Sharpe


Das verschollene Bataillon (GB, 1996)
- Sharpe's Regiment -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Abigail Cruttenden (Jane Gibbons)
Michael Cochrane (Sir Henry Simmerson)
Mark Lambert (Bartholomew Girdwood)
Nicholas Farrell (Lord Simon Fenner)
Caroline Langrishe (Lady Anne Camoynes)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Jenseits des Todes.

Bei Kämpfen an der spanisch-französischen Grenze erleitet das South-Essex-Regiment schwere Verluste. Sharpe steht kurz davor, sein Kommando zu verlieren, denn in der Führungsriege wird schon über eine Verteilung der Überlebenden auf andere Einheiten nachgedacht. Eine entsprechende Anweisung aus London, ausgestellt vom zuständigen Staatssekretär Lord Fenner, liegt bereits vor. In der Nachricht ist allerdings von einem zweiten Bataillon des Regiments die Rede. Sharpe und Harper reisen nach England, um Verstärkung aus dem zweiten Bataillon nach Spanien zu führen. Genug Männer müssten verfügbar sein, denn das Bataillon erhält Finanzmittel für mehr als 700 Soldaten, außerdem werden ständig neue Rekruten verpflichtet. In der Kaserne findet Sharpe jedoch nur eine Handvoll Soldaten vor. Die Waffenkammer ist gut gefüllt, aber in den letzten Monaten ist kein einziger Rekrut in der Kaserne eingetroffen. Niemand scheint zu wissen, wo sich das Bataillon wirklich befindet. Sharpe wird zu einer Audienz beim Prince of Wales einbestellt. Der etwas minderbemittelte Prinzregent ist begeistert von den Geschichten, die der Kriegsheld zu erzählen hat. Bei dieser Gelegenheit begegnet Sharpe Lord Fenner. Der Staatssekretär erklärt, dass das zweite Bataillon nur auf dem Papier existiert.



Das verschollene Bataillon

(Der Prinzregent, Lord Fenner und Sharpe)

Um herauszufinden, was Sharpe vorhat, setzt Fenner Lady Anne Camoynes auf ihn an. Die Adlige ist seit dem Tod ihres Mannes gezwungen, dessen Schulden bei Fenner "abzuarbeiten". Lady Anne schläft mit Sharpe, fragt ihn aber nicht aus. Stattdessen warnt sie ihn vor Fenner. Schon bald stellt sich heraus, dass die Warnung nur zu berechtigt ist. Sharpe wird von Meuchelmördern überfallen, die die Uniform des South-Essex-Regiments tragen. Harper eilt Sharpe zu Hilfe. Die Angreifer wird besiegt. Sharpe bittet seine alten Freunde in London, die Leichen in den Fluss zu werfen und die Nachricht zu verbreiten, es habe sich um ihn selbst sowie Harper gehandelt. So kann Sharpe den Vorfall zu seinem Vorteil nutzen. Er und Harper lassen sich für das zweite Bataillon rekrutieren. Sie landen in einem abgelegenen Ausbildungslager, das von Lieutenant Colonel Girdwood kommandiert wird, einem eitlen Maulhelden und Irenhasser. Sharpe und Harper müssen nun den unmenschlich harten Drill über sich ergehen lassen, erfahren auf diese Weise jedoch, was wirklich vorgeht. Gridwood macht gemeinsame Sache mit Fenner und Sharpes altem Feind Sir Henry Simmerson. In dem Lager werden Elitesoldaten herangezogen, die dann an andere Regimenter versteigert werden. Der Erlös wandert in die Taschen der Verschwörer. Während Sharpe die Vorbereitungen zu einer Versteigerung beobachtet, begegnet er Simmersons Nichte Jane Gibbons, die er von früher kennt. Sie kann die Machenschaften ihres Onkels bestätigen. Zwischen Sharpe und Jane funkt es heftig.



Das verschollene Bataillon

(Colonel Girdwood und Jane Gibbons)

Simmerson misshandelt Jane regelmäßig und beabsichtigt, sie an Gibbons zu verheiraten. Sie verabscheut beide und ist sofort bereit, Sharpe und Harper zur Flucht zu verhelfen. Es wird knapp, denn die Verschwörer machen sich einen Spaß daraus, Deserteure durch die Sümpfe zu hetzen und zu töten. Außerdem müssen Sharpe und Harper unerkannt bleiben. Sharpe und Harper entkommen durch die Sümpfe und verschwinden in der Nacht mit einem von Jane bereitgestellten Boot. Anschließend beabsichtigt Sharpe den Duke of York (Oberbefehlshaber der Armee) zu informieren, doch der befindet sich nicht in London. Vertrauensvoll wendet sich Sharpe stattdessen an seinen Mentor und Freund Sir William Lawford. Doch Lawford will einen Skandal vermeiden und verrät Sharpe an Fenner. Die beiden Männer schmieden einen Plan, um Sharpe mundtot zu machen. Lady Camoynes hört mit und sieht die Chance gekommen, Fenner endlich loszuwerden. Nachdem sie Sharpe über den Verrat sowie ihre eigenen Verhältnisse ins Bild gesetzt hat, erklärt sie ihm, wie er an die Beweise kommen kann, die er benötigt, um die Verschwörer zu überführen. Fenner hat über alle Auktionen Buch geführt. Durch diese Unterlagen werden alle Verschwörer schwer belastet. Sie müssen sich im Ausbildungslager befinden.



