Shaun of the Dead


Shaun of the Dead (GB, 2004)

BluRay, Universal
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 99 Minuten

Extras
- Audiokommentare
- Fehlende Stellen
- Rohes Fleisch
- Fernseh-Häppchen
- Zombie-Galerie
- Storyboard-Galerie
- U-Control
- Trailer

Regie:
Edgar Wright

Hauptdarsteller:
Simon Pegg (Shaun)
Nick Frost (Ed)
Kate Ashfield (Liz)
Lucy Davis (Dianne)
Dylan Moran (David)
Penelope Wilton (Barbara)
Bill Nighy (Philip)
Peter Serafinowicz (Pete)
Jessica Stevenson (Yvonne)




Inhalt:

Shaun lebt in London, wo er seine Zeit hauptsächlich mit Besuchen im Pub "The Winchester", Videospielen mit seinem besten Freund Ed und einem öden Job in einem Elektrogeschäft verbringt. Shauns Freundin Liz findet dieses ziel- und perspektivlose Leben nicht besonders prickelnd, außerdem wirkt sich Eds ständige Präsenz störend auf das Liebesleben aus. Deshalb macht Liz mit Shaun Schluss, als er es wieder einmal verschwitzt, einen schönen Abend nur für sie beide zu organisieren. Shaun bekommt Ärger mit seinem Mitbewohner Pete, denn Ed - ein fauler, arbeitsloser Hobby-Dealer - hat sich dauerhaft bei den beiden eingenistet und übt nach Petes Meinung einen schlechten Einfluss auf Shaun aus. Zu allem Überfluss muss sich Shaun auch noch mit seinem ungeliebten Stiefvater Philip und seiner leicht dementen Mutter Barbara herumschlagen. Da er mit alldem genug Sorgen hat, bemerkt Shaun zunächst nicht, dass sich eine Zombieplage in London ausbreitet - die Untoten fallen zwischen den jeden Morgen apathisch zur Arbeit und Abends betrunken aus den Pubs torkelnden Menschen sowieso kaum auf. Die immer schriller werdenden Nachrichten über merkwürdige Unglücke und bizarre Morde in Zeitung und Fernsehen werden ebenso desinteressiert aufgenommen wie alle anderen Katastrophenmeldungen. Doch die Zombies vermehren sich schnell. Alle Toten erheben sich, um über die Lebenden herzufallen. Und jeder, der auch nur gebissen wird, verwandelt sich innerhalb kurzer Zeit ebenfalls in einen Zombie.

Schließlich tauchen zwei Zombies in Shauns Garten auf, und Pete, der am Vortag gebissen wurde, verwandelt sich. Nachdem sie die bissigen Kreaturen abgewehrt haben, wollen Shaun und Ed mit dem Auto zu einem sicheren Ort fliehen. Die Wahl fällt natürlich auf den Pub. Unterwegs holen die beiden noch Shauns Eltern sowie Liz und deren Mitbewohner David und Dianne ab. Philip wird während der Flucht gebissen, stirbt und verwandelt sich, so dass die anderen das Auto zurücklassen müssen. Sie fliehen zu Fuß weiter, wobei sie Shauns alte Freundin Yvonne begegnen, die ebenfalls einen kleinen Flüchtlingstrupp anführt. Inzwischen wimmelt es in den Straßen nur so vor hungrigen Untoten, aber mit viel Glück und etwas schauspielerischem Talent (die Überlebenden benehmen sich einfach wie Zombies, um nicht aufzufallen) können sich Shaun und seine Freunde schließlich zum Winchester durchschlagen. Shaun sammelt Punkte bei Liz, indem er die Zombies ablenkt, so dass die anderen den Pub unbemerkt betreten können. Dummerweise führt Shaun die Zombies aber selbst unabsichtlich zum Hintereingang.

Der Pub wird von den Zombies belagert. Auch im Inneren halten sich zwei Untote (die Besitzer) versteckt. In der Nacht kommt es zum Großangriff. Barbara verwandelt sich nach einem Biss, den sie ihren Gefährten verheimlicht hat. Shaun ist gezwungen, seine Mutter zu erschießen. In dem entstehenden Chaos müssen Shaun, Liz, Dianne und David (der Liz seit der Schulzeit liebt und sich nur mit Dianne eingelassen hat, da diese damals schon mit Liz befreundet war) zunächst einmal ihre Beziehungen klären. David wird von den Zombies ausgeweidet, Dianne versucht ihn zu retten und öffnet die Tür. Dutzende von nach Menschenfleisch gierenden Untoten strömen in den Pub. Shaun, Liz und Ed, der gebissen wurde, verschanzen sich hinter der Theke und fliehen durch eine Falltür in den Keller. Dort sind sie aber ebenfalls nicht sicher. Shaun und Liz gelangen über eine Hebebühne ins Freie. Der tödlich verwundete Ed bleibt zurück. Oben lauern weitere Zombiehorden, doch Rettung naht: Yvonne hat das Militär zum Winchester geführt. So wird die Situation rasch bereinigt.

