Der Tag des Falken


Der Tag des Falken (USA, 1985)
- Ladyhawke -

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 121 Minuten

Extras:
Trailer

Regie:
Richard Donner

Hauptdarsteller:
Rutger Hauer (Etienne Navarre)
Michelle Pfeiffer (Isabeau d'Anjou)
Matthew Broderick (Philippe Gaston)
Leo McKern (Imperius)
John Wood (Bischof von Aquila)
Ken Hutchison (Marquet)
Alfred Molina (Cezar)




Story

Der zum Tode verurteilte junge Dieb Philippe Gaston, genannt "die Maus", flieht aus dem Kerker der Stadt Aquila. Das ist noch niemandem vor ihm gelungen, und würde es bekannt werden, dann würde der grausame Bischof sein bestes Druckmittel verlieren. Gardehauptmann Marquet erhält deshalb den Auftrag, den Flüchtling so schnell wie möglich wieder einzufangen. Philippe brüstet sich in einem Gasthaus seines Erfolges. Zu spät bemerkt er, dass Marquet und seine Männer mithören. Philippe sitzt in der Falle. In letzter Sekunde wird er vom Ritter Etienne Navarre gerettet, einem Einzelgänger, der stets von einem Falken begleitet wird. Navarre war Marquets Vorgänger. Seine Rückkehr versetzt den Hauptmann und den Bischof in höchste Alarmbereitschaft. Navarre bringt Philippe in Sicherheit, lässt ihn aber nicht laufen. Der junge Mann soll ihm zeigen, wie man unbemerkt nach Aquila gelangt, denn Navarre hat nur ein Lebensziel: Er will den Bischof töten. Die beiden finden Unterschlupf bei einem Köhler. Dieser versucht Philippe in der Nacht zu erschlagen, wird aber von einem großen schwarzen Wolf zerfleischt. Philippe sucht Hilfe bei Navarre, findet aber nicht den Ritter vor, sondern eine wunderschöne junge Frau, die sich dem Wolf furchtlos nähert und von diesem nicht angegriffen wird. Am Morgen ist die Schöne verschwunden. Sie taucht erst in der nächsten Nacht wieder auf und löst Philippes Fesseln. Navarre (der jetzt nirgends zu sehen ist) hatte ihn an einen Baum gebunden, weil Philippe seines Weges gehen wollte, was er nun nachholt.

Prompt läuft Philippe den Häschern des Bischofs erneut in die Arme. Wieder schreitet Navarre ein, doch diesmal werden der Ritter und der Falke von Armbrustbolzen getroffen. Navarre überlässt Philippe sein Pferd und schärft ihm ein, den Falken zu dem in einer Burgruine lebenden Mönch Imperius zu bringen. Navarre folgt zu Fuß. Imperius kümmert sich um den Falken, der sich nach Sonnenuntergang in die schöne Unbekannte verwandelt. Imperius kennt ihren Namen, er lautet Isabeau d'Anjou. Endlich erfährt Philippe, was es mit dem Falken und dem Wolf auf sich hat. Imperius erzählt, dass Navarre und Isabeau (die Tochter des verstorbenen Grafen von Anjou) ein Liebespaar waren. Imperius, damals Isabeaus und Navarres Beichtvater, hatte das Geheimnis im Zustand der Trunkenheit beim Bischof ausgeplaudert. Der war ebenfalls in Isabeau verliebt, konnte das Paar aber nicht trennen, denn sie waren geflohen. Von Eifersucht zerfressen hatte der Bischof einen Pakt mit Satan geschlossen und einen Fluch auf sie herabgerufen. Seit diesem Tag nimmt Isabeau bei Sonnenaufgang die Gestalt eines Falken an, während sich Navarre bei Sonnenuntergang in einen Wolf verwandelt. In menschlicher Gestalt können sie sich an nichts von dem erinnern, was sie als Tiere erlebt haben. Somit sind die beiden für immer getrennt, obwohl sie stets zusammen bleiben. Nur in den letzten Sekunden des Zwielichts können sie sich kurz sehen, ohne sich jemals berühren zu können. Imperius pflegt Isabeau gesund. Navarre trifft gerade rechtzeitig ein, um Philippe und Imperius gegen angreifende Soldaten aus Aquila beizustehen.

