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starship_troopers Starship Troopers (USA, 1997)

DVD - Regionalcode 2, Touchstone Home Video
FSK: 18
Laufzeit: ca. 130 Minuten

Extras
Keine

Regie:
Paul Verhoeven

Hauptdarsteller:
Casper Van Dien (Johnny Rico)
Dina Meyer (Dizzy Flores)
Denise Richards (Carmen Ibanez)
Jake Busey (Ace Levy)
Clancy Brown (Sargent Zim)
Patrick Muldoon (Zander Barcalow)
Michael Ironside (Lt. Jean Rasczak)





Inhalt:

Im 23. Jahrhundert gilt nur derjenige als vollwertiger Bürger mit Wahlrecht usw., der zuvor seinen Militärdienst abgeleistet hat. Auf der Erde selbst und ihren Kolonien gibt es zwar keine Kriege mehr (jedenfalls keine, in denen Menschen gegeneinander kämpfen), die Menschheit hat aber einen neuen Feind: Ein insektoides Volk vom Planeten Klendathu, welches ebenfalls einige Welten besiedelt hat. Diese Wesen - allgemein nur "Bugs" (Käfer oder Schaben) genannt - kommen in verschiedenen Arten vor. Die häufigste Variante sind Kriegerdrohnen, die das Äquivalent zu Fußsoldaten bilden und stets zu Abertausenden angreifen. Eine Nummer größer, aber seltener, sind solche Bugs, die einen säureartigen Plasmastrom auf ihre Gegner speien können. Die schlimmste Waffe der Bugs ist aber ihre lebende Artillerie. Diese Wesen können große Plasmakugeln abfeuern, mit deren Hilfe sie ganze Asteroiden auf bestimmte Flugbahnen stoßen können. Mit diesen Geschossen greifen sie die von Menschen besiedelten Planeten und sogar die Erde an.

Buenos Aires. Johnny Rico und seine Freundin Carmen Ibanez haben ihren Schulabschluss in der Tasche und entscheiden sich (natürlich) für eine militärische Laufbahn. Während Carmen davon träumt, Raumschiffspilotin zu werden, verschlägt es Rico wegen schlechter schulischer Leistungen zur mobilen Infanterie. Ricos Eltern sind gegen diese Idee, aber er lässt sich auch durch eine drohende Enterbung nicht von ihr abbringen. Nicht, weil er ein so begeisterter Soldat wäre, nein: Er will lediglich aus Liebe zu Carmen zum Militär. Leider laufen die Dinge alles andere als gut für Rico. Der Drill bei der Infanterie ist gelinde gesagt unmenschlich und zu allem Übel begegnet Carmen an Bord des Raumschiffs, auf dem sie dient, auch noch Ricos schlimmstem Rivalen um ihre Gunst. Rico denkt, er sei am Tiefstpunkt angelangt, als Carmen ihm per Videobotschaft mitteilt, dass ihre Beziehung keine Zukunft hat, weil ihre Karriere ihr wichtiger ist. Es kommt aber noch schlimmer, denn Rico verschuldet während einer Übung mit scharfer Munition den Tod eines anderen Rekruten. Er wird zur Strafe ausgepeitscht und will schon den Dienst quittieren, als eine Schreckensnachricht alles verändert: Die Bugs haben einen Asteroiden direkt auf Buenos Aires gelenkt. Dort ist niemand am Leben geblieben, auch Ricos Eltern sind unter den Opfern.

Das gibt den Ausschlag: Rico zieht die Ausbildung durch, und zwar jetzt nicht mehr wegen seiner (Ex-)Freundin, sondern weil er es den Bugs heimzahlen will. Er findet neue Freunde unter den Kameraden. Darunter ist auch Dizzy, eine ehemalige Mitschülerin, die ihn schon immer angebetet hat. Alsbald findet sich Rico in der ersten Angriffswelle auf einem Bug-Planeten wieder. Aus dem Rachefeldzug wird allerdings nichts, denn mit ihren Sturmgewehren haben die Infanteristen keine Chance gegen die unglaubliche Überzahl der nur schwer zu tötenden Bugs. Die Insektoiden richten ein schreckliches Gemetzel unter den Landungstruppen an, selbst einige der im Orbit kreisenden Raumschiffe werden durch Plasmakugeln beschädigt. Rico wird schwer verwundet und verbringt längere Zeit in einem Heiltank. Als er wieder gesund ist, wird Rico mit den Resten seiner alten Einheit den "Roughnecks" zugeteilt, einer kampferprobten Truppe, deren Anführer ironischerweise einer von Ricos früheren Lehrern ist. Sie schlagen sich auf einem Bug-Planeten bis zu einer vom Feind überrannten Festung durch, wo sie sich bald selbst gegen eine Übermacht von Insektensoldaten wehren müssen. Da die Verluste groß sind, avanciert Rico schnell zum Befehlshaber. Am Ende bleibt den Menschen nur der Rückzug, dabei fällt Dizzy im letzten Moment einem Bug zum Opfer. Die Infanteristen müssen aber gleich wieder in den Einsatz, denn der militärische Geheimdienst hat auf dem Planeten eine wichtige Entdeckung gemacht. Den Landefähren schlägt heftiges Abwehrfeuer entgegen, gleichzeitig wird Carmens Schiff, das im Orbit kreist, von Bugs abgeschossen. Mit einer kleinen Rettungsfähre baut sie eine Notlandung auf dem Planeten und wird zusammen mit Zander, Ricos Rivalen, von den Insektenkriegern verschleppt.

