Ted 2


Ted 2 (USA, 2015)

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 115 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Unveröffentlichte Szenen (4:24 Min.)
- Gag Reel (2:39 Min.)
- Donner-Buddies fürs Leben (7:28)
- Comic-Con erschaffen (14:44 Min.)
- Gastauftritt-Kumpels (7:07 Min.)
- Eine große Tanz-Eröffnungsnummer (8:48 Min.)
- Fahrt mit dem Auto (8:51 Min.)

Regie:
Seth MacFarlane

Hauptdarsteller:
Mark Wahlberg (John Bennett)
Amanda Seyfried (Samantha Leslie Jackson)
Jessica Barth (Tami-Lynn McCafferty)
Giovanni Ribisi (Donny)
Morgan Freeman (Patrick Meighan)
John Carroll Lynch (Tom Jessup)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Ted.

Ted heiratet seine Freundin Tami-Lynn, doch die Freude ist nicht von langer Dauer. Nach einigen Monaten streiten sich die beiden nur noch. Ted folgt dem Rat einer Kollegin und versucht seine Ehe durch ein Kind zu retten. Tatsächlich ist Tami-Lynn begeistert von der Idee. Aus naheliegenden Gründen macht sich Ted auf die Suche nach einem Samenspender. Teds erste Wahl ist Sam J. Jones, Held seines Lieblingsfilms "Flash Gordon". Jones hat jedoch aufgrund seines langjährigen Drogenkonsums nur noch ein einziges Spermium, welches er nicht hergeben will. Kandidat Nr. 2 ist der Footballstar Tom Brady. Ted und John versuchen dessen Sperma in der Nacht durch "Handarbeit" zu stehlen, doch Brady wacht auf und wirft die beiden aus dem Fenster. John stellt die berechtigte Frage, warum Ted nicht auf ihn, seinen besten Freund, zurückgegriffen hat. Ted hat sich bisher lediglich nicht getraut, weil John noch immer unter der Trennung von Lori leidet. Ihre Ehe ist in die Brüche gegangen, weil die beiden einfach zu verschieden waren. John hat versucht, Loris Wünschen zu entsprechen und irgendwann festgestellt, dass er auf dem besten Wege war, seine Identität zu verlieren. Seitdem will er von Frauen nichts mehr wissen.

Aus dem Kindersegen wird dennoch nichts, denn es stellt sich heraus, dass Tami-Lynn unfruchtbar ist. Ted und Tami-Lynn möchten nun ein Kind adoptieren, doch dadurch wird alles nur viel schlimmer. Wegen des Adoptionsersuchens wird der Hintergrund des Paares genau überprüft. Die zuständigen Behörden kommen zu dem Ergebnis, dass Ted rechtlich nicht als Mensch zu betrachten ist, sondern als Sache. Ted ist somit nicht mehr geschäftsfähig und verliert unter anderem seinen Job. Außerdem wird die Ehe für ungültig erklärt. Daraufhin zieht das sprechende Plüschspielzeug vor Gericht, um die Menschenrechte einzuklagen. Er wird pro bono von Samantha Jackson vertreten, der Nichte eines Anwalts, dessen Dienste er sich nicht leisten konnte. Samantha kommt frisch von der Universität und soll mit diesem Fall Berufserfahrung sammeln. Ted akzeptiert das, denn Samantha liegt genau auf seiner Wellenlänge - mit anderen Worten: Sie kifft genauso gern wie er. John hilft bei den Vorbereitungen. Dabei kommen er und Samantha sich allmählich näher.

Donny arbeitet inzwischen als Hausmeister beim Spielzeughersteller Hasbro, der seinerzeit jene Produktreihe von Teddys vertrieben hat, der Ted entstammt. Als Donny von Teds Schwierigkeiten erfährt, kommt ihm eine geniale Idee. Sollte das Gericht endgültig entscheiden, dass Ted keine Rechte hat, könnte Donny nicht wegen Entführung belangt werden, sollte er Ted stehlen und aufschneiden, um herauszufinden, wodurch das Kuscheltier zum Leben erweckt wurde. Diese Idee unterbreitet er dem Hasbro-CEO Tom Jessup und macht ihm die Sache mit der Aussicht auf einen Millionengewinn durch den Verkauf lebendiger Teddys schmackhaft. Im Grunde will Donny nur einen Ted für sich allein. Jessup ist interessiert und bezahlt inkognito einen Top-Anwalt, durch dessen Plädoyer die Geschworenen dazu gebracht werden, Teds Begehren abzulehnen. Die drei Freunde geben nicht auf und gehen in die nächste Instanz. Samantha nimmt Kontakt mit Patrick Meighan auf, einem sehr angesehenen und in Menschenrechtsfragen besonders erfahrenen Anwalt in New York. Er verspricht, er werde sich den Fall anschauen. Unterwegs nach New York sind Samantha, John und Ted wegen eines von letzterem gebauten Unfalls gezwungen, in einer alten Scheune zu übernachten. Am romantisch flackernden Lagerfeuer werden John und Samantha ein Paar.

