Sharpe


Waterloo (GB, 1997)
- Sharpe's Waterloo -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Alexis Denisof (Lord John Rossendale)
Abigail Cruttenden (Jane Sharpe)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Hugh Fraser (Sir Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington)
Paul Bettany (Wilhelm, Prinz von Oranien)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Fremde Heimat.

Richard Sharpe hat eine neue Heimat in der Normandie gefunden. Er lebt auf dem Gutshof seiner Geliebten Lucille DuBert. Seine Ehe mit Jane, die mit Lord John Rossendale zusammenlebt, von dessen adliger Verwandtschaft aber abgelehnt wird, besteht noch immer. Nach wie vor schulden ihm die beiden 10.000 Guineen. Im März 1815 kehrt Napoleon Bonaparte aus der Verbannung nach Frankreich zurück und erklärt sich einmal mehr zum Kaiser. Eine Allianz der anderen europäischen Großmächte stellt sich ihm entgegen. Den Alliierten ist klar, dass sie Napoleons mächtige Armee nur mit vereinten Kräften schlagen können. Die größte Bedeutung kommt hierbei den Briten unter Wellington und den Preußen zu. Sharpe musste Lucille versprechen, nie wieder in den Krieg zu ziehen. Sein Pflichtgefühl ist jedoch zu stark. Außerdem hofft er, sein größter Wunsch werde doch noch in Erfüllung gehen. Er will Napoleon wenigstens einmal von Angesicht zu Angesicht sehen. Lucille versteht ihn und lässt ihn schweren Herzens ziehen. Sharpe wird Wilhelm, dem Prinzen von Oranien, zugeteilt und zum Oberstleutnant befördert. Jane hasst ihren Noch-Ehemann inzwischen so sehr, dass sie ihn tot sehen will. Rossendale soll das zu erwartende Schlachtengetümmel nutzen, um Sharpe zu ermorden. Rossendale schließt sich der von Wellingtons Stellvertreter Lord Uxbridge kommandierten britischen Kavallerie an. Jane nimmt sich eine Wohnung in Brüssel. Sie ist schwanger.



Waterloo

(Lucille und Sharpe - Home sweet Home?)

Unterwegs zu seiner neuen Einheit in Belgien beobachtet Sharpe französische Truppen, die in der Umgebung von Quatre-Bras operieren, also anderswo als von Wellington erwartet. Somit besteht die Gefahr, dass die britischen Truppen von der preußischen Verstärkung abgeschnitten werden. Sharpe schickt eine Nachricht zum Oberkommando, doch der Kurier wird von französischen Kürassieren getötet, die Sharpe verfolgt haben. Im Quartier des Prinzen von Oranien begegnet Sharpe seinen alten Kameraden Hagman und Harris. Die beiden werden in die niederländische Armee übernommen. Patrick Harper ist auch vor Ort, allerdings als Privatmann. Er ist jetzt Pferdehändler und möchte sich eigentlich aus jeglichem Ärger heraushalten, kämpft in der Folge dann aber doch an Sharpes Seite. Schon bald kommt es zu ersten Scharmützeln, doch die Entscheidungsschlacht steht noch bevor. Man geht davon aus, dass sie weiter im Norden beim Dörfchen Waterloo stattfinden wird. Sharpe wird zu einem in Brüssel stattfindenden Ball eingeladen. Erst jetzt erfährt er, dass der Kurier nicht durchgekommen ist. Er informiert Wellington über seine Erkenntnisse. Jane und Rossendale sind ebenfalls anwesend. Voller Zorn geht Sharpe auf Rossendale los und fordert ihn zum Duell, doch der Lord erweist sich als Feigling. Sharpe ist drauf und dran, den Mann trotzdem zu töten, doch dann sieht er, wie sein Kontrahent sich vor aller Augen einnässt und verschont ihn.



Waterloo

(Prinz Wilhelm von Oranien, Sharpe und ein Redshirt)

Mit seinem neuen Kommandeur, dem Prinzen von Oranien, ist Sharpe alles andere als zufrieden. Der junge Mann brennt darauf, Ruhm und Ehre auf dem Schlachtfeld zu erwerben - auch auf Kosten seiner Soldaten. Mehr als einmal erteilt der Prinz absurde Befehle, so dass viele Männer sterben. Nicht immer gelingt es Sharpe, Schlimmeres zu verhindern. Dabei muss er sich regelmäßig gegen den Prinzen stellen, bis er sogar des Schlachtfelds verwiesen wird. Als Sharpe und Rossendale in einem Wald aufeinandertreffen, hätte der Lord die Gelegenheit, Janes Auftrag auszuführen. Er zielt mit einer Pistole auf Sharpe, der furchtlos näherkommt. Rossendale ist zu feige, den Abzug zu betätigen. Sharpe nimmt ihm die Pistole ab und zerstört sie. Er zwingt den Lord, ihm einen Schuldschein auszustellen. Der ist jedoch das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben wurde. Einige Zeit später fällt Rossendale im Kampf gegen die Franzosen; diesmal hat er tapfer gefochten. Nun rückt der Tag der Entscheidungsschlacht näher. Noch immer sind die Preußen nicht eingetroffen. Die Franzosen müssen so lange wie möglich aufgehalten werden. Der Gutshof La Haye Sainte liegt an einer besonders wichtigen Stelle und wird von den Briten unter Sharpes Anleitung notdürftig befestigt. Sharpe wehrt die erste Angriffswelle ab, die zweite folgt sogleich. Wieder trifft der Prinz von Oranien falsche Entscheidungen, so dass viele Verteidiger den Tod finden, darunter Harris und Hagman. Der Prinz flieht.



