Star Trek


Star Trek (USA, 2009)

Blu-ray, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 127 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- BD-Live

Regie:
J.J. Abrams

Hauptdarsteller:
Chris Pine (James Tiberius Kirk)
Zachary Quinto (Spock)
Leonard Nimoy (Botschafter Spock)
Eric Bana (Nero)
Bruce Greenwood (Christopher Pike)
Karl Urban (Dr. Leonard McCoy)
Zoe Saldana (Nyota Uhura)
Simon Pegg (Montgomery Scott)
John Cho (Hikaru Sulu)
Ben Cross (Botschafter Sarek)
Chris Hemsworth (George Kirk)




Story

Im Jahre 2387 gerät die gesamte Milchstraße durch eine Supernova in Gefahr. Der Vulkanier Spock setzt "Rote Materie" ein, um ein Schwarzes Loch im Inneren des explodierenden Sterns zu erzeugen und diesen damit unschädlich zu machen. Das Vorhaben gelingt, aber Spock kann die Vernichtung des Planeten Romulus nicht mehr verhindern. Der Romulaner Nero, Kommandant des riesigen, schwer bewaffneten Bergbau-Raumschiffes Narada, muss mit ansehen, wie seine Heimatwelt untergeht. Dabei kommt Neros Familie ums Leben. Die Narada und Spocks Schiff werden vom Schwarzen Loch angezogen und in die Vergangenheit transportiert. Die Narada durchquert das Wurmloch zuerst, materialisiert im Jahr 2233, vernichtet das Föderationsraumschiff Kelvin und setzt damit eine alternative Entwicklung der Geschehnisse in Gang. Die Zukuknft, aus der Nero kommt, wird somit negiert. George Kirk, nach dem Tod des Captains Kommandant der Kelvin, opfert sich, um die restliche Besatzung - darunter seine hochschwangere Frau - zu retten. Die Überlebenden fliehen mit Shuttles. Unterwegs wird Kirks Sohn James geboren. Spocks Schiff wird kurz nach der Narada vom Schwarzen Loch eingesaugt, gelangt aber ins Jahr 2258. Nero muss somit 25 Jahre warten, bis er sich an Spock rächen kann. Er tötet den Vulkanier jedoch nicht, als dieser endlich in der Vergangenheit auftaucht, sondern nimmt ihn gefangen und setzt ihn auf dem Eisplaneten Delta Vega aus. Spock soll dasselbe Leid erfahren wie Nero. Zu diesem Zweck benutzt Nero die in Spocks Schiff gelagerte Rote Materie.

Der inzwischen 25jährige James T. Kirk ist zwar hochbegabt, führt aber ein selbstzerstörerisches Leben. Captain Christopher Pike, ein Freund seines Vaters, weckt in Kirk den Wunsch nach Höherem und bringt ihn dazu, sich bei der Sternenflotten-Akademie einzuschreiben. In dem Arzt Dr. Leonard McCoy findet Kirk einen guten Freund. Eines Tages manipuliert Kirk den so genannten Kobayashi-Maru-Test, der von dem jungen Sternenflottenoffizier Spock entwickelt wurde, um die Kadetten in eine ausweglose Situation zu bringen und mit der Angst zu konfrontieren. Kirk schmuggelt eine Subroutine ein, die es ihm ermöglicht, die simulierte Raumschlacht zu gewinnen. Der Betrug bleibt nicht unentdeckt, ein Disziplinarverfahren droht. Spock selbst tritt als Ankläger auf. Die Anhörung wird durch einen Notruf unterbrochen - der Planet Vulkan wird angegriffen. Da fast die gesamte Sternenflotte anderswo gebunden ist, können nur einige Schiffe mit Kadetten bemannt werden, darunter das neue Flaggschiff Enterprise unter Captain Pikes Kommando. Spock ist 1. Offizier des Schiffes. Kirk müsste wegen des anhängigen Verfahrens eigentlich zurückbleiben, doch McCoy schmuggelt ihn an Bord.

