Starship Troopers Invasion


Starship Troopers: Invasion (Japan/USA, 2011)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 89 Min.

Extras
- Filmkommentar
- Das Making of von "Starship Troopers: Invasion" (79:59 Min.)
- Entfallene Szenen (1:36 Min.)
- Gag Reel (3:24 Min.)
- Galerie: Künstlerische Konzeption

Regie:
Shinji Aramaki




Story

Zur Vorgeschichte: Siehe Starship Troopers und Starship Troopers 3: Marauder. Im Gegensatz zu den beiden genannten Filmen handelt es sich bei "Starship Troopers: Invasion" um einen CGI-Animationsfilm.

Die Föderation der Menschheit führt seit vielen Jahren Krieg gegen das Insektenvolk (die "Bugs") vom Planeten Klendathu. Dr. Carl Jenkins, Minister für paranormale Kriegsführung, betreibt geheime Forschungen in der Asteroidenbasis Fort Casey. Die Station wird vom Schlachtschiff JOHN A. WARDEN unter dem Kommando von Captain Carmen Ibanez gesichert. Jenkins ordnet die Gefangennahme einer Bug-Königin an. Major Henry Varro, Kommandant der in Fort Jenkins stationierten Truppen, verweigert diesen Befehl, da er das Risiko für zu hoch hält. Die Bug-Königin wird trotzdem nach Fort Casey gebracht. Varro landet in der Arrestzelle. Wenig später wird die Basis von Bugs überrannt. Das Raumschiff ALESIA wird zur Evakuierung der Überlebenden angefordert. Während die Soldaten der ALESIA einige Trooper der Basis unter hohen eigenen Verlusten in Sicherheit bringen, wird Ibanez von Jenkins ihres Kommandos enthoben und zur ALESIA versetzt. Auch Varro wird zu diesem Schiff gebracht. Der gesamte Asteroid wird gesprengt, sobald beide Schiffe abgelegt haben. Die ALESIA macht sich auf den Rückweg zur Erde.

Aus dem wohlverdienten Urlaub für die Soldaten wird jedoch nichts. Die ALESIA wird von General Johnny Rico kontaktiert und erhält den Befehl, nach der JOHN A. WARDEN zu suchen, denn der Kontakt mit diesem Schiff ist abgebrochen. Auf besonderen Wunsch der Soldaten von Fort Casey erhält Varro die Erlaubnis, das Enterkommando anzuführen. Die JOHN A. WARDEN wird in der Nähe eines Wurmlochs aufgespürt, das als Verbindung zur Erde genutzt werden kann und dessen Energien Funkverbindungen unmöglich machen. Ibanez begleitet Varros Soldaten. In der JOHN A. WARDEN lebt nur noch Jenkins. Er hält sich in einer Gefängniszelle versteckt und weigert sich, sie zu verlassen. Ansonsten gibt es in dem Schiff nur Leichen - und Massen von Bugs, die sofort angreifen, als Varros Leute die Energieversorgung reaktivieren. Auch die Bug-Königin ist an Bord. Sie übernimmt die Kontrolle über sämtliche Schiffssysteme und löst die Waffen aus. Die ALESIA wird vernichtet. Dann steuert die Königin das Schlachtschiff ins Wurmloch. Ibanez erkennt, dass die Königin einen direkten Angriff auf die Erde ausführen will. Es gibt keine Möglichkeit, die Menschen zu warnen.

Rico beobachtet die Ankunft der JOHN A. WARDEN von einer Orbitalstation aus. Er entsendet drei Kampfraumer, die vergeblich versuchen, das Schiff aufzuhalten. Das Schlachtschiff tritt in die Erdatmosphäre ein und nähert sich Paris. Inzwischen ist es einer Scharfschützin aus Varros dezimiertem Team gelungen, sich der Bug-Königin unbemerkt zu nähern. Sie feuert auf das riesige Wesen und lenkt es für kurze Zeit ab, so dass Ibanez den Kurs der JOHN A. WARDEN geringfügig ändern kann. Das Schiff stürzt in einer unbewohnten Gebirgsregion ab. Die Waffen bleiben jedoch funktionsfähig, so dass die Bug-Königin alle Atomraketen abfangen kann, die von der Orbitalstation auf die JOHN A. WARDEN abgeschossen werden. Rico und einige andere Soldaten springen mit Marauder-Kampfrüstungen ab, um die Bugs daran zu hindern, das abgestürzte Schiff zu verlassen, und Varros Leute sowie Ibanez zu retten. Nur Rico erreicht die JOHN A. WARDEN. Während Varro die Bug-Königin ablenkt, wobei er getötet wird, vermint einer seiner Männer die Antriebssysteme. Die Menschen erhalten unerwartete Unterstützung durch Bugs, die von Jenkins per Gedankenkontrolle ferngesteuert werden. Genau darum ging es bei seinem Geheimprojekt, für das er die Bug-Königin gebraucht hat.

Ibanez, Jenkins und die letzten drei Soldaten schlagen sich zu einem Fluchtshuttle durch. Rico tritt der Bug-Königin allein entgegen und beschäftigt das Ungeheuer solange, bis das Shuttle startklar ist. In letzter Sekunde kehrt Rico zurück und entkommt mit seinen Kameraden aus der JOHN A. WARDEN, die anschließend in einer gigantischen Explosion vernichtet wird. Der Druckwelle fallen auch einige Bugs zum Opfer, die das Schiff bereits verlassen haben...

Kommentar

...aber nicht alle Bugs werden getötet. In einer kurzen Szene nach dem Abspann sieht man, wie ein Bug durch die Kanalisation läuft. Bedeutet das, dass der Film fortgesetzt werden soll? Wenn ja, dann kann ich nur hoffen, dass sich jemand beim Schreiben des Drehbuchs mehr Mühe gibt, denn einen solchen von A bis Z unlogischen, wirren Bockmist wie "Starship Troopers: Invasion" habe ich mir schon lange nicht mehr angetan. Vom Zynismus des als Militärsatire angelegten Films Starship Troopers aus dem Jahre 1997, jener bissigen, überspitzten Karikatur von Robert A. Heinleins Roman, kann keine Rede mehr sein. Die Story ist so dünn wie ein Stück Klopapier und die Figurenzeichnung ist total missraten bzw. in den meisten Fällen schlicht nicht vorhandenen. Zugegeben: Wenn in einem Film keine realen Schauspieler auftreten, sondern nur CGI-Figuren, dann ist es für den Zuschauer an sich schon schwer, Anteil zu nehmen. Wenn die Figuren aber derart vernachlässigt werden wie hier, dann ist es völlig egal, ob das gesichts- und seelenlose Kanonenfutter überlebt oder stirbt. Rico, Carmen und Carl, die Helden des ersten Films, sind zwar wieder mit dabei, aber weder ähneln sie ihren realen Vorbildern, noch wurden die damaligen Schauspieler als Sprecher verpflichtet. Zu all diesen Schwächen kommt auch noch eine schwerfällig-holprige Dramaturgie, die erst recht keine Spannung aufkommen lässt. Im Grunde wiederholt sich dieselbe Szene x-mal: Irgendwelche Soldaten bringen sich selbst aufgrund unfassbarer Dämlichkeit in tödliche Gefahr. Massen von Bugs greifen an, es wird wild geballert. Ein Soldat opfert sich, um den anderen die Flucht oder den Angriff zu ermöglichen. Die Kameraden rücken weiter vor und tappen in die nächste Falle. Ein weiterer Soldat muss sich opfern, damit die anderen davonlaufen können... Ansonsten wird viel Zeit mit dummem Geplänkel zwischen den Soldaten und der sinnfreien Präsentation von CGI-Nacktheit verschwendet. Die vielen Action-Szenen sind nicht im Entferntesten mitreißend genug, um über die gewaltigen Plotlöcher hinwegzutäuschen.

Und die sind wirklich reichlich vorhanden. Nur ein paar Beispiele: Es gibt keinen Grund für die Hinzuziehung der ALESIA. Schließlich ist die JOHN A. WARDEN, ein viel größeres Schlachtschiff, schon vor Ort. Zu welchem Zweck werden also die Soldaten der ALESIA benötigt? Auch Carmens Verlegung zur ALESIA ist völlig sinnlos. Warum sind alle Korridore so riesig, dass Massen von drei Meter großen Bugs hindurchwuseln können? Wohlgemerkt: Korridore in Raumschiffen, wo doch zwangsläufig chronischer Platzmangel herrschen muss. Man könnte einwenden, dass die Korridore deshalb einen so großen Querschnitt haben, damit die Marauder-Kampfrüstungen hineinpassen. Das kann aber nicht sein, denn die Soldaten verwenden diese Rüstungen überhaupt nicht. Warum eigentlich nicht? Sollten die Menschen nach mehr als zehn Jahren voller Kämpfe gegen die Bugs nicht allmählich begriffen haben, dass man gegen diese Viecher immer die schwersten aller denkbaren Geschütze auffahren muss? Die Bug-Königin ist noch ein anderes Thema. Die ist so gewaltig, dass sie selbst in den großen Korridoren steckengeblieben wäre. Wie hat sie es bis in den Maschinenraum geschafft? Und warum wurde sie nicht besser gesichert? Woher kommen all die Bug-Krieger? Hat die Königin innerhalb von ein paar Stunden Hunderte davon ausgebrütet, oder war Jenkins so freundlich, die Viecher mitzunehmen? Gut, er wird sicher Material für seine Experimente gebraucht haben, aber so viele auf einmal??? Warum ist Jenkins zunächst komplett durchgedreht und katatonisch, kurz danach aber wieder völlig normal und einsatzbereit? Warum schließen die in der JOHN A. WARDEN festsitzenden Soldaten nicht die Tür zur Zentrale hinter sich? Möglich wäre es durchaus, aber sie machen die Tür offensichtlich erst zu, nachdem die erste Bug-Angriffswelle abgewehrt ist. Warum wird die Erde nur durch eine läppische Orbitalbasis und drei kleine Kampfschiffe geschützt? Wieso bleibt die JOHN A. WARDEN trotz des Feuers dreier Schiffe und der Orbitalstation völlig unbeschädigt, löscht die drei Schiffe aber problemlos aus? Und so weiter und so fort Wer denkt sich so einen Unsinn aus?

Bleibt noch die Schauwerte. Auch die können leider nicht restlos überzeugen. Zunächst einmal fällt auf, dass offenbar "digitales Filmkorn" eingefügt wurde, vielleicht weil der CGI-Look sonst zu steril und künstlich wirken würde. Es stört aber nur. Animationen, Texturen, Explosionseffekte, Raumschiffe, Waffen, Bugs usw. hinterlassen einen uneinheitlichen Eindruck. Es gibt durchaus viele wunderschön designte Objekte und spektakuläre Szenen, aber sobald menschliche Gesichter zu sehen sind, wird's grottig. Auch sonst wirkt so manches veraltet - da wird in Zwischensequenzen aktueller Videospiele schon erheblich bessere Qualität geboten! Die 16er-Altersfreigabe ist berechtigt, denn außer den bereits erwähnten sinnlosen Nacktszenen gibt's so einiges an Blut, Eingeweiden und zerstückelten Körpern zu sehen. Dadurch wird's aber auch nicht besser.

Blu-ray-Features

Das Making of kann sich sehen lassen. Alle Beteiligten - auch Executive Producer Casper van Dien - kommen zu Wort und erläutern, was sie in ihren Arbeitsbereichen getan haben. Dazu werden jeweils passende Filmausschnitte gezeigt und es gibt etwas Hinter-den-Szenen-Material zu sehen. Dem Regisseur wurde zum Beispiel erlaubt, in den Sony-Archiven nach Material vom ersten "Starship Troopers"-Film zu stöbern. Man sieht Schauspieler bei Aufnahmen fürs Motion Capturing. Ein Produktionsmitarbeiter übernimmt dabei die Rolle der Bugs und steigert sich derart hinein, dass er zum Amüsement der Schauspieler schreiend herumläuft. Besonders interessant sind die Kommentare des für die MoCap-Arbeiten zuständigen Mitarbeiters über die "Ausländer", d.h. über die europäischen bzw. amerikanischen Schauspieler. Angeblich wurde nicht auf japanische Schauspieler zurückgegriffen, weil die keine so ausgeprägte Mimik und Körpersprache haben wie Menschen aus dem Westen. Mehrmals wird betont, dass die Japaner besonders fasziniert von den Powerrüstungen in Heinleins Roman sind. Die kommen ja im ersten Film gar nicht vor und im dritten nur kurz.

Das restliche Bonusmaterial ist nicht der Erwähnung wert, allerdings habe ich mir den Audiokommentar noch nicht zu Gemüte geführt. Die beiden so genannten entfallenen Szenen sind nur leichte Erweiterungen bereits vorhandener Szenen, z.T. sind nur unvollständige CGI-Effekte vorhanden. Im "Gag Reel" sieht man ein paar Filmszenen mit anderem Text. Da haben sich die Synchronsprecher entweder unabsichtlich oder bewusst verplappert.


J. Kreis, 15.01.2013




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