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st8 Star Trek 8 - Der erste Kontakt (USA 1996)
DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 106 Minuten

Extras
Kinotrailer, Teaser-Trailer

Regie:
Jonathan Frakes

Hauptdarsteller:
Patrick Stewart (Cpt. Jean-Luc Picard)
Brent Spiner (Lt. Cdr. Data)
Jonathan Frakes (Cdr. William Riker)
James Cromwell (Dr. Zefram Cochrane)
Alice Krige (Borg-Königin)
Alfre Woodard (Lily Sloane)
LeVar Burton (Lt. Cdr. Geordi LaForge)
Michael Dorn (Lt. Cdr. Worf)
Gates McFadden (Dr. Beverly Crusher)
Marina Sirtis (Counselor Deanna Troi)





Inhalt:

Das Raumschiff ENTERPRISE (neues Modell NCC 1701-E, Sovereign-Klasse) fängt eine Nachricht vom Sternenflottenkommando auf. Die Borg, ein "Volk" von Cyborgs, haben den Heimatbereich der Föderation entdeckt und greifen die Erde mit einem ihrer unüberwindlichen Würfelschiffe an. Ihr Ziel ist es, die Föderation zu assimilieren, d.h. sich jegliche Technologie einzuverleiben und alle Lebewesen zu Borg-Drohnen zu verwandeln. Captain Picard erhält den Befehl, sich aus der bevorstehenden Schlacht herauszuhalten. Kein Wunder: Vor nicht allzu langer Zeit ist er selbst vorübergehend von den Borg assimiliert worden und an den psychischen Folgen dieses Traumas leidet er noch immer. Die Sternenflotte zieht alle verfügbaren Schiffe zur Abwehr des Borg-Würfels zusammen (sogar die DEFIANT von der Raumstation DS9 unter dem Kommando des Klingonen Worf), doch die Angreifer dringen unaufhaltsam weiter vor. Als Picard die Verlustmeldungen der Sternenflotte über Funk mithört, mißachtet er seine Befehle und greift in die Schlacht ein. Da er eine Zeitlang Bestandteil des Borg-Kollektivbewußtseins gewesen ist, kennt er den Schwachpunkt ihres Schiffs. Unter seiner Leitung konzentrieren die verbliebenen Föderationsschiffe ihr Feuer auf diese schwache Stelle, so daß der Borg-Würfel vernichtet werden kann. Die ENTERPRISE beamt die Crew der schwer beschädigten DEFIANT an Bord, Worf nimmt wieder seinen Platz auf Picards Brücke ein.

Der Borg-Würfel wurde zwar zerstört, aber im letzten Moment hat er ein kugelförmiges Beiboot ausgestoßen, das einen Zeitsprung in die Vergangenheit macht. Auf der ENTERPRISE stellt man fest, daß durch eine Manipulation der Geschichte die gesamte Erde von den Borg assimiliert worden ist. Die ENTERPRISE folgt der Borg-Sphäre durch den sich schließenden Zeitwirbel in die Vergangenheit, um diese Manipulation wieder rückgängig zu machen. Tatsächlich gelingt es, die Sphäre abzuschießen. Unbemerkt beamen sich aber einige Borg mitsamt ihrer Königin (die einzige Borg mit eigenem, individuellem Bewußtsein) auf die ENTERPRISE und beginnen still und heimlich mit der Assimilation des Schiffs und der Besatzung. Auf der ENTERPRISE hat man beobachtet, daß die Sphäre einen bestimmten Ort in Montana beschossen hat. Als Picard das genaue Datum erfährt - es ist der 4. April 2063, das Ende des dritten Weltkriegs liegt noch nicht lange zurück - wird ihm die Absicht der Borg klar. An diesem Tag war es nämlich zum ersten Kontakt zwischen Menschen und Vulcaniern gekommen, was als erster Schritt zur Entstehung der Föderation betrachtet werden kann. Der Erstkontakt war nur möglich, weil an diesem Tag das erste Raumschiff mit Warpantrieb, die PHÖNIX, seinen Jungfernflug im Sonnensystem absolviert hat. Die Vulcanier waren auf die Warpsignatur des Schiffs aufmerksam geworden. Wäre es den Borg gelungen, den Flug der PHÖNIX zu verhindern, wären die Vulcanier einfach weitergeflogen, es wäre nie zum Erstkontakt gekommen und die Föderation wäre nie gegründet worden.

