Sharpe


Jenseits des Todes (GB, 1995)
- Sharpe's Sword -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Emily Mortimer (Mädchen)
James Purefoy (Lord Jack Spears)
Patrick Fierry (Philippe Leroux)
John Kavanagh (Pater Curtis)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Wolfsjagd.

Im Spätjahr 1813 zieht sich die französische Armee aus Spanien zurück. Dennoch plant Napoleon einen Gegenangriff. Um diesen verwirklichen zu können, müssen die Franzosen zunächst den britischen Meisterspion "El Mirador" beseitigen, dessen wahre Identität nur Lord Wellington und dem Geheimdienstchef Munro bekannt ist. Colonel Leroux von der Kaiserlichen Garde, von Napoleon persönlich mit der Suche nach El Mirador betraut, überfällt dessen mit einer Kutsche durchs umkämpfte Gebiet reisenden Beichtvater. Er hofft, die Identität des Spions aus dem Geistlichen herausholen zu können. Nur einer Mitreisenden, einer jungen Novizin, gelingt die Flucht. Sie muss mit anhören, wie der Pater und zwei in der Kutsche verbliebene Nonnen gefoltert und ermordet werden. Durch dieses grauenvolle Erlebnis verwirrt sich der Geist der Novizin. Sie verliert die Fähigkeit zu sprechen und wendet sich vom Glauben ab.



Jenseits des Todes

(Colonel Philippe Leroux)

Wenig später stoßen Sharpes Männer auf Leroux. Sie sind in der Unterzahl und greifen nicht an. Verstärkung vom South Essex Regiment unter Colonel Berkeley kommt hinzu. Mit dabei ist Lord Jack Spears, ein Captain aus der von Major Munro kommandierten Kundschaftertruppe. Gemeinsam reiben sie die Franzosen auf. Leroux fällt den Briten in die Hände, gibt sich aber als "Hauptmann Delmas" aus. Er hat den echten Hauptmann kurz zuvor erschossen und ihm seinen Colonelsrock angezogen. Delmas/Leroux gibt Berkeley sein Ehrenwort und wird nicht streng bewacht. Er hat einen Zettel mit Zahlenkolonnen bei sich. Er behauptet, es handele sich um eine Quittung, die er für den Kauf von Pferden erhalten habe. Bei dem vermeintlichen Colonel findet Schütze Harris das Buch Kandide von Voltaire. Harris behält nur die nicht mit Blut getränkten Seiten. Den Rest verbrennt er. Sharpe bemerkt dies zu spät. Er geht davon aus, dass das Buch der Schlüssel zu einer Geheimschrift ist, mit der sich die angebliche Quittung übersetzen lässt. In der Nähe des Kampfplatzes greift Sharpe die orientierungslos durchs Gelände irrende Novizin auf. Die Stumme fasst Vertrauen zu ihm, weicht nicht mehr von seiner Seite und verliebt sich schließlich in ihn. Sharpe und Spears verstehen sich gut. Sie werden Freunde.



Jenseits des Todes

(Captain Spears und Colonel Berkeley tun so, als würden sie sich über die Begegnung mit Simmerson freuen)

