Society


Society (USA, 1989)

Blu-ray, Capelight
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 99 Minuten

Extras:
- Audiokommentar des Regisseurs
- Original Filmtrailer

Regie:
Brian Yuzna

Hauptdarsteller:
Billy Warlock (Bill Whitney)
Charles Lucia (Jim Whitney)
Connie Danese (Nan Whitney)
Patrice Jennings (Jenny Whitney)
Evan Richards (Milo)
Devin Devasquez (Clarissa Carlyn)
Ben Meyerson (Ferguson)
Ben Slack (Dr. Cleveland)
David Wiley (Richter Carter)
Tim Bartell (David Blanchard)
Briam Bremer (Martin Petrie)




Story

Bill Whitney, Sohn reicher Eltern in Beverly Hills, ist jung, gutaussehend und erfolgreich in der Schule. Sein Leben in der High Society könnte perfekt sein. Doch seit einiger Zeit hat er das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Er fühlt sich verfolgt, träumt schlecht und entfremdet sich so sehr von seinen Eltern, dass er schließlich glaubt, nur ein Adoptivkind zu sein. Seine Eltern und der Psychotherapeut Dr. Cleveland versuchen Bill vergeblich davon zu überzeugen, dass er sich den Regeln der High Society anpassen muss. David Blanchard, Ex-Freund von Bills Schwester Jenny, hat der Familie nachspioniert und dabei eine beunruhigende Tonbandaufnahme gemacht, die er Bill vorspielt. Man hört, wie Jenny von ihren Eltern in die feine Gesellschaft eingeführt wird. Sie nehmen offenbar an einer Orgie teil, bei der jeder mit jedem schläft. Außerdem hört man, wie jemand schreckliche Schreie ausstößt. Bill nimmt das Band an sich und gibt es Dr. Cleveland. Als der es Bill am nächsten Tag vorspielt, sind nur Dialoge zu hören, wie man sie auf einer ganz normalen Dinnerparty hören würde. Bill will sich mit David treffen, um eine neue Kopie der Aufnahme zu beschaffen. Doch David fällt einem Autounfall zum Opfer. Auf einer Party seines ebenfalls zur High Society gehörenden Mitschülers Ferguson lernt Bill die verführerische Clarissa Carlyn kennen. Er beginnt ein Verhältnis mit ihr, woraufhin seine bisherige Freundin mit ihm Schluss macht.

Bill weiß allmählich nicht mehr, was er glauben soll. Seine Eltern und deren Bekannte verhalten sich immer seltsamer, aber Bill kann ihnen nichts nachweisen. Da wird er von seinem Mitschüler Martin Petrie angesprochen. Martin gehört zum elitären Gefolge Fergusons und will Bill angeblich etwas wichtiges über die High Society mitteilen. Die beiden wollen sich insgeheim im Wald treffen. Dort findet Bill Martins Leiche mit durchnittener Kehle vor. Er selbst wird von einem Unbekannten angegriffen. Bill führt zwei Polizisten zum Tatort, aber dort ist keine Spur mehr von einem Mord zu sehen. Am nächsten Tag erscheint Martin quicklebendig in der Schule. Bill macht seinen Eltern eine Szene. Der ebenfalls anwesende Dr. Cleveland setzt ihn unter Drogen und lässt ihn ins Krankenhaus einliefern. Bills bester Freund Milo will ihn dort besuchen. Man teilt ihm mit, Bill sei tot. Noch etwas benommen erwacht Bill aus dem Drogenkoma, flieht aus dem Krankenhaus und fährt nach einem kurzen Besuch bei Clarissa und entgegen ihrer Warnung nach Hause. Dort versucht er seine Eltern mit vorgehaltenem Messer zur Rede zu stellen, wird aber überwältigt. Zahlreiche Gäste treffen ein. Eine Party beginnt, bei der Bill als Festschmaus dienen soll - genauer gesagt als zweiter Gang. Als erster ist Blanchard an der Reihe, der keineswegs beim Autounfall gestorben ist, sondern beiseite geschafft und gefangen gehalten wurde.