Picard beamt mit einigen Begleitern zur Erde und besichtigt die PHÖNIX. Das Schiff wurde beschädigt! Ein Ingenieurteam der ENTERPRISE nimmt Kontakt mit dem nicht leicht von der Zeitreise-Geschichte zu überzeugenden Dr. Zefram Cochrane auf. Er ist der Erfinder des Warp-Antriebs und hat die PHÖNIX aus einer alten Interkontinentalrakete konstruiert. Zusammen mit den Leuten von der ENTERPRISE macht er sich an die Reparatur seines Schiffs. Das wird nicht ganz einfach, denn Cochrane ist ein ganz anderer (menschlicherer) Mann als die überlebensgroße historische Persönlichkeit, die den Leuten von der ENTERPRISE bekannt ist, und er kommt mit der glorifizierten Rolle, in die man ihn drängen will, nicht zurecht. Picard beamt derweil zurück zur ENTERPRISE, mit dabei ist Lily Sloane, Cochranes Assistentin. Sie wurde beim Angriff der Borg verletzt und wird auf der ENTERPRISE behandelt. Allmählich wird der Besatzung klar, daß Fremde an Bord sein müssen und daß man es mit den Borg zu tun hat. Die Cyborgs versuchen, den Deflektor der ENTERPRISE umzubauen und ein Signal zu ihren "Artgenossen" zu schicken, die in diesem Jahrhundert noch im weit entfernten Deltaquadranten der Milchstraße leben. Das kann zwar verhindert werden, aber die Assimilation des Schiffs schreitet immer weiter voran und Data wird von der Borg-Königin gefangen genommen. Sie assimiliert Data nicht, sondern versucht ihn auf ihre Seite zu ziehen, indem sie seinen Emotions-Chip aktiviert und damit anfängt, seine künstliche Haut durch lebendiges Gewebe zu ersetzen.

Während die Reparatur der PHÖNIX sich der Vollendung nähert, muß Picard einen schweren Kampf mit sich selbst ausfechten. Er kann nur schwer davon überzeugt werden, daß sein Kampf gegen die Borg aussichtslos ist. Den Ausschlag gibt schließlich eine Bemerkung Lilys über die Besessenheit von Kapitän Ahab. Letzten Endes gibt Picard den noch nicht assimilierten Besatzungsmitgliedern den Befehl, die ENTERPRISE zu evakuieren, und leitet die Selbstzerstörung ein. Er selbst flieht jedoch nicht, solange noch jemand aus seiner Crew an Bord ist, selbst wenn es sich "nur" um den Roboter Data handelt. Picard bietet sich der Borg-Königin im Austausch für Data als Opfer an, doch Data hat scheinbar bereits die Seiten gewechselt, denn er deaktiviert die Selbstzerstörung. In dem Moment, als Cochranes Warpschiff sich anschickt, einen Warpsprung durchzuführen, feuert Data auf Befehl der Borg-Königin die Waffen der ENTERPRISE auf die PHÖNIX ab. Doch die Borg-Königin triumphiert zu früh. Data hat absichtlich vorbeigezielt und nutzt die Ablenkung, um einen Kühlplasma-Tank zu zerschlagen, dessen Inhalt sämtliche organischen Komponenten der Borg zerfrisst. Somit ist die ENTERPRISE befreit, die PHÖNIX kann ihren Warpflug beenden (mit Cochrane, Riker und LaForge an Bord), und noch am selben Abend landen die Vulcanier auf der Erde. Jetzt kann die ENTERPRISE in die Zukunft - ihre Gegenwart - zurückkehren, in der von der Assimilation der Erde durch die Borg keine Spur verblieben ist.

