Star Trek Into Darkness


Star Trek into Darkness (USA, 2013)

Blu-ray, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 132 Minuten

Extras:
- Erschaffung des roten Planeten (8:28 Min.)
- Angriff auf die Sternenflotte (5:25 Min.)
- Der klingonische Heimatplanet (7:30 Min.)
- Der Feind meines Feindes (7:03 Min.)
- Schiff zu Schiff (6:03 Min.)
- Der Kampf (5:44 Min.)

Regie:
J.J. Abrams

Hauptdarsteller:
Chris Pine (James Tiberius Kirk)
Zachary Quinto (Spock)
Benedict Cumberbatch (John Harrison / Khan)
Alice Eve (Dr. Carol Marcus)
Peter Weller (Alexander Marcus)
Bruce Greenwood (Christopher Pike)
Karl Urban (Dr. Leonard McCoy)
Zoe Saldana (Nyota Uhura)
Simon Pegg (Montgomery Scott)
John Cho (Hikaru Sulu)
Leonard Nimoy (Botschafter Spock)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Star Trek.

Captain Kirk ist Kommandant des Raumschiffs Enterprise, aber möglicherweise ist er noch nicht reif für diesen Job. Immer wieder bricht er Regeln und legt Vorschriften nach eigenem Gutdünken aus. Während einer Forschungsmission auf dem Planeten Nibiru setzt sich Kirk sogar über die oberste Direktive hinweg, um einen Vulkanausbruch zu verhindern und so die Eingeborenen sowie seinen Freund Spock zu retten. Er nimmt in Kauf, dass die Enterprise bei dieser Aktion von den primitiven Planetenbewohnern gesehen wird. Wegen dieses Vergehens wird ihm das Kommando über die Enterprise entzogen. Er soll dort weiter als Erster Offizier seines Mentors Admiral Pike dienen, doch es kommt anders.

Seit der Vernichtung des Planeten Vulkan wird die Erforschung unbekannter Raumsektoren intensiver durchgeführt als bisher. Außerdem treibt Admiral Marcus, Oberbefehlshaber der Sternenflotte, die Entwicklung neuer Waffensysteme voran, denn ein Krieg zwischen der Föderation und dem aggressiven Volk der Klingonen scheint unausweichlich zu sein. Eine Militarisierung der Sternenflotte bahnt sich an. Eines Tages verübt ein Sternenflottenoffizier einen Selbstmordanschlag auf ein geheimes, als Archiv getarntes Waffenlabor der Sternenflotte in London. Es wird bekannt, dass er hierzu vom Ex-Agenten John Harrison angestiftet wurde. Kirk und Pike nehmen an einem von Marcus anberaumten Treffen hochrangiger Sternenflottenoffiziere in San Francisco teil, das von Harrison überfallen wird. Harrison beschießt das Gebäude von einem Gleiter aus, wobei unter anderem Pike getötet wird. Kirk bringt den Gleiter zum Absturz. Harrison beamt sich, wie Kirks Chefingenieur Scott herausfindet, zu einer unbewohnten Region auf der klingonischen Heimatwelt Kronos. Kirk erhält sein Kommando von Marcus persönlich zurück. Er soll mit der Enterprise zur Neutralen Zone fliegen, die das Einflussgebiet der Föderation vom Klingonischen Reich trennt, und mit neuartigen ortungsgeschützten Langstrecken-Photonentorpedos auf Harrisons Versteck feuern.

Als die Photonentorpedos in die Enterprise gebracht werden, quittiert Scott seinen Dienst, denn eine Überprüfung der Torpedos wird ihm verweigert. Er bittet Kirk inständig, diese Waffen nicht einzusetzen. Im Randgebiet des klingonischen Reichs überhitzt der Warpkern. Das Schiff ist manövrierunfähig. Während die Reparaturarbeiten laufen, bricht Kirk mit einigen Begleitern nach Kronos auf, um Harrison festzunehmen, dem per Funk mit dem Abschuss der Torpedos gedroht wird. Vor Ort kommt es zum Kampf mit den Klingonen. Das Außenteam droht zu unterliegen, doch da greift Harrison ein und besiegt die Klingonen im Alleingang. Er ergibt sich Kirk, als er erfährt, dass die Enterprise genau 72 Torpedos an Bord hat. Seinem Hinweis folgend werden die Torpedos genauer untersucht. Dabei erhält die Crew Hilfe von Dr. Carol Marcus, der Tochter des Flottenbefehlshabers. Sie hat sich auf die Enterprise versetzen lassen, weil ihr die Machenschaften ihres Vaters schon lange suspekt waren. Jeder einzelne Torpedo enthält eine Kältekammer, in der ein Mensch im Tiefschlaf liegt. Nun rückt Harrison mit der Wahrheit heraus. Sein wahrer Name ist Khan. Er und die 72 Schläfer sind genmanipulierte Menschen mit Superkräften. Sie wurden vor 300 Jahren für die Kriegsführung erschaffen, wollten aber die Macht an sich reißen und wurden deshalb auf Eis gelegt. Die Sternenflotte hat die Schlafkapseln entdeckt. Khan wurde aufgeweckt und gezwungen, neue Waffen für Marcus zu entwickeln. Khans schlafende Gefährten wurden als Druckmittel gegen ihn eingesetzt. Er konnte fliehen, musste seine Freunde jedoch zurücklassen. Marcus hat den Warpantrieb der Enterprise sabotiert; das Schiff sollte nach der Beseitigung Khans von den Klingonen vernichtet werden. Dadurch sollte ein von Marcus herbeigesehnter interstellarer Krieg ausgelöst werden.

