Sharpe


Das letzte Gefecht (GB, 2006)
- Sharpe's Challenge -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)
- Audiokommentare

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Toby Stephens (William Dodd)
Karan Panthaky (Khande Rao)
Padma Lakshmi (Madhuvanthi)
Lucy Brown (Celia Burroughs)
Peter-Hugo Daly (Shadrach Bickerstaff)
Michael Cochrane (Sir Henry Simmerson)
Aurelien Recoing (Gudin)
Shruti Vyas (Lalima)
Thierry Hancisse (Jacques Bonnet)
Hugh Fraser (Sir Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Waterloo.

Nach der Schlacht von Waterloo ist Richard Sharpe aus dem Militärdienst ausgeschieden. Zwei Jahre lang konnte er das Leben mit seiner Geliebten Lucille DuBert auf einem Gutshof in der Normandie genießen. Im Jahre 1817 wird er nach London bestellt; Wellington hat einen neuen Auftrag für ihn. In den britisch besetzten Gebieten Indiens herrscht Unruhe. Der alte Raja von Ferraghur ist gestorben. Sein Erbe Khande Rao ist noch minderjährig. Madhuvanthi, die ehemalige Konkubine des alten Herrschers, wurde von diesem als Regentin eingesetzt. Wahrer Machthaber ist jedoch ihr General und Geliebter, ein ehemaliger Offizier der Ostindien-Kompanie. Unter seiner Führung haben sich die Angriffe der Aufständischen verzehnfacht, neuerdings haben sich ihnen auch noch die Pindari-Räuberbanden angeschlossen. Britische Agenten sollten die Identität des Generals aufdecken, aber man hat seit sechs Monaten nichts mehr von ihnen gehört. Sharpe soll die Agenten finden oder die Mission selbst abschließen und den Aufstand beenden, bevor ganz Indien in Flammen aufgeht. Sharpe lehnt ab, erfährt dann aber, dass sein alter Freund Patrick Harper zu den verschollenen Agenten gehört. Also bricht er doch nach Indien auf.



Das letzte Gefecht

(Richard Sharpe)

Sharpe soll sich bei General Burroughs melden. Zunächst begegnet er Celia Burroughs, der Tochter des Generals, die ebenfalls unterwegs zum britischen Hauptquartier ist. Sharpe gerät mitten in einen Banditenangriff hinein und wird von Harper gerettet. Währenddessen wird Celias Eskorte von den Aufständischen niedergemetzelt. Celia und der kommandierende Offizier der Eskorte werden Khande Rao vorgeführt. Der Offizier wird ermordet. Sein Kopf wird den Briten mit der Botschaft zugestellt, dass Celia sterben muss, sollte es zu einem Angriff auf Ferraghur kommen, die als uneinnehmbar geltende Festung der Rajas. Celia landet im Kerker. Khande Raos Schwester Lalima hat Mitleid mit ihr und setzt sich für sie ein, so dass sie ins Gästequartier verlegt wird. Zu seinem größten Missvergnügen stellt Sharpe fest, dass Sir Henry Simmerson, einer seiner ältesten Feinde, im britischen Hauptquartier das Sagen hat, weil General Burroughs an Fieber erkrankt ist. Außerdem gerät Sharpe mit einem sadistischen Sergeant namens Bickerstaff aneinander. Da sich Simmerson wieder einmal als feige und inkompetent erweist, wird Sharpe selbst aktiv. Er will Celia befreien, damit Ferraghur, die Keimzelle des Aufstands, angegriffen werden kann. Simmerson hat natürlich nichts dagegen, dass Sharpe sein Leben riskiert. Sharpe und Harper geben sich als Deserteure aus, die Khande Raos Armee beitreten wollen. Sie werden von Colonel Gudin aufgegriffen, einem französischen Offizier, der die Streitkräfte der Regentin ausbildet.



Das letzte Gefecht

(Patrick Harper)

In der Festung angekommen erfährt Sharpe endlich den Namen des von Harper gesuchten Offiziers: William Dodd. Sharpe kennt den Mann nur zu gut. Im Jahre 1803 war Sharpe schon einmal in Indien. Damals haben Dodd und die von ihm kommandierten Soldaten alle Bewohner des Forts Chasalgaons ermordet, um die Garnisonskasse zu stehlen. Sharpe war der einzige Überlebende, wovon Dodd allerdings nichts weiß. Sharpe wird von Dodd gezwungen, seine Loyalität unter Beweis zu stellen, indem er Harper erschießt. Sharpe durchschaut den Trick; im Pulver, das man ihm gibt, ist viel zu wenig Salpeter, so dass die Waffe versagt. So kann er Dodds Misstrauen zerstreuen. Nachdem sie in Khande Raos Armee aufgenommen wurden, können sich Sharpe und Harper ungestört in der Festung umsehen und Kontakt mit Celia aufnehmen. Sharpe erkennt, dass die Briten (die ihr Lager inzwischen abgebrochen haben und auf Ferraghur marschieren) in eine Falle gelockt werden sollen. Sie sollen glauben, dass die Westseite der Festung nur durch eine baufällige Außenmauer geschützt wird, während es überall sonst zusätzliche Innenmauern gibt. In Wahrheit ist es an der betreffenden Stelle genauso. Die eindringenden Briten wären somit in einem engen Korridor gefangen, der im richtigen Moment gesprengt werden soll. Dodd und Madhuvanthi planen, Khande Rao nach dem Sieg über die Briten zu beseitigen. Madhuvanthi erkennt, dass ihr Einfluss auf den jungen Raja und ihren Geliebten schwindet. Sie versucht Sharpe auf ihre Seite zu ziehen, doch er lässt sich nicht umgarnen.