In New York angekommen müssen die Freunde erfahren, dass Meighan den Fall nicht übernehmen will, obwohl er zugeben muss, dass Ted etwas Besonderes ist. Meighans Meinung nach hat Ted noch nichts zum Wohle der Menschheit beigetragen und verdient seine Hilfe nicht. John und Samantha sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie die Weltuntergangsstimmung ihres Freundes teilen könnten. Zornig läuft Ted davon. Er besucht den Comic-Con, wo er Donny in die Arme läuft. Es gelingt Ted gerade noch, einen Hilferuf an John abzusetzen, dann landet er buchstäblich unter dem Messer. John trifft in letzter Sekunde ein und rettet Ted. Donny rächt sich, indem er das Halteseil eines unter der Hallendecke aufgehängten großen Modells des Raumschiffes Enterprise kappt. Das schwere Modell rast auf Ted zu. John stößt Ted zur Seite, wird selbst getroffen und landet im Krankenhaus, wo er sich bald erholt. Meighan sieht in den Nachrichten, wie Ted um seinen verletzten Freund trauert. Daraufhin ist er doch bereit, für Ted im Berufungsverfahren in die Schranken zu treten. In seinem Plädoyer macht Meighan den Geschworenen klar, dass Ted alle Definitionen des Menschseins erfüllt. Er ist sich seiner selbst bewusst, kann komplexe Emotionen verstehen und Mitgefühl empfinden. Ted wird als Mensch anerkannt. Er heiratet Tami-Lynn ein zweites Mal. Das Paar adoptiert einen kleinen Jungen.


Kringels Meinung

Ich kann mich nur selbst zitieren, denn für "Ted 2" gilt im Grunde dasselbe wie für "Ted". Seinerzeit habe ich folgendes geschrieben:

Es ist mir leider unmöglich, ein objektives Werturteil abzugeben, denn wie könnte ich bei einem Film objektiv bleiben, dessen Hauptfiguren glühende Fans von Flash Gordon sind und in dem sogar Sam Jones, der Hauptdarsteller dieses Films, eine gar nicht so kleine Rolle spielt? Wäre ich nicht schon seit Jahren im Stadium galoppierender Regression gefangen, d.h. würde ich nicht mit zunehmendem Alter bei allem, was irgendwie den frühen Achtzigerjahren huldigt, in immer stärkere nostalgische Verzückung verfallen, dann wäre das möglicherweise anders. Dann würde ich "Ted" vielleicht wegen der Unzahl von sexistischen und rassistischen Sprüchen, des Fäkalhumors und anderer Schläge unter die Gürtellinie nicht so witzig finden. Tatsächlich frage ich mich, warum mir der zotige Humor z.B. in Dogma nicht gefällt, während er mir in "Ted" die Lachtränen in die Augen treibt. Vielleicht liegt es an der schieren Übertreibung oder an der trockenen, beiläufigen Art, mit der das Ganze rüberkommt.

Mal ehrlich: Haben wir Achtziger-Kids nicht alle einen inneren Ted, den wir gut verstecken, weil wir wissen, dass man als Kind gebliebener Mittvierziger bestenfalls auf die Toleranz - wenn schon nicht das Verständnis - der Frauen hoffen, diese aber nicht überstrapazieren darf? Welcher männliche Science-Fiction-Fan wurde wohl noch nicht aufgefordert, endlich erwachsen zu werden? Zum Glück verstehen die Frauen irgendwann, dass es gerade unsere Verschrobenheit ist, die uns Kerle so charmant und unwiderstehlich macht... oder so ähnlich. So ist es jedenfalls in diesem Film. Die Beziehungskisten-Story mag dünn sein, aber sie trägt den Film durchaus. "Ted" ist streckenweise sogar ziemlich traurig. Ihr könnt den Film also zusammen mit eurer besseren Hälfte gucken, solltet dann aber ein paar Taschentücher griffbereit haben. Was eurer besseren Hälfte wahrscheinlich entgehen wird (es sei denn, sie hat dieselben abwegigen Interessen wie ihr), das sind die unzähligen Anspielungen auf Filme, Spiele und Musik der Achtzigerjahre. Nerds wie ich freuen sich drüber.

