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Star Trek DVD
DVD

Star Trek VHS
VHS-Kinoversion

Star Trek VHS II
VHS-Langfassung
Star Trek The Motion Picture - The Director's Edition (USA, 1979 / 2000)
DVD - Regionalcode 2, Paramount
FSK: 12
Laufzeit: ca. 131 Minuten
Für VHS-Versionen: Siehe Kapitel "Der Film"

Extras
Audiokommentar von Robert Wise, Douglas Trumbull, John Dykstra, Jerry Goldsmith und Stephen Collins. Textkommentar (Untertitel) von Michael Okuda

Regie:
Robert Wise

Hauptdarsteller:
William Shatner (Admiral James T. Kirk)
Leonard Nimoy (Commander Spock)
DeForest Kelley (Dr. Leonard McCoy)
Stephen Collins (Commander Willard Decker)
Persis Khambatta (Lieutenant Ilia)




Inhalt

Ein riesiges Objekt vernichtet drei klingonische Kampfschiffe und eine Raumstation der Sternenflotte, dann nimmt es direkten Kurs auf die Erde. Es scheint sich um eine Art Wolke oder ein Energiefeld von extremer Stärke zu handeln, doch im Inneren muß es einen soliden Kern geben. Das einzige Raumschiff, das sich in Abfangreichweite befindet, ist die USS ENTERPRISE. Das Schiff wurde in den letzten Monaten modernisiert, Kommandant ist Captain Willard Decker. Er wird allerdings vorübergehend zum Commanders degradiert, denn Admiral Kirk, früherer Captain der ENTERPRISE, übernimmt aufgrund der bedrohlichen Situation das Kommando und stuft Decker zum Ersten Offizier zurück. Decker ist natürlich nicht gerade begeistert und prompt entstehen Spannungen zwischen dem alten und dem neuen Captain. Kirk mag der erfahrenere Kommandant sein, aber mit dem umgebauten Schiff hat er so seine Probleme. Als Decker während eines Zwischenfalls, den es beim ersten Betrieb des neuen Warpkerns gibt, eine Katastrophe verhindert, muß auch Kirk einsehen, daß er auf Deckers Hilfe angewiesen ist. Als Ersatz für einen Wissenschaftsoffizier, der bei einem Unfall mit dem Transporter sein Leben verloren hat, kommt der Vulcanier Spock an Bord. Spock glaubt, er habe die mentalen Ausstrahlungen des unbekannten Objekts aufgefangen. Da er fasziniert von der puren Logik des fremden Geistes ist, hat er sogar die Kolinahr-Zeremonie abgebrochen, die er gerade auf Vulcan absolvieren wollte.

Spock ist es zu verdanken, daß das erste Zusammentreffen mit der Energiewolke nicht zu einem Debakel wird, denn das Objekt feuert Energiekugeln auf die ENTERPRISE ab. Spock erkennt, daß es sich eigentlich nicht um einen Angriff handelt - die Wolke versucht, mit der ENTERPRISE Kontakt aufzunehmen. Es gelingt ihm, eine Botschaft zu übermitteln, woraufhin der Beschuß eingestellt wird. Die ENTERPRISE kann ins Innere der Wolke vordringen. Im deren Zentrum befindet sich ein viele Kilometer großes Raumschiff, das die ENTERPRISE mit einem Traktorstrahl in sich hineinzieht. Eine Art Sonde aus Energie erscheint in der ENTERPRISE und zieht Unmengen von Informationen aus dem Bordcomputer. Dann scannt es Lieutenant Ilia (eine frühere Geliebte Deckers) - die Frau verschwindet, kehrt später aber in Form einer unglaublich komplexen mechanischen Kopie zurück, die vom Original nicht zu unterscheiden ist. Die Kopie ist so perfekt, daß sie sogar über Ilias Erinnerungen und Gefühle verfügt. Dennoch wird sie quasi ferngesteuert. Sie verkündet, sie sei eine "Sonde" V'GERS und habe den Auftrag, die "Kohlenstoffeinheiten" zu untersuchen, von denen die ENTERPRISE "infiziert" sei. Sobald die "Kohlenstoffeinheiten" (gemeint sind natürlich die Menschen) analysiert seien, würden sie digitalisiert werden. V'GER sei auf der Suche nach seinem Schöpfer, und der befinde sich auf der Erde...

