Silent Hill Revelation


Silent Hill: Revelation (USA, F, Kanada 2012)

Blu-ray, Concorde Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 94 Minuten

Extras:
- Audiokommentar des Regisseurs
- The Darkness revealed - The Making of "Silent Hill: Revelation" (50:23 Min.)
- Entfallene Szenen mit optionalem Audiokommentar (11:14 Min.)
- Making of: Die Endsequenz (6:28 Min.)
- Einführung von Regisseur Michael J. Bassett (0:44 Min.)
- Bei den Universal Hollywood Horror Nights (4:29 Min.)
- Trailer

Regie:
Michael J. Bassett

Hauptdarsteller:
Adelaide Clemens (Sharon Da Silva / Alessa Gillespie)
Kit Harington (Vincent Cooper)
Sean Bean (Christopher Da Silva)
Carrie-Anne Moss (Claudia Wolf)
Martin Donovan (Douglas Cartland)
Malcolm McDowell (Leonard Wolf)
Deborah Kara Unger (Dahlia Gillespie)
Roberto Campanella (Red Pyramid)




Story

Die amerikanische Kleinstadt Silent Hill wird seit hundert Jahren vom Valtiel-Kult beherrscht. Die Mitglieder des Geheimordens wollen die Geburt ihres Gottes herbeiführen. Er soll ihnen Macht verleihen und die Welt von allen Sünden reinigen. Zu diesem Zweck wird ein Wirtskörper benötigt. In der kleinen Alessa Gillespie glauben Christabella und und Claudia Wolf, die Anführerinnen des Ordens, ein geeignetes "Gefäß" gefunden zu haben. Alessa hat besondere Kräfte, die durch eine "Reinigung" im Feuer freigesetzt werden sollen. Alessa wird bei lebendigem Leib verbrannt. Sie überlebt das Ritual erwartungsgemäß, aber infolge ihres Schmerzes und des Hasses, den sie für die Stadtbewohner empfindet, wachsen ihre Kräfte ins Unermessliche. Sie erschafft eine alternative Realität für Silent Hill. Von diesem Tage an leben alle Stadtbewohner praktisch in Alessas Alptraum und können die Stadt nicht mehr verlassen. Alessa spaltet einen kleinen Teil ihres Geistes ab, der von Schmerz und Hass unberührt geblieben ist, und pflanzt ihn einem neugeborenen Mädchen ein. Sie bringt das Kind aus Silent Hill heraus und legt es auf den Stufen eines Waisenhauses ab. Das Baby wird wenig später von Rose und Christopher Da Silva adoptiert und erhält den Namen Sharon. Sharon hat immer wieder Alpträume von Silent Hill. Eines Tages verschwindet sie in dieser Stadt. Rose folgt ihr und rettet sie mit Hilfe einer Hälfte des Siegels von Metatron. Mit dem Siegel kann Sharon in die normale Welt zurückkehren, verliert dabei aber alle Erinnerungen. Rose bleibt für immer in Silent Hill gefangen. Es gelingt Rose ein letztes Mal, Kontakt mit Christopher aufzunehmen und ihn vor den Kultisten zu warnen. Um seine Tochter zu schützen, erzählt Christopher dem Mädchen nur, Rose sei bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

In den folgenden Jahren bleiben Christopher und Sharon nie lange am selben Ort und nehmen immer wieder neue Identitäten an. Sharon wächst zu einer entwurzelten jungen Frau ohne Freunde heran. Eines Tages tötet Christopher einen Kultisten, dem es gelungen ist, in die reale Welt überzuwechseln und der Sharon entführen wollte. Christopher sagt Sharon nicht die Wahrheit. Er behauptet, der Mann sei ein Einbrecher gewesen. Nach wie vor wird Sharon von Alpträumen geplagt, außerdem hat sie beunruhigende Visionen. Aber sind es wirklich nur Halluzinationen, oder verändert sich die Realität um Sharon herum tatsächlich? Und ist vielleicht sie selbst für diese Veränderung verantwortlich? Dass etwas nicht stimmt, wird ihr klar, als sie sich von einem Unbekannten verfolgt fühlt. Sie ruft ihren Vater an, der sie bittet, im Einkaufszentrum auf ihn zu warten. Doch Christopher erscheint nicht, er meldet sich auch nicht mehr am Telefon. Stattdessen findet sich Sharon in einer bizarren Horror-Version des Kaufhauses wieder, außerdem taucht der Unbekannte wieder auf. Er stellt sich als Douglas Cartland vor und behauptet, er sei als Privatdetektiv für die Suche nach ihr angeheuert worden. Er habe seinen Auftraggebern bereits verraten, wo sie wohnt, habe jetzt aber erkannt, dass diese Leute gefährlich sind. Kurz danach werden die beiden von einem Ungeheuer angegriffen, das Cartland verschleppt. Sharon flieht ins Freie. Die Welt wird wieder normal, aber Cartland ist tot. Da Sharon ihre blutbefleckte Jacke inklusive Ausweis am Tatort zurückgelassen hat, wird sie zur Hauptverdächtigen.