Mark Wahlberg und Mila Kunis machen ihre Sache als sympathisches Pärchen wirklich hervorragend, der Film ist aber auch bis in Nebenrollen und Cameo-Auftritte ganz wunderbar besetzt. Sam Jones habe ich ja schon erwähnt, er ist mit unverkennbarem Spaß bei der Sache und zeigt weit mehr schauspielerisches Talent als in seiner bekanntesten Rolle. Er hatte ja ein paar Jahrzehnte Zeit zum Üben! Norah Jones und Tom Skerritt, um nur zwei weitere prominente Gäste zu nennen, sorgen trotz ihrer nur kurzen Auftritte für köstliche Szenen. Tja, und sogar Ted, die im Original von Seth Macfarlane höchstpersönlich gesprochene CGI-Hauptfigur, kann absolut überzeugen. Insgesamt kann ich sagen: Wer mit Humor weit jenseits der Gürtellinie Probleme hat, der lässt die Finger von "Ted". Wer sich gern an "Flash Gordon" und die Achtziger zurückerinnert, der wird diesen Film trotzdem lieben.


Dem habe ich kaum etwas hinzuzufügen. Es zündet längst nicht jeder Gag und das ständige Gekiffe hätte vielleicht nicht sein müssen, aber darüber kann ich hinwegsehen. Ein wichtiger Punkt ist natürlich die Menschenrechtsfrage. Ich glaube, das Thema lag Seth MacFarlane am Herzen, denn es mag der Aufhänger für den ganzen politisch höchst unkorrekten Film sein, aber MacFarlane macht sich nicht darüber lustig. In der Realität werden wir den Begriff "Mensch" vielleicht ebenfalls irgendwann weiter fassen müssen, aber es wird schwer sein, echtes Menschsein von einer perfekten Simulation zu unterscheiden - siehe Ex Machina. Die Gaststars Norah Jones und Tom Skerritt sind diesmal nicht dabei. Tom Brady, Jay Leno, Michael Dorn und vor allem Liam Neeson haben aber mindestens ebenso köstliche Gastauftritte.


Blu-ray-Features

Die nicht veröffentlichten Szenen sind nur sehr kurz, denn es handelt sich lediglich um Verlängerungen verwendeter Szenen um einen oder zwei zusätzliche Gags. Viel interessanter finde ich zwei ebenfalls nicht verwendete Szenen, die nicht unter diesem Menüpunkt zu finden sind, sondern sich in den übrigen Featurettes verstecken. David Hasselhoff hätte nämlich einen Gastauftritt gehabt, und zwar zusammen mit K.I.T.T., dem Auto seiner Serienfigur "Knight Rider". Ted hätte sich auf dem Comic-Con mit Hasselhoff gezofft. Außerdem wurde recht viel Aufwand für eine Verfolgungsjagd betrieben, in der Ted und seine Freunde vor den Besitzern einer Haschplantage hätten fliehen müssen. Es hätte einen heftigen Crash und eine große Explosion gegeben. Nichts davon ist im Film zu sehen! Apropos Aufwand: Der komplette Comic-Con in New York wurde eigens für den Film erschaffen! Ich hatte das für echt gehalten. Filmstudios und Games-Publisher wurden um Ausstellungsstücke gebeten, Fans wurden aufgefordert, in eigenen Kostümen als Statisten zu erscheinen. Außerdem sind die Proben für die große Musical-Tanzszene zu sehen, mit der der Film beginnt. Und Seth MacFarlane bestätigt eine Vermutung, die ich beim Anschauen des Films sofort hatte: Die Szene, in der Ted den Unfall baut, ist eine Hommage an Ein Ticket für Zwei. MacFarlane sagt, dieser Film gehöre zu den Top 5 seiner Lieblingskomödien. Wir scheinen den gleichen Geschmack zu haben!


J. Kreis, 19.07.2017




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