Taxi Driver


Taxi Driver - Collector's Edition (USA, 1976)

DVD, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 109 Minuten

Extras:
- Originaldrehbuch (Text)
- Making-of Documentary (ca. 71 Min.)
- Bildergalerien (8:58 Min., 1:39 Min.)
- Storyboard Sequence (3:52 Min.)
- Talent Profiles (Text)
- Trailer

Regie:
Martin Scorsese

Hauptdarsteller:
Robert De Niro (Travis Bickle)
Jodie Foster (Iris Steensma)
Cybill Shepherd (Betsy)
Harvey Keitel (Matthew Higgins)
Leonard Harris (Charles Palantine)




Story

Travis Bickle, 26 Jahre alt und Ex-Marinesoldat, lebt allein in einer schäbigen kleinen Wohnung in New York. Er ist einsam, hat keinen Job, vertreibt sich die Zeit im Pornokino und führt Tagebuch. Da er nicht schlafen kann, fährt er jede Nacht ziellos durch die Stadt. Er kommt auf die Idee, dass er auf diese Weise ebenso gut Geld verdienen könnte, und wird Taxifahrer. Im Gegensatz zu den meisten Kollegen nimmt Bickle jede Fuhre an. Er fährt zu den unbeliebtesten Zeiten und selbst in die gefährlichsten Gegenden New Yorks. So bekommt er Nacht für Nacht zu sehen, was er für den Abschaum der Menschheit hält, der dringend beseitigt werden müsste: Drogendealer und Süchtige, Zuhälter und Prostituierte, Farbige und Schwule. Die Parolen des rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Charles Palantine kommen bei ihm gut an. Eines Tages spricht er Palantines Wahlkampfhelferin Betsy an. Die beiden gehen miteinander aus, doch bevor sich eine Beziehung entwickeln kann, begeht Bickle die Dummheit, Betsy in die Vorstellung eines "Aufklärungsfilms" mitzunehmen. Angewidert verlässt Betsy das Kino. Sie bricht den Kontakt mit Bickle ab. Er sucht sie im Wahlkampfbüro auf, wird aber hinausgeworfen.


Taxi Driver

"You talking to me?"


Bickle glaubt, nicht länger untätig mit ansehen zu können, wie die Stadt vor die Hunde geht. Seine Gewaltbereitschaft wächst. Er nutzt seine Kontakte, um mehrere illegale Waffen zu kaufen, macht Schießübungen und bringt sich körperlich in Form. Eines Tages wird er Zeuge eines Überfalls in einem Laden. Bickle erschießt den Räuber. Er gerät in Panik, da er keinen Waffenschein besitzt. Der Ladeninhaber nimmt Bickles Pistole an sich und versichert, er werde sich um alles kümmern. Einige Zeit vorher ist Bickle auf die minderjährige Prostituierte Iris Steensma aufmerksam geworden. Er verabredet sich mit ihr und versucht sie auf den rechten Weg zurückzubringen, hat damit aber keinen Erfolg, denn Iris ist dem Zuhälter Matthew Higgins verfallen, der ihr die große Liebe vorspielt. Bickle besucht eine Wahlkampfveranstaltung Palantines, um ein Attentat zu verüben. Sein verdächtiges Benehmen fällt auf und er muss fliehen, bevor er auch nur eine Waffe ziehen kann.


Taxi Driver

Travis Bickle am Ende eines Amoklaufes


Ausgerüstet mit allen verbliebenen Waffen sucht Bickle das Stundenhotel auf, in dem Iris festgehalten wird. Er greift Higgins, den Hotelinhaber und einen Mafioso an, der bei Iris im Zimmer ist. Die Männer sind bewaffnet und setzen sich zur Wehr, so dass Bickle schwer verwundet wird. Dadurch lässt er sich nicht aufhalten. Nachdem er alle Gegner getötet hat, will sich Bickle selbst erschießen, hat aber keine Munition mehr. Da trifft auch schon die Polizei ein. Anschließend liegt Bickle einige Zeit im Koma. Aufgrund dieses Ereignisses wird Bickle in der Presse als Held gefeiert. Iris kehrt zu ihren Eltern zurück, die ihre Dankbarkeit in einem Brief an Bickle zum Ausdruck bringen. Bickle nimmt seine Arbeit wieder auf, sobald er sich erholt hat. Einmal steigt Betsy zu ihm ins Taxi. Sie hat von seiner Tat gelesen und scheint Bickle nun zu bewundern. Möglicherweise wäre sie nicht abgeneigt, ihn wieder zu treffen, doch Bickle erlässt ihr lediglich den Fahrpreis und macht weiter seine Runde.


Kringels Meinung

"Taxi Driver", das Porträt eines Menschen ohne echte Empathie, der einsam inmitten des Gewimmels einer Großstadt lebt, angesichts der dunklen Seiten des städtischen Molochs das dumpfe Gefühl hat, "irgendwas" tun zu müssen, ohne zu wissen, auf welche Weise, wogegen oder wofür er eigentlich kämpfen sollte, während er immer weiter in Phantasien abdriftet, bis es zu einem heftigen Ausbruch von Gewalt kommt, ist ein immer noch hochaktuelles Meisterwerk, zu dessen Kommentierung ich mich nicht berufen fühle. Aus diesem Grund möchte ich euch gar nicht mit meiner unmaßgeblichen Meinung behelligen. Reviews sind im Internet massenhaft zu finden und ich habe noch keine einzige gelesen, in der "Taxi Driver" nicht die höchste Punktzahl oder die beste Note erhalten hätte. Dem kann ich mich nur anschließen. Wahrscheinlich kennt ihr den Film ohnehin schon. Wenn nicht, solltet ihr das schleunigst ändern. "Taxi Driver" gehört meines Erachtens zur Allgemeinbildung.


Extras

Wenn man die Textseiten des Drehbuchs liest, das vollständig auf DVD vorliegt, kann man jederzeit zur entsprechenden Szene des Films springen. Das Making-of stammt aus dem Jahre 1999 und enthält hauptsächlich Interviews der Schauspieler und des Regisseurs aus dieser Zeit sowie Filmausschnitte. An Hinter-den-Szenen-Material sind lediglich einige Fotos vorhanden. Trotzdem ist der Beitrag sehr aufschlussreich. So wird genau erklärt, wie die Spezialeffekte des Showdowns entstanden sind, welche Besonderheiten bei der Arbeit mit der damals noch minderjährigen Jodie Foster zu beachten waren und was die allerletzte Szene des Films, in der Travis Bickle so merkwürdig in den Rückspiegel seines Taxis blickt, zu bedeuten hat. Damit wird etwas geklärt, das mit bisher rätselhaft geblieben ist. Regisseur Martin Scorsese sagt, mit der Szene solle angedeutet werden, dass Bickle keineswegs geheilt ist. Vielmehr sei er eine tickende Zeitbombe und werde bald wieder gewalttätig werden.


J. Kreis, 26.04.2017




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