Solomon Kane


Solomon Kane (F/GB/Tschechien, 2009)

BluRay, Constantin Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 103 Minuten

Extras
- Interviews (32:46 Min.)
- Blick hinter die Kulissen (16:28 Min.)
- Making of (4:14)
- Featurette "MTV" (1:19 Min.)
- Originaltrailer
- Darstellerinfos (Text)

Regie:
Michael J. Bassett

Hauptdarsteller:
James Purefoy (Solomon Kane)
Rachel Hurd-Wood (Meredith Crowthorn)
Pete Postlethwaite (William Crowthorn)
Jason Flemyng (Malachi)
Max von Sydow (Josiah Kane)
Samuel Roukin (Marcus Kane)




Inhalt:

Solomon Kane, jüngster Sohn des englischen Adligen Josiah Kane, widersetzt sich dem Willen seines Vaters, der ihn ins Kloster schicken will. Er verlässt die Festung seiner Familie für immer, wird enterbt und stößt seinen älteren Bruder Marcus im Streit von einer Klippe. Geprägt durch diese Erlebnisse wird Kane zu einem gewissenlosen Söldner und unüberwindlichen Kämpfer, der vielen Herren dient und sowohl seine Gegner als auch seine Untergebenen mit rücksichtsloser Grausamkeit behandelt. Im Jahre 1600 ist er Kapitän eines britischen Freibeuterschiffes, das eine feindliche befestigte Stadt in Nordafrika angreift. Kane dringt in den Thronsaal ein, in dem er einen Goldschatz vermutet. Der ist tatsächlich vorhanden, aber das Gold ist der Köder einer Falle: Kane wird vom Todesengel des Teufels erwartet. Durch seine bösen Taten hat Kane die ewige Verdammnis auf sich geladen. Der Schnitter will seine Seele in die Hölle schicken, doch Kane entkommt. Er ist nun davon überzeugt, seine Seele nur durch ein gottesfürchtiges Leben retten zu können. Er schwört der Gewalt ab, überlässt sein gesamtes Vermögen der Kirche und sucht Unterschlupf in einem abgelegenen Kloster, wo er sich fortan in Demut übt. Tatsächlich scheint er dort vor den Sendboten der Hölle sicher zu sein. Ein Jahr später wird er jedoch des Klosters verwiesen, denn in prophetischen Träumen wurde dem Abt verkündet, dass Kane eine Bestimmung zu erfüllen hat.

In der Wildnis wird Kane von Räubern überfallen, die leichtes Spiel mit ihm haben, da er sich nicht wehrt. Er wird zusammengeschlagen und verliert das Bewusstsein. Die fromme Familie Crowthorn, auf dem Weg in die Neue Welt, liest den Hilflosen auf. Tochter Meredith pflegt ihn gesund. Kane freundet sich mit den Crowthorns an und wandert einige Zeit mit ihnen. Unterwegs stoßen sie auf ein von einer Hexe vernichtetes Dorf. Die Hexe zeichnet Meredith mit einem Mal und verschwindet. Wenig später werden die Wanderer von Unbekannten angegriffen. Kane entscheidet sich, doch wieder zum Schwert zu greifen, um seine Freunde zu beschützen. Er kann aber nicht verhindern, dass die Familie niedergemetzelt und Meredith entführt wird. Er muss ihrem sterbenden Vater William schwören, dass er Meredith befreien wird. William ist fest davon überzeugt, dass Kane auf diese Weise seine Seele retten kann. Kane verfolgt die Unbekannten und stellt fest, dass sie das ganze Land terrorisieren. In einer zerstörten Kirche begegnet er einem verwirrten Priester, von dem er erfährt, dass die Marodeure im Dienst des Magiers Malachi stehen. Sie versklaven die Schwachen, während die Starken von ihrem maskierten Anführer in ihm hörige Bestien verwandelt werden. Nachdem er einigen lichtscheuen Ghouls entkommen ist, an die der Priester ihn verfüttern wollte, erfährt Kane von einem der Marodeure, dass Meredith tot ist.

