Das Banner des Blutes


Kommando ohne Wiederkehr (GB, 1994)
- Sharpe's Company -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Assumpta Serna (Teresa Moreno)
Hugh Fraser (Sir Arthur Wellesley)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Clive Francis (Colonel Windham)
Pete Postlethwaite (Obadiah Hakeswill)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Das Banner des Blutes und Der Adler des Kaisers.

Im Jahre 1812 beginnt Wellington von Portugal aus mit der Invasion Spaniens. Die Gelegenheit ist günstig, denn Napoleon ist in Nordeuropa gebunden. Die Eroberung der von den Franzosen besetzten spanischen Grenzfestungen Ciudad Rodrigo und Badajoz ist entscheidend für den Erfolg des Feldzuges. Die Erstürmung von Ciudad Rodrigo gelingt, doch dabei verliert Colonel Lawford, der Kommandant des South Essex Regiment, zu dem auch die Scharfschützen gehören, einen Arm. Er wird durch Colonel Windham ersetzt, dessen Respekt sich Sharpe erst noch verdienen muss. Zudem bringt Windham seinen eigenen Offiziersstab mit, unter anderem Captain Rymer. Der hat sich den Offiziersrang zwar erkauft, kann aber nicht übergangen werden. Da Sharpes Beförderung in England ohnehin abgelehnt wurde, wird er zum Lieutenant zurückgestuft und verliert das Kommando über die Scharfschützen. Weil er das Regiment nicht verlassen will, muss er hinnehmen, dass er als Quartiermeister eingesetzt wird. Somit beschäftigt sich Sharpe künftig nicht mehr mit Gewehr und Schwert, sondern mit Zahlen und Tabellen.



Kommando ohne Wiederkehr

(Man sagt, die Feder sei mächtiger als das Schwert. Auf jeden Fall ist sie mächtiger als Sharpe!)


Obendrein bekommt Sharpe es mit einem alten Feind zu tun. Unter den neuen Soldaten ist Sergeant Hakeswill, mit dem Sharpe bereits in Indien aneinandergeraten ist. Hakeswill und ein anderer Soldat haben damals einen Inder halb tot gepeitscht. Sharpe ist eingeschritten, wurde von den beiden beschuldigt und hat selbst die Peitsche zu kosten bekommen. Hakeswill ist ein durch und durch schlechter Mensch. Er stiehlt, lügt und betrügt, außerdem verprügelt er Kameraden, bis die Männer zulassen, dass er mit ihren zum Tross gehörenden Frauen schläft. Da Hakeswill gegenüber Vorgesetzten stets katzbuckelt und sich in Sachen Disziplin nichts zuschulden kommen lässt, kommt er immer ungeschoren davon. Er hält sich für unsterblich, denn er sollte gehängt werden, hat das aber überlebt. Hakeswill versucht Teresa zu vergewaltigen, ist der kampferprobten Partisanin aber nicht gewachsen. Er bestiehlt einige Kameraden und sogar Colonel Windham. Einen Teil des Diebesgutes schiebt er Sharpes Freund Harper unter, der daraufhin ausgepeitscht wird. Außerdem versucht Hakeswill Sharpe zu ermorden, was zwar fehlschlägt, wofür er aber nicht belangt werden kann.



Kommando ohne Wiederkehr

(Obadiah Hakeswill wird an die Wand geklatscht. Kein Wunder, dass er Sharpe nicht mag!)


Doch es gibt auch gute Neuigkeiten. Von Teresa erfährt Sharpe, dass er Vater geworden ist. Er hat eine Tochter namens Antoina, die bei Teresas Familie untergebracht wurde. Allerdings lebt diese in Badajoz, wohin sich jetzt auch Teresa begibt, um die Verteidigungsstellungen auszuspionieren. Sharpe fürchtet um die Sicherheit der beiden, denn es ist abzusehen, dass die britischen Soldaten nach der Einnahme der Festung trotz ausdrücklicher Verbote genauso plündern und vergewaltigen werden wie in Ciudad Rodrigo. Um seine Lieben zu schützen und gleichzeitig den Captainsrang zurückzugewinnen, meldet sich Sharpe freiwillig zu einem Voraustrupp, der die Stadtmauer von Badajoz überwinden soll, sobald diese sturmreif geschossen wurde. Sharpe weiß, dass es sich um ein Todeskommando handelt, aber die Beförderung wäre ihm auch posthum sicher, so dass Teresa und Antonia ein besseres Leben führen könnten. Sharpes Gesuch wird jedoch abgelehnt. Teresa spielt Sharpe zusammen mit den von ihr gesammelten Informationen einen Plan zu, der ihn zum Haus ihrer Familie führen soll. Hakeswill stiehlt die Karte.



Kommando ohne Wiederkehr

(Colonel Windham)


Die Erstürmung der Stadtmauer von Badajoz fordert einen hohen Blutzoll. Unter den Gefallenen ist auch Rymer. Windham wird verwundet. Nun ist Sharpes Stunde gekommen. Ihm und seinen Männern ist es zu verdanken, dass Badajoz eingenommen werden kann. In letzter Minute verhindert Sharpe, dass sich Hakeswill an Teresa vergreift. Endlich kann Sharpe Frau und Tochter in die Arme schließen. Windham würdigt Sharpes Tapferkeit und bietet ihm das Kommando über die Kompanie an. Sharpe kann Hakeswill als Dieb überführen. Daraufhin bittet Windham Harper um Verzeihung. Hakeswill ist inzwischen zum Mörder geworden; er hat die Frau eines vor Badajoz gefallenen Gefreiten getötet. Er kommt wieder einmal ungestraft davon.



Kommando ohne Wiederkehr

(Die Erstürmung der Mauer)


Fortsetzung folgt!


Kringels Meinung

"Kommando ohne Wiederkehr" ist der dritte von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Selbst wenn man die ersten beiden Filme (Das Banner des Blutes und Der Adler des Kaisers) gesehen hat, ist es nicht ganz leicht, in die Story von "Kommando ohne Wiederkehr" hineinzufinden. Ständig werden neue Figuren eingeführt, die eine Hintergrundgeschichte zu haben scheinen, welche man aber nicht kennt. Vielleicht sind die Romane diesbezüglich besser aufgebaut, der Film behandelt einige dieser Figuren aber ziemlich stiefmütterlich. Das gilt insbesondere für Captain Rymer, der fast gar nicht in Erscheinung tritt, und Colonel Windham, der wenigstens mehr Screentime hat. Dann gibt es da noch Leute wie Harry Price, Windhams Adjutanten, der anscheinend mit Sharpe befreundet ist. Außerdem hat ein neuer Geheimdienstoffizier seinen ersten Auftritt: Michael Hogan wird durch Major Nairn ersetzt. Woher kommen diese Leute? Sollte ich sie kennen? All diese Figuren hätten eine bessere Einführung verdient. Aber zugegeben - sie sterben oft genauso schnell, wie sie hinzugekommen sind! Wie schon in den vorherigen Filmen spielen Sharpes "Chosen Men" mit Ausnahme Harpers nur Statistenrollen. Wenigstens im Falle des Ekelpaketes Obadiah Hakeswill, so richtig schön abstoßend und hassenswert gespielt von Pete Postlethwaite, leistet sich der Film keine Schwäche. Der Schurke wird gut aufgebaut und ich bin ziemlich sicher, dass Sharpe früher oder später wieder mit ihm aneinanderrasseln wird.

Seit den Geschehnissen des zweiten Films sind drei Jahre vergangen. Seit derart langer Zeit ist Sharpe im Felde, reißt sich ständig den Arsch auf und wurde trotzdem nicht befördert? Nun, das kommt mir bekannt vor ... Jedenfalls finde ich es etwas verwunderlich, dass sich Teresa acht Monate Zeit lässt, bis sie Sharpe etwas von Antonia erzählt. Außerdem leuchtet mir der Sinn des Todeskommandos nicht ein. Mit Kanonen wird eine Bresche in die Stadtmauer geschossen. Man wartet bis zum Einbruch der Dunkelheit, dann wird eine Handvoll Soldaten vorausgeschickt. Die Bresche wird natürlich von den Franzosen bewacht, die kurzen Prozess mit dem Voraustrupp machen. Sofort beginnt der Großangriff des gesamten Regiments. Was also hätte das Todeskommando erreichen sollen? Dadurch ist doch das Überraschungsmoment verloren gegangen. Wäre es nicht besser gewesen, die Scharfschützen hätten die Franzosen von der Mauer geputzt und somit dem Regiment den Weg für eine sofortige geballte Attacke frei geräumt? So etwas nennt man wohl "plotdriven".

Der Film beginnt mit der Eroberung von Ciudad Rodrigo. In diesen Szenen sind schon deutlich mehr Komparsen zu sehen als in den bisherigen Filmen zusammengenommen, es kommt auch mehr Pyrotechnik und dergleichen zum Einsatz. Im weiteren Verlauf des Filmes werden weitere Kampfszenen geboten. Von Massenschlachten im Sinne von Hollywood-Großproduktionen ist der Film immer noch weit entfernt, in Sachen Action hat sich aber definitiv was getan!


J. Kreis, 13.03.2016




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