Terra Formars


Terra Formars (Japan, 2016)
- Tera Fomazu -

Blu-ray, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras:
- Behind the Scenes feat. Hideaki Ito (11:15 Min.)
- Behind the Scenes feat. Tomohisa Yamashita (10:38 Min.)
- Outtakes (5:44 Min.)

Regie:
Takashi Miike

Hauptdarsteller:
Hideaki Ito (Shokichi Komachi)
Emi Takei (Nanao Akita)
Tomohisa Yamashita (Jim Muto)
Masaya Kato (Keisuke Dojima)
Takayuki Yamada (Ichiro Hiruma)
Rinko Kikuchi (Asuka Moriki)
Shun Oguri (Ko Honda)




Story

Die Überbevölkerung der Erde nimmt im Verlauf des 21. Jahrhunderts dramatische Ausmaße an. Durch einen Massenexodus zum Mars könnte der Bevölkerungsdruck gelindert werden. Im Rahmen eines ehrgeizigen Projekts wird der lebensfeindliche Nachbarplanet der Erde bewohnbar gemacht. Einfache und robuste Organismen, vor allem Moose und Kakerlaken, werden auf dem Mars ausgesetzt. Die Kakerlaken ernähren sich vom Moos und düngen es mit ihren Ausscheidungen, das Moos erzeugt Sauerstoff und sorgt durch die Verdunkelung der Planetenoberfläche dafür, dass die Temperatur ansteigt. Auf diese Weise wird ein Terraforming-Prozess in Gang gesetzt, durch den innerhalb von 500 Jahren eine Ökosphäre entsteht, in der Menschen existieren können. Der Besiedlung steht allerdings ein Problem im Wege. Die Kakerlaken haben sich massenhaft vermehrt. Sie müssen mit Giftgas beseitigt werden. Das jedenfalls teilt man der Besatzung des Raumschiffes BUGS 2 mit, welches im Jahre 2599 zum Mars startet. Alle Besatzungsmitglieder sind Verbrecher und sonstige gescheiterte Existenzen. So auch Shokichi Komachi und Nanao Akita, die als Mörder hätten hingerichtet werden sollen. Nanao, eine ehemalige Prostituierte, hat ihren Zuhälter getötet. Shokichi hat die Schuld auf sich genommen, um sie zu schützen. Von Ko Honda, dem exzentrischen Chef des Terraformingprojekts, wurde ihnen Amnestie und ein saftiger Geldbonus in Aussicht gestellt. Die anderen Besatzungsmitglieder haben einen ähnlichen Hintergrund.

Die BUGS 2 landet wohlbehalten auf dem Mars. Das Gift wird freigesetzt, doch nirgends sind Kakerlaken zu sehen. Einige Besatzungsmitglieder erkunden die Umgebung. Plötzlich stehen sie großen humanoiden Wesen mit Chitinpanzern, gewaltiger Körperkraft und übermenschlicher Schnelligkeit gegenüber. Die Kreaturen scheinen zumindest halbintelligent zu sein, denn sie benutzen primitive Hiebwaffen. Nanao wird vor Shokichis Augen von einer Kreatur getötet. Der Hacker Ichiro Hiruma geht davon aus, dass man es mit mutierten Kakerlaken zu tun hat, die in den vergangenen Jahrhunderten einen beschleunigten Evolutionsprozess durchlaufen haben. Shokichi bringt Nanaos Leiche zurück ins Raumschiff und stellt Keisuke Dojima zur Rede, den Kommandanten der BUGS 2. Er räumt ein, dass Honda von der Existenz der Riesenschaben gewusst hat. Sie werden als "Terraformars" bezeichnet. An der Aufgabe der Crew hat sich nichts geändert. Damit sie erfüllt werden kann, wurde die DNS sämtlicher Besatzungsmitglieder verändert. Jeder Mensch trägt das Erbgut eines anderen wehrhaften Insekts in sich. Zur Aktivierung wird ein spezielles Serum benötigt. Wer es sich injiziert, verwandelt sich in ein Mensch-Insekten-Hybridwesen und gewinnt vorübergehend Superkräfte. Es stellt sich schnell heraus, dass diese Kräfte nicht ausreichen, um die gewaltigen Massen von Terraformars zu besiegen. Mehrere Riesenschaben dringen in die BUGS 2 ein, deren Systeme gestört sind, so dass sie nicht abheben kann. Weitere Besatzungsmitglieder fallen den Terraformars zum Opfer.