Kane hält seine Aufgabe für gescheitert und die Verdammnis für unabwendbar. Er betrinkt sich in der nächsten Stadt und wird am nächsten Tag von den Marodeuren gefangen genommen. Sie kreuzigen ihn, da er Widerstand geleistet hat. Doch Meredith ist nicht tot. Sie wird mit einem Karren abtransportiert und ruft nach Kane, als sie ihn am Kreuz hängen sieht. Von neuer Hoffnung erfüllt befreit er sich, nur um den Marodeuren vor die Füße zu fallen. Widerstandskämpfer retten ihn in letzter Sekunde. Eine alte Heilerin versorgt seine Wunden, so dass er sofort wieder kampfbereit ist. Als er erfährt, dass sich Malachi in der Burg seines Vaters eingenistet hat, fordert er die Widerständler zu einem überhasteten Angriff auf. Da er unterirdische Geheimgänge kennt, können er und seine Männer zwar problemlos in die Festung gelangen, aber die Marodeure sind in der Überzahl. Kane flieht vor dem Maskierten, befreit einige Gefangenen und stößt auf seinen greisen Vater, der in einer Einzelzelle in magische Ketten gelegt wurde. Kane erfährt, dass er seinen Bruder seinerzeit nicht getötet hat. Marcus wurde beim Sturz von der Klippe zwar tödlich verletzt, aber der zu Hilfe gerufene Magier Malachi hat ihn ins Leben zurückgeholt. Marcus ist seitdem aber nicht mehr derselbe, sondern steht ganz in Malachis Bann und gibt dessen Fluch an seine Opfer weiter. Marcus verbirgt sein grausig entstelltes Gesicht seitdem unter einer Maske - er ist der Anführer der Marodeure. Josiah bittet Kane um den Tod, da er glaubt, Malachis Herrschaft auf diese Weise brechen zu können. Kane erfüllt ihm den Wunsch.

Dann tritt Kane Malachi entgegen, der ihm eröffnet, dass all seine Aktionen nur das Ziel hatten, Kane anzulocken. Mit ein paar Tropfen von Merediths unschuldigem Blut und einem magischen Spiegel beschwört der Zauberer einen riesigen Dämon, der Kanes Seele in die Hölle holen soll. Gleichzeitig muss Kane gegen seinen Bruder kämpfen, den er schließlich in Brand setzt und enthauptet. Gegen den Dämon hat Kane jedoch keine Chance. Er kehrt dem feurigen Wesen den Rücken zu, um Meredith vor Malachi zu beschützen. Indem er Malachi erschießt, rettet er Meredith und somit auch seine eigene Seele. Malachi und der Dämon werden durch den Spiegel gesogen. Kane ist nun frei und widmet sein Leben der Bekämpfung des Bösen.

Der Film:

Hauptfigur dieses Films ist der vom Fantasy-Autor Robert E. Howard erschaffene Held mehrerer Kurzgeschichten, die alle Ende der Zwanziger- / Anfang der Dreißigerjahre erschienen sind und bereits als Grundlage für eine Comicreihe gedient haben. Es handelt sich nicht um die Verfilumg einer dieser Geschichten; die Story wurde vom Drehbuchautor/Regisseur neu geschrieben. Ich habe zwar schon einiges von Robert E. Howard gelesen (Conan ist einer seiner bekanntesten Helden), aber noch keine Solomon-Kane-Story. Deshalb kann ich nicht beurteilen, wie treu der Film der Vorlage ist.

Irgendwie hat mich der Look des Films sofort an "Van Helsing" erinnert. Vielleicht liegt's an Kanes Hut? Das ist bei näherem Hinsehen aber auch schon die einzige Übereinstimmung, denn "Solomon Kane" ist viel härter, schmutziger, grimmiger und überzeugender als das mit schlechten Computergrafiken überladene Machwerk mit Hugh Jackman in der Hauptrolle. Die Figur Solomon Kane mag nicht die archaische Wucht eines Conan entfalten (ich meine die Conan-Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger, nicht die Romane und Storys), aber James Purefoy spielt den zunächst nur durch die Angst vor der ewigen Verdammnis "demütig" gewordenen, später aber wahrhaft geläuterten Antihelden mit so viel Verve und Charisma, dass man ihm genau diese etwas sehr schnell stattfindende Wandlung ebenso abnimmt wie die markigen Oneliner und die fast schon übermenschliche Kampfkunst. Allzu viel darf man aber doch nicht erwarten. Kane fragt sich zwar ein- oder zweimal kurz, was Gott eigentlich von ihm will oder warum Gott das Böse überhaupt zulässt, aber dabei bleibt es dann schon wieder. Mit solch tiefschürfender Sinnsuche hält sich Kane nicht über Gebühr auf, und so dauert es nicht allzu lange, bis Kane die guten Vorsätze beiseite wirft und wieder ordentlich zulangt. Alles im Interesse der guten Sache natürlich, aber das wollen wir mal nicht in Frage stellen. Gut so, denn sonst wäre der Film ziemlich langweilig geworden und schnell zu Ende gewesen...

Kane schlägt bei der Suche nach dem Seelenheil einen ziemlich ungewöhnlichen Weg ein. Kein demütiges Hinhalten der anderen Wange mehr, wie zuvor bei dem Zwischenfall mit den Räubern - nein: Kane räumt alles aus dem Weg, was zwischen ihm und Meredith steht, denn wenn er sie rettet, dann rettet er sich selbst. Das jedenfalls behauptet Merediths Vater. Woher will er das wissen? Warum glaubt Kane sofort daran? Warum kommt es am Ende wirklich so? Keine Ahnung. Man muss es einfach als gegeben hinnehmen. Dasselbe gilt für Malachis bemerkenswert umständlichen "Plan" zur Anlockung Kanes. OK, vermutlich konnte der Zauberer den Höllendämon nur mit Hilfe dieses einen speziellen Spiegels beschwören, der in Kanes altem Zuhause steht. Aber warum wartet Malachi damit, bis Kane durch die Haustür kommt? Er hätte das Vieh schon gleich zu Anfang auf Kane hetzen und sich das ganze Brimborium drum herum sparen können. Egal. Kane muss da durch, und er muss sich gegen eine Vielzahl schön schauriger Kreaturen zur Wehr setzen. Die sind alle gut gelungen, vor allem der finale Endgegner. Der mag zwar etwas übertrieben groß und gar schröcklich sein, sieht aber wirklich imposant aus. Dummerweise eignen sich weder Malachi noch der maskierte Krieger so richtig als Antagonisten: Ersterer tritt erstmals kurz vor Schluss auf und letzterer ist... nun ja... nicht viel mehr als ein gesichtsloser Handlanger. Die Tragik, dass es sich bei ihm um Kanes tot geglaubten Bruder handelt, wird ja erst ganz am Ende enthüllt. Die Kämpfe sind sehr knackig (erst recht für einen FSK-16-Film) und schön choreografiert, Kostüme und Ausstattung sind opulent, die Landschaftsaufnahmen sind wundervoll - man merkt, dass wirklich im Winter gedreht wurde.

"Solomon Kane" ist ein sehr unterhaltsames Stück Fantasy mit einem ungewöhnlichen Helden und einer schön düsteren Atmosphäre, sehenswerten Special Effects, dynamischer Action und der für einen Film dieser Art nötigen Härte. Was will man mehr?

BluRay-Features:

Das Bonusmaterial ist vernachlässigbar. "Featurette" und "Making of" enthalten hektisch zusammengeschnittene Filmszenen, Interviewfetzen und ein bisschen Behind-the-Scenes-Material. In den Interviews erzählen Schauspieler und Produktionsteam hauptsächlich die Handlung nach oder loben sich gegenseitig. Am interessantesten ist noch der "Blick hinter die Kulissen", das sind unkommentierte Aufnahmen von den Dreharbeiten und Proben. Man sieht, dass der Stuntman, der Kanes in Flammen stehenden Bruder beim Endkampf spielt, wirklich minutenlang brennt und dabei noch das Schwert schwingt - unglaublich!


J. Kreis, 12.10.2010


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