Major Munro hat davon erfahren, dass El Mirador in Gefahr ist und von wem diese ausgeht. Der Meisterspion leitet seine Operationen von der Stadt Villafranca aus. Die benachbarte gleichnamige Festung ist noch von Franzosen besetzt. El Mirador kann die Stadt nicht verlassen, denn nur von dort aus können die Aktionen der ihm untergebenen Spione koordiniert werden. Somit bleibt nur eine Option: Leroux muss sterben. Sharpe soll den Colonel finden. Sharpe ist davon überzeugt, dass ihm das bereits gelungen ist, doch er kann nicht beweisen, dass Delmas mit Leroux identisch ist. Berkeleys Soldaten und die Scharfschützen marschieren nach Villafranca. Dort bekommt Sharpe es mit einem alten Feind zu tun. Sir Henry Simmerson, der seit der Schlacht bei Talavera alles andere als gut auf Sharpe zu sprechen ist, agiert als Regierungskommissar in der Stadt. Kaum sind die Männer dort eingetroffen, werden sie von der Festung aus unter Beschuss genommen. Leroux bricht sein Ehrenwort, nutzt die Gelegenheit zur Flucht und tötet einen jungen Offizier. Berkeley nimmt die Sache persönlich und ordnet an, dass die Festung noch in derselben Nacht eingenommen wird. Zunächst werden die Neuankömmlinge bei Pater Curtis in der irischen Mission untergebracht, die auch als Lazarett dient. Curtis ist ein harter Knochen, doch Sharpe weiß mit ihm umzugehen und gewinnt seinen Respekt. Für Curtis ist die Stumme keine Unbekannte. Er weiß, aus welchem Kloster sie stammt.



Jenseits des Todes

(Sharpe, die Stumme und Pater Curtis)

Der Angriff auf die Festung schlägt fehl, denn im Gegensatz zu den Franzosen haben die Briten keine Kanonen, außerdem wurden sie bereits erwartet. Berkeley fällt. Sharpe dringt in die Festung ein und verwundet Leroux, trägt aber ebenfalls einen Säbelhieb davon und wird beim Rückzug durch einen Bauchschuss niedergestreckt. Er landet im Sterbesaal des Lazaretts. Seine Freunde holen ihn heraus. Der aufopferungsvollen Pflege der Stummen ist es zu verdanken, dass er sich erholt. Sie kann nun wieder sprechen und gesteht Sharpe ihre Liebe. Er erwidert diese Gefühle nicht. Währenddessen sieht sich Harris in der Bibliothek um, entdeckt eine vollständige Ausgabe von Voltaires Buch und knackt den Code. Die entschlüsselte Nachricht besagt, dass sich El Mirador in Villafranca aufhält. Sie stammt von Jack Spears. Sobald Sharpe wieder auf den Beinen ist, stellt er seinen Freund zur Rede. Spears gesteht alles. In französischer Gefangenschaft ist er von Leroux gefoltert und gezwungen worden, als Spion für die Franzosen zu arbeiten. Er hat die Nachricht geschrieben, aber den Angriff auf die Festung hat er nicht verraten und ebenso wenig war er bereit, El Mirador selbst zu töten. Wie sich herausstellt, ist El Mirador niemand anderer als Curtis.



Jenseits des Todes

(Die Festung von Villafranca wird ins Visier genommen)

Sharpe deckt Spears und gibt ihm die Chance, ehrenvoll zu sterben. Als Munro am nächsten Tag eine Kanone bringt, kann ein zweiter Angriff unternommen werden. Um die demoralisierten Soldaten zu motivieren, kämpft sich Spears ganz allein mit der britischen Flagge bis zur Festung durch, wo er fällt. Die Festung wird eingenommen. Währenddessen macht sich Simmerson an die Novizin heran. Sie hat seine Avancen schon einmal wirkungsvoll zurückgewiesen, daher greift er jetzt zur Gewalt. Curtis geht dazwischen. Er erfährt, dass Simmerson derjenige ist, von dem Leroux über den bevorstehenden Angriff unterrichtet wurde. Simmerson bedroht Curtis mit dem Degen, hat jedoch nicht mit den Fechtkünsten des wehrhaften Priesters gerechnet und wird besiegt. Leroux will sich wieder einmal auf Ehrenwort ergeben. Damit gerät er bei Sharpe an den Falschen. Sharpe fordert Leroux zum Degenduell und tötet ihn. Die Novizin findet zum Glauben zurück. Sie will nun bei Curtis bleiben.