Endlich erfährt Bill die Wahrheit. Er ist tatsächlich nicht das Kind der Whitneys, sondern wurde für genau diesen Moment aufgezogen. Die Familie gehört - wie die ganze High Society - einer anderen Spezies an, die so alt ist wie die Menschheit. Unter der Anleitung ihres Oberhaupts, des Richters Carter, machen sich die Society-Mitglieder über Blanchard her, absorbieren ihn und lassen nichts von ihm übrig. Bill blüht das gleiche Schicksal. Doch Clarissa, die zwar ebenfalls zur High Society gehört, sich aber in Bill verliebt hat, nimmt ihm die Fesseln ab. Milo ist Bill gefolgt und dringt ins Haus der Whitneys ein. Bill stellt sich Ferguson zum Zweikampf. Dabei erweist sich Fergusons flexibler Körperbau als Nachteil: Bill rammt ihm die Faust in den Leib und stülpt das Innere seines Widersachers nach außen. Die Society-Mitglieder sind schockiert. Sie lassen Bill, Milo und Clarissa entkommen. Richter Carter und Dr. Cleveland beschließen, ihre Aktivitäten nach Washington zu verlagern.

Kringels Meinung

Seit einiger Zeit kommen immer wieder Filme in den Handel, die jahrzehntelang indiziert waren und jetzt nach Listenstreichung und Neuprüfung in ungekürzter Fassung frei ab 16 Jahren sind. So auch "Society". Mir ist die Begründung für die 16er-Freigabe ebenso wenig bekannt wie die für die Indizierung, aber ich gehe davon aus, dass die letzte Viertelstunde des Films ausschlaggebend für die damalige Entscheidung war. Es wird nämlich eine Effektorgie abgefeiert, die es in sich hat! Die Society zeigt am Ende doch noch ihr wahres, widerliches Gesicht. Münder bilden sich zu Saugrüsseln aus, Körper verschmelzen miteinander, Bills Vater wird buchstäblich zum Arschgesicht, das bedauernswerte Opfer wird absorbiert. Am Ende ist nur noch ein schleimiger Haufen aus Organen, Gliedmaßen und Geschlechtsteilen übrig, der sich lustvoll an sich selbst reibt. Die maskenbildnerischen Effekte sind wirklich sehenswert, und nur ganz selten ist erkennbar, dass man es mit Puppen oder künstlichen Körperteilen zu tun hat. Allerdings ist die Gewaltdarstellung zumindest aus heutiger Sicht doch moderat, und das wird denn auch der Grund für die relativ niedrige neue Alterseinstufung gewesen sein. Jedenfalls würde ich den Film definitiv nicht als gewaltverherrlichend bezeichnen, und das hätte ich auch 1989 nicht anders gesehen.

Bis zum bizarren Höhepunkt entwickeln sich die Dinge eher langsam, Spezialeffekte werden sparsam eingesetzt. Man sieht nur mal, wie sich eine pulsierende Beule auf Jennys Rücken bildet, dass sich Clarissas Rumpf um 180 Grad drehen lässt und dergleichen. Bei alldem könnte es sich um Bills Einbildung handeln. Dennoch wird die Story nicht langweilig. Ganz allmählich wird die Spannung gesteigert, bis klar ist, dass Bills Unbehagen einen handfesten Hintergrund hat. Mir ist unverständlich, warum nicht schon vor zwanzig Jahren erkannt wurde, dass "Society" eine (zugegebenermaßen recht drastische) Gesellschaftssatire ist. Spätpubertäre Abnabelungsbestrebungen werden ebenso auf die Schippe genommen wie der Konflikt zwischen Ober- und Unterschicht - mit dem Unterschied, dass normale Menschen in "Society" im wahrsten Sinne des Wortes von den Reichen ausgesaugt werden. Und dass sich hinter der schönen Fassade nur ekliges Gewürm verbirgt, wie man deutlich sehen kann, nachdem Ferguson von Bill auf Links gezogen worden ist...

Für jüngere Semester ist "Society" übrigens ein schönes Beispiel für die modischen Irrwege der späten Achtzigerjahre. Die Klamotten und Frisuren sind der Brüller! Leider hat der Film zwei Nachteile, nämlich die nervtötende Synthesizer-Dudelmusik und die deutsche Synchronisation.

J. Kreis, 08.10.2013




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