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Star Trek VII Star Trek VII - Treffen der Generationen (USA, 1994)
DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 113 Minuten

Extras
Keine

Regie:
David Carson

Hauptdarsteller:
William Shatner (Captain James T. Kirk)
Patrick Stewart (Captain Jean-Luc Picard)
Malcolm McDowell (Dr. Tolian Soran)




Inhalt

Kirk, Scotty und Chekov sind Ehrengäste beim Jungfernflug der neuen ENTERPRISE-B. Der Flug soll eigentlich nur bis zur Plutobahn gehen, doch plötzlich wird ein Notruf zweier Ziviltransporter aufgefangen. Die Schiffe sind in einer Art Energieband gefangen und stehen kurz vor der Vernichtung. Der neue Captain der ENTERPRISE ist überfordert und überläßt Kirk (der nur zu gern wieder im Captain's Chair Platz nimmt) das Kommando. Es gelingt zwar, 47 Personen aus den explodierenden Schiffen herauszubeamen, doch jetzt sitzt die ENTERPRISE selbst im Energieband fest und droht zerrissen zu werden. Kirk selbst übernimmt es, einen Antimateriestoß auszulösen, durch den das Schiff freikommt. Im letzten Moment wird jedoch genau der Bereich, in dem Kirk sich befindet, von einem Ausläufer des Energiebandes zerstört. Man nimmt an, daß dies das Ende des berühmten Captains ist. Unter den 47 Überlebenden sind zwei extrem langlebige Wesen: Guinan und ein gewisser Dr. Soran. Soran benimmt sich seltsam: Er will unbedingt in das Energieband zurückkehren...

78 Jahre später rettet die Crew der ENTERPRISE-D unter dem Kommando von Captain Picard einen Wissenschaftler aus den Trümmern einer von Romulanern vernichteten Raumstation. Es ist Dr. Soran, und er verlangt, sofort wieder zurückgebracht zu werden. Picard, der durch den Unfalltod der gesamten Familie seines Bruders emotional aus der Bahn geworfen wurde, willigt ein. Als Geordi LaForge und der Androide Data die Station näher untersuchen und dabei ein seltsames Waffensystem entdecken, laufen sie deshalb Soran über den Weg. Soran setzt LaForge außer Gefecht - Data ist kein Problem für Soran, denn der Androide hat sich den Emotionschip seines Prototyps einsetzen lassen und wird von den neuen, unbekannten Gefühlen überwältigt, die er nicht kontrollieren kann. Auf der ENTERPRISE wird beobachtet, daß eine nahe Sonne zur Implosion gebracht wurde. Das ist Sorans Werk! Nur knapp gelingt es Commander Riker, Data von der Raumstation zu retten, bevor die sich von der Sonne ausbreitende Schockwelle sie zerfetzt. Soran, der LaForge als Geisel mitnimmt, wird von einem klingonischen Bird of Prey hochgebeamt.

Guinan (die ja zum "Inventar" der ENTERPRISE gehört) hat eine Erklärung für Sorans Verhalten. Sie beide waren bis vor knapp 80 Jahren im Nexus und sind von der damaligen ENTERPRISE "gerettet" worden. Allerdings ist der Nexus ein Ort, an dem alle Wünsche in Erfüllung gehen und wo die Zeit keine Bedeutung hat. Wer einmal im Nexus war, verspürt deshalb gar nicht den Wunsch, ihn jemals wieder zu verlassen. Soran ist immer noch besessen von der perfekten (Schein-)Welt des Nexus und will dorthin zurückkehren. Zu diesem Zweck muß er den Kurs des Energiebands verändern, von dem die ENTERPRISE-B seinerzeit beinahe zerstört worden wäre und das die Galaxis in langen Zeitabständen durchquert. Diese Kursänderung kann Soran herbeiführen, wenn er eine weitere Sonne zerstört. Dummerweise hat die betreffende Sonne einen bewohnten Planeten namens Veridian III. Die Klingonen unterstützen Soran, denn die Waffe, mit denen er die Sonnen zerstört, können auch sie gut gebrauchen, um damit die Macht im klingonischen Reich zu übernehmen.

Im Orbit um Veridian III kommt es zur Konfrontation mit den Klingonen. Soran ist bereits auf der Planetenoberfläche, um von dort aus die Sonne zu zerstören und die Ankunft des Nexus zu erwarten. Picard läßt sich im Austausch für LaForge von den Klingonen auf den Planeten beamen, aber er kann Soran nicht aufhalten. Dieser hat LaForges Visor manipuliert, so daß er Bilder zu den Klingonen überträgt. So entdecken diese eine Schwachstelle in den Schirmen der ENTERPRISE und können das Schiff schwer beschädigen. Im letzten Moment kann Riker den Bird of Prey zwar abschießen, aber die ENTERPRISE ist dennoch verloren: Der Warpkern explodiert. Die Untertassensektion muß abgekoppelt werden und stürzt auf einem anderen Planeten des Systems ab. Die Notlandung verläuft aber noch glimpflich. Währenddessen hat Soran seinen Plan verwirklicht. Das Energieband erreicht Veridian III, kurz danach werden alle Planeten des Sonnensystems zerfetzt - auch jener, auf dem die abgestürzte Untertassensektion der ENTERPRISE liegt.

Auf diese Weise wird auch Picard in den Nexus versetzt. Dort erlebt er das absolute Glück, doch er erkennt, daß nichts davon real ist. Er begegnet Kirk, der vor knapp 80 Jahren nicht gestorben, sondern ebenfalls in den Nexus geschleudert worden ist. Auch Kirks geheimste Wünsche werden im Nexus erfüllt (für ihn sind subjektiv nur Minuten vergangen, seit er dort angekommen ist), so daß er sich vorkommt wie im Paradies. Jetzt, so glaubt er, kann er alles korrigieren, was er in den letzten Jahren falsch gemacht hat. Dennoch ist er bereit, Picard gegen Soran zu helfen, denn im Nexus kann es kein Abenteuer und kein Risiko geben - und genau das ist es, was Kirk eigentlich sucht. Da Zeit im Nexus keine Rolle spielt, können die beiden Captains nach Veridian III zurückkehren, bevor Soran seine Waffe aktiviert. Gemeinsam gelingt es ihnen, den Besessenen zu besiegen und die Vernichtung der Sonne (und damit auch der ENTERPRISE) zu verhindern. Doch dabei wird Kirk von den Trümmern einer zusammenbrechenden Metallbrücke tödlich verletzt. Picard kann nur zusehen, wie der legendäre Captain sein Ende findet...

Der Film:

...oder vielleicht ist es doch nicht Kirks Ende? Denn ein "Echo" seiner Persönlichkeit bleibt im Nexus zurück, wie wir von Guinan erfahren, die irgendwie gleichzeitig im Nexus und auf der ENTERPRISE ist. Also lebt Kirk möglicherweise im Nexus weiter - und Picard gibt es doppelt.

Der 7. Film der Star Trek - Reihe wird von vielen Kritikern als einer der schlechteren angesehen. Ich bin nicht ganz dieser Meinung. Der Film hat natürlich eine ganze Reihe von Schwächen und logischen Fehlern. Beispielsweise kann es im Vakuum des Alls keine "Schockwelle" geben. Natürlich würde die Vernichtung einer Sonne für ihre Planeten nicht ohne Folgen bleiben, aber eine Zertrümmerung der Art, wie sie im Film gezeigt wird, ist ganz einfach Unsinn. Auch ist nicht einzusehen, warum die Flugbahn eines Energiebandes durch veränderte Gravitationsverhältnisse beeinflußt werden kann. Oder warum Soran unbedingt auf der Oberfläche eines Planeten stehen muß, um dieses Band zu erwarten. Auch frage ich mich, was wohl mit einer ins All geworfenen und dadurch schockgefrosteten Champagnerflasche wirklich geschehen würde (siehe Eröffnungsszene des Films).

Andere Schwächen sind in der eher schwachen Handlung begründet und man muß schon so einige Hirnwindungen abschalten, um die phantastischen Kräfte des Nexus einfach als gegeben zu akzeptieren - anders funktioniert dieser Film nämlich nicht. Picard hätte sich zum Beispiel auch einfach in eine ganz andere Zeit und an einen anderen Ort versetzen lassen können. Warum springt er also nicht zum Zeitpunkt seines ersten Treffens mit Soran und ruft ein paar Sicherheitsleute herbei, die den Mann festnehmen? Warum sind die Klingonen bereit, Picard auf den Planeten zu beamen? Sie könnten sich eigentlich mit ihm aus dem Staub machen und ein Lösegeld für ihn erpressen, denn sie haben ja ansonsten alles, was sie wollen. Picards Trauer um seine Familie wirkt zu übertrieben, weil man diese Personen nicht kennt. Im Film haben sie bis zu diesem Moment noch überhaupt keine Rolle gespielt, auch in der Serie waren sie nur mal kurz zu sehen. Man hatte in der Serie nie den Eindruck, daß Picard so viel an seiner Familie liegt. Deshalb - und weil es einfach nicht zu Picards Charakter paßt - finde ich sein minutenlanges Geflenne fehl am Platz. Völlig sinnlos ist diese Szene allerdings nicht, denn Picards Wünsche und deren vermeintliche Erfüllung im Nexus sind wichtige Bestandteile der Handlung.

Man kann dem Film auch vorwerfen, daß aus dem "Treffen der Generationen" eigentlich nicht besonders viel herausgeholt worden ist. Gut: Kirk und Picard begegnen sich und besiegen gemeinsam einen Bösewicht. Das war's dann aber auch schon. Eigentlich hat Shatner nur eine Art Cameo-Auftritt in diesem Film. Dann wird Kirk auch noch unter einem Häufchen Felsbrocken "beerdigt". Eine etwas angemessenere Zeremonie hätte man ihm eigentlich gönnen sollen, oder nicht?

Trotz allem gefällt mir der Film. Die Schauspieler (besonders Patrick Stewart und William Shatner) sind voll auf der Höhe und spielen ihre Rolle voller Überzeugungskraft und offensichtlichem Vergnügen. So kurz die Begegnung zwischen Kirk und Picard auch ist: Durch ihre völlig unterschiedliche Herangehensweise an die Darstellung eines Captains der Sternenflotte verleihen die beiden Schauspieler diesen Szenen eine ganz eigene Qualität. Auch die Spezialeffekte sind klasse. Die Zerstörung der ENTERPRISE bzw. der Absturz der Untertassensektion - einfach toll.

Die DVD:

Wie schön, daß es keine Extras auf der DVD gibt, dann muß ich nix dazu schreiben... Erwähnen will ich aber noch, daß Bild und Ton dieser DVD eine wirklich exzellente Qualität haben. Allein die Tatsache, daß der englische Originalton vorhanden ist, dürfte für jeden unter miserablen Synchronisationen leidenden Star Trek - Fan schon Grund genug zum Kauf sein.

J. Kreis, 17.03.2006
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