Zurück zu den Filmen

Star Trek 6 Star Trek VI - Das unentdeckte Land (USA, 1991)
DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 109 Minuten

Extras
Teaser-Trailer, Kinotrailer

Regie:
Nicholas Meyer

Hauptdarsteller:
William Shatner (Captain James Tiberius Kirk)
Leonard Nimoy (Captain Spock)
DeForest Kelley (Dr. Leonard McCoy)
David Warner (Kanzler Gorkon)
Christopher Plummer (General Chang)
Kim Cattrall (Lt. Valeris)
Iman (Martia)




Inhalt:

Als der Mond Praxis explodiert, kriegen die Klingonen Probleme. Auf Praxis waren nämlich die Haupt-Energieerzeugungsanlagen der Klingonen stationiert und aufgrund der übertriebenen Rüstung im klingonischen Reich stehen nicht genug wirtschaftliche Mittel zur Verfügung, um diesen Verlust auszugleichen. In spätestens 50 Jahren wird sich deshalb die Atmosphäre von Qo'NoS, der klingonischen Hauptwelt, vollständig zersetzt haben und der Planet wird unbewohnbar sein. Die Klingonen haben keine andere Wahl: Erstmals in der Geschichte leiten sie Friedensgespräche mit der Föderation ein. Sie verlangen allerdings, daß die Sternenflotte demilitarisiert werden soll. Natürlich sind vor allem die hohen Militärs der Sternenflotte alles andere als begeistert von dieser Entwicklung - allen voran Captain Kirk, der den Klingonen niemals vertrauen würde, da sie seinen Sohn auf dem Gewissen haben. Ausgerechnet Kirk erhält nun auf Betreiben Spocks den Auftrag, das Schiff des klingonischen Kanzlers Gorkon mit der ENTERPRISE zur Erde zu eskortieren, wo die Verhandlungen stattfinden sollen. Kirk ist ziemlich ungehalten über dieses Ansinnen, denn er hätte sich einen angenehmeren Job für seine letzte Mission vorstellen können: Die alte Crew der Enterprise soll nämlich in wenigen Wochen abmustern...

Nach einem etwas ungemütlich verlaufenen gemeinsamen Abendessen mit der klingonischen Delegation an Bord der ENTERPRISE kommt es zu einem üblen Zwischenfall. Scheinbar werden von der ENTERPRISE aus zwei Photonentorpedos auf das klingonische Schiff abgefeuert, so daß dort die künstliche Schwerkraft ausfällt. Zwei durch Sternenflotten-Raumanzüge unkenntlich gemachte Attentäter beamen auf das klingonische Schiff und schießen Gorkon nieder. Kirk muß die volle Verantwortung für diesen Vorfall übernehmen, obwohl Scotty beweisen kann, daß die Photonentorpedos nicht von der ENTERPRISE abgefeuert worden sein können. Kirk und McCoy beamen auf das klingonische Schiff, aber sie können den Tod des Kanzlers nicht verhindern. Die beiden werden gefangen genommen und auf Qo'noS vor Gericht gestellt. Die ENTERPRISE kann nicht eingreifen, denn nach interstellarem Recht muß die Föderation sich aus dieser Angelegenheit heraushalten. Gorkons Tochter ist zwar bereit, die Friedensverhandlungen weiterzuführen, aber sie würde jeden Versuch, Kirk und McCoy zu befreien, als kriegerischen Akt betrachten. Worf, der Pflichtverteidiger Kirks und McCoys, kann sich nur teilweise gegen den Ankläger - General Chang - durchsetzen. Schließlich ist allgemein bekannt, daß Kirk ein Klingonen-Hasser ist. Immerhin kann Worf das drohende Todesurteil abmildern: Kirk und McCoy werden zu lebenslanger Zwangsarbeit in den Dilithium-Minen von Rura Penthe verurteilt.

Während die beiden Delinquenten sich in den unterirdischen Minen von Rura Penthe mit allerlei Alien-Gesindel herumschlagen müssen, suchen Spock und die Leute der ENTERPRISE fieberhaft nach einer Möglichkeit, ihre Kameraden zu entlasten. Sie kommen einer Verschwörung auf die Spur, in die hochrangige Offiziere der Sternenflotte und des klingonischen Reichs verwickelt sind - sogar die Romulaner haben sich daran beteiligt. Tatsächlich müssen die Photonentorpedos von einem getarnten Klingonenschiff der Bird-of-Prey-Klasse abgefeuert worden sein, was an sich schon beängstigend genug ist, denn bisher war man davon ausgegangen, daß diese Schiffe nicht feuern können, solange sie getarnt sind. Außerdem muß sich ein Kollaborateur an Bord der ENTERPRISE befinden... Auf Rura Penthe verhilft derweil Martia, ein Gestaltwandler, Kirk und McCoy zur Flucht. Die Sicherheitsvorkehrungen der Strafkolonie sind nicht besonders streng, denn ein Magnetfeld verhindert, daß Gefangene herausgebeamt werden können, und wer es wagt, die Eishölle der Planetenoberfläche zu durchqueren, um das Magnetfeld zu verlassen, überlebt nicht lange. Kirk hat aber vorgesorgt: Durch einen Minisender, der ihm implantiert wurde, kann die ENTERPRISE ihn jederzeit orten.

Kirk und McCoy werden in letzter Minute gerettet, zuvor müssen sie sich aber noch mit dem verräterischen Gestaltwandler auseinandersetzen, denn der hatte es auf das Kopfgeld abgesehen, das auf Kirk ausgesetzt worden ist (offenbar wollte jemand sicherstellen, daß ihm doch noch unauffällig der Garaus gemacht wird). Kaum sind die beiden zurück auf der ENTERPRISE, werden die beiden Attentäter tot aufgefunden. Spock greift zu einem Trick: Er läßt über Interkom durchsagen, die Männer hätten überlebt und seien zur Krankenstation gebracht worden. So lockt er den wahren Schuldigen in eine Falle - es ist Leutnant Valeris, eine junge Vulkanierin, die von Spock gefördert worden war. Er hatte sie zu seiner Nachfolgerin aufbauen wollen. Durch eine Gedankenverschmelzung entreißt Spock der Frau alle wichtigen Informationen, wodurch die Verschwörung aufgedeckt wird. Kirk begreift allmählich, daß sein alter Haß auf die Klingonen falsch ist und daß der Friedensschluß ein wichtiger Wendepunkt in der Geschichte wäre. Die ENTERPRISE eilt zum Planeten Khitomer, wo gerade das entscheidende Friedensabkommen ausgehandelt wird. Dort lockt Kirk den getarnten Bird-of-Prey (der übrigens von General Chang persönlich kommandiert wird) aus der Reserve. Mit Hilfe der USS EXCELSIOR unter dem Kommando von Captain Sulu wird Changs Schiff besiegt. Kirk und seine Leute beamen gerade noch rechtzeitig in den Plenarsaal, um ein weiteres Attentat zu vereiteln: Ein als Klingone maskierter Sternenflottenoffizier sollte den Föderationspräsidenten erschießen.

Jetzt ist der Weg frei für einen Frieden zwischen der Föderation und den Klingonen - eine neue Zeit bricht an. Auch für Kirk und seine Crew, denn die ENTERPRISE soll zum nächsten Raumdock fliegen, wo eine neue Besatzung an Bord kommen soll. Aber Kirk wäre nicht Kirk, wenn er auf dem Weg dorthin nicht einen kleinen Umweg nehmen würde...

Der Film:

Es ist schon seltsam. Früher war ich der Meinung, "Das unentdeckte Land" sei der beste aller Star Trek - Filme. Ich finde ihn auch immer noch sehr unterhaltsam, inzwischen fallen mir aber immer mehr kleine und große Fehler bzw. Ungereimtheiten auf. An erster Stelle steht der sehr militaristische Ton des ganzen Films im allgemeinen und der entsprechende Look der ENTERPRISE im besonderen. Man erhält den Eindruck, die Sternenflotte sei tatsächlich eine Art US-Navy des Weltraums - und das war sie zumindest vor der Auseinandersetzung mit den Borg und dem Dominion noch nicht. Nach meiner persönlichen Meinung hatte die Sternenflotte in der Zeit, in der auch die Handlung dieses Films spielt, hauptsächlich einen Forschungsauftrag. Ihre Schiffe waren zwar bewaffnet, aber es waren keine Kampfeinheiten. Wenn man dann das Interieur der ENTERPRISE sieht, fühlt man sich unwillkürlich an ein U-Boot oder sonst irgend ein Kriegsschiff der Marine unserer Zeit erinnert. Dieser allzu kriegerische Aspekt paßt nicht ins Bild der Föderation des 23. Jahrhunderts. Es gibt auch noch einige andere Dinge, die nicht so recht in diese Welt, die immerhin 200 Jahre in der Zukunft liegen soll, hineinpassen wollen. Man achte nur mal auf die Flipcharts, die Colonel West vorführt. Oder die Bücher, die gewälzt werden, als Uhura krampfhaft versucht, klingonisch zu sprechen (was sollen das überhaupt für Bücher sein? Wie Wörterbücher sehen sie nicht aus!)... Hätte man ihr, die ja ein Top-Kommunikationsoffizier sein soll, nicht bessere Klingonisch-Kenntnisse zubilligen können? In der Küche (überhaupt - eine Küche??) findet man Töpfe und Pfannen, aber keine Replikatoren - die hat's doch schon Jahre vorher auf der ursprünglichen ENTERPRISE gegeben? Doppelt seltsam: In der Küche hängt eine Box mit Phasern an der Wand. Wofür werden die dort gebraucht? Zur Bekämpfung von Küchenschaben? Derlei Merkwürdigkeiten ziehen sich durch den ganzen Film...

Ich muß auch sagen, daß mir die "Botschaft" des Films ein wenig allzusehr mit dem Holzhammer daherkommt. Okay, Der Film ist in einer Zeit entstanden, als es den Kalten Krieg noch gab und als gerade erst allmählich ein Tauwetter in den Beziehungen zwischen Ost und West einsetzte. Die Parallelen sind aber doch etwas zu offensichtlich, wenn es auch grundsätzlich zu begrüßen ist, daß solche Themen überhaupt behandelt werden. Warum Kirk sich vom Klingonenfresser zum geläuterten Friedensstifter wandelt, wird nicht klar. Diesen Aspekt hätte man viel besser herausarbeiten können, Shatner schafft es einfach nicht, diesen inneren Wandel überzeugend zu vermitteln. Zwischendurch faselt General Chang ununterbrochen in Shakespeare-Zitaten. Nichts gegen Shakespeare, aber haben die Klingonen keine eigenen Dichter? Hier wäre weniger mehr gewesen. Zu guter Letzt darf man die dicken Bäuche, künstlichen Zähne und Toupets der alten Crew bewundern. Man fragt sich unwillkürlich, warum die Leute nicht schon längst in Rente gegangen sind. Kirk sagt ja selbst, er sei möglicherweise "unbrauchbar" geworden. Ich weiß nicht - nachdem ich den Film jetzt schon zum x-ten Mal gesehen habe, nerven mich all diese Punkte doch recht stark. Dabei hat der Film durchaus seine guten Seiten, zum Beispiel gefallen mir die Krimi-Elemente und die Verschwörung, die es aufzudecken gilt. Auch finde ich die meisten Spezialeffekte sehr gut - vom CGI-Klingonenblut und dem lächerlichen Bild des explodierten Monds mal abgesehen. Ich mag auch die kleinen Cameo-Auftritte von Christian Slater und von Michael Dorn (letzterer als ein Vorfahre Worfs aus The Next Generation). Die Szenen mit Captain Sulu und der EXCELSIOR finde ich einfach toll. Es gibt auch einige nette Sprüche von den Klingonen, zum Beispiel regen sie sich über den Begriff "Menschenrechte" auf, der im Kontext einer von vielen nichtmenschlichen Spezies bevölkerten Galaxis geradezu rassistisch ist. Herrlich!

"Das unentdeckte Land" ist natürlich kein schlechter Film, im Gegenteil! Er macht durchaus Spaß, auch wenn man ihn schon ein paarmal gesehen hat. Inzwischen rangiert er in meiner Beliebtheitsskala aber nur noch auf Platz 4 nach den Filmen IV, II und VIII.

Die DVD:

Über die Ausstattung der DVD muß ich wohl kein Wort mehr verlieren, aber ich will mich nicht beschweren, denn inzwischen ist eine besser ausgestattete Special Edition im Handel und für die Single-Disc-Edition habe ich weniger als 5 Taler (!) ausgegeben. Der Film ist übrigens in beiden Editionen genau der gleiche.

Leider ist die Bildqualität nicht so gut wie erhofft. Die Bildschärfe läßt zu wünschen übrig, manche Szenen wirken seltsam "verwaschen". Beim Ton fällt auf, daß Spock in mindestens einer Szene einen anderen deutschen Synchronsprecher hat. Ich habe gelesen, diese Szene sei in der Kinoversion nicht enthalten gewesen und habe mit einem anderen Sprecher neu vertont werden müssen, weil der Original-Sprecher inzwischen verstorben sei.

Seitenanfang