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Star Trek V Star Trek V - Am Rande des Universums (USA, 1989)
DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras
Kinotrailer, Teaser-Trailer

Regie:
William Shatner

Hauptdarsteller:
William Shatner (Captain James T. Kirk)
Leonard Nimoy (Commander Spock)
DeForest Kelley (Dr. Leonard McCoy)
Laurence Luckinbill (Sybok)




Inhalt

Sybok, ein abtrünniger Vulkanier, ist auf der Suche nach dem legendären Planeten Sha-Ka-Ree. Anders als andere Vulkanier hat Sybok sich nicht der reinen Logik verschrieben - er bezieht seine erstaunlichen Fähigkeiten vielmehr aus seinen Emotionen und wurde deshalb von den Vulkaniern verbannt. Er ist in der Lage, den tiefsten Schmerz jedes Menschen zu erkennen und freizusetzen. Jeder Mensch, der auf diese Weise "behandelt" wird, ist von diesem Moment an ein treuer Anhänger Syboks. Um Sha-Ka-Ree erreichen zu können, braucht Sybok ein Raumschiff. Deshalb bringen er und seine zahlreichen Gefolgsmänner auf dem in der Neutralen Zone gelegenen Planeten Nimbus III je einen Botschafter der Romulaner, der Klingonen und der Menschen in ihre Gewalt. Die Rechnung geht auf: Als die Föderation von dieser Geiselnahme erfährt, entsendet sie die neue ENTERPRISE-A unter dem Kommando von Captain Kirk (der zu diesem Zweck extra aus dem Urlaub geholt wird) nach Nimbus III. Dies wird von Klaa, einem Klingonen, bemerkt. Klaa hat den Ehrgeiz, Kirk zu besiegen und dadurch zum größten Krieger der Galaxis zu werden. Er folgt der ENTERPRISE deshalb heimlich mit seinem Bird of Prey. Dummerweise hat die ENTERPRISE nur eine Rumpfcrew und ist noch nicht voll funktionsfähig...

Kirk und seine Leute greifen das Gebäude an, in dem die Geiseln gefangen gehalten werden, und können diese tatsächlich befreien. Doch Sybok hat die drei Botschafter bereits auf seine Seite gebracht. Kirks Leute werden überwältigt, Sybok übernimmt das Kommando über die ENTERPRISE, nachdem diese Klaas erstem Überraschungsangriff entkommen ist. Spock hätte zwar die Gelegenheit, Sybok zu erschießen, doch er läßt sie ungenutzt verstreichen, denn Sybok ist sein Halbbruder - auch er ist ein Sohn Sareks. Sybok beeinflußt ein Besatzungsmitglied der ENTERPRISE nach dem anderen (auch Spock und Dr. McCoy werden mit ihren geheimsten, schmerzlichsten Erinnerungen konfrontiert, sie bleiben Kirk jedoch treu) und setzt einen Kurs auf das Zentrum der Milchstraße, denn dort soll sich der Planet Sha-Ka-Ree befinden. Nach Syboks Überzeugung sind dort die Antworten auf alle Fragen zu finden - mit anderen Worten: Sybok glaubt, daß man auf diesem Planeten Gott begegnen kann. Kirk bezweifelt, daß dieser Planet existiert oder daß man ihn erreichen kann, denn das galaktische Zentrum ist von einer angeblich undurchdringlichen Barriere umgeben. Doch sowohl die ENTERPRISE als auch Klaas Bird of Prey haben keine Probleme, diese Grenze zu überwinden. Und tatsächlich ist dahinter ein unbewohnter Planet verborgen.

Sybok ist zufrieden und überläßt Kirk wieder das Kommando über das Schiff. Er geht zu Recht davon aus, daß Kirk viel zu neugierig ist, als daß er sich die Gelegenheit, eventuell Gott zu begegnen, entgehen lassen würde. Kirk, Spock, McCoy und Sybok erkunden den leeren Planeten. Sie wollen schon enttäuscht umkehren, da materialisiert tatsächlich eine riesige Gestalt, die hauptsächlich aus einem Gesicht besteht, das sich den Erwartungen der "Pilger" anpaßt. Sybok glaubt, er stehe tatsächlich Gott gegenüber. Kirk wird allerdings mißtrauisch, als das Wesen fordert, an Bord der ENTERPRISE genommen zu werden, um die Barriere durchdringen zu können. Er fragt: "Wozu braucht Gott ein Raumschiff?" und zieht sich dadurch den Zorn des Wesens zu, das zwar mächtig, aber keineswegs allmächtig ist: Es wurde vor langer Zeit von irgend jemandem, der offenbar noch mächtiger war, hinter die Barriere verbannt. Auch die anderen begreifen, daß sie es nicht etwa mit Gott zu tun haben, sondern mit einem potentiellen Feind. Selbst Sybok wird von seinem Wahn geheilt, als das Wesen Kirk, Spock und McCoy mit Energiestrahlen angreift. Er stellt sich dem Wesen entgegen, opfert sich und ermöglicht den anderen damit die Flucht.

