Das Banner des Blutes


Der Adler des Kaisers (GB, 1993)
- Sharpe's Eagle -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Brian Cox (Michael Hogan)
David Troughton (Sir Arthur Wellesley)
Michael Cochrane (Sir Henry Simmerson)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
David Ashton (Major Lennox )
Katia Caballero (Josefina, Gräfin de la Costa)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Das Banner des Blutes.

Sir Arthur Wellesley ist im Jahre 1809 im französisch besetzten Spanien einmarschiert. Frische Truppen verstärken seine Streitmacht. Doch die neuen Soldaten vom South Essex Regiment sind größtenteils unerfahren und werden obendrein vom ebenso arroganten wie unfähigen Generalmajor Sir Henry Simmerson kommandiert. Sein Neffe Gibbons und dessen Freund Berry, Lieutenants in derselben Truppe, sind spielsüchtige Trunkenbolde, die jedem Rock hinterherjagen. Insbesondere Gräfin Josefina und deren Zofen, die sich in Simmersons Tross befinden, haben unter ihren Nachstellungen zu leiden. Die einzigen vernünftigen Offiziere in Simmersons Stab sind der altgediente Soldat Major Lennox und Captain Leroy, ein wohlhabender Sklavenhändler aus Virginia. Wellesley wäre Simmerson gern wieder los, denn er glaubt, dieser sei geschickt worden, um ihn auszuspionieren. Wellesleys Geheimdienstchef Hogan hat einen entsprechenden Plan parat. Simmerson soll die strategisch wichtige Brücke bei Valdelacasa vernichten. Scheitert er, kann er in die Wüste geschickt werden. Im Falle eines Erfolges wäre für Wellesley nichts verloren. Richard Sharpe und seine Scharfschützen erhalten den Auftrag, das South Essex Regiment zu unterstützen, damit die Operation nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Zur Belohnung wird Sharpe die Beförderung zum Captain in Aussicht gestellt. Zunächst einmal muss Sharpe eine Beinverletzung auskurieren. Außerdem müssen seine Männer, die eigentlich nach England hätten zurückkehren sollen, motiviert werden. Harper, inzwischen Sharpes rechte Hand, übernimmt diese Aufgabe.



Der Adler des Kaisers

(Das Grinsen wird Sir Simmerson bald vergehen)


Schon während des Marsches gibt es Zusammenstöße zwischen Sharpe, Simmerson und dessen Offizieren, die es nicht ertragen, einen Bürgerlichen als ihresgleichen akzeptieren zu müssen. Nur Leroy und Lennox sind Sharpe gegenüber wohlwollend eingestellt. Ersterer honoriert Sharpes Mut und Ehrenhaftigkeit, letzterer hat vor einigen Jahren mit Sharpe in Indien gedient. Sharpe gewinnt das Vertrauen der neuen Soldaten und bringt ihnen bei, wie sie drei Salven in einer Minute abfeuern können. Ohne Feindberührung gelangen die Briten zur Brücke und bereiten die Sprengung vor. Sie werden von Teresa Morenos Guerillakämpfern unterstützt. So kommt es zu einem Wiedersehen zwischen Sharpe und Teresa, die sich noch immer lieben. Sharpe verteidigt Josefina gegen Gibbons und Berry, die sich den Umstand zu Nutze machen wollen, dass die Gräfin ihre Zofen nicht bezahlen kann. Als Berry in Josefinas Zelt eindringt, schreitet Sharpe ein und macht sich die Lieutenants somit endgültig zu Feinden. Am nächsten Tag werden französische Späher am anderen Flussufer gesichtet. Simmerson erteilt Lennox den Befehl, die Feinde mit einem kleinen Trupp anzugreifen. Lennox fürchtet einen Hinterhalt, dennoch befolgt er den Befehl. Prompt wird sein Trupp von französischer Kavallerie überrannt. Sharpe eilt Lennox zu Hilfe. In Panik ordnet Simmerson die Sprengung der Brücke an, obwohl sich Sharpe und Lennox noch auf der anderen Seite befinden. Die Franzosen erbeuten die britische Fahne und ziehen sich zurück. Lennox wird tödlich verwundet. Im Sterben liegend äußert er den Wunsch, man möge eine feindliche Standarte mit dem kaiserlichen Adler in seinen Grabhügel stecken, um die Schande zu tilgen.