Kirk kan Pike davon überzeugen, dass es Gemeinsamkeiten zwischen der Vernichtung der Kelvin und den Vorgängen bei Vulkan gibt. Er glaubt, der Notruf sei eine Falle. Tatsächlich sind nur noch Trümmer von den Schiffen übrig, die vor der Enterprise bei Vulkan eingetroffen sind. Die Narada ist dabei, mit einem Energiestrahl, der gleichzeitig die Kommunikationssysteme der Enterprise stört, einen Schacht zum Planetenkern voranzutreiben. Nero beordert Pike in die Narada. Der Captain leistet der Aufforderung Folge, übergibt Spock das Kommando und ernennt Kirk zum 1. Offizier. Kirk und Lt. Hikaru Sulu sabotieren den Energiestrahlprojektor, aber es ist bereits zu spät. Nero schießt Rote Materie in den Schacht. Ein Schwarzes Loch entsteht und vernichtet den gesamten Planten. Spock hat gerade noch genug Zeit, um hinunterzubeamen und seinen Vater Sarek sowie einige Ratsmitglieder zu evakuieren. Seine von der Erde stammende Mutter kann er aber nicht mehr retten. Spocks älteres Ich beobachtet die Katastrophe hilflos von Delta Vega aus. Damit gibt sich Nero aber nicht zufrieden. Mit Pike als Gefangenem setzt er Kurs auf die Erde. Er will alle Föderationsplaneten zerstören, um jegliche potentielle Bedrohung für den Planeten Romulus, der in dieser Zeitlinie noch existiert, zu beseitigen.

Befehlsgemäß strebt Spock nun eine Vereinigung mit der restlichen Flotte an. Als sich Kirk widersetzt, weil er meint, nur die Enterprise könne Nero aufhalten, wirft Spock ihm Meuterei vor und setzt ihn auf Delta Vega aus. Dort begegnet Kirk dem älteren Spock, wird von ihm über die Hintergründe aufgeklärt und zu einem Sternenflotten-Außenposten geführt. Dort arbeitet der strafversetzte Techniker Montgomery Scott, der in der Zukunft eine Technik entwickeln wird, mit der es möglich ist, sich auf ein mit Warpgeschwindigkeit fliegendes Schiff zu beamen. Spock kennt diese Technik und modifiziert den Transporter des Außenpostens entsprechend, so dass Kirk und Scott die Enterprise erreichen können. Einem Vorschlag Spocks folgend, provoziert Kirk dessen jüngeres Ich solange, bis dessen menschliche Seite durchbricht. Spock greift Kirk an und muss anschließend eingestehen, dass er "emotional kompromittiert" ist. Den Vorschriften zufolge muss Spock deshalb von seinem Posten zurücktreten, wodurch Kirk automatisch in den Kommandantenrang aufrückt. Kirk folgt der Narada. Das Schiff hat die Erde bereits erreicht und mit der Bohrung begonnen. Kirk und Spock beamen in die Narada. Während Kirk die Gegner ablenkt und Pike befreit, lenkt Spock das Schiff seines älteren Ichs ins All und zerstört den Bohrer. Dann lockt er die Narada von der Erde weg. Die Enterprise schießt alle Torpedos ab, die die Narada auf Spocks Schiff abfeuert. Spock, Kirk und Pike werden in die Enterprise gebeamt. Spocks mit Roter Materie beladenes Schiff rammt die Narada und reißt sie mit in den Untergang. Die Enterprise muss ihre Warpkerne abwerfen, um nicht ebenfalls in das entstehende Schwarze Loch gezogen zu werden.

Wegen seiner Verdienste wird Kirk offiziell zum Captain der Enterprise befördert. Spock begegnet seinem älteren Ich und wird von diesem davon abgehalten, aus der Sternenflotte auszutreten - der jüngere Spock wollte sich den letzten paar tausend Vulkaniern anschließen und beim Aufbau einer neuen Kolonie helfen. Stattdessen wird der jüngere Spock Kirks 1. Offizier.