Spock dringt mit einem flugfähigen Raumanzug tiefer ins Innere von V'GER ein. Er erkennt, daß V'GER kein Lebewesen ist, sondern eine Maschine, die über ein eigenes Bewußtsein verfügt. V'GER ist zwar intelligent, zu Emotionen ist er (oder es) aber nicht fähig. V'GER will sich mit seinem Schöpfer vereinigen, um von ihm zu erfahren, was der Sinn seiner Existenz ist. Inzwischen hat V'GER sein Energiefeld aufgelöst und ist in den Erdorbit eingetreten. Er sendet ein rätselhaftes Signal, und als es nicht beantwortet wird, gibt er den Menschen daran die Schuld. Er bereitet die Vernichtung allen menschlichen Lebens auf der Erde vor. Über die Ilia-Kopie gibt Kirk V'GER zu verstehen, er wisse, warum der Schöpfer nicht geantwortet habe. Die Informationen hierüber könne er V'GER aber nur direkt geben. V'GER ist einverstanden und läßt die ENTERPRISE in seine innerste Kammer ein. Dort finden Kirk, Spock, McCoy und Decker eine Raumkapsel der Erde vor - die VOYAGER VI. Diese Sonde war vor 300 Jahren mit dem Auftrag gestartet, alle erreichbaren Daten zu sammeln und der Erde zu übermitteln. Sie war jedoch in ein Schwarzes Loch gestürzt. Kirk und seine Leute erfahren jetzt, daß die Sonde auf einen von intelligenten Maschinen bevölkerten Planeten gestürzt war. Die Maschinen hatten die Sonde zu dem gemacht, was sie jetzt ist - V'GER. Jetzt weiß Kirk, wie V'GERS Botschaft an die Erde beantwortet werden muß. Ein uralter Code der NASA wird eingegeben, doch V'GER sabotiert sich selbst, um eine Vereinigung mit dem Schöpfer zu erzwingen.

Decker erkennt, daß ein Mensch mit V'GER verschmelzen muß, und stellt sich selbst zur Verfügung, denn auf diese Weise kann er sich wieder mit Ilia vereinigen. Durch die Verschmelzung wird V'GER in eine andere, höhere Zustandsform verwandelt und löst sich auf. Die Gefahr für die Erde ist gebannt und die ENTERPRISE kann zu einem Testflug ins Blaue hinein starten...

Der Film:

Dieser Film steht bei mir gleich dreimal im Regal: Zweimal als VHS-Cassette und einmal als DVD.

Kinoversion (VHS)
Die Original-Kinoversion von 1979 hat eine Laufzeit von ca. 125 Minuten. Am Anfang des Bands befindet sich ein bißchen Werbung für andere Star Trek - Filme, so daß die Laufzeit insgesamt ca. 130 Minuten beträgt. Ansonsten ist der Film so, wie man ihn aus dem Kino kennt.

Verlängerte TV-Version (VHS)
Diese Version stammt aus dem Jahr 1997 und hat eine Laufzeit von 138 Minuten. Hinzu kommt auch hier wieder etwas Filmwerbung am Anfang des Bandes, was die Laufzeit auf insgesamt ca. 142 Minuten verlängert. Diese Version des Films enthält noch die alten optischen Effekte, aber einige Szenen wurden verlängert oder neu hinzugefügt. Wie bei 2001 - Odyssee im Weltraum ist zu Beginn des Films jetzt erst einmal nichts zu sehen, es ist lediglich ein Stück des Soundtracks zu hören. Diese mehrere Minuten dauernde Ouvertüre ist ein guter Auftakt zu diesem ruhigen, stimmungsvollen Film. Die zusätzlichen Szenen sind zwar nicht unverzichtbar für die Handlung, durch sie werden aber die Beziehungen der Charaktere untereinander vertieft und man bekommt unter anderem mehr von V'GER zu sehen.