Sharon begegnet Vincent Cooper, einem Jungen aus ihrer Schule, der genau wie sie neu zugezogen ist. Er hatte sie zuvor schon angesprochen und bringt sie jetzt nach Hause. Christopher ist verschwunden. An der Wand steht die mit Blut geschriebene Botschaft "Komm nach Silent Hill". Daneben befindet sich ein Symbol, das Sharon bekannt vorkommt. Es sieht aus wie das Siegel von Metatron. In der Kiste, in der sie das Siegel aufbewahrt, findet Sharon einen Brief und ein Notizbuch ihres Vaters. So erfährt sie die Wahrheit über ihre Vergangenheit und was es mit Silent Hill auf sich hat. Sharon und Vincent fliehen vor der Polizei nach Silent Hill. Sharon geht davon aus, dass Christopher dorthin gebracht wurde und ist fest entschlossen, ihn zu retten. Unterwegs gesteht Vincent, dass er selbst aus Silent Hill stammt. Durch ein besonderes Ritual hat seine Mutter (Claudia Wolf) es ihm ermöglicht, in die reale Welt überzuwechseln. Es sollte sichergestellt werden, dass Sharon aus freiem Willen nach Silent Hill kommt, denn nur dann können die Kultisten sie für ihre Zwecke einsetzen. Vincent hat in dem Glauben gehandelt, dass Sharon vom bösen Dämon Alessas besessen ist, doch jetzt hat er seine Meinung geändert und will ihr helfen. Er erklärt, Sharon müsse die andere Hälfte des Siegels von Metatron in ihren Besitz bringen. Es wird von seinem Großvater Leonard Wolf in Silent Hill verwahrt. Plötzlich verändert sich die Umgebung, ein Monster erscheint, greift sich Vincent und schlägt Sharon nieder. Am nächsten Morgen betritt Sharon Silent Hill allein.

Auf der Suche nach Leonard und ihrem Vater muss sich Sharon gegen verschiedene Monster zur Wehr setzen. Sie begegnet Dahlia Gillespie, Alessas Mutter. Von ihr erhält Sharon weitere Informationen über die Vergangenheit. Sie findet Leonart, der ihr sagt, dass das Siegel die wahre Natur der Dinge zum Vorschein bringt. Er fügt die beiden Hälften des Siegel zusammen und verwandelt sich daraufhin in ein Monster, das Sharon angreift. Das Monster zerfällt zu Staub, als Sharon ihm das Siegel entreißt. Vincents Mutter betrachtet ihren Sohn als Verräter. Er soll in der Irrenanstalt durch Folter "geheilt" werden. Sharon befreit ihn. Gemeinsam betreten sie den Lakeside Amusement Park, unter dem sich das Allerheiligste des Valtiel-Kults befindet. Vincent lenkt die Häscher des Ordens ab. Sharon begegnet Alessa, ihrer "dunklen" Hälfte, und verschmilzt mit ihr. Dann tritt sie Claudia gegenüber, in deren Gewalt sich Christopher und Vincent befinden. Claudia verwandelt sich in jenes Monster, das den Detektiv getötet und Vincent entführt hat, sobald sie das Siegel berührt. Als das Monster über Sharon herfallen will, greift Red Pyramid ein, die mächtigste Kreatur in Alessas Alptraum. Red Pyramid beschützt Sharon und enthauptet das Claudia-Monster. Er hindert Sharon und Vincent nicht daran, Christopher zu befreien. Da die Herrschaft der Kultisen nun gebrochen ist, normalisieren sich die Verhältnisse in Silent Hill. Sharon und Vincent verlassen die Stadt. Christopher bleibt zurück. Er will nach Rose suchen.

Kringels Meinung

Als Heather und Vincent Silent Hill am Ende des Films hinter sich lassen, werden sie von einem Trucker mitgenommen. Der Mann stellt sich als Travis Grady vor. Er ist der Protagonist des Spiels Silent Hill: Origins. Die beiden jungen Leute steigen ein, der Truck fährt los. Ein von mehreren Polizeiwagen eskortierter Gefangenentransporter kommt ihm entgegen. Darin dürfte wohl Murphy Pendleton sitzen, die Hauptfigur des Spiels Silent Hill: Downpour. Das sind nur zwei von unzähligen Details und Anspielungen auf die verschiedenen Spiele der Reihe, die man im Film entdecken kann. Als Fan nehme ich sowas wohlwollend zur Kenntnis.