Rico folgt ihr in ein unterirdisches Tunnelsystem. Dort haust die Insektenkönigin der Bugs, der sogenannte "Brain-Bug". Dieses aufgeblähte Vieh verfügt im Gegensatz zu den anderen Käfern über Intelligenz, es ist die treibende und lenkende Kraft hinter den Drohnen-Heerscharen. Der Brain-Bug verleibt sich Zanders Gehirn ein, indem er es direkt aus der Hirnschale schlürft. Rico befreit Carmen, bei der er jetzt wieder freie Bahn hat, bevor ihr das gleiche Schicksal widerfährt. Ein anderer Trupp nimmt den Brain-Bug gefangen. Damit ist ein Wendepunkt im Kampf gegen den Feind erreicht, aber der Krieg ist noch lange nicht beendet...


Der Film:

Eins vorab: Dem Film liegt der gleichnamige Roman von Robert A. Heinlein zugrunde. Den kenne ich allerdings nicht und kann deshalb nicht sagen, ob es sich um eine adäquate Verfilmung handelt oder nicht.

Die Meinungen über diesen Film sind geteilt. Ist Starship Troopers ein kriegs- und gewaltverherrlichendes Machwerk, in dem nicht nur Hurra-Patriotismus, sondern fast schon faschistisches Gedankengut verbreitet wird? Oder ist es eine Art überdrehter SF-Antikriegsfilm mit bissigen Seitenhieben auf Medienpropaganda, wie wir sie auch heutzutage schon (oder noch) erleben? Gegen erstere Version spricht die bis zur Karikatur übertriebene Darstellung des Militarismus (man denke nur an den Typen mit den Beinprothesen, der Rico in der Mobilen Infanterie willkommen heißt). Allerdings werden die Kampfszenen doch allzu genüßlich dargestellt, die direkt aus der Garderobe des Dritten Reichs stammenden Uniformen sehen allzu schick aus und die markigen Sprüche der Roughnecks werden zu ernsthaft gebracht, als dass man noch von einer Kriegsfilmparodie o.ä. sprechen könnte. Dennoch wird all das durch den beißenden Zynismus einigermaßen entschärft. Wie auch immer: Zuschauern mit moralischem Feingefühl wird sich vermutlich der Magen umdrehen, wenn sie diesen Film sehen. Von der expliziten Gewaltdarstellung ganz zu schweigen.

Alle anderen haben jedoch ihren Spaß daran! Denn wenn man sich über diese Dinge keine Gedanken macht, dann kann man ein schönes SciFi-Spektakel mit allem Drum und Dran erleben. Es gibt riesige Raumschiffe, die nicht einfach nur in einem Feuerball explodieren, sondern allmählich zu Klump geschossen werden, so dass man aufklaffende Sektionen mit mehreren Decks sehen kann, aus denen alles mögliche in den Weltraum gerissen wird. Es gibt die schon von Robocop bekannten Einblendungen von fiktiven TV-Werbespots, diesmal als Werbung für die Armee bzw. als Propaganda. Und es gibt die Bugs. VIELE Bugs. Ganze Heerscharen der großen Krabbelviecher überrennen die Soldaten und sehen dabei verdammt gut aus, denn es ist relativ einfach, derartige Wesen (harte Exoskelette mit genau definierten, mechanischen Bewegungsabläufen) per CGI darzustellen. Auch die Gore-Fans kommen auf ihre Kosten, denn in der ungeschnittenen Version, die mir vorliegt, bekommt man zahlreiche sehr interessante Beispiele für die Kampfweise der Bugs zu sehen. Die Viecher haben nämlich die Angewohnheit, ihre Gegner zu verstümmeln, zu enthaupten, zu halbieren oder mit einer Art Säurespucke aufzulösen. Nicht zu vergessen: Der Brain Bug! Der hat eine Vorliebe für menschliche Gehirne, die er sich mit Hilfe eines Stachels mit Saugrüssel zu Gemüte führt - ganz so, wie man einen Milkshake schlürft...

A propos Gehirn: Wenn man Starship Troopers ins Laufwerk legt, schaltet man das Hirn am besten ab. Dann kann man hinterher entspannt lächelnd sagen: "Was für ein Gemetzel"! Würde das Gehirn auch nur eine Sekunde lang funktionieren, dann würde man (neben dem fragwürdigen Setting) sofort das größte Problem der Story entdecken: Es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund dafür, dass immer nur mit leicht bewaffneten Fußsoldaten gegen die Bugs vorgegangen wird. Ein paar auf den Planeten abgefeuerte Atombomben, ein paar schwere Panzer mit großkalibrigen Kanonen und die Bugs wären Geschichte. Egal: Starship Troopers ist ein äußerst kurzweiliger, hervorragend ausgestatteter SF-Actioner mit tollen Spezialeffekten, dem man, wenn man wohlwollend eingestellt ist, durchaus gesellschaftskritische Aspekte zuerkennen kann.

Die DVD:

Dies ist meine einzige zweiseitige DVD. Da kommen direkt nostalgische Gefühle auf, wenn man wie einst beim Plattenspieler aufstehen muß, um den Silberling umzudrehen! Sonst gibt's nichts dazu zusagen, denn Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

J. Kreis, 20.08.2009


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