Director's Edition (DVD)
Die Director's Edition aus dem Jahr 2000 hat eine Laufzeit von 131 Minuten. Sie ist also länger als die Kinoversion, aber kürzer als die TV-Version. Zwei Beispiele für entfallene Szenen aus der TV-Version: 1. - Als Ilia auf die ENTERPRISE kommt, scheint Sulu zu versuchen, sie anzubaggern, sobald Kirk die Brücke verläßt. Sie sagt ihm, daß sie einen Zölibatseid abgelegt hat. 2. - Als Spock die ENTERPRISE mit einem Jetpack verläßt, folgt Kirk ihm sofort. Er legt ein Jetpack an und verläßt die ENTERPRISE ebenfalls. Diese beiden Szenen sind in der Director's Edition nicht mehr vorhanden. Für die Director's Edition wurde der Film komplett restauriert und mit besseren Spezialeffekten ausgestattet. Im Gegensatz zu Star Wars wurde allerdings nicht zuviel an neuer Tricktechnik hineingepackt, d.h. der ursprüngliche Charakter des Films ist auch nach der Überarbeitung (die Robert Wise selbst vornehmen durfte) erhalten geblieben. Beispiele für neue Effekte: Während der Ouvertüre sieht man ein Sternenfeld, das Matte-Painting der Starfleet-Landebucht, in der Kirk ankommt, zeigt viel mehr von der futuristischen Stadt, und als V'GER seine Energiewolke verläßt, sieht man erheblich mehr (und bessere) Details des gigantischen Objekts. Das sind nur wenige Beispiele für die aufgebohrten bzw. teilweise völlig neuen Spezialeffekte. Der Unterschied und die deutlich verbesserte Bildqualität fällt besonders auf, wenn man die DVD und die alten VHS-Bänder mal direkt miteinander vergleicht - die Erinnerung ist doch oft trügerisch...

Zur Entstehungsgeschichte des Films, der seinerzeit nach vielen Jahren ohne Star Trek von den Fans sehnlichst erwartet worden war, viele jedoch maßlos enttäuscht hat, muß ich wohl nichts mehr schreiben. Hierzu findet man im Internet mehr als genug Informationen. Ist der Film nun ein zum Gähnen ödes, zu langes Plagiat der TV-Episode "Ich heiße Nomad"? Oder ist er stattdessen gute SF, eine Verneigung vor der TV-Serie, ein Fest für Fans? Ich weiß es nicht. Aber schlecht finde ich ihn nun wirklich nicht. Verglichen mit aktuellen Blockbustern (oder auch mit neueren, actionreichen Star Trek - Kinofilmen) fällt natürlich zunächst einmal auf, daß es in diesem Film keine einzige Raumschlacht, kein Phaser-Geballer, keine opulenten Martial-Arts-Kampfszenen und keine heldenhaften Opfertode gibt. Gut, die Klingonen feuern ein paar Torpedos ab, aber im Grunde werden sie ja nicht vernichtet, sondern sie werden V'GERS Datenbestand zugeführt. Diesen Film könnte man vielleicht mit einem behäbigen Luxus-Liner vergleichen, denn Action gibt es darin kaum. Stattdessen werden in extrem langen Einstellungen Vorbeiflüge an der ENTERPRISE und an den bizarren Strukturen V'GERS gezeigt, es gibt lange Szenen ohne jeglichen Dialog und auch sonst dauert es sehr lange, bis irgend etwas passiert. Aber gerade diese Szenen gefallen mir besonders gut, denn anders als in den schnell und hektisch geschnittenen modernen Filmen sieht man hier wirklich etwas, d.h. das Auge hat genug Zeit, alles wahrzunehmen. Selten hat die ENTERPRISE einen so majestätischen Eindruck gemacht und von der (scheinbaren) Größe V'GERS kann man durchaus beeindruckt sein. Der Film transportiert auch in später so nicht mehr erreichter Form die ursprüngliche Botschaft von Star Trek: Nur weil etwas fremd und bedrohlich aussieht, muß es kein Feind sein. Der Schlüssel für ein friedliches Miteinander besteht im gegenseitigen Verständnis.

Es gibt natürlich auch einige Kritikpunkte, vor allem die schon erwähnte erstaunliche Ähnlichkeit der Handlung mit einer der alten TV-Episoden. Im Grunde wird in beiden Fällen genau die gleiche Geschichte erzählt. Auch Kirks Verhalten, insbesondere gegenüber Decker, ist gelinde gesagt irritierend und paßt nicht so recht zu dem Charakter, den man aus der Fernsehserie kennt. Auch zwei zu emotionale Szenen mit Spock stören das Gesamtbild: Seine Gefühlsausbrüche kommen mir zu unmotiviert vor.

Die DVD:

Das Bonusmaterial der Single-Disc-Version besteht lediglich aus Audio- und Textkommentaren. Die sind zwar sehr informativ, aber wenn ich einen Film sehe, dann will ich den Dialog der Schauspieler hören und nicht irgend etwas anderes. Audiokommentare sind denn nicht so sehr mein Ding. Diesen Film gibt es allerdings auch als Doppel-DVD-Version mit recht umfangreichem Bonusmaterial. Zur Unterscheidung: Die Doppel-DVD trägt nicht den Schriftzug "The Motion Picture", sondern "Der Film".

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