Kringels Meinung

"Jenseits des Todes" ist der achte von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Ich habe schon im Kommentar zu "Wolfsjagd" geschrieben, dass mir kaum noch neue Kommentare zu den Sharpe-Filme einfallen, weil sie stets nach demselben Schema ablaufen. Das ist diesmal nicht anders. Damit will ich nicht sagen, dass "Jenseits des Todes" schlecht wäre. Nein, die Mixtur aus Intrigen und Verrat, Duellen und Schlachten sowie etwas Romantik funktioniert wie immer gut. Für sich genommen ist der Film gute Unterhaltung, wobei man berücksichtigen muss, dass es sich um eine Fernsehproduktion mit vermutlich nicht besonders großem Budget handelt. Deshalb wirkt der Angriff auf das Fort ein bisschen lächerlich. Da marschieren ein paar Dutzend Briten auf die Festungsmauern zu und werden durch Kanonenschüsse ständig dezimiert. Trotzdem sind am Ende genug übrig, um die Franzosen im Nahkampf zu besiegen. Für Massenszenen war wohl einfach kein Geld da! Jedenfalls spielt die Handlung schon wieder in Spanien, erneut muss sich Sharpe mit einem fiesen französischen Offizier und Widersachern in den eigenen Reihen herumschlagen. Irgendwann sind keine kommandierenden Offiziere mehr am Leben, so dass Sharpe den Befehl übernimmt und den Sieg in einer Entscheidungsschlacht erringt. Alles schon x-mal da gewesen. Ich kann nur hoffen, dass sich Napoleons Streitkräfte bald endgültig aus Spanien zurückziehen werden. Vielleicht schlägt die Handlung dann ja mal neue Wege ein. Besonderheiten diesmal: Wellington ist nicht mit von der Partie und die britischen Offiziere - mit Ausnahme Simmersons, eines herrlich schleimigen Widerlings, den wir aus Der Adler des Kaisers kennen - sind durchweg sympathisch. Pater Curtis ist auch eine starke positive Figur.

Die Handlungszusammenfassung hätte übrigens noch erheblich länger werden können, wenn ich auf alle Nebenhandlungen eingegangen wäre. Ich halte einiges davon jedoch für unnötig. Das gilt auch und vor allem für das ganze Getue rund um Sharpes Verwundung und Genesung. Der Mann ist wirklich hart im Nehmen! Eben hat er noch mit einer bis auf den Knochen gehenden klaffenden Wunde an der Schulter und einem bereits in Fäulnis übergegangenen Bauchschuss im Sterbesaal gelegen, schon ist er wieder auf den Beinen, kann die Soldaten beim Sturmangriff anführen und Leroux im Zweikampf besiegen. Auch eher überflüssig: Beim ersten Duell mit Leroux geht Sharpes Säbel zu Bruch. Harper hofft, seinen mit dem Tod ringenden Chef zum Durchhalten bewegen zu können, wenn er eine neue Waffe für ihn schmiedet (daher der englische Titel des Films). Curtis steuert das entsprechende Material bei. Irgendwie wirkt dieser Subplot unausgegoren, aber immerhin bekommt Harper dadurch etwas mehr zu tun als sonst. Zudem hat er Stress mit der Spanierin Ramona, der Mutter seines Kindes. Er sträubt sich gegen die von ihr gewünschte Heirat. Curtis trickst Harper aus, indem er ihn glauben lässt, er müsse infolge der beim Kampf um die Festung erlittenen Wunde sterben. Da begreift Harper, was im Leben wirklich wichtig ist. Blitztrauung auf dem Schlachtfeld, alles gut. Auch Schütze Harris wird sinnvoll eingesetzt. Er wurde ja schon immer als gebildeter als die üblichen Soldaten dargestellt, deshalb ist es naheliegend, ihn mit der Entschlüsselung des Codes zu betrauen. Nur Hagman muss sich mit der üblichen Statistenrolle begnügen. Er darf wenigstens mal wieder singen.


J. Kreis, 25.05.2017




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme