Stitches


Stitches - Böser Clown (Irland, 2012)
- Stitches -

DVD Regionalcode 2, Universal
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 83 Minuten

Extras:
- Making of (19:16 Min.)
- Trailer

Regie:
Conor McMahon

Hauptdarsteller:
Tommy Knight (Tom)
Ross Noble (Richard Grindle, genannt "Stitches")
Gemma-Leah Devereux (Kate)
Shane Murray Corcoran (Vinny)




Story

Richard Grindle, genannt "Stitches", verdient sein Geld als Partyclown. Eines Tages tritt er bei der Geburtstagsfeier eines kleinen Jungen namens Tom auf, agiert dabei aber so lustlos, dass sich die Kinder langweilen. Sie machen sich über den ziemlich heruntergekommenen Clown lustig und spielen ihm einen Streich, der allerdings böse in die Hose geht. Vinny bindet dem Mann die Schnürsenkel unbemerkt zusammen, dann wirft Tom ihm etwas zu. Grindle stolpert, fällt in ein Messer und stirbt vor den Augen der Kinder. Tom macht sich Vorwürfe und besucht Grindles Grab. Er beobachtet eine Gruppe von Clowns, die in einem alten Turm ein bizarres Ritual zelebrieren. Tom wird entdeckt. Man erklärt ihm, dass ein Clown, der eine Vorstellung nicht zu Ende gebracht hat, keine Ruhe finden kann. In den folgenden Jahren wird Tom von Angstzuständen geplagt. Er hat Visionen von Mörderclowns und muss Medikamente nehmen. Er versucht mehr über das Ritual herauszufinden und sammelt alle Informationen über Clowns, die er finden kann. Er findet heraus, dass jeder Clown ein Hühnerei mit seinem Gesicht bemalen muss. Das Ei wird dann in dem alten Turm auf dem Friedhof aufbewahrt.

Sechs Jahre nach Grindles Tod veranstaltet Tom erstmals wieder eine Geburtstagsparty. All seine Freunde und Schulkameraden sowie diverse uneingeladene Gäste kommen, denn Tom hat sturmfreie Bude. Als die Feier in vollem Gange ist, erhebt sich Stitches aus seinem Grab, um sich an Tom und den anderen Jugendlichen zu rächen, die seinen Tod verschuldet haben. Dazu gehört neben Vinny auch Toms heimliche Angebetete Kate. Einer nach dem anderen fällt den mörderischen Scherzen des Clowns zum Opfer. Nur Tom erkennt, was vor sich geht, aber niemand glaubt ihm, bis eine Leiche gefunden wird und Stitches sich offen zeigt. Panik bricht aus. Vinny flieht, aber Tom bleibt zurück, um Kate beizustehen. Verfolgt von Stitches radeln die beiden zum Friedhof. Tom glaubt, eine Möglichkeit gefunden zu haben, den unverwüstlichen Untoten unschädlich zu machen: Er muss das Ei mit dem Gesicht des Clowns vernichten. Als Tom nach einigen Schwierigkeiten endlich das richtige Ei in Händen hält, ist Stitches zur Stelle. Er schlägt Tom nieder und nimmt das Ei an sich. Tom und Kate sind ihm nun hilflos ausgeliefert.

Da greift Vinny ein. Wie vor sechs Jahren verknotet er die Schnürsenkel des Clowns. Da sich Stitches nicht entscheiden kann, wen er zuerst erstechen soll, schlägt Tom vor, eine Münze zu werfen. Wieder bringen die Kids den Clown zum Stolpern. Er fällt fast auf das Ei, kann sich aber abfangen. Tom springt ihm auf den Kopf, so dass Stitches das Ei selbst zerbricht. Der untote Clown löst sich in Glibber auf. Sechs Monate später - Tom und Kate sind ein Paar - steht Toms Umzug in ein neues Haus bevor. Im alten Turm ist der Anführer der Clowns damit beschäftigt, das zerbrochene Stitches-Ei wieder zusammenzusetzen...


Kringels Meinung

Ich mag keine Clowns. Ich finde sie nicht witzig, sondern eher gruselig, ihre geschminkten Gesichter kommen mir wie die Fratzen von vollkommen Wahnsinnigen vor. Wenn Clowns allerdings dementsprechend eingesetzt werden, dann mag ich sie sehr. Man denke nur an Pennywise in Stephen Kings Roman "Es" oder Captain Spaulding im Film Haus der 1000 Leichen. Stitches reiht sich da nahtlos ein. Tatsächlich ist der Film hauptsächlich seinetwegen sehenswert. Der Auftakt bietet schon gleich die richtige Einstimmung. Grindle, schlecht geschminkt, schmuddelig gekleidet und mies gelaunt, verlässt seinen versifften Wohnwagen (in dem er gerade noch seine Freundin beglückt hat), rast mit einem klapprigen Kleinwagen zum Kindergeburtstag, fährt die Blagen fast über den Haufen, beleidigt die Mutter und legt dann eine grottenschlechte, gerade deshalb aber urkomische Clownsvorstellung hin.

Grindles Tod zeigt dann deutlich, wohin die Reise noch gehen soll: Das Messer ist quer durch den Schädel gedrungen. Als er es herauszieht, spritzt das Blut in hohem Bogen hervor. Tom, der das alles mit ansieht, ist bald von oben bis unten rot. Tja, und nachdem sich Stitches aus dem Grab erhoben hat, zahlt er es den Kids mit gleicher Münze heim. Das Besondere daran ist: Jeder Mord ist eine pervertierte Clownsnummer. Eines seiner Opfer hat als Kind die von Stitches angefertigten Ballonfiguren verspottet und zum Platzen gebracht. Nun werden dessen Gedärme als Ballons zweckentfremdet und sein Kopf wird aufgepumpt, bis er platzt. Ein anderer Typ hat Eiscremekugeln nach dem Clown geworfen. Jetzt öffnet Stitches dessen Schädeldecke und löffelt das Hirn wie Eisbällchen heraus... Die phantasievollen, größtenteils handgemachten Effekte sind gut gelungen und sehr blutig, allerdings sieht man ab und zu doch recht deutlich, dass da mit Gummi-Gliedmaßen und dergleichen hantiert wird. Das verleiht dem Film einen etwas trashigen Charme. Was den Splatter-Faktor angeht, ist der Film jedenfalls durchaus akzeptabel. Durch Ross Nobles Performance gewinnt er eine besondere Note. Stitches ist schon zu Lebzeiten ein unangenehmer Typ, aber als Untoter schießt er wirklich den Vogel ab!

Leider dauert es ziemlich lang, bis es soweit ist. Natürlich wird eine gewisse Expositionsphase benötigt, damit die jugendlichen Hauptfiguren soweit etabliert werden können, dass ihr Ableben dem Zuschauer nicht völlig gleichgültig ist. Doch diese Phase ist definitiv zu lang, um nicht zu sagen langweilig. Sie wird ein wenig durch Toms Visionen aufgelockert; hier kommt bereits der eine oder andere blutige Effekt zum Einsatz. Auf die Partyvorbereitungen hätte man aber ebenso verzichten können wie auf manche Nebenfigur, sowie auf das Gezicke zwischen Tom und diversen unfreundlichen Mitschülern - plattes Teenie-Gelaber inklusive. Das ist weder witzig noch trägt es irgendwie zur Handlung bei. Allerdings wäre der Film dann wohl höchstens eine Stunde lang geworden. Wenn der Film aber erst einmal in Fahrt gekommen ist, darf man sich über einige herrlich übertriebene Tode, tiefschwarzen Humor und einen wirklich bösen und trotzdem sehr lustigen Clown freuen.


DVD-Features

Das Making of ist leider sehr kurz; ich hätte gern einen genaueren Blick auf die Entstehung der maskenbildnerischen Effekte geworfen. Man kann aber gut sehen, dass alle mit großem Spaß bei der Sache waren - und der Enthusiasmus des Regisseurs wirkt richtig sympathisch. Er sagt, er habe einen Film im Stil von The Evil Dead und Braindead machen wollen. Ich würde sagen, das ist ihm gelungen.


Screenshots


Stitches

Die Rasselbande in gespannter Erwartung. Das wird sich bald ändern...


Stitches

...denn mit solchen Tricks kann man bei den Kids von heute nicht punkten.


Stitches

Das kann nicht gut ausgehen...


Stitches

...und tatsächlich geht es böse ins Auge.


Stitches

Das Stitches-Ei


Stitches

Tom und Kate in der Anbahnungsphase


Stitches

Könnt ihr erraten, aus welcher Körperöffnung dieses Kaninchen hervorgezaubert wurde?


Stitches

Das kommt dabei heraus, wenn man sich über einen Clown lustig macht


Stitches

Pump up the... Head!


Stitches

So findet Stitches sein (vorläufiges) Ende


J. Kreis, 05.02.2015




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