Kommentar

Ich würde mich nicht als "Trekkie" bezeichnen, aber ich bin mit Star Trek aufgewachsen. Die hierzulande im Jahre 1972 erstmals unter dem Titel Raumschiff Enterprise ausgestrahlte Originalserie gehört zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen und war neben Mondbasis Alpha 1 maßgeblich an meiner "Sozialisation" als Science Fiction - Fan beteiligt. Ich will Star Trek nicht über den grünen Klee loben, aber Gene Roddenberrys Idee einer Science Fiction - Serie mit positiver Weltsicht, in der es um die friedliche Erkundung des Weltraums geht, um die Erforschung neuer Planeten und die Entdeckung fremder Zivilisationen, wobei Konflikte wann immer möglich nicht mit Gewalt ausgetragen werden, sondern mit Köpfchen, Toleranz und Diplomatie, war damals zukunftsweisend und ist gerade heute wieder aktuell. Viele Episoden der "klassischen" Serie enthalten trotz des stets vorhandenen Humors auch ernsthafte, gesellschaftskritische Themen und tiefer gehende Botschaften. Der Zusammenhalt der Enterprise-Besatzung ist ein weiterer wichtiger Faktor, Probleme werden meist gemeinschaftlich gelöst. Bei den Star Trek - Kinofilmen sieht die Sache leider etwas anders aus. Eine Hinwendung zu mehr Action war zuletzt ebenso überdeutlich wie ein Verharren in Gewohnheiten, ein Mangel an guten neuen Ideen. Von der stark gealterten, übergewichtigen Originalcrew, die spätestens im siebten Kinofilm ihren endgültigen Abschied nehmen musste, mal ganz zu schweigen. Da war es höchste Zeit für einen Neuanfang. J.J. Abrams hat sich dessen angenommen, und zweifellos ist es ihm gelungen, Star Trek wieder "sexy" zu machen.

Aber ist der Neustart wirklich geglückt? Denn einen solchen stellt dieser Film dar. Meiner Meinung nach ist er definitv kein Prequel, keine Fortsetzung und keine Weiterentwicklung des "kanonischen" Star Trek - Franchise. Stattdessen stellt er den Beginn eines völlig anderen, alternativen Star Trek - Universums dar, das nichts mehr mit Gene Roddenberrys Idee gemein hat und von ganz anderen Voraussetzungen ausgeht. Es mag sein, dass es keine schlechte Idee war, alten Ballast über Bord zu werfen und einen Befreiungsschlag zu wagen, der es den Drehbuchautoren dieses und künftiger Filme ermöglicht, neue Geschichten zu erzählen. Ich frage mich nur: Musste das wirklich in dieser Form geschehen? War es erforderlich, das gesamte Star Trek - Universum mit einem einzigen Federstrich auszulöschen? Hätte man nicht ein ganz "normales" Prequel mit frischen Ideen und einer Crew aus unverbrauchten jungen Schauspielern verwirklichen können? Schließlich wurde die Chance, die so ein Neustart bietet, nicht wirklich genutzt. Neue Ideen sind Mangelware, irgendwelche neuen Ansätze bei den Hauptpersonen gibt es ebenfalls nicht. Hier wird nichts neu interpretiert, stattdessen wird nur Altbekanntes variiert. Wieder mal eine Zeitreise, wieder mal eine Rachegeschichte... Vor allem aber: Musste Star Trek dem aktuellen Massengeschmack angepasst werden, so dass sich der Film in die lange Reihe belangloser Sommer-Blockbuster einreiht, die das Publikum mit spektakulärer Action und atemberaubenden Spezialeffekten blenden, weil sie sonst nicht viel zu bieten haben?

Versteht mich nicht falsch, ich habe absolut nichts gegen zünftige SciFi-Action. Aber wenn es nur um das Abfeiern eines Action- und Gag-Feuerwerks geht, dann hätte man nicht "Star Trek" draufschreiben müssen. Es fehlt das Alleinstellungsmerkmal! Der Film bietet beliebige Weltraum-Ballerei, wobei lediglich Namen und Designelemente aus dem Star Trek - Universum verwendet werden. Tja, und wenn man das schon macht, d.h. wenn man die Fans mit Namedropping und dergleichen anlocken will, damit sie brav ihr Geld an der Kinokasse abliefern, dann hätte man ruhig darauf verzichten dürfen, alles mit Füßen zu treten, was diese Fans mögen und von dem Film erwartet haben. Da können sich die Schauspieler noch so sehr bemühen, Mimik, Sprechweise und Körpersprache ihrer Vorbilder aus der Originalserie zu imitieren (was ihnen allerdings wirklich gut gelingt!). Da können die Star Trek - Fanfare sowie die Titelmelodie der Originalserie im Abspann noch so oft wiederholt werden. Das rettet den Film nicht mehr, Star Trek degeneriert zu Transformers im All.

Von den vielen Logik-Bugs picke ich mal nur die Zeitreiseproblematik heraus. Warum geht der ältere Spock nicht sofort zum Föderations-Außenposten auf Delta Vega, um seinesgleichen vor Nero zu warnen? Er konnte ja nicht wissen, dass der junge Kirk bald ganz in der Nähe seiner Höhle ausgesetzt werden würde (was für ein unfassbarer "Zufall", nicht wahr?), warum also wartet er mit dem Aufbruch, bis Kirk bei ihm erscheint? Warum warnt Nero seinerseits nicht die Romulaner vor der in ca. 150 Jahren anstehenden Vernichtung ihres Heimatplaneten? Oder noch besser: Nero hat doch genug Rote Materie dabei, also könnte er die Sonne, die in 150 Jahren explodieren wird, einfach schon im Jahre 2233 unschädlich machen. Auf diese Idee sind die Drehbuchautoren nicht gekommen - wäre ja langweilig gewesen und man hätte auf die gesamte Krachbumm-Action verzichten müssen.

Aber halt! Ich bin ja gar kein Fan. Was ich gerade geschrieben habe, gibt meine Einstellung kurz nach der Kinopremiere wieder. Das alles sehe ich heute deutlich entspannter. Jedenfalls würde ich nicht so weit gehen wie manche Fans, die J.J. Abrams "Verrat" und die Zerstörung des Franchise vorwerfen. Man muss sich klar machen, dass dieser Film eben etwas völlig Neues ist, das man besser nicht mit dem Original vergleicht. Doch selbst bei isolierter Betrachtung kann der Film nicht so recht überzeugen. Action und Spezialeffekte sind wirklich toll, das hat durchaus Unterhaltungswert. Aber auch nach nochmaligem Anschauen halte ich den Film für einfallsloses Popcornkino mit nebensächlicher Story und für meinen Geschmack zu viel infantilem Humor. Die Interaktion zwischen den Hauptpersonen passt schon irgendwie, aber die Vernichtung von Vulkan bleibt seltsam wirkungslos. Nero ist ein blasser und austauschbarer, in keiner Sekunde bedrohlicher Gegner. Meine Sehgewohnheiten müssen sich übrigens in den letzten Jahren verändert haben, denn der exzessive Einsatz von Wackelkamera, Blendeffekten, hektischen Schnittfolgen und ähnlichen Mätzchen, der mich damals extrem genervt hat, stört mich inzwischen kaum noch.


J. Kreis, 27.05.2013




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Reiner (01.06.2013):

Die Kino-Filme der Star Trek Crew unter Kirk fand ich immer schon schwach und auch der sich ewig prügelnde Kirk war weder in der Serie noch in den Filmen eine Person, die mir besonders gefallen hat. Die Trickaufnahmen waren bestenfalls mittelmäßig.
Das änderte sich schlagartig mit der Serie, den Kinofilmen und den Tricks von Star Trek The Next Generation. Picard ein Intellektueller, eine Crew, der man das 3. Jahrtausend abnahm. Nach den ca. 200 Serienfolgen und den Kinofilmen war allerdings alles erzählt und es wurde etwas Neues geplant.
Die Nachfolgeserie "Deep Space 9" war allerdings genauso schwach wie deren Nachfolger mit "Frau Mutter Kapitän". Enterprise danach, na ja, die war beendet, bevor sie richtig anfangen konnte. Nun der Neuanfang. Es ist ausgerechnet Kapitän Haudegen geworden, auf alternativer Zeitlinie, aber er ist irgendwie doch der gleiche geblieben. Ihm zu Seite steht der steifohrige Vulkanier, eine Erfindung der 60er Jahre, die spätestens mit Data erledigt war. Und natürlich Pille, Scotty und Uhura, die auch noch was mit Spock hatte.
Man glaubt es kaum. Der Film ist natürlich actionmäßig Transformers, genauso wie sein Nachfolger oder der neue James Bond, das ist eben Mainstream. Insgesamt war der Film aber nicht schlecht. Fehlende Handlung zu beklagen erscheint mir angesichts der prinzipiellen Handlungslosigkeit der US-Megastreifen verwunderlich. Ich habe mich schon oft gefragt, was die hoch bezahlten Autoren sich so überlegen, wo mir als Laien etwas Besseres spontan eingefallen wäre. Die Bösewichte von Nemesis und dem hier besprochenen Film konnte ich gar nicht nicht unterscheiden. Egal, es gibt für uns Ü 40 mit Flatscreen und 5 Kanal Anlage nur wenige Gründe noch in ein nach Popcorn stinkendes Kino zu gehen. Diese Filme schaffen das immer noch, erst vor zwei Wochen habe ich mir den neuesten Star Trek Film angesehen. Für den gilt der hier beschriebene Text genauso. Ich denke in 4 Jahren, wenn Kreis den Film auf dem Wühltisch für 5 Euro bekommt und ihn dann zeitnah bespricht, werden wir das lesen.



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