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Shutter Shutter (Thailand, 2004)
- Shutter -

DVD - Regionalcode 2, McOne
FSK: 16
Laufzeit: ca. 97 Minuten

Extras
Behind the Scenes, Interviews, Hintergrundinfo zum "Foto-Phänomen", Fun behind the Scenes, Teaser und Trailer, Slideshow, Trailershow

Regie:
Banjong Pisanthanakun und Parkpoom Wongpoom

Hauptdarsteller:
Ananda Everingham (Tun)
Natthaveeranuch Thongmee (Jane)
Achita Sikamana (Natre)




Inhalt:

Der Fotograf Tun und seine Freundin Jane sind mit dem Auto auf dem Rückweg von einer Feier. Sie achten nicht auf die Straße und überfahren deshalb eine junge Frau. Sie geraten in Panik, lassen die offensichtlich schwer Verletzte liegen und begehen Fahrerflucht. In den nächsten Tagen werden sie nicht nur von Gewissensbissen geplagt, sondern haben auch beunruhigende Träume und Visionen, in denen ihnen die Fremde erscheint. Auf allen Fotos, die Tun macht, sind seltsame Lichtstreifen und manchmal auch Schatten zu sehen, die wie das Gesicht der Fremden aussehen. Tun leidet seit dem Unfall darüber hinaus über unerklärliche Nackenschmerzen, die keine organische Ursache zu haben scheinen. Tund und Jane kehren an den Unfallort zurück, erfahren aber, dass in der fraglichen Nacht kein Unfall gemeldet wurde - niemand weiß etwas von einer Verletzten oder Toten.

Von Spezialisten für Geistererscheinungen erfahren Tun und Jane, dass die Geister der Toten manchmal zurückkehren, um in der Nähe geliebter Personen sein zu können. Angeblich sollen diese Geister auch auf Fotos zu sehen sein. Manche Erscheinungen auf den Fotos sollen aber auch auf ein Geheimnis hinweisen. Jane geht den Hinweisen nach, die sie auf Tuns Fotos zu erkennen glaubt, und erfährt auf diese Weise, dass Tun die Fremde kennen muss. Tun gibt zu, dass es sich um eine ehemalige Kommilitonin namens Natre handelt, eine sonderbare Einzelgängerin, die sich vor Jahren in ihn verliebt hatte. Sie hatte ihm leid getan und er hatte angefangen, sich um sie zu kümmern - nur Liebe war von seiner Seite nicht im Spiel gewesen. Als er mit ihr Schluß gemacht hatte, wollte Natre sich umbringen. Tun hatte das zwar verhindert, aber Natre wollte ihn nicht loslassen. Einige seiner Freunde wollten sich um die Angelegenheit kümmern. Tun behauptet, seitdem habe er sie nicht mehr gesehen.

Die Visionen werden immer bedrohlicher. Dann wird Tun Zeuge, wie einer seiner Freunde Selbstmord begeht. Auch zwei weitere seiner Freunde haben sich bereits das Leben genommen, wie er danach erfährt. Tun und Jane spüren Natres Elternhaus auf. Dort werden sie von Natres nicht ganz zurechnungsfähiger Mutter empfangen. Zu ihrem Entsetzen entdecken sie eine mumifizierte Leiche in dem Haus - Natre ist also schon seit Jahren tot! Sie überreden Natres Mutter dazu, den Leichnam feuerbestatten zu lassen. In der Nacht vor der Kremation wird Tun erneut von Natres Geist verfolgt, auf der Flucht stürzt er von einer Feuerleiter, überlebt jedoch. Als Natres Leiche verbrannt ist, scheint der Fluch aufgehoben zu sein. Doch dann stößt Jane zufällig auf Fotos, die in Tuns Wohnung aufgenommen worden sind. Auch darauf ist Natres Geist zu sehen, und er scheint Jane auf etwas hinweisen zu wollen.