Der Adler des Kaisers

(Bond, James Bond? Nein, nur Lieutenant Berry)


Zurück im Hauptquartier erstattet Simmerson einen verfälschten Bericht, doch Wellesley kennt die Wahrheit, denn Hogan war vor Ort und hat alles beobachtet. Sharpe erhält seine Beförderung, während Simmerson praktisch entmachtet wird. Der Lord fordert Gibbons und Berry auf, Sharpe zu beseitigen. Sie vergewaltigen Josefina, woraufhin Sharpe Berry erwartungsgemäß zum Duell fordert. Wellesley und Hogan sind im Bilde. Duelle sind streng verboten, somit müsste Sharpe selbst im Falle eines Sieges degradiert werden. Um das zu verhindern und seinem besten Mann dennoch die Gelegenheit zur Rache zu geben, schickt Wellesley ihn und Berry auf eine nächtliche Patrouille. Als sie auf Feinde stoßen, nutzt Berry die Gelegenheit und greift Sharpe an. Harper tötet Berry, bevor dieser Sharpe ermorden kann. Völlig zu Recht befürchten Wellesley und Hogan, dass Sharpe versuchen wird, in der bevorstehenden Schlacht bei Talavera einen kaiserlichen Adler zu erbeuten. Auch Teresa ist nicht begeistert davon, dass sich ihr Geliebter in größte Gefahr begeben wird. Als die Franzosen angreifen, flieht Simmerson. Sharpe verhindert, dass sich die Kampflinie auflöst. Während Leroy die Schützen befehligt und den Vormarsch der feindlichen Infanterie zum Stehen bringt, greifen Sharpes Männer überraschend von der Flanke an. Sharpe wird schwer verwundet, bringt aber eine Adlerstandarte an sich, die er später auf Lennox' Grab pflanzt. Die Franzosen werden schließlich vernichtend geschlagen.



Der Adler des Kaisers

(Sharpe und der Adler des Kaisers)


Nach diesem überwältigenden Erfolg wird Wellesley zum Earl of Wellington erhoben. Das South Essex Regiment erhält einen neuen, fähigen Kommandeur aus Wellingtons Stab. Josefina findet in Captain Leroy einen neuen Beschützer.



Der Adler des Kaisers

(Gräfin de la Costa)


Fortsetzung folgt!


Kringels Meinung

"Der Adler des Kaisers" ist der zweite von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten. Für das Verständnis der Handlung muss man "Das Banner des Blutes" nicht gesehen haben. Die Beziehungen einiger Hauptfiguren untereinander werden zwar im ersten Film begründet, aber auch diesbezüglich ist "Der Adler des Kaisers" gerade so weit selbsterklärend, dass man ohne Kenntnis des ersten Films schnell kapiert, wer mit wem und aus welchem Grund zu tun hat.

Im ersten Film (Das Banner des Blutes) werden die Protagonisten eingeführt und die Ausgangssituation skizziert. Das ist jetzt nicht mehr nötig, und prompt verblassen einige Nebenfiguren zur Bedeutungslosigkeit. Davon sind insbesondere Sharpes "Chosen Men" betroffen, also der harte Kern der Scharfschützentruppe. Cooper, Hagman, Harris, Tongue und der Neuzugang Perkins sind schon im ersten Teil recht stiefmütterlich behandelt worden. Jetzt dürfen sie höchstens mal ein Liedchen singen, ansonsten marschieren und kämpfen sie halt mit - mehr haben sie nicht zu tun. Teresa taucht wieder auf, wird für die Story dieses Films aber praktisch nicht gebraucht. Allerdings wird ihr Verhältnis zu Sharpe etwas vertieft, vermutlich wird dieser Subplot in den folgenden Filmen wieder aufgegriffen. Von Harpers Aufmüpfigkeit war ja schon am Ende des ersten Films nichts mehr zu bemerken. Jetzt ist er Sharpes Freund und sein bester Mann, bleibt ständig an seiner Seite und hat somit eine tragende Rolle. Sharpe selbst ist als ehrenhafte Heldenfigur festgelegt. Eine Weiterentwicklung findet nicht statt, allenfalls wird seine Hartnäckigkeit weiter verdeutlicht.

Der Schwerpunkt liegt sowieso mehr auf Sharpes Widersachern. Simmerson und seine Spießgesellen sind denn auch angemessen verachtenswert. Michael Cochrane spielt den prahlerischen, in Wahrheit aber feigen und unfähigen Adligen mit erkennbar großem Vergnügen. Gibbons wirkt meist einfach nur dümmlich und hilflos. Berry ist eine echte Überraschung, denn er wird vom jungen Daniel Craig gespielt! Der Wikipedia zufolge war das erst seine zweite Rolle in einem Film. Wer hätte damals gedacht, dass Craig einmal den berühmtesten Geheimagenten der Welt verkörpern würde - und dass Sean Bean zwei Jahre nach "Der Adler des Kaisers" in Goldeneye gegen eine frühere Inkarnation James Bonds antreten würde! Abgesehen von guten Charakterszenen (die besten gehen auf das Konto von Brian Cox) hat der Film wieder ein paar gut gemachte Kampfszenen zu bieten. Auch diesmal muss man wieder berücksichtigen, dass es sich um eine Fernsehproduktion aus den Neunzigern handelt, deren Budget nicht allzu hoch gewesen sein kann. Deshalb haben das South Essex Regiment und die französischen Angreifer relativ geringe Mannschaftsstärken - auch bei der Schlacht von Talavera, die 1809 wirklich stattgefunden hat und in der auf beiden Seiten mehrere zehntausend Mann gekämpft haben. Im Film kämpfen höchstens ein paar Dutzend Soldaten.


J. Kreis, 27.01.2016




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