Sharpe


Wolfsjagd (GB, 1995)
- Sharpe's Battle -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Hugh Fraser (Sir Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington)
Jason Durr (Lord Benedict Kiely)
Allie Byrne (Lucy Kiely)
Oliver Cotton (Guy Loup)
Siri Neal (Juanita de Elia)
Lyndon Davies (Ben Perkins)
Maria Petrucci (Miranda)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Blutiges Gold.

Die französische Armee wird aus Spanien abgezogen und liefert den Briten heftige Rückzugsgefechte. Major Richard Sharpe hat den Auftrag, einen Nachschubkonvoi zu eskortieren, kommt aber zu spät. Die mit neuen Musketen beladenen Kutschen fallen dem Feind in die Hände. Als Sharpe und seine Männer die Überlebenden eines von französischen Soldaten gebrandschatzten spanischen Dorfes vor weiteren Übergriffen beschützen und zwei Franzosen gefangennehmen, wird klar, dass Brigadegeneral Guy Loup hinter alldem steckt. Er verlangt die Herausgabe seiner Männer, doch Sharpe lässt sie als Mörder und Vergewaltiger hinrichten. Damit macht er sich Loup zum Todfeind. Sharpes Leute kehren in Lord Wellingtons Feldlager zurück. Sie nehmen Miranda mit, eine junge Frau aus dem zerstörten Dorf. Der junge Rifleman Ben Perkins nimmt sie unter seine Fittiche. Die beiden verlieben sich ineinander.



Wolfsjagd

(Guy Loup)

Wellington und Munro haben schon einen neuen Auftrag für Sharpe. Er soll Lord Benedict Kiely unterstützen, den Kommandanten der bisher als Leibwache für den König von Spanien eingesetzten und jetzt zur kämpfenden Truppe abkommandierten Real Compania Irlandesa. Die Einheit besteht aus Iren, die sich ein schönes Leben am Hofe machen konnten und keinerlei Kampferfahrung haben. Die Kompanie wird zur Garnison Alona in der Nähe der französischen Linien verlegt. Dort soll Sharpe echte Soldaten aus den schlecht ausgebildeten und noch schlechter bewaffneten Männern machen. So lautet jedenfalls die offizielle Version. In Wahrheit findet Wellington die Iren mehr als lästig. Er traut ihnen nicht und es wäre ihm am liebsten, wenn sie alle desertieren würden, wozu sie in Alona ausreichend Gelegenheit haben. Tatsächlich verschwinden schon in der ersten Nacht zwölf Soldaten. Doch die Deserteure haben kein Glück, denn die Umgebung der Garnison wird von Loups "Wolfsbrigade" unsicher gemacht. Einige Zeit später werden die Leichen der Deserteure gefunden. Schuld an der schlechten Moral sind nicht zuletzt Berichte in amerikanischen Zeitungen, die irgendwie den Weg ins Kriegsgebiet gefunden haben. Darin ist von Gräueltaten der Briten in Irland die Rede. Generaloberst Runciman, der von Wellington mit dem Oberbefehl über die Operation betraut wurde, ist viel zu unfähig, um diesbezüglich etwas ausrichten zu können.



Wolfsjagd

(Sharpe und Lord Kiely)

Als ob das alles noch nicht aufreibend genug wäre, muss sich Sharpe auch noch mit dem von großen Heldentaten träumenden Lord Kiely herumplagen. Der Mann geht viel zu große Risiken ein, um Ruhm im Kampf zu erringen. Für seine Frau Lucy, die ebenfalls vor Ort weilt, interessiert sich der Lord weniger. Seit sie ein Kind verloren hat, rührt er sie nicht mehr an. Stattdessen lässt er sich auf ein Verhältnis mit der Partisanenführerin Dona Juanita de Elia ein. Lady Kiely fühlt sich vernachlässigt und würde sich Sharpe hingeben, damit er sich bei ihrem Mann für sie einsetzt. Sharpe ist hierzu auch ohne derartige Gefälligkeiten bereit, so dass die Lady ihre Ehre bewahren kann. Trotz aller Widrigkeiten trägt die von Sharpe und seiner Rechten Hand Harper vorangetriebene Ausbildung erste Früchte, zumal es den Riflemen gelingt, die von den Franzosen erbeuteten Musketen zurückzuerobern. So kann ein Angriff Loups zurückgeschlagen werden. Da die ständig weiter schrumpfende Garnisonsbesatzung den Attacken der Franzosen auf Dauer nicht standhalten könnte, plant Sharpe einen Gegenangriff. Als sich herausstellt, dass Lady Kiely schwanger ist, tritt bei ihrem Mann ein Sinneswandel ein. Er trennt sich von Juanita und will seine Frau in Sicherheit bringen. Doch ihre Eskorte macht gemeinsame Sache mit Loup. So fällt Lady Kiely den Franzosen in die Hände und wird in Loups Hauptquartier eingekerkert.



