Strange Blood


Strange Blood (USA, 2015)

Blu-ray, Tiberius Film
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 84 Minuten

Extras:
- Trailer

Regie:
Chad Michael Ward

Hauptdarsteller:
Robert Brettenaugh (Dr. Henry Moorehouse)
Alexandra Bard (Gemma)
James Adam Lim (Joseph Song)




Story

Die Studentin Gemma wird von Detective Joseph Song verhört. Man verdächtigt ihren ehemaligen Arbeitgeber, den Biochemiker Dr. Henry Moorehouse, des mehrfachen Mordes. Nach Songs Informationen war Gemma nicht nur Moorehouses Assistentin. Die beiden hatten ein sehr enges Verhältnis. Also muss Gemma etwas wissen. Song setzt sie unter Druck, bis sie erzählt, was sie erlebt hat.

Moorehouse hat früher bei einem Großkonzern gearbeitet. Nach dem Tod seines Sohnes durch eine Erbkrankheit und dem Scheitern seiner Ehe hat Moorehouse wie besessen nach einem Allheilmittel gegen Krebs und Virusinfektionen gesucht. Sein Arbeitgeber wollte damit nichts zu tun haben, also musste sich Moorehouse selbstständig machen. Er forscht jetzt in einem Labor mit angeschlossener Wohnung. Ein Privatdetektiv beschattet ihn im Auftrag des Konzerns. Schon bald nach dem Antritt der Assistentinnenstelle verliebt sich Gemma in den Wissenschaftler. Moorehouse nutzt einen organischen Brutkasten, um ein Metavirus zu züchten, das alle Körperzellen seines Wirtes gegen resistente Zellen austauschen kann. Der Wirt würde somit umfassende Immunität und vielleicht sogar Unsterblichkeit erlangen. Bisher sind jedoch alle Experimente erfolglos geblieben. Der Brutkasten (ein formloser Organsack, den Moorehouse Ella nennt) ist zudem offenbar keineswegs - wie von Moorehouse behauptet - ein empfindungsfähiges Kunstwesen. Bei einer Probenentnahme fährt Ella Stacheln aus und verletzt Moorehouse an der Hand.

Danach verschlechtert sich Moorehouses körperlicher und geistiger Zustand rapide. Dem Wissenschaftler wird klar, dass sich Ella fortpflanzen wollte; sie hat ihm ihre Brut eingesetzt. Die Parasiten drohen ihn von innen heraus aufzufressen, außerdem verliert er allmählich die Kontrolle über seinen Willen. Eines Nachts trinkt er den Inhalt einer Blutkonserve. Danach fühlt er sich bestens, muss aber ständig frisches Blut zu sich nehmen. Irgendwann sind alle Konserven leer. Da Gemma ihn immer noch liebt, lässt sie zu, dass er ihr Blut abzapft. Als die beiden danach miteinander schlafen, beißt er sie. Moorehouse wird beleidigend und aggressiv, so dass Gemma ihn verlässt. Noch in derselben Nacht tötet Moorehouse den Privatdetektiv und trinkt sein Blut. Moorehouses Forschungen enden in Sackgassen. Sein Geist verwirrt sich zusehends, bis er glaubt, Ella spreche zu ihm. Um seinen Blutdurst zu stillen, ermordet Moorehouse zahlreiche Menschen, vor allem Frauen, die er irgendwo aufreißt. Auch Gemma gerät in Gefahr, als sie zu Moorehouse zurückkehrt. Es gelingt ihr, ihn bewusstlos zu schlagen und zu fesseln. Sie setzt seine Arbeit fort und findet heraus, dass Moorehouses infiziertes Blut in ein Heilmittel umgewandelt werden kann. Nachdem sie ihm eine Dosis injiziert hat, kommt er wieder zu Verstand. Doch seine Metamorphose ist schon zu weit fortgeschritten und der Blutdurst ist nicht verschwunden. Um Gemma zu schützen, betäubt Moorehouse sie, bringt sie nach draußen und setzt sein Haus in Brand. Er kommt in den Flammen um.

Somit ist der Fall klar, aber Song kann sich nicht lange darüber freuen. Auch Gemma ist infiziert. Sie fällt über den Polizisten her und trinkt sein Blut. Moorehouses Erbe lebt nicht nur in Gemma weiter, sondern auch in ihrer Tochter. Gemeinsam durchstreifen die beiden das Land, immer auf der Suche nach neuen Opfern ...


Kringels Meinung

Verblendeter Wissenschaftler mutiert nach fehlgeschlagenem Experiment zum Vampir. Das ist kein besonders innovativer Plot, dennoch hätte ein netter kleiner Genrefilm draus werden können. Die verkorkste Dramaturgie und die nicht immer überzeugenden schauspielerischen Leistungen stehen dem entgegen. Der Film hat durchaus seine Momente, aber es dauert viel zu lang, bis es soweit ist, und dann ist es auch schon sehr bald wieder vorbei.

Zunächst einmal muss sich der Zuschauer durch pseudowissenschaftliches Gefasel und in die Länge gezogene Szenen im Labor quälen, bei denen die frappierend an einen verkabelten Truthahnbraten erinnernde Ella den einzigen kleinen Lichtblick darstellt. Moorhouses Backstory mit dem toten Sohn (der Wissenschaftler hat manchmal Halluzinationen, in denen er das Kind sieht) ist insoweit noch akzeptabel, als sie verdeutlicht, warum er jenseits aller moralischen Bedenken an der Entwicklung eines Allheilmittels forscht. Robert Brettenaughs Performance ist in diesen Szenen schon ganz gut, noch besser wird es in der Verwandlungsphase. Der Schauspieler geht ganz aus sich heraus und zeigt Mut zur Hässlichkeit! Als ausgewachsener Vampir mit geschorenem Kopf ist er kaum wiederzuerkennen und durchaus furchteinflößend.

Ganz anders Alexandra Bard. Weder kaufe ich ihr die schlaue Studentin ab, die am Ende ein Heilmittel entwickelt, noch schafft sie es, Gemmas bedingungslose Liebe zu Moorehouse glaubwürdig zu transportieren. Sie scheint kaum beeindruckt von der Tatsache zu sein, dass der gute Mann eine unbekannte Anzahl von Personen auf übelste Weise ermordet hat ... Die Schauspielerin mimt anfangs auf geradezu nervtötende Weise das Naivchen. Sollte das beabsichtigt gewesen sein, damit ihre finale Wandlung besonders krass rüberkommt, dann ist das gründlich daneben gegangen. Auch Gemma hat eine Hintergrundgeschichte. Ihr Vater ist dement und leidet an der Parkinson-Krankheit. Das Ganze ist nicht völlig sinnlos (nach dem Tod ihres Vaters weiß Gemma nicht wohin und kehrt zu Moorehouse zurück), aber doch verzichtbar. Die deutsche Synchronisation gibt dem Film dann den Rest.

Die (seltenen) Szenen mit Gewaltspitzen sind so schnell geschnitten - manchmal sind es nur Einzelbilder - dass ich mich gefragt habe, warum der Film eine so hohe Altersfreigabe erhalten hat. Ganz einfach: Der Film ist frei ab 16 Jahren, enhält aber Trailer zu FSK-18-Filmen. Übrigens wird Moorehouses Heilung nicht schlüssig erklärt. Mir ist aufgefallen, dass am Ende in mindestens einer Szene Dialog fehlt. Man sieht, wie Alexandra Bard die Lippen bewegt, aber man hört nichts. Das ist vermutlich die Erklärung für die fehlende Erklärung.


J. Kreis, 16.08.2016




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