Imperius behauptet, Gott habe ihm gezeigt, wie der Bann gebrochen werden kann. Navarre und Isabeau müssen dem Bischof gemeinsam in menschlicher Gestalt gegenübertreten. Das soll demnächst möglich sein, wenn ein Tag ohne Nacht und eine Nacht ohne Tag anbricht. Navarre glaubt Imperius zunächst nicht, er hält an seinem ursprünglichen Plan fest. Philippe nutzt die Situation der Liebenden geschickt aus, um ihnen Lügengeschichten darüber zu erzählen, was der jeweils andere angeblich gesagt hat, und um Navarre auf diese Weise allmählich milde zu stimmen. Philippe und Isabeau werden zu Navarres Missvergnügen gute Freunde. Gemeinsam machen sie den vom Bischof mit der Jagd nach dem Wolf beauftragten Fallensteller Cezar unschädlich. Eines Nachts rettet Philippe den Wolf vor dem Ertrinken und trägt dabei Wunden davon, die Navarre am nächsten Tag sieht. Der Ritter ist nun zumindest bereit, Isabeau und Imperius mit nach Aquila zu nehmen. Vor dem Angriff auf den Bischof in der Kathedrale bittet Navarre den Mönch, den Falken zu töten, sofern er scheitern sollte. Das Läuten der Glocken soll das Signal hierfür sein. Philippe schleicht sich durch die Kanalisation und öffnet das Kathedralentor für Navarre. Während sich Navarre zum Bischof vorankämpft, tötet er Marquet und einige andere Wachen. Ein Soldat stürzt von einer Brüstung und hält sich am Glockenseil fest. Die Glocke beginnt zu läuten. Da kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Der von Imperius prophezeite Tag ist angebrochen. Navarre glaubt, Isabeau sei nicht mehr am Leben, und wendet sich gegen den Bischof. Da betritt Isabeau die Kathedrale - es ist Tag, aber sie hat nicht die Gestalt eines Falken. Der Fluch ist aufgehoben! Der Bischof will Isabeau hinterrücks ermorden, doch Navarre wirft sein Schwert und tötet den Bösewicht. Endlich sind die Liebenden vereint.


Kringels Meinung

"Der Tag des Falken" ist einer jener Filme, an denen der Zahn der Zeit recht heftig genagt hat. Damit meine ich noch nicht einmal die behäbige Erzählweise und die fast schon episodenhaft wirkende Story, bei der man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck hat, eine epische Heldenfahrt mitzuerleben. Aber angesichts der unbeholfenen Kämpfe, der teils lächerlichen Kostüme (Ritterrüstungen mit Motorradhelmen?) und der nicht erwähnenswerten Spezialeffekte frage ich mich heute denn doch, was mich damals, vor fast dreißig Jahren, so fasziniert hat. Von der Nervensäge Matthew Broderick - durch den Synchronsprecher Oliver Rohrbeck wird das doof-flapsige Gelaber nicht besser - und den womöglich noch trotteligeren Schergen des Bischofs mit dem nicht ernst zu nehmenden Marquet an der Spitze ganz zu schweigen. Der mit Progrock-Tönen von der Gruppe The Alan Parsons Project aufgepeppte Soundtrack stört mich dagegen inzwischen weniger als gedacht, früher fand ich die E-Gitarren furchtbar anachronistisch.

Zugegeben: Die tragische Liebesgeschichte hat nichts von ihrem etwas naiven Charme verloren. Wenn Navarre und Isabeau einen der seltenen Momente erleben, in denen sie sich ganz kurz nahe sein können, bevor sich einer von ihnen in ein vernunftloses Tier verwandelt, und wenn sie sich am Ende dann doch noch in den Armen liegen dürfen, müsste man schon aus ganz grobem Holz geschnitzt sein, um davon nicht berührt zu werden. Zumal der Film mit zwei wunderbaren Hauptdarstellern punkten kann. Rutger Hauer glänzt als grimmiger Recke und die junge Michelle Pfeiffer ist wirklich zum Verlieben. John Wood ist als sinistrer Bischof ganz OK, aber Alfred Molinas Rolle des Fallenstellers Cezar ist absolut verschenkt. Was mir heute am besten an diesem Film gefällt, das sind die herrlichen Landschaftsaufnahmen. Es wurde an Originalschauplätzen in Italien gedreht, und das tut dem Film gut.

Wie dem auch sei: Ich musste einiges an Toleranz und Geduld aufwenden, um den Film nach all der Zeit noch einmal ohne Unterbrechung anschauen zu können. Offenbar wurden meine Sehgewohnheiten bereits durch die perfekt inszenierte Hochgeschwindigkeits-Wackelkamera-Action des 21. Jahrhunderts verdorben...


J. Kreis, 20.08.2014




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme