Sharpe


Armee des Schreckens (GB, 1994)
- Sharpe's Enemy -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Assumpta Serna (Teresa Moreno)
Pete Postlethwaite (Obadiah Hakeswill)
Elizabeth Hurley (Isabella Farthingdale)
Jeremy Child (Sir Augustus Farthingdale)
François Guetary (Michel Dubreton)
Helena Michell (Sarah Dubreton)
Hugh Fraser (Sir Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington)
Feodor Atkine (Ducos)
Philip Whitchurch (William Frederickson, genannt "Süßer William")




Story

Zur Vorgeschichte siehe Kommando ohne Wiederkehr.

Im Winter 1813 gönnt Wellington den in Portugal stationierten britischen Truppen eine kurze Ruhepause, bevor er die Offensive gegen Napoleon fortsetzt. Im Niemandsland zwischen den feindlichen Linien haben sich Deserteure aller Nationalitäten zu einer großen Bande von Marodeuren zusammengefunden. An der Spitze dieser Armee des Schreckens stehen ein ehemaliger französischer Koch namens Deron, der sich selbst "Marshal Pot-au-Feu" nennt, sowie Richard Sharpes Erzfeind Obadiah Hakeswill. Die Marodeure besetzen die Stadt Adrados und nehmen Lady Isabella Farthingdale gefangen, um deren Gatten Sir Augustus Farthingdale zu erpressen, den britischen Militärgesandten in Portugal. Sarah Dubreton, die Ehefrau des französischen Colonels Michel Dubreton, ist den Deserteuren schon früher in die Hände gefallen. Hakeswill verlangt, dass das Lösegeld für Lady Farthingdale von Sharpe überbracht wird. Da Wellington die Unterstützung der portugiesischen Truppen braucht und es sich somit nicht mit Farthingdale verscherzen darf, der großen Einfluss am Hof von Lissabon hat, muss auf die Forderungen eingegangen werden.



Armee des Schreckens

(Lady Farthingdale wird von Hakeswill (rechts) bedrängt)


Sharpe liefert das Lösegeld ab, wobei er auf Dubreton trifft, der die für seine Frau verlangte Summe dabei hat. Die beiden Männer, obwohl zu verfeindeten Armeen gehörend, sind sich auf Anhieb sympathisch. Dubreton wird von einem gewissen Ducos begleitet. Der Mann ist ein hochrangiger französischer Spion. Die Marodeure fordern jetzt den doppelten Betrag für die Freilassung der Frauen. Das Geld muss innerhalb weniger Tage beschafft werden. Als Sharpe Bericht erstattet, ist Wellington vor allem wegen der Existenz der Deserteur-Armee entsetzt. Sollte sich die Nachricht über ehemalige Soldaten, die jetzt nach Belieben rauben, morden und vergewaltigen, in der Truppe verbreiten, hätte das verheerende Auswirkungen auf die Disziplin. Wegen der Anwesenheit des französischen Spions glaubt Major Nairn, Wellingtons neuer Geheimdienstchef, dass eine Invasion unmittelbar bevorsteht und dass Adrados hierbei besondere strategische Bedeutung zukommt. Tatsächlich marschieren französische Aufklärungstruppen unter General Chaumier auf Adrados, doch diese sind bei weitem nicht so stark, wie Nairn annimmt. Sharpe hat somit eine dreifache Aufgabe. Er soll Lady Farthingdale befreien, die Deserteure ans Messer liefern und Adrados halten, bis Verstärkung eintrifft. Sir Farthingdale weigert sich, mit Sharpe zusammenzuarbeiten. Er wäre jedoch bereit, einem Major volle Rückendeckung zu geben. Wie es der Zufall will, hat Wellington jüngst ein Schreiben des britischen Prinzregenten erhalten. Dieser hat Gefallen an Sharpe gefunden und ihn in den Majorsrang erhoben.



Armee des Schreckens

(Sir Augustus Farthingdale)


Sharpes Scharfschützentrupp wird durch die 60th. Rifles unterstützt. Deren Kommandant, Captain William Frederickson, gewinnt Sharpes Respekt durch seine Unerschrockenheit und sein Pflichtbewusstsein. Aufgrund einer im Kampf erlittenen Gesichtsentstellung wird der Captain von seinen Leuten "Süßer William" genannt. Er hält sich in Bereitschaft, während die Scharfschützen unbemerkt in ein von den Marodeuren besetztes Kloster eindringen, in dem die Frauen gefangen gehalten werden. Dort verbringt Sharpe die Nacht mit Lady Farthingdale. Die Frau ist keineswegs adelig, sondern eine ehemalige Prostituierte. Sharpe hatte vor einigen Jahren eine Liebesbeziehung mit ihr. Am nächsten Morgen liegen die meisten Deserteure betrunken im Hof herum. Die Scharfschützen sorgen innerhalb des Klosters für Verwirrung, dann greifen Fredericksons Männer an. Die überrumpelten Deserteure werden gefangen genommen. Hakeswill entkommt mit Lady Farthingdale als Geisel. Auf der Flucht begegnet er Sharpes Frau Teresa Moreno, die die Lage für Major Nairn auskundschaften sollte, und schießt sie nieder. Er fällt jedoch den von Dubreton angeführten Franzosen in die Hände. Dieser überstellt ihn sowie Lady Farthingdale und die im Sterben liegende Teresa an Sharpe. Ducos setzt den Briten ein Ultimatum, doch Sharpe ist entschlossen, die Stadt zu halten. Teresa wird dort beerdigt.



Armee des Schreckens

(Major Ducos)


General Chaumier zögert, Adrados anzugreifen. Ducos übernimmt die volle Verantwortung, denn er glaubt, dass Sharpe hinsichtlich der Größe der ihm zur Verfügung stehenden Streitmacht ebenso blufft wie Chaumier selbst. Die Franzosen rücken in Schützenlinie vor. Sharpe setzt seine Trumpfkarte ein, um die Gegner dazu zu bringen, enger zusammenzurücken, so dass sie ein leichteres Ziel bieten, und sie gleichzeitig zu demoralisieren. Ihm wurde eine Raketenschwadron unterstellt, deren Bewaffnung so modifiziert wurde, dass die Franzosen annehmen müssen, sie hätten es mit schwerer Kavallerie zu tun. Die Raketen können zwar nicht besonders zielgenau eingesetzt werden, veranstalten aber einen Höllenlärm und spektakuläre Explosionen. Die unter Scharfschützen- und Raketenbeschuss liegenden Franzosen fliehen. Sharpe ist somit wieder einmal siegreich. Doch er kann sich darüber ebenso wenig freuen wie über Hakeswills Exekution. Außerdem hat er sich Ducos zum Todfeind gemacht.



Armee des Schreckens

(Links: Captain Frederickson (mit Perücke und künstlichem Gebiss), rechts: Richard Sharpe)



Kringels Meinung

"Armee des Schreckens" ist der vierte von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Im Kommentar zum dritten Film ("Kommando ohne Wiederkehr") habe ich bemängelt, dass es nicht ganz leicht ist, der Story zu folgen, weil ständig neue Figuren eingeführt werden, deren Bedeutung unklar bleibt. Ich hatte fast jedes Mal das Gefühl, dass mir etwas entscheidendes entgangen ist, außerdem bin ich manchmal durcheinandergekommen und wusste nicht mehr, wer wer ist. Diesmal hatte ich diese Probleme nicht, obwohl mindestens genauso viele neue Figuren hinzukommen. Das geschieht aber nicht auf so wahllose Weise wie im vorigen Film, das heißt, die Konstellationen sind leichter zu durchschauen. Man erkennt stets problemlos, warum die Personen für die Handlung gebraucht werden. Sie erfüllen sinnvolle Aufgaben und jede neue Figur - zum Beispiel Ducos und der "Süße William" - hat wenigstens eine starke Charakterszene, so dass man sich gut an sie erinnern kann. Auch Sharpes "Chosen Men", die Scharfschützen, werden etwas sinnvoller eingesetzt als bisher. Pete Postlethwaite schießt in der Rolle des Ekelpakets Hakeswill wieder den Vogel ab. Er macht diese Figur derart hassenswert, dass ich bei seiner Erschießung am liebsten applaudiert hätte.

Neben den gut gemachten Kampfszenen, bei denen wieder recht viele Statisten zum Einsatz kommen, wird diesmal ein gerüttelt Maß Herzschmerz geboten. Ich finde Sharpes Untreue allerdings etwas verwunderlich. Angeblich hatte er vor drei Jahren bereits ein Techtelmechtel mit Isabella. Da war er aber schon mit Teresa zusammen! Jetzt, da Sharpe sogar mit Teresa verheiratet ist und eine Tochter hat, muss er der zugegebenermaßen sehr gut gebauten Schönen nur kurz begegnen, schon landet er mit ihr im Bett! Das wirft kein gutes Licht auf den frischgebackenen Major. Die Strafe folgt auf dem Fuße! Ehrlich gesagt war ich mir vom ersten Zusammentreffen Sharpes mit Teresa sicher, dass diese Liebesgeschichte kein gutes Ende nehmen wird. Doch dass es so tragisch ausgehen würde, hätte ich nicht gedacht! Für die nötige humoristische Auflockerung sorgt insbesondere der Raketentrupp. Die chronische Erfolglosigkeit des Kommandeurs beim Versuch, die Leistungsfähigkeit seiner modernen Waffen zu demonstrieren, ist ein Running Gag. Am Schluss meint Sharpe scherzhaft, bestimmt werde man eines Tages mit einem von diesen Dingern zum Mond fliegen ...

Insgesamt kann ich sagen, dass sich die Serie bisher stets gesteigert hat. "Armee des Schreckens" ist der bisher beste Film der Reihe.


J. Kreis, 11.05.2016




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