Das verschollene Bataillon

(Diesmal muss Sharpe tief im Dreck wühlen ...)

Kurzerhand kehrt Sharpe - diesmal als Major - zu Girdwood zurück und reißt das Kommando über das zweite Bataillon an sich. Girdwood entkommt mit den Unterlagen. Er übergibt sie Fenner, der seinen Diener anweist, alles zu verbrennen. Sharpe bietet Jane die Heirat an. So könnte sie ihrem brutalen Onkel ein für alle Mal entkommen. Dann führt Sharpe sein neues Bataillon nach London, wo die Verschwörer, wie er erfahren hat, an einer vom Prinzregenten ausgerichteten Feier teilnehmen. Auf betont theatralische Weise bieten sich Sharpe und seine Männer dem Prince of Wales als Freiwilligeneinheit an. Der Prinzregent ist für solch große Gesten immer zu haben und nimmt geschmeichelt an. Somit wird Sharpes Führungsanspruch von höchster Stelle bestätigt. Fenner könnte das Ganze zum kippen bringen, denn Sharpe kann keine Beweise für seine Anschuldigungen vorlegen. Ihm droht sogar die Strafversetzung nach Australien. Doch da erscheint Lady Camoynes mit Fenners Geschäftsbuch, das sie vor den Flammen bewahrt hat. Mit diesem Druckmittel kann sie Sharpe und sich selbst freikaufen. Fenner und Simmerson kommen straffrei davon. Lady Camoynes möchte die Beziehung mit Sharpe fortsetzen, doch der ist jetzt verlobt. Sharpe kehrt mit Verstärkung nach Spanien zurück. Er sorgt dafür, dass Girdwood seinen Posten behält. Er soll sich in einem echten Gefecht bewähren. Ganz wie von Sharpe erwartet erleidet Girdwood auf dem Schlachtfeld einen Nervenzusammenbruch. Sharpe führt das Bataillon über die französische Grenze.


Kringels Meinung

"Das verschollene Bataillon" ist der neunte von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Die ersten acht Sharpe-Filme sind stets so ziemlich nach dem gleichen Schema abgelaufen, so dass es mir zunehmend schwer gefallen ist, sie zu kommentieren. Das habe ich im Kommentar zum letzten Film gerade erst moniert - und siehe da: Schon wird's besser! Ich will nicht behaupten, dass mich das Schlachtengetümmel der bisherigen Filme gelangweilt hätte. Das nicht, aber nach acht in Spanien spielenden Episoden, in denen sich mehr oder weniger alles um eine große Entscheidungsschlacht dreht, ist der Schauplatzwechsel nach England doch geradezu erfrischend. Es macht Spaß, Sharpe und Harper als "Rekruten" zu sehen, wie sie angebrüllt und herumkommandiert werden (gruselige Erinnerungen an meine Bundeswehrzeit wurden wach), die Drecksarbeit im Lager verrichten müssen und schließlich in voller Uniform zurückkehren, um dreist zu behaupten, sie hätten jetzt das Kommando! Zugegeben, Schlachtszenen sind auch diesmal vorhanden, damit beginnt und endet "Das verschollene Bataillon". An ihnen wird erneut sichtbar, dass das Budget der Sharpe-Filme nicht sehr hoch gewesen sein kann, denn es rücken gerade mal zwei Dutzend britische Soldaten gegen ein paar Franzosen vor.

Im Zentrum steht jedoch zum Glück nicht der Kampf, sondern das zu Beginn noch gänzlich undurchsichtige Intrigenspiel. Und das kommt erheblich glaubwürdiger rüber, zumal man nicht die üblichen spanischen Landschaften und Dörfer (sofern denn überhaupt in Spanien gedreht wurde) zu sehen bekommt, sondern große Paläste und Kasernen in England. Dort muss sich Sharpe nicht nur mit widrigen Begleitumständen herumschlagen (herrlich: Er und Harper im Matsch, siehe obigen Screenshot), sondern vor allem mit einem Sammelsurium absonderlicher Gestalten rund um den Hauptwidersacher Fenner. Da wäre zunächst einmal der degenerierte Prinzregent, der sich wie ein Kind über Sharpes Kriegsgeschichten und das Freiwilligenbataillon freut. Girdwood, ein selbstverliebter Typ mit einigen Macken, ist auch nicht schlecht. Und der herrlich schmierige Simmerson, ein Widerling wie er im Buche steht, ist wieder mit von der Partie. Besonders amüsant finde ich, dass nicht Sharpe den Sieg erringt, sondern Lady Camoynes. Ohne sie hätte er ziemlich alt ausgesehen und wäre wohl wirklich in Australien gelandet! Ich bin zudem gespannt, wie sich die Beziehung Sharpes mit Jane Gibbons weiterentwickeln wird. Was aus Sean Bean und Abigail Cruttenden geworden ist, weiß ich bereits. Die beiden haben sich während der Dreharbeiten lieben gelernt und geheiratet. Ein paar Jahre später ist die Ehe schon wieder in die Brüche gegangen.


J. Kreis, 24.07.2017




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