96 Hours - Taken 3


96 Hours - Taken 3 (Extended Cut) (F, 2014)
- Taken 3 -

DVD Regionalcode 2, Universum Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras:
- Featurettes (17:25 Min.)
- Interviews mit Cast & Crew (45:45 Min.)
- Entfallene Szenen: Malankov (6:57 Min.)
- Sams Geheimversteck "Der Bunker" (2:53 Min.)
- Fun-Clip: 12 Skills of Christmas (00:57 Min.)
- Fun-Clip: Taking my Shit (1:46 Min.)
- Trailer

Regie:
Olivier Megaton

Hauptdarsteller:
Liam Neeson (Bryan Mills)
Maggie Grace (Kim Mills)
Forest Whitaker (Franck Dotzler)
Dougray Scott (Stuart St. John)
Sam Spruell (Oleg Malankov)
Famke Janssen (Lenore St. John)
Leland Orser (Sam Grossman)




Story

Bryan Mills versucht seiner erwachsenen Tochter Kim ein guter Vater zu sein. Früher war das nicht möglich; er war als Mitglied einer geheimen Spezialeinheit ständig irgendwo auf der Welt unterwegs. Daran ist vor vielen Jahren seine Ehe zerbrochen. Bryan und seine Exfrau Lenore, die jetzt mit dem zwielichtigen Geschäftsmann Stuart St. John verheiratet ist, sind gute Freunde geblieben. Nach Stuarts Meinung ist das Verhältnis zwischen Bryan und Lenore zu gut. Er stattet Bryan einen Besuch ab und fordert ihn auf, sich nicht mehr mit Lenore zu treffen. Zuvor hatte Lenore ihrem Exmann anvertraut, dass es in der Ehe kriselt. Er hatte ihr daraufhin einen Zweitschlüssel für seine Wohnung gegeben. Einige Zeit später erhält Bryan beim Joggen eine SMS von Lenore. Sie will sich mit ihm treffen. Als Bryan mit frischen Bagels nach Hause kommt, steht Lenores Auto bereits dort. Im Flur findet Bryan ein blutiges Messer, das er aufhebt. Lenore liegt tot ihm Bett, ihre Kehle wurde durchtrennt. Nur Minuten später erscheinen zwei Polizisten, die Bryan festnehmen wollen. Ihm ist klar, dass ihm der Mord angehängt werden soll. Um selbst nach dem Täter suchen zu können, muss er fliehen. Er schlägt die Polizisten bewusstlos und liefert sich eine Verfolgungsjagd mit der Verstärkung. Er entkommt und taucht mit Hilfe seiner alten Freunde vom Geheimdienst, die keine Sekunde lang an Bryans Schuld glauben, vorerst unter.

Inspektor Franck Dotzler vom LAPD leitet die Ermittlungen in dem Mordfall. Jedermann hält Bryan für den Mörder, doch Dotzler stößt auf Ungereimtheiten. Warum sollte ein Mörder kurz vor der Tat frische Bagels für sein Opfer kaufen und wieso hat ein Profi wie Bryan, dessen Vergangenheit selbst für den Polizeioffizier ein Buch mit sieben Siegeln bleibt, gleich mehrere Anfängerfehler begangen? Außerdem hatte Bryan kein Mordmotiv. Nachdem er sich im Versteck mit Waffen und Ausrüstung versorgt hat, beginnt Bryan zu recherchieren, wobei er immer wieder in Gefahr gerät, festgenommen zu werden. Er folgt den GPS-Daten von Lenores Auto zu dessen letzter Position, einer abgelegenen Tankstelle. Bryan verschaft sich Zugang zu den Aufzeichnungen der dortigen Überwachungskameras und sieht, dass Lenore von jemandem mit aufälligen Tätowierungen in einen Van gezerrt wurde. Dotzlers Leute sind derselben Spur gefolgt und treffen auf Bryan, der sich widerstandslos verhaften lässt, unterwegs aber erneut flieht, nicht ohne zuvor Lenores Telefondaten aus dem Polizeicomputer herunterzuladen. Nach Lenores Beerdigung, die er mittels einer von seinem Freund Sam getragenen Kamera verfolgt, trifft sich Bryan mit Kim und erfährt, dass sie schwanger ist. Kim berichtet, dass sich Stuart seit Lenores Tod seltsam verhält.

Bryan folgt Stuart, der die Stadt per Konvoi mit seinen Bodyguards verlässt. Unterwegs wird er von einem anderen Wagen attackiert und in einen Abgrund gedrängt. Bryan ist allerdings schon nicht mehr im Wagen, als dieser explodiert. Unbemerkt folgt er den Angreifern, stellt sie in einem Getränkeladen und schaltet sie aus. Am Ende ist nur jener Tätowierte übrig, der Lenore entführt und vermutlich auch ermordet hat. Bryan will wissen, wer sein Auftraggeber ist, doch der Tätowierte schweigt eisern und erschießt sich selbst. Anschließend nimmt Bryan sich Stuart vor und foltert ihn, bis er gesteht, dass er schon seit geraumer Zeit Geschäfte mit Oleg Malankov macht, einem besonders gefährlichen Mitglied der russischen Mafia. Der letzte Deal ist schiefgegangen und jetzt schuldet Stuart dem Gangster viel Geld. Angeblich war das der Grund für die Ermordung Lenores. Außerdem gibt Stuart zu, den Gangstern Bryans Identität offenbart zu haben, so dass jetzt auch Kim in Gefahr ist. Bryan und seine Freunde holen Kim aus Stuarts Haus, das immer noch unter Polizeischutz steht. Bryan sieht nur eine Möglichkeit, Kim zu schützen: Malankov muss sterben.

Stuart stellt sich als Köder zur Verfügung. Er kontaktiert Malankov und behauptet, er könne jetzt zahlen. Bryan nimmt Stuarts Platz ein und kämpft sich bis in Malankovs bestens gesichertes Penthause vor, während Sam, Kim und Stuart im Parkhaus auf seine Rückkehr warten. Bryan schaltet alle Bodyguards des Gangsterbosses aus und verwundet diesen tödlich. Bevor Malankov stirbt, behauptet er, sie beide seien von Stuart getäuscht worden. Stuart hat Lenores Ermordung in Auftrag gegeben, um an die 12 Millionen Dollar umfassende Prämie ihrer Lebensversicherung heranzukommen. Da Stuart wusste, dass Malankov nicht locker lassen würde, hat er Bryan benutzt, um den Gangster unschädlich zu machen. Bei seinem Besuch in Bryans Wohnung hat Stuart dessen Handy benutzt, um Lenore zu der Tankstelle zu locken. Derweil schießt Stuart Sam nieder, entführt Kim und versucht per Privatjet außer Landes zu fliehen. Bryan verfolgt ihn mit Malankovs Porsche und verhindert den Start des Flugzeugs. Dotzler, der inzwischen über alles im Bilde ist, ist Bryan mit einem Großaufgebot der Polizei auf den Fersen. Bryan verzichtet darauf, Stuart zu erschießen, verspricht ihm jedoch, zur Stelle zu sein, sobald Stuart aus der Haft entlassen wird.

Bryan wird nun nicht mehr des Mordes an seiner Exfrau beschuldigt und bleibt auf freiem Fuß. Er verspricht seiner Tochter, immer für sie da zu sein. Kim will das Kind behalten. Wenn es ein Mädchen wird, soll es Lenore heißen.


Kringels Meinung

Im Bonusmaterial wird gesagt, man habe versucht, die "Taken"-Reihe auf das "Bourne"-Level zu bringen. Dieser Satz würde als Kritik im Grunde schon reichen, denn damit wird umrissen, was den Zuschauer erwartet und warum "Taken 3" nicht annähernd so gut ist wie der erste Teil. Anscheinend haben Regisseur und Drehbuchautor nicht begriffen, worin die Stärken von "96 Hours" liegen. Nicht in spektakulären Verfolgungsjagden, gewaltigen Explosionen und ausufernden Feuergefechten, wie sie diesmal bis zum Überdruss geboten werden, nicht einmal in einer verzwickten Story. Im Gegenteil! "96 Hours" gefällt mir nicht zuletzt wegen der schnörkellosen Geradlinigkeit so gut. Der größte Pluspunkt ist die ambivalente Hauptfigur. Bryan Mills liebt Frau und Tochter, er will sie um jeden Preis schützen und würde alles für sie tun. Dabei setzt er jene Kenntnisse und Fähigkeiten, die er bei der langjährigen Geheimdiensttätigkeit erworben hat, konsequent und ohne Rücksicht auf Verluste ein. Liam Neeson verkörpert diesen grimmigen, kompromisslosen und unaufhaltsamen Einzelgänger, der aus nachvollziehbaren Gründen handelt, auch diesmal wieder absolut überzeugend, doch inzwischen zeigen sich deutliche Abnutzungserscheinungen. Dasselbe Prinzip wird zum wiederholten Male aufgewärmt, und damit dem Zuschauer nicht so auffällt, dass dasselbe geschieht wie in den ersten beiden Teilen, werden hektisch geschnittene, somit unübersichtliche und leider heillos übertriebene Actionszenen am laufenden Band eingestreut. Zugegeben, diesmal wird niemand entführt, stattdessen ist Bryan Mills auf der Flucht wie einst Dr. Kimble. Dennoch wird das altbekannte Programm durchgespielt. Obendrein wird ständig auf Klischees herumgeritten. Die Russen sind die Bösen, der Stiefvater ist noch böser, die Donut-mampfenden Polizisten sind großkotzig und/oder unfähig ...

Die Story des ersten Teils ist simpel, aber glaubwürdig. Die des dritten soll wohl komplexer sein, ist aber zumindest teilweise unlogisch. Ich kann ja noch akzeptieren, dass Mills nicht locker lässt, bis auch noch die letzte potentielle Bedrohung für Kim aus der Welt geschafft ist, und dass er sich deshalb nicht festnehmen lassen möchte. Meiner bescheidenen Meinung nach wäre er nicht lange der Hauptverdächtige geblieben. Offensichtlich ist seine Wohnung nicht der Tatort (viel zu wenig Blut) und spätestens nach dem Auftauchen des Überwachungsvideos, auf dem Lenores Gefangennahme zu sehen ist, wäre die Sache geritzt gewesen. Dass Mills am Ende laufen gelassen wird, ist schon viel schwerer zu glauben. Er und seine Kumpels dürften mehr als genug Gesetze gebrochen haben, um für lange Zeit hinter Gitter gehen zu müssen. Ganz besonders übel sind mir aber die von Mills verursachten "Kollateralschäden" aufgestoßen. Damit will ich nicht sagen, dass ich Mills für einen sauberen Helden halte, der immer schön Rücksicht auf Unbeteiligte nimmt. Nein, ich finde die entsprechenden Szenen einfach sinnlos. Zum Beispiel explodiert ein von Mills in einen Fahrstuhlschacht gelenktes Auto, so dass beträchtliche Teile des Gebäudes in die Luft gehen. Bei einer Verfolgungsjagd auf der Autobahn fällt ein Großcontainer von einem Sattelschlepper und überrollt mehrere Autos. Dass da Leute gestorben sein müssen, scheint niemanden zu interessieren.

Zu viel gewollt und nichts erreicht, so lautet mein Fazit.


DVD-Features

Die DVD enthält nur den Extended Cut. Der läuft ungefähr sechs Minuten länger als die Kinofassung, außerdem ist mehr Kunstblut zu sehen. Die zusätzlichen Szenen machen den Film nicht besser. Neben einigen expliziteren Gewaltdarstellungen ist die einleitende Entführung des Buchhalters etwas länger. Gegen Ende informiert Dotzler seine Kollegen darüber, was er über Mills und dessen Freunde herausgefunden hat. Man erfährt somit, welche besonderen Fähigkeiten die Jungs haben. Das kann man sich allerdings auch ohne diese Szene zusammenreimen.

Die fünf Featurettes enthalten eine wenig aussagekräftige Mischung aus Filmausschnitten, Interviewschnipseln und Hinter-den-Szenen-Material. Das ist nicht viel mehr als Werbung für den Film. Es gibt zudem einige Redundanzen, auch mit den gesondert abspielbaren Interviews, in denen hauptsächlich die Handlung nacherzählt wird. Interessant ist immerhin, dass der Stunt, bei dem ein Porsche das Fahrwerk eines Privatjets abrasiert, wirklich gemacht wurde und nicht am Computer entstanden ist.

Im Film ist in sehr kurzen Rückblicken zu sehen, wie Malankov im Afghanistankrieg kämpft und danach zum Gangster sowie zu St. Johns "Geschäftsfreund" wird. Diese Rückblicke finden sich in voller Länge beim Bonusmaterial. Außerdem wird Bryans Ausrüstung in einem CGI-Rundgang durch das Geheimversteck mit einem Voice-over-Kommentar der Figur Sam Grossman genauer vorgestellt. Der erste Fun-Clip ist eine Zusammenstellung von Bryans Kampfkünsten, im zweiten klauen Unbekannte ständig irgendwelche Sachen, die Bryan gerade noch in der Hand hatte, worüber er sich mächtig aufregt ...


J. Kreis, 09.06.2016




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