The Thing

Das Ding aus einer anderen Welt


Das Ding aus einer anderen Welt / The Thing - Collectors Edition (USA 1982)

DVD - Regionalcode 1 / Blu-ray, Universal
Altersfreigabe DVD: Ungeprüft / Altersfreigabe Blu-ray: FSK 16
Laufzeit DVD und Blu-ray: ca. 109 Minuten

DVD-Extras
- Audiokommentar von John Carpenter und Kurt Russell
- "John Carpenters The Thing: Terror takes shape" (84:00 Min.)
- Deleted Scenes
- Trailer
- Bildergalerien und Storyboards
- Texttafel-Informationen zu Cast und Crew

Blu-ray-Extras
- Audiokommentar von John Carpenter und Kurt Russell
- U-Control
- "John Carpenters The Thing: Terror takes shape" (84:00 Min.)
- Production Background Archive (Text und Bilder)
- Cast Production Photographs (Text und Bilder)
- Production Art and Storyboards (Text und Bilder)
- Location Design (Text und Bilder)
- Production Archives (Text und Bilder)
- The Saucer (2:20 Min. sowie Text und Bilder)
- The Blairmonster (0:58 Min. sowie Text und Bilder)
- Outtakes (4:05 Min. sowie Text und Bilder)
- Post Production (Text und Bilder)
- Trailer

Regie:
John Carpenter

Hauptdarsteller:
Kurt Russell (R.J. McReady)
Wilford Brimley (Dr. Blair)
T.K. Carter (Nauls)
David Clennon (Palmer)
Keith David (Childs)
Richard Dysart (Cr. Copper)
Charles Hallahan (Vance Norris)
Peter Maloney (Bennings)
Richard Masur (Clark)
Donald Moffat (Garry)
Joel Polis (Fuchs)
Thomas Waites (Windows)




Inhalt

Winter 1982 in der Antarktis. Zwei Männer in einem Hubschrauber jagen einen Hund und versuchen ihn mit allen Mitteln umzubringen. Das Tier läuft bis zu der amerikanischen Forschungsstation "Outpost 31". Der Hubschrauber landet. Der Passagier springt heraus, gibt unverständliches Geschrei von sich, feuert auf den Hund und trifft dabei einen der amerikanischen Wissenschaftler, die der Lärm ins Freie gelockt hat. Der Pilot lässt eine Granate fallen und wird durch die Explosion getötet. Der Hubschrauber wird vernichtet. Der andere Mann verfolgt den Hund und schießt weiter. Sicherheitschef Garry schießt zurück und tötet den Unbekannten. Niemand weiß, was es mit dem Hund auf sich hat. Er wird in die Station aufgenommen, wo er zunächst frei herumlaufen darf. Der amerikanische Pilot McReady und der Arzt Dr. Copper fliegen zu einer benachbarten norwegischen Station, weil man davon ausgeht, dass der Helikopter von dort gekommen ist. Den Männern bietet sich ein Bild des Grauens. Die norwegische Anlage ist völlig zerstört und ausgebrannt. Es scheint niemand mehr am Leben zu sein. Nur zwei Leichen werden gefunden. Einer der Toten ist auf bizarre Weise deformiert. McReady entdeckt einen ausgehöhlten Eisblock, in dem irgend etwas eingeschlossen gewesen sein muss. Der deformierte Körper wird mitgenommen und untersucht. Er hat kaum etwas menschliches an sich, aber seine inneren Organe wirken normal.

Bald wird klar, warum die Norweger so verzweifelt versucht haben, den Hund zu töten. Als das vermeintliche Tier zu den Schlittenhunden der Station gesperrt wird, verwandelt es sich in eine miteinander verschmolzene Masse aus verdrehten Körperteilen, Extremitäten und Organen, die sich immer weiter verändert. Die Kreatur weist Merkmale von Lebewesen auf, die eindeutig nicht von der Erde stammen. Die Amerikaner verbrennen das aggressive Geschöpf, das schon mehrere Hunde angefallen hat. Dr. Blair nimmt weitere Untersuchungen vor und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis. Die Kreatur kann jedes beliebige Lebewesen bis ins kleinste Detail auf zellularer Ebene imitieren und sich wie ein Virus in jedem Organismus ausbreiten, mit dem es Kontakt hatte. Es absorbiert die Körper seiner Opfer, um sich durch Ableger zu vermehren. Aus Filmaufnahmen der Norweger geht hervor, dass sie ein riesiges im Eis begrabenes Objekt freigesprengt haben. Die Amerikaner finden die betreffende Stelle und stehen vor dem Wrack eines großen, scheibenförmigen Raumschiffes. Es hat mindestens 100.000 Jahre unter dem ewigen Eis gelegen. Der in der Station gefundene Block, in dem wahrscheinlich der letzte überlebende Außerirdische eingeschlossen war, wurde unweit der Absturzstelle aus dem Eis geschnitten. Die Wissenschaftler begreifen, dass der fremde Organismus für die Vernichtung der norwegischen Station verantwortlich ist, und dass womöglich jemand aus ihren eigenen Reihen ebenfalls schon von dem Ding kopiert wurde.

Der verdrehte Körper, den man in der norwegischen Forschungseinrichtung gefunden hat - ein Überrest des Außerirdischen - ist immer noch lebendig. Das Ding attackiert Bennings, hat aber nicht genug Zeit, um ihn vollständig zu übernehmen. Die Kreatur wird entdeckt und verbrannt. In der Zwischenzeit errechnet Blair, dass der außerirdische Organismus innerhalb kurzer Zeit sämtliches Leben auf der Erde in Kopien seiner selbst verwandeln wird, sollte es ihm gelingen, die Antarktis zu verlassen. Um dies zu verhindern, zerstört Blair den Hubschrauber und die Funkanlage der Station. Dann wird er überwältigt und in einem Werkzeugschuppen eingesperrt. Ein weiterer Forscher verschwindet, man findet nur noch seine verbrannte Leiche. Die Überlebenden lähmen sich selbst durch ihr Misstrauen. Sie können nicht wissen, wer noch menschlich ist und wer sich unbemerkt in ein Monster verwandelt hat, denn die Infizierten verhalten sich ganz normal. McReady, der die Führung übernommen hat, gerät unter Verdacht. Er muss die anderen mit der Drohung in Schach halten, die ganze Station zu sprengen. Für Norris ist die Aufregung scheinbar zuviel; er erleidet einen Herzinfarkt. Copper versucht ihn zu reanimieren, doch da verwandelt sich Norris und tötet den Arzt. Erneut kann das Ding nur durch Feuer vernichtet werden. McReady ist gezwungen, Clark zu erschießen, der ihn mit einem Skalpell attackieren will.

McReady entwickelt einen einfachen Test. Infiziertes Blut verhält sich wie der gesamte außerirdische Organismus; gerät es in Gefahr, versucht das Blut zu fliehen. Jeder Überlebende muss etwas Blut in eine Petrischale geben. McReady hält dann einen erhitzten Draht hinein. So wird Palmer überführt. Sofort verwandelt sich der Mann und attackiert Windows, der kurz darauf zu mutieren beginnt. McReady vernichtet beide mit dem Flammenwerfer. Außer ihm sind jetzt nur noch Childs, Nauls und Garry am Leben. Sie müssen verhindern, dass auch nur ein winziges Fragment des Außerirdischen in die Außenwelt gelangt. Childs bleibt in der Station zurück, während die anderen den Werkzeugschuppen aufsuchen, um Blair zu testen. Der ist jedoch durch einen unterirdischen Gang verschwunden. Offenbar wurde Blair irgendwann übernommen. Er hat in aller Heimlichkeit versucht, ein Fluggerät zu konstruieren. Das Blair-Ding sabotiert den Stromgenerator. Den Menschen droht deshalb der Kältetod. Der Außerirdische könnte dann in aller Ruhe auf die Ankunft eines Rettungsteams warten. Um zu verhindern, dass sich das Ding in den Kälteschlaf begibt, setzen McReady und seine Kameraden die Station in Flammen. Im Generatorraum fallen Garry und Nauls dem Ding zum Opfer. McReady sprengt die gesamte Anlage in die Luft. Dann begegnet er Childs, der behauptet, sich bei der Verfolgung Blairs im Sturm verirrt zu haben. Misstrauisch sitzen sich die beiden gegenüber, den sicheren Tod vor Augen, denn die brennenden Trümmer werden nur für begrenzte Zeit Wärme spenden...


Kommentar

Die diesem Film zugrundeliegende Science Fiction - Kurzgeschichte "Who goes there" von John W. Campbell (1938) habe ich erstmals als Jugendlicher kurz vorm Schlafengehen gelesen und sie hat mir eine schlaflose Nacht beschert. "Das Ding aus einer anderen Welt" erzeugt genau die gleiche Atmosphäre von Angst und Paranoia wie die Story und ist somit eine gelungenere Verfilmung als der gleichnamige Film aus dem Jahre 1951, in dem James Arness das Monster spielt. Das Ding ist in dem älteren Film eine humanoide Pflanzenkreatur, die sich von Blut ernährt. Sie wird am Ende unter Strom gesetzt und endgültig vernichtet. Ein Happy End also, Monstervernichtung nach Schema F - keine Spur des sehr düsteren Finales in der Version von 1982.

Vor allem aber enthält John Carpenters Film mehr Gewalt und Blut als die Kurzgeschichte und der ältere Film. Die Spezialeffekte sind auch nach 30 Jahren immer noch ungemein beeindruckend! Ein derartiges blutig-schleimiges Chaos an Gedärmen und anderen unappetitlichen Dingen, das noch dazu in ständiger zitternder und wirbelnder Bewegung ist, würde man vermutlich heute mit Computergrafiken nicht viel besser hinkriegen. Tatsächlich sind die Kreaturen des Prequels aus dem Jahre 2011 meiner Meinung nach nicht so überzeugend wie die handgemachten Tricks dieses viel älteren Films. Die Szene mit dem aufklaffenden Brustkorb, in der einem Arzt beide Arme abgebissen werden und in der selbst der abfallende Kopf eines vermeintlich Toten sich noch in ein bizarres, schrill kreischendes Ungetüm verwandelt - wow! Das war damals extrem starker Tobak. Die Horrorfilm-Grundregel "Zeige das Monster nicht" wird hier auf spektakuläre Weise missachtet. Genau darin unterscheidet sich "Das Ding aus einer anderen Welt" von vielen anderen Genrebeiträgen der damaligen Zeit - zum Beispiel Alien, denn der Handlungsablauf ist ansonsten sehr ähnlich: Ein Monster dringt unerkannt in eine Gemeinschaft von Menschen ein, die an einem isolierten Ort leben müssen. Die Bedrohung wird nur allmählich erkannt, dann fällt ein Mensch nach dem anderen dem Monster zum Opfer. Während sich der Horror in "Alien" vor allem in der Vorstellung des Zuschauers abspielt, wird er in "Das Ding aus einer anderen Welt" überdeutlich gezeigt. Dadurch wurde der Film für Nerds meiner Generation unvergesslich.

Dabei hätte die Story derartige Schockeffekte gar nicht nötig. Die bedrückende Einsamkeit in der Antarktis-Station, die Ausweglosigkeit der Situation und der ständige Verfolgungswahn aller Beteiligten wären für einen packenden Film schon genug gewesen. Jeder misstraut jedem, der Zuschauer wird bewusst auf falsche Fährten gelockt. Man soll glauben, Clark sei der erste Infizierte. Er war schließlich längere Zeit allein mit dem vermeintlichen Hund. Ironischerweise ist er aber nur allzu menschlich; er hält McReady für das Monster und greift ihn an. McReady, ebenfalls bis zur Hutkrempe voller Paranoia, erschießt ihn. Somit ist McReady, wie einer seiner Kameraden treffend feststellt, zum Mörder geworden. Überhaupt ist McReady keineswegs der typische strahlende Held, der am Ende die Welt rettet. Dass er überlebt, ist eher Glückssache - und sein Schicksal ist ohnehin besiegelt. Entweder ist Childs ein Mensch, dann werden beide bald erfrieren. Oder Childs ist das letzte "Ding", dann wird es McReady absorbieren. Aber vielleicht naht ja Rettung in Gestalt von Kate Lloyd, die am Ende des bereits erwähnten Prequels mit einem vollgetankten Schneemobil in der Nähe der norwegischen Station steht?

Blu-ray-/DVD-Features

Die ungeschnittene Version war in Deutschland jahrelang indiziert. Man musste sich ausländische Veröffentlichungen beschaffen, um den Film in voller Länge genießen zu können. Deshalb habe ich seinerzeit zu einer RC1-DVD aus den USA gegriffen, die leider keine deutsche Tonspur hat. Im Rahmen der Neuprüfung zahlreicher Filme, die seit einiger Zeit erfolgt, wurde "Das Ding aus einer anderen Welt" ab 16 Jahren freigegeben - ein weiteres Zeichen dafür, dass bei den entsprechenden Gremien ein nicht unbedeutender Sinneswandel stattgefunden hat. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden, jedenfalls ist die ungeschnittene Version in Deutschland seit 2011 auf Blu-ray erhältlich.

Das Bonusmaterial ist bei beiden Veröffentlichungen im wesentlichen dasselbe. Herzstück ist die abendfüllende Dokumentation "John Carpenters The Thing: Terror takes shape" aus dem Jahre 1998. Sie enthält hauptsächlich Interviews aus diesem Jahr mit John Carpenter, Rob Bottin und den Schauspielern, außerdem Filmausschnitte, Skizzen, Storyboards und Set-Fotos, aber vergleichsweise wenig zeitgenössisches Hinter-den-Szenen-Material. Bottin ist für die genialen Kreaturen-Effekte verantwortlich und hat im Making of so manche witzige Anekdote über die Entstehung der Kreaturen und die damit verbundenen Probleme zu erzählen. Man erfährt außerdem, dass Außenposten 31 keine reale Forschungsstation ist, sondern völlig neu als Set in der Nähe eines Gletschers in British Columbia aufgebaut wurde. Man musste nur noch auf Schneefälle warten, dann war die Anlage nicht mehr von einer echten, völlig eingeschneiten Station zu unterscheiden. Temperaturen von Minus dreißig Grad waren an der Tagesordnung! Leider sind die Bild-im-Bild-Infos, die man via U-Control während des laufenden Films einblenden kann, mit dieser Dokumentation identisch. Neues Material wird hier nicht geboten.

Ansonsten gibt es neben diversen bebilderten Textinformationen zum Produktionsprozess fünf nicht verwendete Szenen zu sehen. Dazu gehört eine Stop-Motion-Sequenz des riesigen Monsters, von dem McReady am Ende angegriffen wird. Nur auf Fotos zu sehen: Zwei tote Norweger, über die McReady und Dr. Copper bei der Erkundung der anderen Anlage stolpern. Auf anderen Bildern sieht man, dass der Film seinerzeit bei der Premiere von Elvira, Herrscherin der Dunkelheit, angekündigt worden ist!


J. Kreis, 22.05.2012




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