Starman


Starman (USA, 1984)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 115 Minuten

Extras
- Trailer

Regie:
John Carpenter

Hauptdarsteller:
Jeff Bridges (Starman / Scott Hayden)
Karen Allen (Jenny Hayden)
Charles Martin Smith (Mark Shermin)
Richard Jaeckel (George Fox)




Inhalt:

Voyager 2, eine Raumsonde der NASA, wird irgendwo im All von Außerirdischen abgefangen. Es gelingt ihnen, die auf einer goldenen Datenplatte gespeicherten Bild- und Toninformationen zum Planeten Erde und zur Menschheit zu entschlüsseln. Sie beschließen, der von den Menschen ausgesprochenen Einladung zu folgen und die Erde zu besuchen. Einer der Außerirdischen, ein körperloses Energiewesen, soll den Planeten erkunden. Die Begrüßung fällt allerdings nicht so freundlich aus, wie es die Friedensbotschaften der Datenplatte vermuten ließen. Das kleine Raumschiff des Erkunders wird beim Eintritt in die Erdatmosphäre über den USA geortet und von zwei Kampfflugzeugen mit Raketen beschossen. Das Schiff wird beschädigt und stürzt im Bundesstaat Wisconsin ab. Der Außerirdische muss sein Schiff aufgeben. Als einziges Hilfsmittel nimmt er sieben kleine Kugeln mit, die er in Energie umwandeln und für die verschiedensten Zwecke einsetzen kann. Mit Hilfe der ersten Kugel nimmt er Kontakt mit seinen Artgenossen auf, teilt mit, dass er sich in feindlicher Umgebung befindet, und bittet um Abholung in "Landegebiet Eins". Dieses Gebiet muss er innerhalb von drei Tagen erreichen, denn seine Artgenossen werden nicht auf ihn warten. Außerdem kann er nur drei Tage lang auf der Erde überleben.

Der Außerirdische dringt unbemerkt in das Haus der jungen Witwe Jenny Hayden ein, die vor kurzem ihren Ehemann Scott bei einem Unfall verloren hat. In einem Fotoalbum findet der Außerirdische Bilder und Haare Scotts. Aus letzteren extrahiert er Genmaterial, um Scotts Körper reproduzieren und so seine Gestalt annehmen zu können. Jenny sieht das extrem schnelle Wachstum des Scott-Klons mit an. Obwohl sie weiß, dass "Starman" nicht Scott sein kann, fühlt sie sich doch zu ihm hingezogen. Starman zwingt sie, ihn nach Arizona zu fahren. Polizei und Militär setzen alles daran, den Außerirdischen zu finden. George Fox, Chef der Nationalen Sicherheitsbehörde (NSA), organisiert die Operation. Ihm ist klar, womit er es zu tun hat, und dass die Außerirdischen der Menscheit um Jahrtausende voraus sind. Er wäre bereit, Starman zu verhören und zu foltern, um sich sein Wissen anzueignen. Die Suche wird jedoch zunächst von Mark Shermin geleitet, einem Wissenschaftler vom SETI-Programm. Er will einen friedlichen Erstkontakt herstellen und lehnt das skrupellose Vorgehen der NSA ab.

Während der Reise quer durch das ganze Land versucht Jenny zu fliehen. Sie hat zwar keinen Erfolg, zieht aber Aufmerksamkeit auf sich, was dazu führt, dass Starmans Verfolger seine Spur aufnehmen können. Außerdem wird der ursprüngliche Kurs seines Schiffes rekonstruiert. Dem zufolge hätte es im Barringer-Krater landen sollen, und genau dorthin ist Starman jetzt unterwegs. Jenny begreift bald, dass Starman ein zutiefst friedliebendes Wesen ist und ihr kein Leid zufügen will. Die beiden kommen sich näher, und Starman erkennt, dass nicht die gesamte Menschheit böse ist. Tatsächlich verliebt er sich in Jenny, die seine Gefühle erwidert. Eines Nachts versuchen zwei Polizisten, Starman gefangen zu nehmen. Dabei wird Jenny tödlich verwundet. Starman muss zwei Energiekugeln einsetzen, um zu entkommen und Jenny zu retten. Danach reist er allein weiter, um sie nicht weiter zu gefährden. Sie folgt ihm jedoch und kann gerade noch verhindern, dass er vom Militär aufgegriffen wird. Nach einer Liebesnacht erklärt Starman, Jenny werde ein Kind bekommen - zwar ein Kind des Scott-Klons, aber ausgestattet mit Starmans gesamtem Wissen.