Wolfsjagd

(Lady Kiely)

Miranda belauscht zufällig ein Gespräch Juanitas mit Loup. Die angebliche Partisanin ist eine Verräterin. Sie bemerkt, dass Miranda mitgehört hat, und ermordet die junge Frau. Anschließend erpresst sie Lord Kiely. Wenn er seine Frau wiedersehen will, soll er sich beim bevorstehenden Gegenangriff zurückhalten und Sharpe ins Verderben rennen lassen. Sharpes Riflemen greifen an und werden eingeschlossen. Sie kämpfen allein auf verlorenem Posten. Einer der auf Loups Seite stehenden Deserteure tötet Perkins. Es gelingt Sharpe, sich zu Kiely durchzuschlagen. Als Juanita Sharpe zu erschießen versucht, greift Kiely ein und streckt die Frau mit einem Säbelhieb nieder. In ihren Satteltaschen finden sich gefälschte Zeitungen. Als den irischen Soldaten klar wird, dass sie getäuscht wurden, sind sie bereit, für Sharpe zu kämpfen. Die Briten obsiegen. Harper nimmt Rache für Perkins. Kiely dringt in den Kerker ein, fällt dort aber Loup zum Opfer. Der Franzose bringt auch Sharpe in schwere Bedrängnis. Im letzten Moment gelingt es Sharpe, seinen Gegner zu töten. Lord Wellington ist nicht erfreut über den Erfolg der Scharfschützen ...



Wolfsjagd

(Dona Juanita macht Kiely schöne Augen)

Kringels Meinung

"Wolfsjagd" ist der siebte von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Es fällt mir zunehmend schwer, die Filme dieser Reihe zu kommentieren, denn sie folgen im Prinzip immer demselben Schema. Sharpe erhält von Wellington oder dessen wechselnden Geheimdienstoffizieren einen unmöglichen Auftrag, den er viel leichter erfüllen könnte, wenn er nicht a) Spielball höherer Interessen wäre, die ihm verheimlicht werden, und/oder b) sich nicht mit arroganten Adligen herumplagen müsste, gegen die er sich dann doch durchsetzt. Zwischendurch muss sich Sharpe auch noch gegen die Attacken diverser Franzosen wehren und sich mit den Avancen einer schönen Frau auseinandersetzen. Am Ende erringt Sharpe mit seinen "Chosen Men" (Harper und einzelne weitere Scharfschützen in wiederkehrenden Rollen) praktisch immer den Sieg. Die Begleitumstände dieses Handlungsmusters variieren eher geringfügig. Zugegeben, diesmal muss mit Perkins eine Nebenfigur aus Sharpes engerem Kreis dran glauben, die schon von Beginn an dabei war. Außerdem kommt es nicht zum Techtelmechtel zwischen Sharpe und Kielys Gattin. Aber sonst? Alles wie gehabt. So allmählich würde ich mir eine Episode wünschen, die entweder ganz woanders als in Spanien spielt oder in der mit einem neuen Szenario aufgewartet wird.

Ansonsten gibt es keinen Grund zur Klage. Es wird recht viel Action geboten. Zwar keine großmaßstäblichen Schlachten, aber französische Attacken und Kommandoeinsätze der Scharfschützen wechseln einander in rascher Folge ab. Sean Bean ist so charismatisch wie eh und je. Sein Gegner auf französischer Seite ist vielleicht etwas arg überzeichnet, aber dafür gibt es einen Grund. Loup sagt selbst, dass Terror die Waffe der Partisanen ist, welche er mit der Verbreitung von noch mehr Angst und Schrecken kontern muss. Kiely wiederum mag der x-te herablassende Edelmann in Folge sein, erkennt Sharpes Qualitäten dann aber doch, ordnet sich ihm sogar unter und wird mit der Zeit richtig sympathisch. Ich hätte ihm weitere Auftritte in der Serie gegönnt. Die gedemütigte, aber keineswegs schwache Lady Kiely hat auch die eine oder andere gute Szene. Selbst die "Chosen Men" dürfen etwas mehr tun als herumballern; mit Perkins und Miranda ist für Tragik gesorgt. Alles gut also auf schauspielerischer Seite - nur die permanent rülpsende und furzende Witzfigur Runciman, vermutlich zur humoristischen Auflockerung der doch ziemlich düsteren Handlung gedacht, hätte nicht sein müssen.


J. Kreis, 17.04.2017




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