Silent Hill ist eine der besten Videospiel-Verfilmungen, vielleicht die beste überhaupt. "Revelation" ist eine direkte Fortsetzung dieses Films, bekannte Figuren werden von denselben Schauspielern verkörpert, der Film hält sich in Sachen Story und Look eng an die Spiele-Vorlage (das ist in diesem Falle Silent Hill 3), und doch ist die Fortsetzung nicht annähernd so gut wie der erste Film. Das mag daran liegen, dass in "Revelation" zu viel erklärt wird. So werden die Hintergründe der Geschichte keineswegs in der Reihenfolge vermittelt, wie ihr sie obiger Handlungszusammenfassung entnehmen könnt. Stattdessen liest Sharon in Christophers Aufzeichnungen, Dahlia und andere Figuren geben teils umfangreiche Erklärungen ab. Trotzdem bleibt die Handlung für Leute, die weder den ersten Film noch die Spiele kennen, möglicherweise unverständlich. Die Schauspieler mühen sich redlich und Adelaide Clemens ist meiner Meinung nach eine gute Besetzung für Heather bzw. Sharon. Aber irgendwie ist mir das Schicksal sämtlicher Figuren eher gleichgültig geblieben. Nicht mal Sean Bean reißt's heraus. Anders als "Silent Hill" funktioniert "Revelation" meiner Meinung nach nicht als eigenständiger Film - er bietet lediglich Futter für Fans.

Dieses Futter kann sich aber zum Glück wirklich sehen lassen. Wie beim ersten Film würde ich sagen, dass der Regisseur verstanden hat, worauf es in den Spielen ankommt. In der Parallelwelt der düsteren Stadt Silent Hill - insbesondere dann, wenn diese von der "Dunkelheit" verschlungen wird und sich in ein bizarres, morbides Labyrinth verwandelt - werden sich Gamer sofort zu Hause fühlen. Es sieht einfach klasse aus, wenn die Realität quasi verwest, so dass die jenseitige Welt mit ihren blutbeschmierten Gitterkäfigen und abstoßenden Monstrositäten zum Vorschein kommt. Das Kreaturendesign ist hervorragend gelungen. Red Pyramid und die gesichtslosen Krankenschwestern gefallen mir besonders gut, wenn man auch sagen muss, dass hier nichts Neues geboten wird - diese Wesen sind ja schon im ersten Film vorgekommen. Neu ist natürlich die Claudia-Kreatur. Im Making of wird sie als "Missionary" bezeichnet. Sie erinnert an die Cenobiten aus Hellraiser. Ein weiteres Highlight ist der Lakeside Amusement Park mit seinem höllischen Karussell. Die von einem kongenialen Soundtrack untermalten schaurig-schönen Bilder machen den Film sehenswert, aber leider wird man das Gefühl nicht los, das alles schon einmal (und spannender präsentiert) gesehen zu haben.

Blu-ray-Features

Das Bonusmaterial kann sich durchaus sehen lassen. Im Making of wird auf Übereinstimmungen und Unterschiede von Spiel und Film eingegangen, man sieht Probeaufnahmen von Adelaide Clemens, die Herstellung von Kulissen und Kreaturen wird ausführlich beleuchtet. So bekommt man auch mal die Personen unter den aufwändigen Masken zu sehen! Besonders tiefgreifend ist das, was die Schauspieler und Mitglieder des Produktionsteams so erzählen, zwar nicht (die übliche Lobhudelei nimmt breiten Raum ein), aber man kann doch erkennen, dass es den Leuten wichtig war, den "Geist" der Spiele einzufangen. Die Entstehung der Endsequenz, bei der eine Momentaufnahme eines Kampfes zwischen der Schaufensterpuppen-Kreatur und den Krankenschwestern aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen ist, wird in einem gesonderten Making of gezeigt. Zu drei Szenen (Eröffnung, Angriff des Missionary im Fahrstuhl, Schaufensterpuppen-Spinne) werden Storyboards, Prävisualisierungen und fertige Filmszenen in einer weiteren Featurette nebeneinander gelegt. So kann man sehen, welche Elemente es nicht in den fertigen Film geschafft haben.

Die nicht verwendeten Szenen sind leider fast völlig uninteressant, meist handelt es sich nur um Erweiterungen vorhandener Szenen. Unter anderem begegnet Sharon in Silent Hill ihrer Mutter - aber nur ganz kurz, ein Dialog entspinnt sich leider nicht.

Geradezu köstlich fand ich einen kurzen Beitrag über eine Art Geisterbahn, in der die Besucher von Kreaturen aus dem Film erschreckt werden. Adelaide Clemens wagt sich auch hinein. Und schon bald kreischt sie vor Angst - es ist deutlich zu sehen, dass sich die Ärmste wirklich fürchtet! Und dabei hat sie die "Originale" der Monster doch schon hautnah kennen gelernt...


J. Kreis, 24.07.2014




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