Als die beiden den Krater erreichen, laufen sie der Polizei praktisch in die Arme. Shermin trifft ein, aufgeregt wie ein Kind angesichts der Möglichkeit, mit einem Außerirdischen zu sprechen. Starman offenbart ihm, dass sein Volk die Menschen schon lange beobachtet, und dass es zahlreiche Zivilisationen im All gibt. Obwohl er seinen Job riskiert, lässt Shermin Starman und Jenny gehen, als er erfährt, dass der Außerirdische stirbt. Während des Abstiegs in den Krater werden Starman und Jenny von Hubschraubern verfolgt, doch dann erscheint ein gigantisches kugelförmiges Raumschiff direkt über dem Krater. Es sendet einen Energiestrahl aus, der Starmans Kräfte wiederherstellt. Die Liebenden müssen sich für immer voneinander verabschieden, denn Jenny könnte in Starmans Welt nicht überleben, und Starman wird niemals zur Erde zurückkehren. Bevor er vom Schiff aufgenommen wird, gibt Starman Jenny die letzte Energiekugel. Sein Sohn, so sagt er, wird wissen, was er damit tun kann.

Der Film:

Na ja, so ganz hat Starman beim Abschied nicht die Wahrheit gesagt. Er und Jenny sehen sich 15 Jahre später doch wieder - in der Fernsehserie "Der Mann vom anderen Stern". Darin kehrt Starman zur Erde zurück, allerdings klont er nicht erneut Scott Haydens Körper, sondern nimmt die Identität eines gewissen Paul Forrester an, der bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen ist. In der Serie, die ohne überzeugendes Ende nach der ersten Staffel eingestellt wurde, suchen Starman und sein Sohn Scott jr. nach der verschollenen Jenny Hayden und finden sie am Ende tatsächlich.

Einen Film dieser Art hätte ich seinerzeit von John Carpenter, auf dessen Konto düstere Werke wie "Halloween", The Fog, Die Klapperschlange und The Thing gehen, nicht unbedingt erwartet. Umso erstaunter war ich, wie souverän er diese gefühlvolle Geschichte erzählt, ohne je zu rührselig zu werden, und wie er es schafft, die Spannung auch ohne viel Action stets aufrecht zu erhalten. Man könnte Carpenter allerdings vorwerfen, er habe E.T. - Der Außerirdische kopiert, denn in beiden Filmen geht es einerseits um einen vom Militär verfolgten Außerirdischen, der nach Hause zurückkehren will, und andererseits um die Versuche dieses Außerirdischen, die Menschen zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren. Beide Filme haben aber doch ihren eigenen Stil und einen anderen Subtext. In "E.T." geht es um die Kindheit und ums Erwachsenwerden, "Starman" behandelt Themen wie Menschlichkeit oder die Macht der Liebe und kommt gleichzeitig als Roadmovie daher. Klischees werden dabei allerdings auch nicht ausgelassen: Gewissenlose Regierungsbeamte, weise Außerirdische, übereifrig-brutale Polizisten, nerdige Wissenschaftler...

Die Vermischung von Science Fiction, Thriller und Liebesromanze ist trotzdem gelungen. Jenny muss Starman Begriffe erklären, die für Menschen selbstverständlich sind ("Definiere: Liebe!"), und durch die Reise mit ihr lernt er die Menschen erst richtig kennen. Am Ende fragt er sich, was wohl besser sein mag: Sein eigenes weit entwickeltes Volk, das zwar weder Kriege noch Gewalt und Unterdrückung kennt, dafür aber quasi gleichgeschaltet ist - oder die Vielfalt menschlicher Emotionen, die jedoch immer den Keim der Gewalt in sich trägt? Dass der Film so gut funktioniert und nicht schmalzig wird, liegt nicht zuletzt an den beiden Hauptdarstellern. Karen Allen ist vom ersten Moment an sympathisch - die Ärmste verliert ihren Mann gleich zweimal - und Jeff Bridges spielt die Rolle des Außerirdischern, der sich im ungewohnten Körper erst einmal zurechtfinden muss und praktisch keine Ahnung von der Welt hat, in der er überleben muss, immer überzeugend. Sein begrenzter Wortschatz, seine unbeholfene Mimik und seine Versuche, alle möglichen menschlichen Verhaltensweisen zu imitieren, sorgen für einige urkomische Momente. SF-Fans dürfen sich außerdem über (leider recht wenige) toll gemachte Spezialeffekt-Szenen freuen, zum Beispiel die Begegnung von Voyager 2 mit den Außerirdischen, das Erscheinen des gewaltigen Kugelschiffs über dem Krater und der Einsatz der Energiekugeln. Auch die minutenschnelle Verwandlung des Scott-Klons vom Baby zum Erwachsenen kann sich sehen lassen.

Blu-ray-Features:

Außer einem Trailer ist zwar keinerlei Bonusmaterial vorhanden, aber dafür kann die Bildqualität begeistern. Man kann angesichts der Bildschärfe und der natürlichen Farben fast nicht glauben, dass der Film schon fast 30 Jahre auf dem Buckel hat. Nur in einzelnen sehr dunklen Szenen ist der Kontrast etwas schlechter. Es sind aber keinerlei Beschädigungen, Verschmutzungen oder dergleichen zu sehen. Sehr schön!


J. Kreis, 26.09.2011




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