The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro


The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro (USA, 2014)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 141 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Entfallene und erweiterte Szenen (23:01 Min.)
- Der Lohn des Heldentums: Das Making of von "The Amazing Spider-Man 2" (103:42 Min.)
- Die Musik von "The Amazing Spider-Man 2" (8:09 Min.)
- Alicia Keys - "It's on again" Musikvideo

Regie:
Marc Webb

Hauptdarsteller:
Andrew Garfield (Peter Parker - Spider-Man)
Emma Stone (Gwen Stacy)
Jamie Foxx (Max Dillon - Electro)
Dane DeHaan (Harry Osborn - Green Goblin)
Sally Field (Tante May)




Story

Vor einiger Zeit wurde Peter Parker von einer genmanipulierten Spinne gebissen. Dadurch hat er übermenschliche Kräfte gewonnen. Seitdem kämpft er als maskierter Spider-Man in New York gegen das Verbrechen. Da er befürchtet, seine Freundin Gwen Stacy (die sein Geheimnis kennt) in Gefahr zu bringen, geht er auf Distanz. Das hält er aber nicht lange durch, und so ist Gwen diejenige, die Schluss macht. Nach ihrem Highschoolabschluss arbeitet Gwen als Praktikantin bei Oscorp und bereitet sich darauf vor, nach England überzusiedeln. Sie will an der Universität von Oxford zu studieren. Peter ist hin- und hergerissen, denn in England wäre Gwen sicher, aber ohne sie bekommt er sein Doppelleben nicht auf die Reihe. Zudem leidet Peter immer noch darunter, nicht zu wissen, warum seine Eltern vor vielen Jahren einfach aus seinem Leben verschwunden sind und ihn in der Obhut seiner Tante May zurückgelassen haben, bei der er noch immer lebt. Er weiß nur, dass seine Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind. Peter spürt, dass May mehr weiß, aber sie schweigt. Eines Tages stoppt Spidey die Amokfahrt des wahnsinnigen Kriminellen Alexei Sytsevich, der einen Oscorp-Lastwagen voller Plutonium gestohlen hat. Dabei rettet Spidey dem Oscorp-Techniker Max Dillon das Leben. Dillon, ein unscheinbarer Mann, der sich von aller Welt missachtet fühlt, entwickelt in der folgenden Zeit eine wahre Spider-Man-Obsession. Peter trifft sich mit seinem alten Freund Harry Osborn, dessen Vater Norman jüngst an einer unheilbaren Erbkrankheit gestorben ist. Harry, der nun die Leitung von Oscorp zum Missvergnügen der Manager übernimmt, leidet an derselben Krankheit. In den Forschungsergebnissen seines Vaters findet Harry einen Hinweis auf das einzige bekannte Heilmittel: Spider-Mans Blut.

Als er einen Defekt in Stromnetz der Oscorp-Zentrale beheben will, erleidet Dillon einen Unfall, bei dem er scheinbar stirbt. Die Manager wollen die Sache vertuschen. Doch Dillon ist nicht tot, er wurde verwandelt. Er ist nun Electro, ein Wesen aus Energie, das Elektrizität absorbieren und Blitze schleudern kann. Electro weiß nicht, was mit ihm geschehen ist und verursacht unabsichtlich ein Chaos am Times Square. Spidey tritt ihm entgegen und kann ihn zunächst beruhigen. Als Electro von einem Polizisten beschossen wird und zu toben beginnt, kommt es zum Kampf, bei dem Electro unterliegt. Electro fühlt sich von seinem Idol verraten und verfolgt jetzt nur noch das Ziel, Spider-Man zu vernichten. Er wird im Ravencroft-Institut für geistesgestörte Straftäter gefangen gehalten und gefoltert. Währenddessen untersucht Peter den Inhalt einer Aktentasche, die sein Vater Richard damals nicht mitgenommen hat. Er findet heraus, dass Richard ein verstecktes Labor in einer verlassenen U-Bahn-Station eingerichtet hat, das noch immer existiert. Zuvor hat May ihr Schweigen gebrochen und Peter darüber informiert, dass das FBI damals behauptet hat, sein Vater habe Oscorp-Forschungsergebnisse gestohlen, um sie im Ausland zu verkaufen. Im Labor seines Vaters erfährt Peter endlich die Wahrheit. Richard hat seinerzeit zusammen mit Norman Osborn an der Erschaffung von Mensch-Tier-Mischwesen gearbeitet. Richard hat sein eigenes Erbgut in die DNS von Spinnen eingebaut. Norman hat sich davon ein Heilmittel für die Erbkrankheit erhofft, wollte seine Erkenntnisse jedoch gleichzeitig missbrauchen, um Biowaffen für eine fremde Macht herzustellen. Das konnte Richard nicht zulassen und so hat er versucht, alle genmanipulierten Spinnen zu töten und die Forschungsergebnisse zu vernichten. Damit war sein Schicksal besiegelt. Richard musste mit seiner Frau fliehen, um Peter zu schützen.

Harry fleht Peter an, ein Treffen mit Spider-Man zu arrangieren. Peter willigt ein und sucht Harry im Spider-Man-Kostüm auf, verweigert ihm jedoch sein Blut, denn den Unterlagen seines Vaters zufolge wirkt die Spinnen-DNS nur bei dessen Nachkommen. Somit hat Spider-Man einen zweiten Todfeind. Kurz nachdem Harry von seiner Assistentin erfahren hat, dass Proben des Gifts der genmanipulierten Spinnen in der Oscorp-Zentrale zu finden sind, wird er von den Managern entmachtet. Sie schieben ihm die Schuld für Dillons Unfall und den Vertuschungsversuch in die Schuhe. Daraufhin befreit Harry Electro und schließt einen Pakt mit ihm. Electro verschafft Harry Zugang zur Oscorp-Zentrale und darf auf das dortige Stromnetz zugreifen, das direkt mit einem neuen Kraftwerk verbunden ist, welches die ganze Stadt mit Energie versorgt. Das Spinnengift befindet sich in einem geheimen Labor, in dem außerdem verschiedene fortschrittliche Waffensysteme aufbewahrt werden. Als Harry unter dem Einfluss des Spinnengifts zu mutieren beginnt und schreckliche Qualen leidet, legt er eine Hightech-Kampfrüstung an, die mit einer Funktion zur Wundheilung ausgestattet ist. So kann Harry die Mutation in Schach halten, doch sein Geist hat sich bereits verwirrt. Er ist nun Green Goblin. Währenddessen sorgt Electro für einen stadtweiten Stromausfall. Eine gewaltige Katastrophe bahnt sich an. Gerade erst hat Peter eine Entscheidung getroffen und beschlossen, Gwen nach England zu folgen. Jetzt muss er sich Electro stellen. Gwen will nicht zurückstehen. Sie hilft Spidey, Electro endgültig zu besiegen und die Energieversorgung wiederherzustellen. Green Goblin erscheint. Er ist zwar wahnsinnig, erkennt aber schnell, dass Spider-Man mit Peter Parker identisch ist. Er entführt Gwen, um sich an Peter zu rächen. Nach hartem Kampf kann Peter Green Goblin unschädlich zu machen, aber er kann nicht verhindern, dass Gwen in den Tod stürzt.

Peter braucht Monate, um über diesen Verlust hinwegzukommen. Spider-Man lässt sich währenddessen nicht mehr in der Stadt blicken. Harry sitzt nun zwar im Ravencroft-Institut, hat aber einen Helfer, der die im Oscorp-Arsenal eingelagerten Waffensysteme an Freiwilligen testet. Erste Versuchsperson ist Sytsevich. Man steckt ihn in eine riesige bewaffnete Kampfpanzerung, die vage an ein Rhinozeros erinnert. Rhino läuft in New York Amok. Die Polizei ist ihm nicht gewachsen. Ein kleiner Junge, der ein Spider-Man-Kostüm trägt, stellt sich Rhino in den Weg. Der echte Spider-Man erscheint gerade noch rechtzeitig, um das Kind zu retten und es mit Rhino aufzunehmen.


Kringels Meinung

Die Handlung von "The Amazing Spider-Man" wird sozusagen nahtlos fortgesetzt. Tatsächlich beginnt der Film mit demselben Rückblick wie der erste Teil, diesmal aus der Perspektive von Peters Vater und mit weitergehender Handlung. Ergänzend zu den Infos, die Peter später in der verlassenen U-Bahn-Station findet, erfährt man, wie Peters Eltern wirklich ums Leben gekommen sind. Sie wollen per Flugzeug fliehen, haben aber einen Killer an Bord. Richard riecht Lunte und transferiert seine Forschungsdaten an den Rechner im Geheimlabor. Der Killer tötet Richards Frau, woraufhin dieser ein Fenster zerstört, weil er weiß, dass er sowieso sterben muss. Der Killer soll aber auch nicht davonkommen. Das funktioniert; der Killer stirbt, das Flugzeug stürzt ab.

"The Amazing Spider-Man" Teil 1 und 2 - das soll keine Fortsetzung der Trilogie mit Tobey Maguire in der Hauptrolle sein, sondern ein Neustart mit einem neuen, unverbrauchten Hauptdarsteller und modifiziertem Spider-Man-Kostüm. Von mir aus, dann erdulde ich Spideys Entstehungsgeschichte halt noch einmal, dachte ich damals, als Teil 1 in die Kinos kam. So war es denn auch, komplett mit dem "Underdog-verliebt-sich-in-Schulschönheit"-Plot und dem von Peter mitverschuldeten Tod des Onkels. Irgendein anderer Ansatz? Frische Ideen? Eine neue Story? Fehlanzeige, nur die Details differieren ein wenig. Außerdem hat mich der Superschurke (Lizard) so gar nicht überzeugt. Klar, der Film wurde dem aktuellen Zeitgeist und an ein noch jüngeres Publikum angepasst, ansonsten wurden im Grunde nur Namen verändert. Das fand ich langweilig. Jetzt also der zweite Teil. Und wieder kommt mir alles sehr bekannt vor. Wie in Spider-Man 2 besteht die Handlung zu gefühlten achtzig Prozent aus tränenreichen Beziehungsproblemen bis hin zur Trennung / Wiedervereinigung / Trennung / Wiedervereinigung der Liebenden sowie einem Spidey, der das Kostüm am liebsten an den Nagel hängen würde. Plus Superschurken, die ein ganz persönliches Problem mit dem sympathischen Netzschwinger haben. Sogar Handlungselemente wie die Demaskierung Spideys durch Harry Osborn und die Freundin, die sich bewusst für die Gefahr entscheidet, welche die Beziehung mit Spidey mit sich bringt, sind praktisch identisch. Einziger Unterschied: Im Gegensatz zu Mary Jane Watson darf Gwen Stacy leider nicht weiterleben. Mehr ist den Drehbuchautoren nicht eingefallen?

Darsteller und Action reißen's wieder heraus. Andrew Garfield mag noch einige Jahre jünger sein als Tobey Maguire und seine Performance mag noch mehr auf ein minderjähriges Publikum zugeschnitten sein, aber wenn ich das nicht ganz so toll finde, dann liegt es wohl daran, dass ich ein alter Sack bin. Außerdem passt ein jugendlicher Peter Parker ja durchaus gut zum Comic-Vorbild. Er hätte vielleicht nicht so oft Tränen in den Augen haben müssen, aber wenn er das Spidey-Kostüm trägt, dann ist alles gut. Dieser Spider-Man ist genauso agil, gelenkig, schnell und stark, wie ich mir die Spinne immer vorgestellt habe. Es ist einfach eine Freude, ihm dabei zuzusehen, wie er sich durch die Häuserschluchten schwingt und diverse Übeltäter aufmischt - vom Superschurken Electro bis hin zu Schulhofrüpeln, die einen einsamen Brillenträger herumschubsen. Spideys lockere Sprüche sind das i-Tüpfelchen. Selbst im dicksten Getümmel gelingt es ihm immer noch, seine Gegner zu veräppeln oder verbal durch den Kakao zu ziehen. Ich würde mal sagen: Hier sehen wir den besten Spidey aller Zeiten! Emma Stone sammelt viele Sympathiepunkte. Gwen ist mehr als nur Spideys in Gefahr geratender Love-Interest. Sie ist clever, schlagfertig und eigensinnig, ihr Tod tut richtig weh. Electro ist ein schon visuell äußerst interessanter neuer Gegner, bei dem mir besonders gut gefallen hat, dass er nicht aus schierer Bösartigkeit gegen Spider-Man kämpft. Jamie Foxx hätte Max Dillon vielleicht nicht gar so sehr als Verlierertypen und verrückten Spidey-Fan darstellen müssen, denn so wird er zur Karikatur. Aber seine Unsicherheit nach der Verwandlung und sein Wunsch nach Aufmerksamkeit wirken glaubwürdig. Dane DeHaan gibt schon vor der Verwandlung einen sehr überzeugenden Green Goblin ab. Auch er handelt aus nachvollziehbaren Beweggründen und nicht einfach nur deshalb, weil im Drehbuch steht, dass er böse ist.

