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spacecop Alien Nation - Spacecop LA 1991 (USA, 1988)
- Alien Nation -

DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 86 Minuten

Extras
Featurette, Hinter-den-Kulissen-Material, Original Kinotrailer, TV-Spots

Regie:
Graham Baker

Hauptdarsteller:
James Caan (Matthew Sykes)
Mandy Patinkin (Samuel "George" Francisco)
Terence Stamp (William Harcourt)




Inhalt:

Am 19.10.1988 landet ein außerirdisches Raumschiff in der Mojave-Wüste, aber nicht etwa mit freundlichen Botschaftern oder wilden Eroberern an Bord, sondern mit ca. 260.000 genetisch veränderten Arbeitssklaven im Kälte-Tiefschlaf - der Autopilot des Schiffes war ausgefallen und die Landung auf der Erde war ein Irrtum... Die "Slags", oder "Newcomer" (Neuankömmlinge) wie man die Außerirdischen im Volksmund nennt, sind humanoid. Äußerlich unterscheiden sie sich kaum von den Menschen. Sie haben lediglich etwas größere, kahle und gefleckte Köpfe sowie stärker aufgewölbte Brustkörbe. Anatomie und Stoffwechsel sind jedoch grundlegend anders als bei den Menschen. So haben Slags beispielsweise zwei Herzen, Methangas ist nicht schädlich für sie. Außerdem werden Slags nicht von Alkohol betrunken, wohl aber von saurer Milch. Sie können Nahrungsmittel (auch Fleisch) nur in rohem Zustand zu sich nehmen. Möchte man einen männlichen Slag außer Gefecht setzen, sollte man ihm nicht zwischen die Beine treten, sondern einen Schlag unter die Achselhöhlen versetzen oder ihn mit Salzwasser übergießen - letzteres hat auf Slags den gleichen Effekt wie hochkonzentrierte Säure...

Drei Jahre nach der Landung ihres nicht mehr funktionsfähigen Schiffs sind die Slags mehr schlecht als recht in die Gesellschaft der USA integriert, denn die Menschen beäugen die Fremden, über deren Kultur und Lebensweise man so gut wie nichts weiß, immer noch mißtrauisch. Die Situation wird nicht dadurch verbessert, daß viele Menschen glauben, Slags würden ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen. Außerdem leben die Slags vorwiegend in Ghettos und kapseln sich selbst gegenüber den Menschen ab, viele sprechen auch nicht englisch. Kein Wunder also, daß die "Neuankömmlinge" vorwiegend niedrige Arbeiten verrichten und auch im kriminellen Millieu stark vertreten sind. Eine weitere Besonderheit der Slags sind ihre Namen. Da diese für Menschen unaussprechlich sind, verwenden die Außerirdischen Namen von Prominenten, Schriftstellern oder Orten, was zu teils recht eigenwilligen Kombinationen führt.

Matthew Sykes ist ein desillusionierter Cop in Slagtown, einem hauptsächlich von den Außerirdischen bewohnten Stadtteil von Los Angeles. Als sein Partner und Freund von Slags erschossen wird, die gerade einen Artgenossen hingerichtet haben, erhält Sykes einen neuen Kollegen: Samuel Francisco, genannt George, der erste "Neuankömmling", der es bis in den Rang eines Detective geschafft hat. Sykes meldet sich freiwillig, den unbeliebten Slag zum Partner zu nehmen, denn er glaubt, daß dieser ihm helfen kann, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen, die alle Slags um sich herum aufbauen. Sykes will natürlich herausfinden, wer seinen Freund auf dem Gewissen hat. Da Sykes die Außerirdischen im Allgemeinen nicht leiden kann und George ganz besonders mißtraut, gestaltet die Zusammenarbeit sich zunächst schwierig. Es dauert geraume Zeit, bis Sykes aufhört, den harten Mann zu markieren und bis er anfängt, sich die Mühe zu machen, seinen neuen Partner und dessen Volk besser zu verstehen. Dann werden die beiden zu Freunden und arbeiten zusammen an dem immer größere Kreise ziehenden Fall.