Einem Tipp Khans folgend übermittelt Kirk einen Koordinatensatz an Scott, der auf der Erde zurückgeblieben ist. Am angegebenen Ort findet Scott eine geheime Schiffswerft, von der aus wenig später das Sternenflotten-Kriegsschiff Vengeance unter Marcus' Kommando startet. Mit der riesigen, massiv bewaffneten Vengeance will Marcus die Sache nun persönlich zu Ende bringen. Er droht die Enterprise, die mit notdürftig instand gesetztem Warkpern fliehen wollte, zu vernichten, weil Kirk die Auslieferung Khans verweigert. Carol kann ihn nicht aufhalten, Marcus beamt sie einfach in die Vengeance. Doch Scott hat sich an Bord der Vengeance geschlichen und deaktiviert die Waffensysteme. Mit seiner Hilfe können Kirk und Khan unbemerkt in die Vengeance eindringen. In der Zwischenzeit fragt Spock bei seinem älteren Ich um Rat. Spock II versichert ihm, dass Khan nicht zögern wird, jedes Besatzungsmitglied der Enterprise zu ermorden. Khan tötet Marcus, setzt Kirk außer Gefecht und fordert die Herausgabe der 72 Schläfer. Spock beamt die Torpedos in die Vengeance - allerdings mit scharf gemachten Sprengköpfen und ohne die Kälteschlafkapseln. Damit hat Khan nicht gerechnet; er hat Kirk und Carol bereits in die Enterprise gebeamt, um das gesamte Schiff zu vernichten. Stattdessen wird die Vengeance durch die Explosion der Torpedos schwer beschädigt. Beide Schiffe stürzen nun auf die Erde zu. Kirk opfert sich, um den Warpkern wieder online zu bringen, so dass das Schiff gerettet werden kann. Kahn lenkt die Vengeance direkt in die Stadt San Francisco hinein.

Khan überlebt den Absturz und schickt sich an, das Sternenflotten-Hauptquartier anzugreifen. Spock folgt ihm, um ihn aufzuhalten. Inzwischen stellt Dr. McCoy fest, dass man mit Khans Blut sogar Tote ins Leben zurückholen kann. Uhura beamt auf die Erde, um Spock diese Information zu übermitteln. Spock schlägt Khan bewusstlos. Mit Khans Genmaterial kann Kirk gerettet werden. Khan wird eingefroren. Ein Jahr später hält Kirk eine Ansprache und mahnt eine Rückkehr zu den alten Werten der Sternenflotte an. Er und seine Crew gehen mit gutem Beispiel voran. Die Enterprise bricht zu einer fünfährigen Forschungsmission auf, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen...

Kringels Meinung

Ich wiederhole mich ungern. In meinem Kommentar zu Star Trek habe ich schon ausführlich genug dargelegt, warum ich mit der Neuinterpretation der guten alten Fernsehserie Raumschiff Enterprise (und der folgenden Kinofilme) nicht hundertprozentig glücklich bin, obwohl es mir doch noch gelungen ist, mir klar zu machen, dass man das neue Star Trek - Universum am besten völlig isoliert betrachtet und nicht mit den lieb gewonnenen TV-Episoden und Kinofilmen vergleicht. Mit dieser Einstellung bin ich nun auch an "Star Trek into Darkness" herangegangen und wurde nicht nur nicht enttäuscht, sondern sogar positiv überrascht. In diesem Film wird der Geist der klassischen Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" besser eingefangen als im Vorgänger. Zunächst einmal sieht es nicht danach aus, denn als Reaktion auf die Vernichtung Vulkans droht die Militarisierung der Sternenflotte. Das wird aber keineswegs in den Vordergrund gestellt, und es wird nicht positiv bewertet. Stattdessen ist im Endeffekt Marcus der eigentliche Bösewicht des Films - Khan ist im Grunde nur ein Opfer, das sich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln wehrt. Dass er dabei bedenkenlos über Leichen geht, ist eine andere Sache. Am Ende mahnt Kirk jedenfalls persönlich die Rückbesinnung auf die wahren Werte der Sternenflotte an. Jetzt kann die Enterprise zu jener Fünfjahresmission aufbrechen, die Thema der Fernsehserie "Raumschiff Enterprise" ist. Allerdings muss ich mich wie schon beim ersten Film fragen, warum die Negierung des aus dieser Serie bekannten fiktiven Universums für nötig gehalten wurde, wenn man doch irgendwie dorthin zurückkehren will.