Ein halbes Jahr später gibt es zwar immer noch Zombies, aber sie sind keine Plage mehr. Da sich die Untoten instinkthafte Resterinnerungen an ihr früheres Leben bewahrt haben, kann man sie für einfache Arbeiten einsetzen. Außerdem sind sie beliebte Dummys für Gameshows. Shaun und Liz leben zusammen - nach ihren schrecklichen Erlebnissen ist Liz ganz zufrieden damit, ihre Abende im Pub oder mit dem Fernsehprogramm zu verbringen. Ed stört auch nicht mehr, obwohl er zombifiziert ist: Shaun hat ihn im Gartenhäuschen angekettet, wo er im Prinzip genauso "lebt" wie zuvor...

Der Film:

Als dieser Film damals in die Kinos kam, habe ich den Fehler gemacht, meine bessere Hälfte mit reinzuschleppen, die Horrorfilme eigentlich überhaupt nicht mag. Ich dachte: "Romantische Komödie mit Zombies - frei ab 16 - das kann ja so schlimm nicht sein." Großer Irrtum. "Shaun of the Dead" ist nämlich wirklich beides: "RomCom" und waschechter Zombiefilm. Dass Shauns Liebeskummer und seine familiären Probleme eine mindestens ebenso große Rolle spielen wie das Zerfleischen von Hälsen und das Herausreißen von Gedärmen hat den Film leider nicht gerettet. In den Augen meiner besseren Hälfte jedenfalls. Für meinen Geschmack enthält der Film im Grunde nur ein bisschen zu viel Romantik - zwar witzig gemacht, aber die "Fusion" funktioniert nicht so recht. Die beiden Genres stehen in diesem Film quasi nebeneinander, ohne sich zu berühren. Für die RomCom-Hälfte ist die Zombie-Apokalypse unnötig, und die Horror-Hälfte wird durch das Gerede über Beziehungskisten zu oft gestört. Natürlich ist der Film eine Parodie beider Genres, dennoch nimmt er beide ernst und könnte fast als Hommage an bekannte Horrorfilme betrachtet werden, allen voran natürlich George A. Romeros Klassiker. Nicht umsonst brüllt Ed "We are coming to get you, Barbara" ins Telefon, als Shaun seine Mutter anruft. Eine Zombiefilm-Verarschung ist "Shaun of the Dead" jedenfalls nicht.

Was mir an "Shaun of the Dead" neben dem trockenen schwarzen Humor gut gefällt, ist der lakonische, aber respektvolle Umgang mit den Untoten. Typisch britisches Understatement also selbst im Zombiefilm! Und natürlich die Tatsache, dass es sich um "klassische" Zombies handelt: Hirnlos durch die Gegend schlurfend und nur gefährlich, wenn sie in Massen auftreten. In den Eröffnungsszenen gibt es noch keine Zombies, aber verschlafene Pendler und andere stumpfsinnige Gestalten, die sich in ihrem alltäglichen Leben kaum anders verhalten also die erst nach und nach auftauchende verwesende Brut. Shaun schlurft dann eines Morgens wie immer zum Laden um die Ecke und bemerkt gar nicht, dass er dabei einigen im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich angefressen wirkenden Typen über den Weg läuft. Später versucht Shaun seiner Mutter und Liz klarzumachen, dass der zombifizierte Philip nicht mehr der Mensch ist, den sie gekannt haben - prompt schaltet der im Inneren des Autos zurückgelassene Philip-Zombie das verhasste plärrende Autoradio aus. Das sind nur zwei von vielen köstlichen Momenten. Die durch die Bank hervorragend aufgelegten Schauspieler machen ihre Sache genau richtig: Sie legen es nicht darauf an, witzig zu sein, sondern agieren ganz selbstverständlich, realistisch und glaubhaft. Das rettet den Film davor, zu einer Nummernrevue zu werden.

