanns zu sehen ist, ist eine direkte Überleitung zum Film The Thing von John Carpenter aus dem Jahre 1982. Der beginnt mit genau jenen Szenen, die hier den Abschluss bilden: Ein Hund wird von einem Helikopter durch die Eiswüste der Antarktis verfolgt. Das Tier läuft zur amerikanischen Forschungsstation. Der Helikopter landet und explodiert kurz darauf, weil der Pilot eine Granate fallen lässt. Lars, der nur norwegisch spricht und mit seiner Waffe herumfuchtelt, wird von den Amerikanern erschossen. Der Hund wird in einen Zwinger gesperrt - und so nimmt das Unheil seinen Lauf. Der neue Film "The Thing" ist also ein Prequel. Er verläuft aber so sehr in denselben Bahnen wie John Carpenters Werk (abgesehen vom Showdown im Raumschiff), dass man ihn auch als Remake bezeichnen könnte. Das ist denn auch gleich die größte Schwäche des Films, zumindest dann, wenn man die 1982-er Version schon kennt. Das Prequel-Remake hat bis auf bessere Spezialeffekte praktisch nichts Neues zu bieten. Ihm fehlt die Eigenständigkeit und er hält dem Vergleich mit dem "Original" nicht stand. Dessen beklemmende Atmosphäre wird nie erreicht. Mary Elizabeth Winstead kann Kurt Russell nicht das Wasser reichen und den Rest der Darstellerriege vergisst man ebenso schnell, wie er vom "Ding" absorbiert wird. Die Handlung wird auf die Frage reduziert, wer zu den "Infizierten" gehören mag, auf welche Weise er sich wohl verwandeln wird und wen es als nächsten erwischt. Im "Original" hat das noch bestens funktioniert. Inzwischen habe ich Ähnliches wohl einfach schon zu oft gesehen; es reißt mich nicht mehr vom Hocker.

Außerdem knirscht es ein wenig im Logik-Gebälk. Warum hat das Ding das Raumschiff überhaupt verlassen? Ein Grund dafür ist nicht erkennbar. Das Schiff ist noch völlig intakt, d.h. es sieht nicht so aus, als hätte das Ding fliehen müssen. Es wird nicht klar, ob die Norweger das Schiff ausgebuddelt haben - muss wohl so sein, sonst wäre es längst via Google Maps entdeckt worden und es hätte keinen Grund gegeben, der das Ding am sofortigen Start gehindert hätte. Der Grund für den Absturz bleibt genauso unklar. Vielleicht hat das Ding die ursprüngliche Besatzung umgebracht, so dass Chaos an Bord ausgebrochen ist? Aber warum hat das Ding dann nicht einfach die Steuerung übernommen? Schließlich kann es offensichtlich nicht nur seine Opfer genau kopieren, sondern hat auch Zugriff auf all ihr Wissen und ihre Erinnerungen. Das führt mich zu der Frage, warum sich "Sam" unwillkürlich ans falsche Ohrläppchen greift, als Kate ihn auf den fehlenden Ohrring anspricht. Ganz abgesehen davon, dass ich die sofortige Übernahme der kompletten Gedankenwelt der Opfer für sehr unglaubwürdig halte. Und warum begibt sich das Ding immer wieder selbst in Gefahr, indem es seine perfekte Tarnung aufgibt und irgendwelche bizarren Formen annimmt? Es könnte doch die menschliche Form beibehalten, um nach und nach in aller Ruhe einen Menschen nach dem anderen zu erledigen.

Auf der Habenseite kann der Film die vergleichsweise ruhige Inszenierung für sich verbuchen. Hier wird nicht mit wilden Schnitten, Wackelkamera und Martial-Arts-Szenen herumhantiert. Stattdessen gibt es lange Einstellungen der angreifenden und brennenden Kreaturen zu sehen. Suspense statt Action also, obwohl auch letztere natürlich nicht zu kurz kommt. Die Spezialeffekte erfüllen ihren Zweck, können aber nicht hundertprozentig überzeugen. Die Verwandlungsszenen haben es durchaus in sich, und die kreischenden, vor Tentakeln wimmelnden Kreaturen, die sich in Windeseile immer weiter verwandeln oder über Menschen herfallen und mit ihnen verschmelzen, sind sehenswert. Seltsamerweise wirken die Monster weniger bedrohlich als die im "Original". Ich kann nicht begründen, warum das so ist - irgendwie wirken die Kreaturen nicht glaubwürdig genug. Als nette Verneigung vor dem großen Vorbild wurden diverse Anspielungen, Zitate und Querverweise eingebaut. So erfährt man, was es mit der in der Wand steckenden Feueraxt auf sich hat, die McReady in der norwegischen Station findet, wie der doppelköpfige Mutant entstanden ist und so weiter.

Blu-ray-Features

Die Steelbook-Edition des Films enthält neben der Blu-ray eine DVD mit einer Digital Copy des Films. Die Ausstattung mit Bonusmaterial ist üppig, wenn man das "U-Control"-Feature berücksichtigt. Wird es aktiviert, dann werden während des gesamten Films diverse Zusatzinhalte eingeblendet (Interviews, Storyboards, Hinter-den-Szenen-Material usw.). Denselben Inhalt haben die beiden Featurettes "The Thing entwickelt sich" und "Feuer & Eis", wobei sich letztere ganz den spektakulären Feuer-Stunts widmet. Erstere zeigt vor allem die Entstehung der diversen Kreaturen. Ich war überrascht zu sehen, dass doch sehr viel mit Puppen und dergleichen gearbeitet wurde - ich hatte gedacht, die Viecher seien komplett per CGI eingefügt worden! Die sieben nicht verwendeten Szenen sind nicht besonders interessant. Immerhin bekommt man einen weiteren frisch verwandelten Menschen zu sehen, außerdem wird der Selbstmord des Funkers gezeigt.


J. Kreis, 15.05.2012




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