Egal. In "Star Trek into Darkness" findet sich manches wieder, was ich als Stärke von "Raumschiff Enterprise" betrachte: Die Freundschaft zwischen Kirk, Spock und McCoy, der "familiäre" Zusammenhalt der Enterprise-Crew, Konfliktlösung mit Köpfchen, ein bisschen Sozialkritik. Von den exotischen Schauplätzen, der futuristischen Technik, dem schicken bunten Design usw. ganz zu schweigen. Gut, die Story ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, hier wird im Grunde nur die Handlung von Der Zorn des Khan variiert. Eigene Ideen sind Mangelware; mir scheint, dass viel aus verschiedenen alten und aktuellen Science-Fiction-Filmen zusammengeklaut wurde. Und natürlich ist der Film dem aktuellen Massengeschmack angepasst. Alles muss schnell-schnell passieren, es muss viel explodieren, Hochhäuser müssen vernichtet werden und mindestens einmal muss eine Frau in Unterwäsche zu sehen sein. Logik-Bugs gibt's auch wieder massenhaft, zum Beispiel funkt Kirk (in der neutralen Zone) seinen Kumpel Scotty (auf der Erde) mit einem Hand-Communicator an. Und das auch noch unverschlüsselt, wie's aussieht. Trotz allem hatte ich diesmal durchaus das Gefühl, nicht nur irgendeinen beliebigen SciFi-Actioner zu sehen, sondern einen Star Trek - Film! Diesmal finde ich nicht mal den Einsatz der Wackelkamera besonders nervend. Stattdessen wurde ich immer wieder von Lensflare-Effekten, blendenden Lichtern und dergleichen gestört...

Dass der Film insgesamt ganz gut "funktioniert", liegt wohl nicht zuletzt an den Schauspielern. Chris Pine wächst doch noch in seine Rolle als Kirk hinein, zum Glück wurde diesmal darauf verzichtet, ihn zum Gegenstand alberner Scherze zu machen. Zachary Quinto bringt die innere Zerrissenheit des Halb-Vulkaniers Spock nachvollziehbar zum Ausdruck. Kirk und Spock finden allmählich zu sich selbst und zueinander, das verleiht dem Film eine akzeptable emotionale Tiefe. Benedict Cumberbatch ist als Khan über jeden Zweifel erhaben - der Mann spielt alle an die Wand. Eine große Schwäche des letzten Films war ja die Schwäche des Bösewichts. Diesmal haben wir neben dem charismatischen Haupt-Antagonisten noch Peter Weller als fehlgeleiteten Kommisskopf. McCoy, Scotty, Uhura, Chekov und Sulu stehen zwar deutlich im Hintergrund, aber jeder hat wenigstens eine gute Szene.

So sehr ich mich über Science Fiction der intelligenteren Art freue, wie man sie z.B. in Moon geboten bekommt, muss ich doch zugeben, dass zünftige Action durchaus Spaß machen kann, wenn sie die Intelligenz des Zuschauers nicht allzusehr beleidigt. Insoweit bin ich mit "Star Trek into Darkness" ganz zufrieden. Für den nächsten Film wünsche ich mir aber etwas mehr Mut von Seiten Drehbuch und Regie. Damit meine ich den Mut, sich nicht weiter darauf zu verlassen, dass bildgewaltige Spezialeffekte und großmaßstäbliche Vernichtungsorgien schon genug Leute ins Kino locken werden. Ich möchte gern wieder dieses schwer zu definierende Gefühl des "Sense of Wonder" empfinden, das ich damals bei "Raumschiff Enterprise" hatte.

Blu-ray-Features

Nimmt man die sechs kurzen Featurettes zusammen, kommt man auf eine Laufzeit des Bonusmaterials von etwa 40 Minuten. Das ist natürlich viel zu kurz, um den Produktionsprozess von allen Seiten zu beleuchten, aber es werden doch einige interessante Informationen vermittelt. Ich hätte zum Beispiel nicht gedacht, dass der rote Wald in der Eröffnungsszene wirklich gebaut wurde. Unzählige Blätter mussten zu diesem Zweck bemalt und angeklebt werden. Auch sonst wurde überraschend oft mit "echten" Effekten gearbeitet und nicht mit CGI. Außerdem war mir nicht bekannt, dass die Klingonen schon im vorherigen Film hätten auftreten sollen. Die geschnittene Szene ist im Bonusmaterial zu sehen.


J. Kreis, 06.03.2014




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