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spartacus Spartacus (USA, 1960)
DVD - Regionalcode 2, Columbia Tristar Home Video
FSK:12
Laufzeit: ca. 189 Minuten

Extras
Produktionsnotizen (Texttafeln), Original-Kinotrailer

Regie:
Stanley Kubrick

Hauptdarsteller:
Kirk Douglas (Spartacus)
Laurence Olivier (Marcus Licinius Crassus)
Jean Simmons (Varinia)
Charles Laughton (Sempronius Gracchus)
Peter Ustinov (Lentulus Batiatus)
Tony Curtis (Antoninus)




Inhalt:

Es ist das Jahr 73 vor Christi Geburt. Spartacus ist ein Sklave, der in einem Steinbruch in Thrakien schuften muß und wegen seiner Aufsässigkeit getötet werden soll. Davor wird er von Batiatus, der eine Gladiatorenschule besitzt, bewahrt. Spartacus wird mit einigen anderen Sklaven in die Schule verfrachtet und dort unter unmenschlichen Bedingungen zum Gladiator ausgebildet. Dort verliebt er sich in die schöne Sklavin Varinia, kommt mit ihr aber nicht zusammen, denn sie wird an den reichen Römer Crassus verkauft. Eines Tages platzt Spartacus wegen der ständigen Schikanierung durch den sadistischen Ausbilder Marcellus der Kragen. Er tötet den Widerling und entfesselt durch diese Tat einen Sklavenaufstand. Die befreiten Gladiatoren tun sich zusammen und ziehen plündernd durchs Land. Nach und nach schließen sich ihnen immer mehr entflohene oder befreite Sklaven an. Eine davon ist Varinia, die ihrem Herrn auf dem Weg nach Rom entkommen konnte. Jetzt endlich sind die Liebenden vereint. Als Varinia schwanger wird, glaubt Spartacus, daß ein Traum in Erfüllung geht: Er wünscht sich einen frei geborenen Sohn. Spartacus gibt den ehemaligen Sklaven ein neues Ziel. Er will sie nach Süden führen, um dort mit der Hilfe von Piraten das Land zu verlassen. Alle seine Begleiter sollen in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren können. Erste Verhandlungen mit den Piraten laufen bereits, Gold ist durch die Plünderungen reichlich vorhanden.

Der Sklavenaufstand wird selbst im fernen Rom als Bedrohung empfunden. Roms Reichtum gründet sich nicht zuletzt auf die Versklavung unterworfener Völker - und immer mehr Sklaven werden von Spartacus befreit. Diese Bedrohung kommt Crassus gerade recht. Er will Rom wieder zu alten Werten zurückführen und selbst die Macht übernehmen, zu diesem Zweck will er sich die von Spartacus verursachten Unruhen zunutze machen. Größter Gegenspieler des Crassus ist der beim Pöbel sehr beliebte Senator Gracchus, bei dem der von seinem Besitz vertriebene Batiatus Unterschlupf findet. Peinlicherweise scheitert ein Vertrauter des Crassus, der den Sklavenaufstand niederschlagen soll, auf ganzer Linie. Die auf dem Vesuv kampierenden Gladiatoren überfallen das unbewachte Lager der Legionäre und bringen ihnen bei, daß auch Sklaven ernstgenommen werden müssen. Der geschlagene Heerführer bringt immerhin die Nachricht zurück nach Rom, daß die Sklaven nichts anderes wollen, als das Land zu verlassen. Crassus besticht daraufhin die Piraten und veranlaßt sie, ihre Schiffe aufs Meer zurückzuziehen. Als die mehrere zehntausend Menschen zählende Anhängerschaft von Spartacus an der Küste anlangt, gerät sie deshalb in eine Falle. Der Weg übers Meer ist versperrt und sowohl von Osten als auch von Westen her nähern sich starke Armeen: Die Heerführer Pompeius und Lucullus wurden mit ihren Legionen in aller Eile herbeigerufen.

Das Ganze dient nur einem Zweck: Spartacus soll gezwungen werden, nach Norden, in Richtung Rom, auszuweichen. Dort will der inzwischen vom Senat mit weitreichenden Vollmachten ausgestattete Crassus sich ihm entgegenstellen. Spartacus erkennt dies zwar, hat aber keine Wahl, als genau so zu handeln, wie Crassus es geplant hat. Den gut durchorganisierten Legionen des Crassus, die im Verlauf der Schlacht auch noch durch die in Gewaltmärschen herangeführten Truppen der beiden anderen Heerführer verstärkt werden, können die entflohenen Sklaven nicht lange Widerstand leisten. Die meisten fallen, auch Frauen und Kinder werden niedergemetzelt. Crassus findet Varinia und ihr neugeborenes Kind auf dem Schlachtfeld - beide haben überlebt - und verschleppt sie nach Rom in seinen Palast. Liebe ist es wohl nicht, was er für sie empfindet, er möchte wohl eher etwas besitzen, was zuvor Spartacus "gehört" hat... Auch Spartacus selbst gehört zu den Überlebenden der Schlacht. Er muß mit ansehen, wie tausende seiner Freunde entlang der Via Appia gekreuzigt werden und erleidet vor den Toren Roms das gleiche Schicksal.