Waterloo

(Rossendale traut sich nicht abzudrücken)

Sharpe und Harper befinden sich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr im Gutshof, denn Sharpe hatte endgültig genug von der Inkompetenz und Feigheit des Prinzen. Als er vom Tod seiner Kameraden erfährt, sieht Sharpe rot. Mit einem gezielten Schuss aus dem Hinterhalt holt er den Prinzen vom Pferd. Ein alliierter Offizier, dem Sharpe kurz zuvor das Leben gerettet hat, beobachtet den Vorfall. Er tut so, als hätte er nichts gesehen. Währenddessen rücken die Franzosen unter dem Schutz von Artilleriefeuer weiter vor. Napoleon setzt jetzt auch die alte Garde ein, eine besonders gefürchtete Eliteeinheit. Sharpe übernimmt das Kommando über den Hauptteil der alliierten Armee, bringt den Vormarsch der alten Garde zum Stehen und drängt die Feinde schließlich sogar zurück. Begeistert beobachtet Wellington den Schlachtverlauf aus sicherer Entfernung, ebenso wie Napoleon auf der anderen Seite, so dass Sharpes Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht.



Waterloo

(Die Franzosen ergreifen das Hasenpanier - Napoleon (auf dem Hügel) auch)

Kringels Meinung

"Waterloo" ist der vierzehnte von sechzehn Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Teil 14 ist der letzte jener Filme, die in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden sind. Nr. 15 und 16 stammen aus den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Willkommen zurück in der alten Routine! Angesichts des Titels war das ja auch nicht anders zu erwarten. Die beiden vorherigen Filme haben etwas Abwechslung geboten, aber jetzt haben wir sie wieder, die Sturmangriffe auf Festungen, die Feldschlachten und die arroganten adligen Offiziere, mit denen sich Sharpe herumplagen muss. Tatsächlich dominieren die verschiedenen Kampfhandlungen den ganzen Film, eine Story existiert praktisch nicht. Ständig werden irgendwelche Schützen von der Kavallerie niedergemacht, donnern die Kanonen (ich habe sogar den Eindruck, dass dieselbe Szene x-mal verwendet wird), dreschen die Soldaten unbeholfen mit Säbeln und Gewehrkolben aufeinander ein. Es kommen so viele Statisten wie nie zuvor zum Einsatz, trotzdem entsteht zu keinem Zeitpunkt der Eindruck großmaßstäblicher Schlachten. Damals haben sich ja zehntausende Kämpfer gegenübergestanden und im Film ist ab und zu die Rede davon, dass hinter dem nächsten Hügel oder in irgendeinem Wald mehrere tausend Feinde stehen - man sieht sie nur nicht. Zudem ist der Schlachtverlauf äußerst unübersichtlich. Klar, man versteht, dass La Haye Sainte wichtig ist und gehalten werden muss, aber welcher alliierte oder französische Trupp sich denn nun wo befindet, zu welcher Einheit die verschiedenen Trupps überhaupt gehören, welche Aufgaben sie haben und so weiter - wenn man das alles verstehen will, muss man z.B. in der Wikipedia nachlesen.

Leider endet der Film nach dem ziellosen Hin und Her recht abrupt mit Sharpes Vormarsch, während sich die alte Garde zurückzieht. Zugegeben, jeder dürfte wissen, wie die Schlacht von Waterloo ausgegangen ist und was danach aus Napoleon wurde. Das musste nicht erst erklärt werden. Ich hätte es aber schön gefunden, wenn Sharpe sein Versprechen hätte wahr machen und zu Lucille zurückkehren dürfen. Es wäre außerdem nett gewesen, wenn wenigstens irgendwer mit ein paar Worten darauf eingegangen wäre, was aus Sharpes Tochter Antonia (siehe Kommando ohne Wiederkehr) geworden ist. Warum hat er sie eigentlich nicht längst zu sich geholt? Aber vielleicht ist dieses Ende ja genau richtig, denn Sharpe ist offensichtlich eher fürs Schlachtfeld geboren als fürs Privatleben ... Ich nehme an, dass nicht nur der Film, sondern die gesamte Serie mit der oben genannten Szene enden sollte. Wenn das stimmt, wenn also in den Neunzigern noch nicht an eine Fortsetzung gedacht worden ist (die zwei Folgefilme sind ja erst zehn Jahre später erschienen), dann wurde der Konflikt mit Jane nicht zufriedenstellend aufgelöst. Nach Rossendales Tod hat sie natürlich ein echtes Problem. Sie ist schwanger und wird nichts erben. Sharpe wird sein Geld also vermutlich nie wiedersehen. Der Tod von Hagman und Harris - Schwamm drüber. Die beiden haben ja sowieso fast keine Rolle mehr gespielt. Insgesamt muss ich sagen, dass "Waterloo" keinen würdigen Abschluss der Serie darstellt.


J. Kreis, 26.03.2018




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