Eine Straffung an der einen oder anderen Stelle und eine Handlung abseits ausgetretener Pfade hätten dem Film sicher nicht geschadet, insgesamt kann man mit diesem effektgeladenen Stück Blockbusterkino aber durchaus zufrieden sein. Wer die erste Trilogie nicht kennt, hat wahrscheinlich noch mehr Spaß damit.


Blu-ray-Features

Die 13 nicht verwendeten Szenen mit optionalem Audiokommentar des Regisseurs sind teilweise durchaus interessant. So gibt es mehr von Harry Osborns Verwandlung zu sehen (allerdings sind die Spezialeffekte unvollständig) und man erfährt, dass sein Vater Peter Parker schon beobachtet hat, als dieser noch klein war. Außerdem werden amüsante Episoden mit Max Dillon geboten. Seine Mutter behandelt ihn womöglich noch schlechter als seine Arbeitskollegen und ein Angestellter des Krematoriums muss feststellen, dass Max nicht so tot ist wie gedacht. Außerdem verläuft die Endphase des Films völlig anders. Peter wird nämlich an Gwens Grab von einem Mann angesprochen, der behauptet, sein Vater zu sein! Er hat den Flugzeugabsturz überlebt und ist untergetaucht, um Peter zu schützen. In dieser Szene kommt der bekannte Satz mit der großen Verantwortung, die aus großer Macht folgt.

Das abendfüllende Making-of beschäftigt sich eingehend mit den Dreharbeiten, der Erschaffung der realen und digitalen Spezialeffekte sowie mit der Entstehung der Filmmusik. An einer Stelle wird auf einen dritten Film verwiesen. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann hätte Green Goblin in diesem Film eine größere Rolle spielen sollen. Diesen Film werden wir aber wohl nie zu sehen bekommen. Stattdessen soll es, wie man hört, einen weiteren Neustart mit einem neuen Spidey-Darsteller geben, ein Reboot-Reboot sozusagen. Auch auf die Comics, in denen es um Gwen Stacys Tod geht, wird eingegangen. Wie es sich gehört, kommt dabei auch Stan Lee zu Wort, Spideys geistiger Vater. Überraschend fand ich, wie viele Szenen wirklich in New York City gedreht wurden (der Times Square wurde allerdings für die großen Actionszenen 1:1 nachgebaut), wie viel von dem, was ich für CGI gehalten habe, nicht am Computer entstanden ist und in welchen Szenen, bei denen ich Spidey für echt gehalten habe, tatsächlich eine computergenerie Figur zum Einsatz gekommen ist. Es wird gesagt, man habe sich äußerste Mühe gegeben, Spider-Man Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das ist gelungen, würde ich sagen!

Zwar wird in dieser Featurette schon viel von der Arbeit der Band gezeigt, die Komponist Hans Zimmer eigens für den Film zusammengestellt hat - u.a. mit Johnny Marr (The Smiths!), Mike Einziger (Incubus!) und Pharrell Williams - es gibt aber noch eine zusätzliche Featurette, die sich mit demselben Thema beschäftigt. Aber keine Angst! Die Featurette ist nicht einfach nur eine Wiederholung dieses Teils der Filmdoku, Redundanzen gibt es fast nicht.


J. Kreis, 29.07.2015




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