Kapitän Dojima injiziert sich das Serum und hält die eingedrungenen Terraformars in Schach. Der größte Teil der Besatzung macht sich mit einem Marsrover auf den Weg zur BUGS 1. Dieses Schiff ist vor zehn Jahren zum Mars geflogen. Die Menschen hoffen, dort die zur Reparatur der BUGS 2 benötigten Ersatzteile zu finden. Unterwegs wird der Rover von unzähligen Riesenschaben angegriffen. Letztlich überleben nur drei Personen, darunter Shokichi. Sie finden heraus, dass die Rettungskapsel der BUGS 1 mit Überresten von Terraformars zur Erde zurückgekehrt ist. So hat Honda von der Existenz dieser Wesen erfahren. Er verfolgt das Ziel, die Terraformars zu einer unbesiegbaren Armee zu machen und mit ihrer Hilfe die Weltherrschaft zu erringen. Asuka Moriki, der ersten Offizierin der BUGS 2, kommt hierbei entscheidende Bedeutung zu. Ihre Superkraft besteht darin, dass sie die Terraformars mittels eines Gifts zu willfährigen Sklaven machen kann. Moriki und Hiruma stecken unter einer Decke. Moriki beschafft ein Terraformars-Ei und ermordet Kapitän Dojima. Hiruma bereitet den Start der BUGS 2 vor. Das Schiff ist keineswegs defekt; der Hacker hat dies nur vorgetäuscht. Zwei ausgewachsene Terraformars einer neuen, noch intelligenteren und stärkeren Generation schlüpfen aus dem Ei. Sie sind gegen Morikis Gift immun und töten die Frau. Daraufhin wird die BUGS 2 zum Absturz gebracht. Alle Terraformars greifen nun die drei bei der BUGS 1 zurückgebliebenen Menschen an. Diese haben in der Zwischenzeit festgestellt, dass mehrere Pyramiden in der Nähe der BUGS 1 stehen. Honda, der mittels einer Drohne mit den Menschen kommuniziert, äußert die Vermutung, dass die Vorfahren der Terraformars einst für die Entstehung des Lebens auf der Erde gesorgt haben.

Shokichi und seine Kameraden injizieren sich das Serum. Den beiden Super-Terraformars sind sie dennoch nicht gewachsen. Jim Muto nimmt eine Überdosis. Seine Verwandlung ist irreversibel und wird außerdem bald zum Tod führen, doch zuvor gelingt es ihm, einen Super-Terraformar zu töten. Trotz allem ist absehbar, dass Shokichi und Jim unterliegen werden. Ihre Kameradin wurde bereits getötet. Da erscheint Nanao. Ihr Körper hat sich verpuppt und wurde in einen Seidenspinner verwandelt. Nanao verstreut eine Wolke brennbarer Schmetterlingsschuppen über der Terraformars-Armee. Sie opfert sich, um die Wolke in Brand zu setzen und die meisten Terraformars zu vernichten. Shokichi könnte danach den zweiten Super-Terraformar zertreten, verzichtet aber darauf und kehrt in die BUGS 2 zurück. Hiruma, inzwischen geläutert, rettet ihn vor dem letzten ins Schiff eingedrungenen Terraformar. Die beiden Männer starten mit der Rettungskapsel. Shokichi will sich an Honda rächen und dann zum Mars zurückkehren. Hiruma stellt alle Aufzeichnungen der Mission ins Internet. Der Super-Terraformar hält seine Artgenossen davon ab, den Start der Rettungskapsel zu verhindern. Honda will untertauchen, um seine wissenschaftlichen Erkenntnisse an den Meistbietenden zu verkaufen. Seine Assistentin, in Wahrheit eine Agentin der japanischen Regierung, versucht ihn aufzuhalten, fällt aber seiner Hinterlist zum Opfer.