Da der Transporter der ENTERPRISE immer noch nicht voll funktionsfähig ist, können nur Spock und McCoy hochgebeamt werden. Kirk wird von dem zornigen Wesen verfolgt. Gleichzeitig wird die ENTERPRISE von Klaas Schiff bedroht. Da greift der klingonische Botschafter Korrd ein. Er hält sich zwar selbst für einen nutzlosen alten Mann, ist aber immer noch ein Vorgesetzter Klaas - und der hat die ENTERPRISE ohne Ermächtigung durch das klingonische Oberkommando angegriffen. Als Kirk schon am Rande eines Abrunds steht und von dem Wesen bedrängt wird, erscheint vor ihm der Bird of Prey - und feuert auf das Wesen. Grund: Korrd hat Klaa zurückgepfiffen und Spock hat sich an die Waffenkontrollen gesetzt. Kirk wird hochgebeamt, darf auf die ENTERPRISE zurückkehren und zusammen mit Spock und McCoy seinen Urlaub fortsetzen. Gemeinsam sitzt man am Lagerfeuer, röstet Marshmallows und singt "Row, row, row your Boat"...

Der Film:

Der 5. Star Trek - Film ist wieder ein gutes Beispiel für die Regel, daß die Filme dieser Reihe mit ungeraden Zahlen immer zu den schlechteren gehören. Genau genommen ist Teil 5 womöglich der schlechteste der ganzen Reihe, jedenfalls gefällt er mir am wenigsten von allen. Dabei hat er, um das Positive an den Anfang zu stellen, durchaus seine guten Momente. Zum Beispiel gefällt mir die Eröffnungsszene, denn sie ist so ganz anders als alles, was man bis dahin aus Star Trek kannte. Allerdings könnte man bei dieser Szene auch wieder sagen, daß sie so aussieht, als sei sie bei Star Wars geklaut worden.

Die Story selbst ist einer der größten Minuspunkte. Es steht zum Beispiel von Anfang an fest, daß Kirk & Co. keineswegs Gott persönlich begegnen werden. Die Suche nach Gott hätte zwar ein guter Ansatz sein können und es wird am Ende auch wenigstens angedeutet, daß man Gott nicht irgendwo im Weltall, sondern eher in sich selbst suchen muß. Aber gerade das, d.h. dieses Thema, das für den Film eigentlich der zentrale Punkt sein müßte, steht nur am Rande. Viel zu viel Zeit wird auf Syboks Plan zur Entführung der ENTERPRISE und auf seine eigenartigen Fähigkeiten, die ich bis heute nicht begriffen habe (ich bezweifle, daß Drehbuchautor und Regisseur sie begriffen haben), verschwendet. Seltsamerweise bleibt die Figur Sybok dennoch blaß und uninteressant. Die Frage, welchen Stellenwert der Glaube im Star Trek - Universum hat, ob die Kirche noch existiert usw., wird in diesem Film jedenfalls nicht beantwortet.

Vielleicht wäre das auch zu viel für einen Star Trek - Film gewesen. Aber mußte daraus denn gleich ein solch plattes, vor plumpen, lieblos in die Handlung geklatschten Witzen nur so strotzendes Machwerk werden, in dem praktisch keine Figur so handelt, wie es ihrer Charakterisierung aus der Serie und aus früheren Filmen entspricht? Schlimmer noch: Der Film respektiert seine eigenen Protagonisten nicht - mit Ausnahme von Kirk (klar, Shatner ist ja auch der Regisseur) wird jede einzelne Figur verspottet. Man lacht nicht mit ihnen, sondern über sie. Einer der Tiefpunkte ist die Szene, in der Scotty sich den Schädel anrennt und umfällt. Das ist Slapstick der dümmsten Art. Daß die Klingonen wieder einmal als dämlich-alberne Bösewichte herhalten müssen, die völlig unmotiviert um sich ballern, nur damit der Film ein paar Actionszenen mehr enthält, ist nur ein weiteres Ärgernis von vielen - die unzähligen Logikbugs werde ich hier erst gar nicht weiter erwähnen...

Die DVD:

Einziges Extra dieser Version: Zwei Trailer zum Film. Es gibt den Film auch als "Special Edition". Auf einem zweiten Silberling findet man bei der teureren Version einiges an Bonusmaterial, zum Beispiel auch entfallene Szenen. Aber - ehrlich gesagt - darauf kann ich bei diesem Film verzichten...

J. Kreis, 06.03.2006
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