Das letzte Gefecht

(Khande Rao)

Als die Briten eintreffen und mit dem Beschuss der Westmauer beginnen, will Sharpe Celia befreien. Er wird jedoch von Gudin zu einem Ausfall mitgenommen. Sharpe trifft auf Bickerstaff und versucht ihm klarzumachen, was den Briten beim Angriff blüht, wird aber von dem Sergeant attackiert. Bickerstaff sowie einige andere Soldaten geraten in Gefangenschaft und sollen hingerichtet werden. Sharpe und Harper versuchen sich aus der Festung zu schleichen. Gudin fängt sie ab; Bickerstaff hat Sharpe verraten. Lalima versucht Dodds Pläne zu vereiteln und die Briten zu warnen, um ihren Bruder zu retten, fliegt aber auf. Der Großangriff der Briten steht nun unmittelbar bevor. Sharpe knackt das Kerkerschloss. Im Kampf gegen Dodds Schergen erhalten Sharpe und Harper unerwartete Hilfe von Gudin und dessen Gefolgsmann Bonnet. Die Franzosen sind angewidert von Dodds Brutalität, die jeglichem Kriegsrecht widerspricht, und unterstellen sich Sharpe. Sie befreien Celia, während Sharpe die Sprengfalle vorzeitig zur Explosion bringt, doch Gudin wird hinterrücks von Bickerstaff erstochen. Durch die Explosion werden viele Aufständische getötet. Die Briten dringen in die Festung ein. Dodd erkennt, dass er verloren hat. Er will sich mit den Schätzen des Rajas absetzen. Madhuvanthi, die nicht mehr von Nutzen für ihn ist, soll zurückgelassen werden. Sie geht mit dem Dolch auf Dodd los. Er tötet sie kaltblütig. Bickerstaff fällt über Harper her und wird von diesem erschossen. Sharpe besiegt Dodd im Zweikampf und nagelt ihn mit dem Säbel an den Thron.



Das letzte Gefecht

(William Dodd)

Khande Rao wird gefangen genommen. Er unterzeichnet ein Friedensabkommen und überstellt 5000 Soldaten an die Ostindien-Kompanie. Im Gegenzug darf er pro forma Herrscher bleiben, erhält eine Rente und ist somit auf Lebenszeit an England gebunden. Celia hat Gefallen an Sharpe gefunden. Sie stellt ihm einen Generalsposten und mehr in Aussicht. Er zieht es vor, nach Hause zurückzukehren.



Kringels Meinung

"Das letzte Gefecht" ist der vorletzte von sechzehn Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden. Nr. 15 und 16 stammen aus den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Da lassen sich die Filmemacher fast zehn Jahre Zeit, um die Serie doch noch fortzusetzen - und dann kommt so ein müder Aufguss dabei heraus! "Das letzte Gefecht" läuft einmal mehr nach dem schon in den älteren Filmen endlos wiederholten Schema ab. Sharpe wird von Wellington auf eine gefährliche Mission geschickt. Inkompetente Widerlinge legen ihm Steine in den Weg. Sharpe und Harper machen einen Alleingang. Eine feindliche Festung wird attackiert. Am Ende sorgt Sharpe dafür, dass aus der drohenden Niederlage der Briten doch noch ein Sieg wird. Manche Szenen wirken wie Selbstplagiate, zum Beispiel die Erstürmung einer Bresche in der Festungsmauer (Kommando ohne Wiederkehr) oder Sharpes Versuch, sich als einfacher Soldat auszugeben (Das verschollene Bataillon). Bickerstaff ist ein Abklatsch von Obadiah Hakeswill, Simmerson tritt sogar persönlich auf. Übrigens: Im Kommentar zu Fremde Heimat habe ich gefragt, was wohl aus Harpers Frau Ramona geworden sein mag. Jetzt sind wir schlauer: Harper ist ihr anscheinend treu geblieben und sie ist offensichtlich mit ihm nach England gekommen. Zumindest begegnet Sharpe ihr in Wellingtons Haus.

Die einzige Abwechslung ist der Schauplatz. Andere Kostüme, eine schöne indische Festung und so weiter - ganz nett anzuschauen, rettet den Film aber ebenso wenig wie die Tatsache, dass wohl ein größeres Budget zur Verfügung gestanden hat, was man an Ausstattung, Pyrotechnik usw. erkennen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass die nicht wirklich interessante Story durch sehr viel nicht zielführendes Hin und Her gestreckt wird, insbesondere mit den verschiedenen fehlgeschlagenen Versuchen der Befreiung Celias / Warnung der britischen Truppen. Eines ist mir noch aufgefallen: Die Gewaltdarstellung ist viel expliziter als in den aus den Neunzigern stammenden Filmen. Ich würde sogar sagen, dass in diesem Film mehr Blut zu sehen ist als in der ganzen vorherigen Serie zusammengenommen. Leider kann man nicht behaupten, dass der Film dadurch spannender wird.

Zusammenfassend kann ich den Film mit einem Wort beurteilen: Enttäuschend.


J. Kreis, 09.04.2018




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