Kringels Meinung

Solltet ihr wegen obiger Zusammenfassung glauben, "Terra Formars" sei ein spannender Science-Fiction-Film mit tollen Special Effects, schrägen Ideen, spektakulären Kämpfen und so weiter, dann muss ich euch enttäuschen. Diese Verfilmung einer in Japan sehr erfolgreichen, mir nicht bekannten Manga-Serie ist derart langweilig und handwerklich geradezu amateurhaft, dass ich mir verwundert die Augen gerieben und mich gefragt habe, ob wirklich Takashi Miike dafür verantwortlich ist, jener Regisseur, dem wir verstörende Meisterwerke wie Audition, faszinierende Historiendramen wie Hara-Kiri und abgedrehte Späße wie Yatterman zu verdanken haben!

Welche Regieanweisungen mag Miike den außerhalb der Kampfszenen meist nur hölzern in der Gegend herumstehenden Schauspielern gegeben haben? Dass sie möglichst ausdruckslos oder gelangweilt gucken, sich aber stets in heroische Posen werfen sollen? Geradezu lächerlich wird das Ganze, wenn sich Menschen und Terraformars gegenüberstehen. Man müsste annehmen, dass sie sofort übereinander herfallen. Aber nein, die Besatzungsmitglieder der BUGS 2 (was für ein Name ∗schauder∗) labern rum, zicken sich gegenseitig an und die Terraformars warten brav ab, bis der Dialog zu Ende ist. Dann wird gemetzelt. Und dieses Gemetzel sieht ziemlich billig aus. Das gilt auch für die Verwandlungsszenen der Mensch-Insekten-Hybriden. Das Raumschiff ist OK, auch die holografischen Bedienelemente in der Zentrale sowie in Hondas Hauptquartier können überzeugen. Das rettet den Film, in dem über weite Strecken einfach gar nichts passiert, leider auch nicht.

Zudem wird die ohnehin nicht besonders aufregende Story ständig durch Rückblenden unterbrochen. Was interessieren mich die Hintergrundgeschichten irgendwelcher Nebenfiguren, die zu schnell ins Gras bzw. ins Marsmoos beißen, als dass ich Anteil an ihrem Schicksal nehmen könnte? Selbst die Hauptprotagonisten sind mir vollkommen gleichgültig geblieben. "Terra Formars" wirkt auf mich wie ein lieblos zusammengestückeltes Sammelsurium schlecht zusammenpassender Elemente, die in den Comics möglicherweise einen Sinn ergeben, im Film aber nicht. Gesichtslose Figuren, wenig begeisternde Tricktechnik, schwerfällige Kämpfe, eine teilweise quälend dröge Inszenierung ... ich ärgere mich immer noch, Geld für dieses öde Machwerk ausgegeben zu haben.


Blu-ray-Features

Das Bonusmaterial ist womöglich noch langweiliger als der Film. Ein paar Schauspieler und Takashi Miike geben in kurzen Interviewschnipselchen Belanglosigkeiten von sich, hinzu kommen Filmausschnitte und ein bisschen Hinter-den-Szenen-Material ohne Erläuterungen oder Kommentar. Immerhin erfährt man, dass Hideaki Ito in Japan offenbar ein Filmstar ist. Mir war der Mann bis dato vollkommen unbekannt. Nicht mal die schiefgegangenen Szenen (Outtakes) sind wiztig.


J. Kreis, 10.05.2017




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme