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Star Trek IV Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart (USA, 1986)
DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 114 Minuten

Extras
Kinotrailer, Regisseur-Serienfeaturette

Regie:
Leonard Nimoy

Hauptdarsteller:
William Shatner (Admiral Captain James T. Kirk - später degradiert zum Captain)
Leonard Nimoy (Captain Spock)
DeForest Kelley (Dr. Leonard McCoy)
Catherine Hicks (Dr. Gillian Taylor)




Inhalt

Admiral Kirk und seine Leute sind noch immer auf dem Planeten Vulkan. Der wiedergeborene Spock erinnert sich endlich an seine gesamte Vergangenheit und ist wieder ganz der Alte. Er begleitet seine Freunde, als diese sich entschließen, mit dem gekaperten klingonischen Bird of Prey zur Erde zurückzukehren. Alle wissen genau, daß sie nicht ungeschoren davonkommen werden. Schließlich haben sie die ENTERPRISE gestohlen, diverse Gesetze übertreten und Klingonen getötet. Tatsächlich wird auf der Erde bereits über das weitere Schicksal Kirks und seiner Mannen verhandelt. Doch all das tritt in den Hintergrund, als ein unbekanntes Objekt sich der Erde nähert. Das Objekt, eine Art Sonde, schwenkt in einen Orbit um den Planeten ein und sendet ein unverständliches Signal. Die Sonde sorgt für unerklärliche Energieausfälle und kann deshalb auch nicht angegriffen werden. Unwetter entstehen und eine dichte Wolkendecke blockiert das Sonnenlicht. Es scheint, als wolle die Sonde alles Leben (zumindest das menschliche) auf der Erde vernichten.

Kirk kann das Chaos nur hilflos aus sicherer Entfernung beobachten. Spock analysiert das Signal der Sonde und entdeckt eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Gesang von Buckelwalen. Offenbar versucht die Sonde, Kontakt mit den Meeressäugern aufzunehmen - doch die wurden schon vor Jahrhunderten ausgerottet. Das scheint der Grund für die aggressive Haltung der Sonde zu sein. Kurz entschlossen unternimmt Kirk mit dem Bird of Prey eine Zeitreise ins Jahr 1986, um einige der in dieser Zeit noch lebenden Buckelwale in die Zukunft zu entführen. Dummerweise werden durch die Zeitreise fast alle Dilithiumkristalle des Schiffs aufgebraucht, eine Rückkehr ins 23. Jahrhundert ist also nicht möglich. Der getarnte Bird of Prey wird in einem Park in San Francisco abgestellt. Kirk und Spock besuchen ein Meeresforschungsinstitut, wo Buckelwale gehalten werden. Scotty, Sulu und McCoy sollen einen Tank für die Wale herstellen und einen Hubschrauber stehlen, mit dem der Tank zum Raumschiff transportiert werden kann. Chekov und Uhura begeben sich auf die Suche nach radioaktivem Material, mit dem die Dilithiumkristalle regeneriert werden können.

Natürlich verläuft nichts von alldem reibungslos. Das beginnt schon mit diversen alltäglichen Kleinigkeiten, die den Menschen aus der Zukunft fremd sind. Es bleibt nicht aus, daß sie mehrmals auffallen. Aber es kommt noch schlimmer: Chekov wird beim Versuch, Material aus einem atombetriebenen Flugzeugträger herauszuschmuggeln, von Wächtern entdeckt. Auf der Flucht verletzt er sich schwer und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Scotty riskiert ein Zeitparadoxon, denn zur Herstellung des gewünschten Materials für den Waltank muß er einer Firma, die Plexiglas herstellt, sein überlegenes technisches Wissen zur Verfügung stellen. Kirk und Spock haben keine andere Wahl, als die Biologin Dr. Gillian Taylor in ihr Geheimnis einzuweihen. Nur so können sie an die beiden im Institut lebenden Buckelwale George und Gracie herankommen, bevor die beiden Tiere wieder in die Freiheit "entlassen" werden. Tatsächlich leidet das Institut lediglich unter Geldmangel und kann die Wale nicht länger behalten. Dr. Taylor ist zwar schwer von der abenteuerlichen Geschichte zu überzeugen, die Kirk zu erhählen hat, willigt dann aber in seinen Plan ein, denn außerhalb des Instituts hätten die beiden Wale keine Überlebenschance.

Plötzlich drängt die Zeit. Die Wale sollen früher als erwartet abtransportiert werden, außerdem schwebt Chekov in Lebensgefahr. Zusammen mit Dr. Taylor dringen Kirk und McCoy ins Krankenhaus ein, sorgen dort für allerlei Verwirrung und kommen gerade noch rechtzeitig, bevor die Chirurgen sich mit ihren - wie McCoy meint - steinzeitlichen Instrumenten über Chekov hermachen können. Als Chekov wieder einigermaßen auf dem Damm ist, geht es zurück zum Bird of Prey, in den inzwischen auch der fertig gestellte Waltank verladen wurde. Als das Schiff schon abhebt, springt Dr. Taylor im letzten Moment hinein - Kirk muß sie mitnehmen. Die Wale können an Bord gebeamt werden, auch der Zeitsprung zurück ins 23. Jahrhundert gelingt. Als die Wale dort in den Ozean entlassen werden, dauert es nicht lang, bis sie die Signale der Sonde erwidern. Diese ist zufrieden und zieht wieder von Dannen - die Verhältnisse auf der Erde normalisieren sich schnell. Dr. Taylor fühlt sich in der Zukunft wohl, sie geht auf ein Forschungsschiff.

Jetzt müssen Kirk und seine Leute sich vor dem Präsidenten der Föderation für ihre Taten rechtfertigen. Natürlich werden sie (zum Ärger der Klingonen) freigesprochen, denn sie haben ja wieder einmal die Erde gerettet. Kirk wird jedoch wegen Befehlsverweigerung zum Captain degradiert. Aber diese Degradierung ist für ihn eigentlich eine Belohnung, denn jetzt ist er Captain und kann wieder im Kommandantensessel eines Raumschiffs Platz nehmen. Und zwar nicht auf irgendeinem Schiff, sondern auf der neuen, verbesserten ENTERPRISE-A!

Der Film:

Eine zwar einfache, aber spannende Handlung mit flotter Inszenierung, viel Humor, bestens aufgelegte Schauspieler - an diesem Film stimmt einfach alles. Oder fast alles, denn über Sinn und Zweck, Herkunft und Absicht dieser komischen "Sonde", die mal eben auftaucht, ein paar Grüße an die Wale durch den Äther pfeift, und dann wieder verschwindet, sollte man besser nicht näher nachdenken. Immerhin erhält der Film dadurch sogar so etwas wie eine gesellschaftskritische Botschaft. Die Wale wurden ausgerottet, über die Folgen hat man sich keine Gedanken gemacht. Jetzt kommt halt so ein außerirdisches Riesending daher und sorgt für Ärger. Das ist natürlich wesentlich effektvoller als es der Hinweis auf die Folgen, die das Aussterben irgendwelcher Tierarten (von denen man womöglich noch nie etwas gehört hat) auf das Ökosystem der Erde hat, je sein könnte. Auch die Zeitreise selbst sorgt bei mir für Stirnrunzeln. So einfach ist das? Man fliegt einfach mal bei Warp 10 um die Sonne herum? Na, warum kommen Zeitreisen dann bei Star Trek nicht viel häufiger vor?

Seinen besonderen Reiz und den größten Teil des Humors bezieht der Film natürlich aus der Tatsache, daß Kirk & Co in unsere Zeit versetzt werden und sich dort mit allerlei Tücken herumschlagen müssen. Auf diese Weise wird einerseits unsere heutige Welt auf die Schippe genommen, gleichzeitig erlaubt dieser Kunstgriff auch den einen oder anderen ironischen Blick auf Eigenheiten des Star Trek - Universums. Obwohl sich diese leichte, manchmal vielleicht etwas alberne Stimmung durch den ganzen Film zieht, gerät dieser dadurch nicht zu einer Klamotte und unsere Helden degenerieren nicht zu Witzfiguren. Am besten sind sowieso die Momente, wenn der todernste Spock sich an die Welt des 20. Jahrhunderts anzupassen versucht. Besonders gut gefällt mir, daß jeder Charakter sinnvolle Aufgaben zu erfüllen hat. Auch die "Helden der zweiten Reihe" haben starke Szenen, was nicht selbstverständlich ist: In so manch anderem Star Trek - Film haben sie eher Statistenrollen. Chekovs in russischem Akzent vorgetragene Bitte, man möge ihm doch den Weg zu den atombetriebenen Kriegsschiffen weisen, wirkt noch besser, wenn man weiß, daß er in dieser Szene tatsächlich keine Komparsen anspricht, sondern ganz normale Passanten, die gar nicht wußten, daß da ein Film gedreht wurde.

Der Film enthält zwar vergleichsweise wenige Special Effects und praktisch überhaupt keine Raumschlachten oder andere Gewaltszenen. Aber vermißt man deswegen etwas? Keineswegs. Man sieht vielmehr, daß weder Phaserschüsse, noch Photonentorpedos, noch Kirks Fäuste fliegen müssen, damit am Ende ein spannender Star Trek - Film herauskommt. Vielleicht wirkt der Film auch gerade wegen der sparsam eingesetzten Effekte auch heute, im Zeitalter der Computergrafiken, noch so überzeugend. Der "Bösewicht" des Films, also die außerirdische Sonde, ist eigentlich gar kein Bösewicht, sondern nur ein Besucher, über dessen Absichten man nichts erfährt. Er wird auch nur zur Erschaffung der Ausgangssituation benötigt, d.h. die Spannung des Films entsteht nicht durch den Kampf gegen jemanden, sondern für etwas. Das ist ein interessanter Unterschied und paßt auch wunderbar ins ursprüngliche Star Trek - Weltbild.

Die DVD:

Außer dem Kinotrailer wurde ein ca. 15 Minuten langer Beitrag auf diese DVD gepackt, der zu einer ganzen Serie von Featurettes über Paramount-Regisseure gehört. Man bekommt einige Szenen von den Dreharbeiten und der Entstehung der Special Effects (vor allem der hervorragenden Wal-Szenen) zu sehen. Leonard Nimoy erzählt von seiner Karriere bei Paramount, wie er zum Regieführen gekommen ist und wie die Dreharbeiten verlaufen sind. Nicht uninteressant, leider viel zu kurz.

J. Kreis, 20.03.2006
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