Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe


Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe (USA, 1969)
- Support your local Sheriff! -

DVD Regionalcode 2, MGM / Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 89 Min.

Extras
- Keine

Regie:
Burt Kennedy

Hauptdarsteller:
James Garner (Jason McCullough)
Joan Hackett (Prudence Perkins)
Bruce Dern (Joe Danby)
Walter Brennan (Pa Danby)
Harry Morgan (Olly Perkins)
Jack Elam (Jake)




Story

Das winzige Grenzstädtchen Calendar in Colorado erlebt einen rasanten Boom, als dort bei einer Beerdigung zufällig Gold gefunden wird. Innerhalb kürzester Zeit strömen Unmengen von Goldsuchern in die schnell wachsende Stadt. Bürgermeister Perkins und die anderen Honoratioren freuen sich über den wirtschaftlichen Aufschwung, haben aber eine drastische Zunahme von Straftaten zu beklagen. Betrunkene pöbeln im Saloon herum, es kommt immer wieder zu Schlägereien auf den Straßen, das Hurenhaus erfreut sich reger Beliebtheit, und es herrscht allgemeine Unruhe. Zu allem Übel ist Calendar auch noch fest im Griff der Danby-Familie, denn der einzig mögliche Weg zum Abtransport des Goldes führt genau durch deren Farmgebiet. Die Danbys kassieren hohe Zölle und sind der Ansicht, sie könnten sich in der Stadt alles erlauben. Der Verschleiß an Ordnungshütern ist hoch - wer sich den Sheriffstern ansteckt, legt ihn sehr schnell wieder ab oder lebt nicht lange.

Jason McCullough, seit Jahren unterwegs nach Australien, hört von den Goldfunden und will seinen eigenen Claim abstecken. Die exorbitanten Lebenshaltungskosten in Calendar übersteigen sein Budget jedoch bei weitem. Deshalb sucht er einen Job und meldet sich bei Perkins für das vakante Amt des Sheriffs. Als McCullough seine Schnelligkeit und Zielsicherheit mit dem Revolver demonstriert, wird er umgehend eingestellt. In seiner Freizeit darf er nach Gold suchen, Kost und Logis erhält er zusätzlich zum Gehalt beim Bürgermeister, dessen ebenso tollpatschige wie unbeherrschte Tochter Prudy sich umgehend in McCullough verliebt. Dieser ist nicht abgeneigt, zumal Prudy ihre eigene Goldmine besitzt. Jake, ein etwas minderbemittelter Hilfsarbeiter, wird kurzerhand als Deputy zwangsverpflichtet. Als erste Amtshandlung legt sich McCullough mit den Danbys an. Bei seiner Ankunft in Calendar hat er beobachtet, wie Joe Danby jemanden im Saloon niedergeschossen hat - und zwar keineswegs in Notwehr, wie Joe behauptet. McCullough steckt Joe ins Gefängnis.

Pa Danby versucht vergeblich, McCullough einzuschüchtern und Joe zu befreien. Als alle Versuche fehlschlagen, werden Revolverhelden angeheuert, die McCullough beseitigen sollen. Der Sheriff besiegt jedoch alle Kontrahenten im Pistolenduell oder jagt sie davon. Gleichzeitig sorgt er für Ruhe und Ordnung in der Stadt. Daraufhin mobilisiert Pa Danby die restliche Familie. Als sich der Mob nähert, zieht McCullough kurz in Erwägung, seine ursprünglichen Pläne zu verwirklichen und abzureisen, denn von der Stadtbevölkerung hat er keine Unterstützung zu erwarten. Um nicht als Feigling zu erscheinen, stellt sich McCullough den Danbys doch entgegen. Prudy und Jake kämpfen an seiner Seite. McCullough führt die Entscheidung herbei, indem er Joe vor ein altes Feldgeschütz bindet, das an einem Ende der Hauptstraße steht. Die Danbys müssen ihre Waffen ablegen, wenn sie nicht wollen, dass Joe in Fetzen geschossen wird. Der gesamte Danby-Clan wandert ins Gefängnis. McCullough und Prudy heiraten. Jake wird neuer Sheriff, denn McCullough gibt das Amt auf und wird Gouverneur.


Kommentar

Diese herrliche Western-Komödie hat zwar keine besonders originelle, spannende oder sonstwie erinnerungswürdige Story zu bieten, dafür aber bestens aufgelegte Darsteller. James Garner dominiert natürlich als stets ruhiger und beherrschter, in jeder Situation überlegener und manchmal etwas oberlehrerhaft auftretender Revolverheld mit Köpfchen, der sich trotz seiner Schnelligkeit und Zielsicherheit mit voller Absicht keinen Ruf im Wilden Westen gemacht hat, weil man damit nur Typen anzieht, die sich mit einem messen wollen. McCullough ist so ganz anders als die üblichen Macho-Westernhelden. Er verlässt sich lieber auf seinen Verstand und angewandte Psychologie als auf den Revolver, er prügelt sich nicht und ist auch nicht auf den Mund gefallen.

Trotz der überragenden Präsenz des Hauptdarstellers wird der Film aber keineswegs zur One-Man-Show. Joan Hackett stiehlt Garner immer wieder die Show, wenn Prudy von einer für sie extrem peinlichen Situation in die nächste stolpert, oder wenn sie den Sheriff im vollen Ernst für die vernünftige Entscheidung lobt, vor den Danbys aus der Stadt zu fliehen. Die Danbys sind durch die Bank so niedlich in ihrer kauzigen Beschränktheit, dass man ihnen fast nicht böse sein kann. Joe traut sich nicht, die noch nicht vergitterte Zelle zu verlassen, Pa Danby kann nur noch hilflos gucken, als McCullough einen Finger in den auf ihn gerichteten Revolverlauf steckt, und selbst die beiden anderen Danby-Söhne sorgen für die eine oder andere köstliche Szene. Jack Elam glänzt natürlich allein schon durch seine unvergleichliche Mimik.

Wortwitz, Situationskomik, ein bisschen Slapstick und ungewöhnliche Einfälle machen den Film zu einem unterhaltsamen, aber keinesfalls übertriebenen oder auf platte Witze ausgerichteten Vergnügen.


J. Kreis, 20.05.2013




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