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tanz_der_vampire Tanz der Vampire (GB 1967)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 12
Laufzeit: ca. 107 Minuten

Extras
Kinotrailer, Original-Dokumentation "Tanz der Vampire: Vampires 101"

Regie:
Roman Polanski

Hauptdarsteller:
Roman Polanski (Alfred)
Jack McGowran (Professor Abronsius)
Alfie Bass (Shagal)
Sharon Tate (Sarah Shagal)
Jessie Robins (Rebecca Shagal)
Ferdy Mayne (Graf von Krolock)
Ian Quarrier (Herbert von Krolock)
Terry Downes (Koukol, der Bucklige)
Fiona Lewis (Magda, die Magd)




Inhalt:

Professor Abronsius ist Fledermausforscher, genauer gesagt: Vampirologe. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Existenz der untoten Blutsauger zu beweisen und reist zusammen mit seinem etwas tolpatschigen Gehilfen Alfred Ende des 19. Jahrhunderts ins winterliche Transsylvanien, um dort das Übel an der Wurzel zu packen. Die beiden quartieren sich bei dem jüdischen Gastwirt Shagal ein, wo Alfred sich in Shagals schöne Tochter Sarah verliebt. Eines Nachts wird Sarah von Graf Krolock entführt, der ein nahe gelegenes, düsteres Schloß bewohnt und, wie Prof. Abronsius ganz zu Recht vermutet, ein Vampir ist. Shagal macht sich auf, sein Kind zurückzuholen, doch am nächsten Morgen findet man ihn steifgefroren und blutleer im Schnee. Anhand der Bißspuren, mit denen Shagals Körper übersät ist, erkennt Abronsius sofort, was geschehen ist. Er will Shagal pfählen, doch das läßt dessen Frau nicht zu. So kommt es, wie es kommen muß: Shagal erhebt sich von den Toten und macht sich nun über die Magd her, bei der er bisher nicht landen konnte.

Da Abronsius und Alfred den Vampir nicht zu packen bekommen, verfolgen sie ihn bis zu Graf Krolocks Schloß. Alfred hofft außerdem, daß Sarah noch am Leben sein könnte. Vielleicht könnte man sie ja durch eine Bluttransfusion retten. Kaum sind die beiden in das alte, verwahrloste und ziemlich unheimliche Schloß eingedrungen, da werden sie auch schon von Koukol, dem buckligen und klumpfüßigen Tageslichtwächter der Vampire, in ein kleines Gelaß gesperrt. Gegen Koukol ist kein Kraut gewachsen - der Knabe nimmt es sogar mit Wölfen auf, denen er mit Vorliebe die Kehle durchbeißt. Die erfolglosen Vampirjäger werden zu Graf von Krolock geführt, der sich zunächst den Anschein eines kultivierten Gastgebers gibt und Abronsius mit gelehrten Bemerkungen über Fledermäuse becirct. Die Nacht vergeht ohne besondere Vorkommnisse. Lediglich Alfred glaubt, jemanden singen zu hören. Könnte das Sarah sein? Alfred begegnet am nächsten Tag tatsächlich seiner Angebeteten, die noch nicht zum Vampir geworden zu sein scheint. Sie spricht von einem großen Ball, der in der kommenden Nacht stattfinden soll und zu dem die gesamte Vampir-Sippschaft eingeladen ist.

Abronsius und Alfred versuchen, die Vampire unschädlich zu machen. Da der Eingang zur Gruft von Koukol bewacht wird, schleichen sie sich über die Dächer und steigen durch ein kleines Fenster ein - doch dabei bleibt Abronsius stecken und Alfred traut sich einfach nicht, den Vampiren einen Holzpflock ins Herz zu treiben. Leider geht bei dieser Aktion auch des Professors Tasche mit Vampirvernichtungsutensilien verloren. Nach Einbruch der Nacht steigen Dutzende von modrigen Vampiren aus den Gräbern auf dem Schloßhof. Alfred wird von Krolocks Sohn Herbert belästigt. Der junge Vampir fühlt sich nicht nur wegen des Blutes zu Alfred hingezogen. Der Graf sperrt seine zwei Gäste auf einem Balkon ein, doch mit Hilfe einer dort aufgestellten Kanone können sie sich wieder befreien, anschließend mischen sie sich unter die tanzenden Vampire, die sich schon auf ein üppiges Festmahl freuen - außer Sarah, Abronsius und Alfred soll auch Shagals Magd zur unfreiwilligen Blutspenderin werden, doch an ihr hat Shagal selbst sich schon etwas zu eifrig gelabt. Mit knapper Not können die Vampirjäger und Sarah entkommen, nachdem sie enttarnt wurden (sie waren die einzigen, die in den Spiegeln des Ballsaals sichtbar waren). Selbst Koukol, der sie in einem zum Schlitten umfunktionierten Sarg verfolgt, kann sie nicht mehr einholen. Doch leider ist Sarahs Transformation zum Vampir schon zu weit fortgeschritten - und so trägt Abronsius das Böse, das er vernichten wollte, ohne es zu ahnen in die ganze Welt hinaus...

Der Film:

"Tanz der Vampire" ist einer jener Filme, die ich immer wieder ansehen kann. Und es ist einer der wenigen Filme, bei denen ich mich a) als kleines Kind so gefürchtet habe, daß ich hinterher nicht schlafen konnte und den ich b) auch heute stellenweise noch richtig gruselig finde. Und das, obwohl oder gerade weil er gänzlich ohne Gewaltdarstellung und Splatterszenen auskommt. Der Film hat zwar amüsante Momente - genauer gesagt enthält er einige der unvergeßlichsten Szenen der Filmgeschichte - und so manchen lustigen Dialog. Die Komik des Films ist aber eher eine der leisen Töne und der kleinen Details, die man vielleicht beim erstenmal gar nicht bemerkt. Überhaupt ist die Komik nicht unbedingt das, was diesen Film ausmacht, zumal nicht jede Pointe zündet. Es ist vielmehr die besondere Atmosphäre, in deren Bann man von Anfang an gezogen wird. Die Filmmusik trägt entscheidend zu dieser Stimmung bei - wenn Sarah irgendwo in der Ferne in dem alten Schloß singt, dann hat das jedesmal Gänsehaut-Potential. Überhaupt: Das Schloß. Das ist genau so vermodert, von Spinnenweben durchzogen und labyrinthisch, wie eine schaurige Vampir-Residenz zu sein hat. Die tief verschneite Gebirgslandschaft ist einfach nur schön, auch wenn es sich bei manchen Bildern erkennbar um Kulissen bzw. Matte-Paintings handelt. Alles zusammen führt dazu, daß man in eine Stimmung versetzt wird, die man bei modernen Gruselfilmen (sofern man das Blade-/Van Helsing-/Underworld-Gemetzel überhaupt noch so nennen kann) eigentlich immer vermißt.

Die Rollen wurden genial besetzt, jeder Schauspieler liefert hervorragende Leistungen ab. Sei es Ferdy Mayne, der einen wundervoll dämonischen Vampirfürsten abgibt, Jack McGowran als vertrottelter Professor, Alfie Bass als hinterlistiger Shagal-Vampir, Roman Polanski als tölpelhaft-naiver Vampirjäger-Gehilfe - oder Sharon Tate, die 1969 von Charles Manson ermordet worden ist, in einer ihrer letzten Rollen. Zu sehen, wie sie mit ihrem späteren Ehemann Roman Polanski spielt, hat vor diesem Hintergrund eine besondere Tragik... Mit weniger guten Schauspielern hätte der Film böse in die Hose gehen können, aber so "funktioniert" einfach alles und obwohl er eine Parodie auf Vampirfilme ist, gehört er ironischerweise zu den besten Vertretern dieses Genres. "Tanz der Vampire" ist ein zeitloser Klassiker, der in keiner Sammlung fehlen sollte - da die DVD überall zum Budgetpreis erhältlich sein dürfte, kann ich die Anschaffung uneingeschränkt empfehlen.

Die DVD:

Leider sieht bzw. hört man dem Film sein Alter doch recht deutlich an. Das Bild ist zwar noch okay, der Ton ist aber ziemlich übel und hätte eine Überarbeitung dringend nötig gehabt. Die Dialoge sind teilweise stark verrauscht und auch sonst ist ein starkes "Grundrauschen" zu hören.

In einem ca. zehnminütigen Beitrag aus dem Jahre 1966 referiert ein gewisser Prof. Cecil Havelock-Montague, Ph.D., LL.D., B.A.T. (Schauspieler: Max Wall), über die Eigenschaften der Vampire und Möglichkeiten zur Abwehr von untoten Blutsaugern, bevor er seinem eigenen Studienobjekt zum Opfer fällt. Witzig gemacht, hat sogar deutsche Untertitel. Einige Ausschnitte aus dem Film sind ebenfalls enthalten, diese entstammen aber dem Kinotrailer. Sie sind deshalb so geschnitten und vertont, daß der Eindruck entsteht, bei dem Film handele es sich um eine alberne Klamotte. Was natürlich nicht der Fall ist. Kleines Detail am Rande: Max Wall hat zehn Jahre später König Bruno den Fragwürdigen in Jabberwocky gespielt...

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