In Rom steht Crassus am Ziel seiner Wünsche: Er wird zum Konsul ernannt. Gnadenlos "säubert" er die Stadt von allen "Verrätern", die sich seiner Herrschaft nicht beugen wollen oder die ihm einfach nur unbequem sind. Zu diesen gehört auch Gracchus. Um sich an Crassus zu rächten, überredet der entmachtete Senator seinen Freund Batiatus, Varinia und ihr Kind zu entführen. Dann nimmt er sich selbst das Leben, denn die Häscher des Crassus sind schon auf dem Weg, um ihn festzunehmen. Batiatus ist erfolgreich: Ausgestattet mit zwei Millionen Sesterzen sowie Passierscheinen und Dokumenten, durch die Varinia und das Baby zu freien Menschen erklärt werden, verlassen sie die Stadt. Dort begegnen Varinia und der immer noch lebende, am Kreuz hängende Spartacus sich zum letzten Mal. So erfährt Spartacus vor seinem Tod, daß sein Traum doch noch in Erfüllung geht: Die Frau, die er liebt und sein Sohn werden als freie Menschen leben können...

Der Film:

Wenn ein Film erstmal mit einem leeren schwarzen Bild anfängt und 10 Minuten lang nur orchestrale Musik zu hören ist, also eine Ouvertüre wie in einer Oper, dann ist man heutzutage schonmal irritiert. Bei Spartacus gibt es darüber hinaus nochmal das gleiche während einer "Pause"...

Vergleicht man diesen Film mit Ridley Scott's Gladiator, dann merkt man erst einmal so richtig, was mit der modernen Trick- und Schnittechnik heute möglich ist. Von den dynamischen, extrem glaubwürdigen (Massen-)Schlachten, die man bei Gladiator zu sehen bekommt, kann man bei Spartacus nämlich nur träumen. Wenn überhaupt, dann dreschen da nur ein paar Stuntmen unbeholfen aufeinander ein und man sieht, daß sie bemüht sind, sich im Gewimmel nicht gegenseitig zu verletzen. Dennoch hat auch Spartacus beeindruckende Momente, denn das Statistenaufgebot ist wahrlich enorm. Hier stehen sich nicht computergenerierte Figuren gegenüber, sondern echte Menschen - und zwar Tausende. In der finalen Schlacht werden die gut durchorganisierten Formationen der römischen Legionäre sehr schön dargestellt. Leider sieht man oft, daß die Schauspieler im Studio vor Kulissen oder vor Matte-Paintings agieren. Die in römischen Palästen, im Badehaus und im Senat spielenden Szenen sind dagegen sehr gut gelungen. Diese Kulissen wirken überzeugend, sie sind üppig ausgestattet und werden von prächtig gewandeten Personen bevölkert. Bei alldem ist Spartacus eigentlich kein richtiger Sandalenfilm. Die Kampfszenen stehen nicht im Vordergrund, wichtiger sind die menschliche Seite sowie das Macht- und Intrigenspiel in Rom. So können ungeduldige Zuschauer während der drei Stunden Laufzeit, insbesondere während der vielen dialoglastigen Szenen, schonmal gelangweilt abschalten.

Das wäre aber ein Fehler - denn so würde man sich um den Genuß bringen, dem wundervollen Spiel einer ganzen Reihe großer Schauspieler zuzusehen. Alle Rollen, vielleicht bis auf die immer etwas zu perfekt frisierte Varinia und, wenn man besonders kritisch sein will, Spartacus himself, sind hervorragend besetzt. Laurence Olivier gibt einen grandiosen Schurken ab, Ustinov hat den Oscar für seine Nebenrolle in diesem Film ganz zu Recht erhalten und Charles Laughton gibt den verfetteten Hedonisten Gracchus, der trotz aller Zwielichtigkeiten ehrenhaft bleibt, mit viel Spielfreude. Diese Charaktere sind viel interessanter als Kirk Douglas (Spartacus), der hauptsächlich sein markantes Kinn aufzuweisen hat...

Der Film hält sich übrigens relativ genau an die tatsächlichen historischen Ereignisse, obwohl man nicht weiß, was aus Spartacus nach der letzten Entscheidungsschlacht wirklich geworden ist. Vermutlich war er im Kampf gefallen.

Die DVD:

In dieser Version des Films sind laut Covertext Szenen enthalten, die vorher noch nie zu sehen waren. Mir fehlt die Vergleichsmöglichkeit, d.h. ich kenne nur diese Version! Ich habe aber gelesen, daß die Szene mit Crassus und Antoninus, in welcher der Senator den Leibsklaven gerne im Bad verführt hätte, eine der neuen sei. Bild- und Tonqualität sind für einen so alten Film erstaunlich gut. Sonst gibt es zur Ausstattung nichts zu sagen - leider! Der Film ist allerdings auch in einer Special Edition erhältlich, die dann auch einiges an Zusatzmaterial enthält.

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