So entdeckt Jane einige Fotos, die die Wahrheit enthüllen: Um Natre zu vertreiben, haben Tuns Freunde sie seinerzeit vergewaltigt. Tun selbst war daran zwar nicht beteiligt, hat Natre aber nicht geholfen, sondern die ganze Sache fotografiert. Natre hatte danach Selbstmord begangen. Nach dieser schockierenden Erkenntnis wird Tun von Jane verlassen. Er sucht nach Natres Geist, den er immer noch in der Nähe wähnt, aber er findet ihn erst, als er zufällig ein Foto von sich selbst macht. Darauf ist zu sehen, dass der Geist ihm im Nacken sitzt, und dort offenbar schon immer gewesen ist - das ist die Erklärung für seine Nackenschmerzen. In Panik taumelt Tun durch die Wohnung und stürzt aus dem Fenster. Erneut überlebt er, ist danach aber ein geistiges und körperliches Wrack, das in einer Nervenheilanstalt vor sich hin vegetiert. Er sitzt stets in gebeugter Haltung auf seinem Bett, denn Natre ist immer noch da...

Der Film:

Es gibt inzwischen recht viele asiatische Filme, in denen es darum geht, dass sich der Geist eines Verstorbenen entweder an jemandem rächen will, der für sein Schicksal verantwortlich ist, oder der die Menschen aus anderen Gründen verfolgt. In diesem Fall liegen die Dinge ein wenig anders: Natre hat Tuns Freunde wohl in den Tod getrieben, aber im Grunde will sie einfach nur in der Nähe des Mannes sein, den sie auch über den Tod hinaus noch liebt...

In "Shutter" werden natürlich auch wieder jene Spannungselemente eingesetzt, die in solchen Geisterfilmen immer wieder vorkommen. Das düstere Geheimnis, das nach und nach enträtselt wird, ist eines dieser Elemente. Ähnlich wie bei "The Sixth Sense" macht man auch bei "Shutter" die Erfahrung, dass bestimmte Szenen, auf die man zunächst vielleicht gar nicht weiter geachtet hat, plötzlich einen ganz bestimmten (und makabren) Sinn ergeben, sobald man erst einmal die Auflösung der Geschichte kennt. Man müsste den Film also eigentlich gleich noch einmal anschauen, um zu sehen, ob man auf weitere solcher Szenen stößt.

Typisch auch: Die Hauptfiguren pirschen durch dunkle, unübersichtliche Räume, und man erwartet jeden Moment, dass irgend etwas passiert. Der Geist taucht dann plötzlich an den unmöglichsten Orten auf, oder eine Hand greift nach der Schulter des Helden und so weiter. Man sieht den Geist dann immer nur ganz kurz, was für Schrecksekunden sorgt. Der Film ist deshalb durchaus spannend, aber er ist bei weitem nicht so furchteinflößend wie etwa "The Grudge" (den fand ich so richtig gruselig). Wer unter chronischen Nackenschmerzen leidet, wird sich nach diesem Film vielleicht fragen, ob es vielleicht auch in seiner Vergangenheit eine unglücklich verlaufene Liebschaft gibt...

Die DVD:

Die Extras sind jeweils nur wenige Minuten lang. Die "Behind the Scenes" - Featurette enthält einige Erläuterungen der Regisseure zu bestimmten Szenen, "Fun behind the Scenes" enthält einige Späßchen, die die Schauspieler (vor allem die Natre-Darstellerin) vor der Kamera gemacht haben, außerdem wohl auch einige Versprecher und andere Gags. Die versteht man aber leider nicht, denn diese Featurette liegt nur mit thailändischem Originalton vor.

Offenbar glauben einige Beteiligte aus der Filmcrew tatsächlich daran, dass man auf Fotos manchmal auch Geister sehen kann. Die sehr kurze Featurette, die auf dieses Thema eingeht, enthält auch kurze Interviewschipsel von Leuten, die offenbar Organisationen angehören, welche solche Phänomene untersuchen...

J. Kreis, 09.07.2006
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