Die Zombies sind in diesem Film keine harmlosen Witzfiguren. Sie wirken trotz ihrer Langsamkeit sehr bedrohlich und die maskenbildnerischen Effekte können sich sehen lassen. Es wird auch sehr deutlich gezeigt, was die Untoten anrichten können. Wenn David ausgeweidet wird, dann geschieht das nicht außerhalb des Kamerablickwinkels, oh nein! Man sieht genau, wie ihm die Gedärme heraus- und danach Gliedmaßen/Kopf abgerissen werden. Das Effekt-Team hat da richtig gute Arbeit geleistet. Das ist dann sozusagen der Höhepunkt einer sorgfältig gesteigerten Spannungs- und Gewaltkurve (die allerdings immer wieder durch RomCom-Dialoge unterbrochen wird), insoweit also nur konsequent und für einen Horrorfilm eigentlich unverzichtbar - aber für meine Begleitung war das natürlich zuviel. Es ist ihr hoch anzurechnen, dass sie tapfer bis zum Schluss durchgehalten hat. Der ist dann aber wieder grandios. Untote als billige Arbeitskräfte, als Gegenstand von Schmuddel-Talkshows und dergleichen... herrlich.

BluRay-Features:

Die verschiedenen Audiokommentare sind sicher interessant, aber mir fehlt momentan schlicht die Zeit, mir auch nur einen davon zu Gemüte zu führen. Das übrige Bonusmaterial ist ja auch noch umfangreich genug, und dafür habe ich mir die Zeit gern genommen, denn die Extras sind wirklich sehenswert. Für die 15 erweiterten Szenen (insg. 13:28 Min.) gilt das allerdings nicht so sehr; es handelt sich nur um kleinere Erweiterungen bereits existierender Szenen ohne spektakuläre neue Inhalte. Die verpatzten Szenen (insg. 10:47 Min.) sind dagegen echte Brüller, fast sind sie witziger als der gesamte Film!

"Löcher in der Handlung" (3:27 Min.) ist eine Featurette mit Storyboard-Sequenzen incl. gesprochenem Kommentar, die erklären, wie Shaun die Untoten vor dem Winchester weggelockt hat, wie es mit Dianne weitergeht (sie überlebt, indem sie sich auf einen Baum rettet und dort einige Tage lang ausharrt) und wie Ed in Shauns Gartenhäuschen gelangt ist.

"Rohes Fleisch" ist eine Zusammenstellung von Hinter-den-Szenen-Material. Das sind unter anderem drei Videotagebücher (Simon Pegg, 6:44 Min., Lucy Davis, 5:05 Min., Joe Cornish, 10:16 Min.), in denen schön zu sehen ist, wie die Schauspieler in Zombies verwandelt werden und was für ein Quatsch bei den Dreharbeiten gemacht wurde. Zwei Zombie-Komparsen laufen in voller Maske bei ihren Eltern auf, die aber erstaunlich gefasst reagieren. Wahrscheinlich sind Mum und Dad solche Eskapaden schon gewohnt! Hinzu kommen einige Probeaufnahmen, Make-Up-Tests und vorher-nachher-Vergleiche digitaler Spezialeffekte, die gute Einblicke in die Entstehung der ziemlich heftigen Guts-and-Gore-Szenen ermöglichen. Außerdem wird der ganze Film in Form einer Abfolge von Flipchart-Blättern nacherzählt. Ein paar Interview-Schnipsel mit Eigenlob und nacherzählter Handlung dürfen natürlich auch nicht fehlen.

In "Fernseh-Häppchen" werden die verschiedenen fiktiven Fernsehsendungen in voller Länge gezeigt, die im Film immer nur ausschnittsweise zu sehen sind. So besuchen die überlebenden Mitglieder der Band Coldplay (Chris Martin hat da wirklich mitgespielt!) einen Musiksender, um Werbung für die Charity-Veranstaltung "Zombaid" zu machen, denn ihr Drummer wurde in einen Zombie verwandelt. Außerdem sieht man die Zombie-Gameshow, die Talkshow mit einer Frau, die ihrem zombifizierten Ehemann treu bleibt, und den Nachrichtensprecher, von dem der nützliche Hinweis stammt, dass man Zombies vernichten kann, indem man ihren Kopf entfernt oder das Gehirn zerstört.

Zu den drei Bildergalerien gehört ein Comic, in dem erklärt wird, wie Mary (der weibliche Untote, der plötzlich in Shauns Garten steht) zum Zombie wurde. Via U-Control kann man Storyboards und Textinformationen während des laufenden Films einblenden. Letztere weisen unter anderem auf die unzähligen Anspielungen auf andere Filme hin.


J. Kreis, 03.11.2010


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