Der Film:

Der achte Star Trek - Kinofilm ist der erste, in dem ausschließlich die Crew der Next Generation vertreten ist. Und er ist nach meiner bescheidenen Meinung gleichzeitig der beste Star Trek - Film überhaupt. Dieser Meinung bin ich als SF- und Star Trek - Fan, aber man muß kein SF- und Star Trek - Fan sein, um zwei unterhaltsame Stunden mit dem Film verbringen zu können. Dazu trägt die zwar nicht immer logische, aber in sich schlüssige und von Anfang bis Ende spannende Handlung ebenso bei wie die hervorragenden Leistungen aller Schauspieler, der sehr schöne Soundtrack und natürlich auch die phantastischen Spezialeffekte. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, stellenweise blitzt sogar Selbstironie auf, was einem Film immer gut tut. Am wichtigsten ist aber wohl, daß der Film nicht zu "technisch" ausfällt, d.h. er ist kein inhaltsloses Effekt- oder Actionspektakel. Der Schwerpunkt liegt eher auf der "menschlichen" Seite. Picards innerer Konflikt, seine eigentlich selbstsüchtigen Rachegelüste, durch die er so verblendet ist, daß er beinahe seine Crew dafür opfert wie Kapitän Ahab, ist einer dieser Aspekte. Cochranes standhafte Weigerung, sich quasi in eine lebende Legende verwandeln zu lassen, gehört ebenfalls in diese Kategorie, und Data wird von der Borg-Königin in so schwere Versuchung geführt, daß man eine Zeitlang wirklich nicht weiß, ob er zum Verräter werden wird. Patrick Stewart und Brent Spiner leisten in ihren Rollen wieder einmal beste Arbeit. Angenehm berührt war ich aber auch dadurch, daß auch die vielen Nebenfiguren wichtige Szenen haben, d.h. sie sind nicht solch überflüssiges Beiwerk wie in manchen anderen Star Trek - Filmen.

Genial übrigens der Look der Borg-Königin: Zugleich abstoßend und lasziv-verführerisch. Natürlich "funktioniert" sie nur durch das überzeugende Spiel von Alice Krige auf diese Weise. Sie ist in der für einen Film dieser Art so wichtigen Rolle des "Bösewichts" eine absolut gleichwertige Gegenspielerin für Picard und deshalb so glaubwürdig. Das Konzept einer Königin der Borg ist neu, von ihr hat man nie zuvor etwas gehört. Manche Trekkies fanden das störend, denn wozu braucht ein Kollektiv ein Oberhaupt? Eigentlich sind die Borg als Gegner in diesem Film etwas zu stark, wenn sie auch das interessanteste "Volk" im Star Trek - Universum sind. Warum z.B. greifen sie die Erde mit nur einem Schiff an, das dann sogar recht schnell abgewehrt werden kann? Wären sie mit mehreren gekommen (und sie besitzen ja riesige Flotten), hätte auch Picard keine Chance mehr gehabt. Wieso können sie überhaupt in der Zeit reisen? Auch davon wußte man bisher nichts. Übrigens: Wie die ENTERPRISE es am Ende schafft, in die Zukunft zurückzukehren, ist mir nicht klar geworden. Eigentlich müßte das Schiff in der Vergangenheit gestrandet sein.

Die Spezialeffekte sind wie gesagt sehr fein. Schon die Raumschlacht zu Beginn des Films ist ein wahrer Augenschmaus. Was da für ein Effektfeuerwerk abgebrannt wird ist fast schon zuviel - man muß sich diese Szenen eigentlich mehrmals ansehen, weil man gar nicht alles wahrnehmen kann, was sich da gleichzeitig abspielt. Auch das Design der neuen NCC 1701-E ist sehr gelungen. Die ENTERPRISE ist jetzt kein bewaffnetes Forschungsschiff mehr, sondern ein Kampfschiff, das auch Forschungsaufgaben wahrnehmen kann. Das neue Schiff ist kleiner, schnittiger und ähnelt ein wenig der VOYAGER. Konsequenterweise befinden sich jetzt keine Zivilisten mehr an Bord.

Trotz all der (sehr gut gemachten) Action ist dieser Film immer noch STAR TREK und Gene Roddenberrys grundlegende Vorstellungen von einer zukünftigen Welt gehen nicht verloren. Man muß zwar wie gesagt kein Fan sein, um ihn genießen zu können. Kennt man sich im Star Trek - Universum jedoch aus, dann kommt er mit all seinen Anspielungen, Querverweisen und Insider-Gags nochmal so gut.

Die DVD:

Keine Extras, wenn man die Filmtrailer nicht berücksichtigt. Dafür sehr schöne Bild- und Tonqualität.

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