Alle Spuren führen zu William Harcourt, einem sehr erfolgreichen "Neuankömmling", der unter anderem eine Fabrik betreibt und viele seiner Artgenossen beschäftigt. Sykes und George bringen sich selbst in große Gefahr, als sie anfangen, Harcourt auf die Füße zu treten. Der stellt nämlich eine extrem wirkungsvolle Droge her (die auf Menschen allerdings keine Wirkung hat), eine Substanz, mit deren Hilfe die Slags damals von ihren Sklavenhaltern gefügig gemacht worden sind. Die Mordserie, in der Sykes und George ermitteln, hat einen einfachen Grund: Harcourt hat alle Mitwisser beseitigt. Sykes möchte Harcourt überführen, aber George will, daß alle Vorräte der Droge vernichtet werden und daß nichts über die ganze Geschichte an die Öffentlichkeit gelangt - den wahren Grund dafür verrät er noch nicht. Zunächst einmal müssen sie Harcourt, der gerade dabei ist, die Droge an Dealer zu verkaufen, dingfest machen. Das ist alles andere als einfach. Nach einer wilden Verfolgungsjagd nimmt der in die Enge getriebene Harcourt eine Überdosis der Droge ein und verwandelt sich dadurch in ein riesiges, unbesiegbares Ungeheuer. Jetzt wird Sykes klar, was hinter der ganzen Geheimniskrämerei steckt: Würde herauskommen, wozu die Slags in der Lage sind, wäre ein Zusammenleben mit den Menschen unmöglich - die Slags würden ausgerottet werden.

Sykes wird fürchterlich von dem transformierten Harcourt verprügelt, schafft es dann aber, das Monster ins Meer zu werfen, wo es zu guter Letzt sein Ende findet. George nimmt schlimme Verätzungen in Kauf, um Sykes aus dem Wasser zu fischen. Sykes stimmt mit seinem neuen Freund überein: Niemand soll je von dem Geheimnis erfahren...

Der Film:

Dies ist mal wieder ein schönes Beispiel dafür, daß oft Geschichten als Science Fiction bezeichnet werden, die im Grunde nichts anderes sind als z.B. ganz einfache Krimis. Zwei Polizisten, die sich zu Anfang nicht leiden können, müssen sich zusammenraufen und werden schließlich Freunde. Ein verzwickter Fall muß gelöst werden. Hinzu kommt noch ein wenig Rassenproblematik und Vorurteilsbewältigung. Hm. Das klingt alles gar nicht nach Science Fiction, sondern nach unserer traurigen Realität? Ja, aber dieser Film heißt nicht "Shaft", und deshalb sind die unterdrückten Minderheiten auch keine Schwarzen, sondern Außerirdische. Zum Glück funktioniert der Film auf beiden Ebenen gut. Es ist zunächst einmal ein solider, spannender Thriller mit einer nicht vorhersehbaren Story und überzeugenden schauspielerischen Leistungen. Zum anderen sind die Außerirdischen exotisch und interessant genug, um dem Film eine besondere Note zu verleihen und für einige humorvolle Situationen zu sorgen. Besonders gut gefällt mir die Szene, in der Sykes und George sich gemeinsam betrinken - der eine mit Wodka, der andere mit verdorbener Milch...

Okay, Alien Nation - Spacecop LA 1991 ist kein großes Blockbuster-Kino. Er ist aber einer von diesen Filmen, die man immer wieder mal anschauen kann. Auch Nicht-SF-Fans können mal einen Blick riskieren; für einen unterhaltsamen TV-Abend ist er immer noch sehr gut geeignet.

Die DVD:

Erstaunlich, daß es überhaupt Zusatzmaterial gibt, recht mager ist es aber doch ausgefallen. Erwähnenswert ist neben dem Blick hinter die Kulissen, bei dem man die Dreharbeiten für die Überfall-Szene am Anfang des Films beobachten kann, nur eine ca. 6 Minuten lange (bzw. kurze) Featurette. Diese enthält die übliche Mischung aus Filmszenen, Interviews mit Schauspielern und Crew sowie Ausschnitten aus dem Film und aus den Dreharbeiten. Ein Sprecher erklärt währenddessen, um was es in dem Film geht. Ist alles irgendwie ein bißchen sinnlos, wenn man den Film gerade erst gesehen hat...

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