Sharpe


Der Schatz des Napoleon (GB, 1997)
- Sharpe's Revenge -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Abigail Cruttenden (Jane Sharpe)
Cecile Paoli (Lucille DuBert)
Philip Whitchurch (William Frederickson)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Feodor Atkine (Pierre Ducos)
Connie Hyde (Molly Spindacre)
Alexis Denisof (Lord John Rossendale)
Tom Hodgkins (Wigram)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Der Verräter.

Toulouse im Jahre 1814. Die Entscheidungsschlacht zwischen Wellington und Napoleon steht kurz bevor. Zentrale Bedeutung kommt einer Hügelfestung zu, die von den Truppen des französischen Generals Maurice Calvet gehalten wird. Sharpes Erzfeind Major Ducos befindet sich ebenfalls dort. In der Festung wird Napoleons persönlicher Schatz aufbewahrt. Es handelt sich um mehrere große Kisten voller Goldmünzen, Schmuck und anderen Kleinodien. Sharpe soll sich an der Erstürmung des Hügels beteiligen. Erfüllt von düsteren Vorahnungen stellt er seiner Frau Jane eine Generalvollmacht aus. Sollte er fallen, kann sie sich sein gesamtes Vermögen - 10.000 Guineen - auszahlen lassen. Jane will das nicht hören. Sharpe soll ihr lieber versprechen, sofort nach der Schlacht zu ihr zurückzukehren und bei Wellington um Entlassung aus dem aktiven Dienst nachzusuchen. Das Versprechen gibt Sharpe ihr gern, denn er ist kriegsmüde, doch Jane ist nicht beruhigt. Sie kündigt an, sie werde das Land mit dem nächsten Schiff verlassen, sollte sich ihr Mann nicht an sein Wort halten.



Der Schatz des Napoleon

(Die fatale Vollmacht)

Nach hartem Kampf nehmen die Briten die Hügelfestung ein. Calvet muss sich zurückziehen. Er gibt Ducos den Befehl, den Schatz nach Paris zu bringen. Nach der Niederlage in der Schlacht von Toulouse muss Napoleon zu Gunsten von König Louis XVIII abdanken und sich auf die Insel Elba zurückziehen. Der Krieg ist endlich vorbei! Doch es gibt wieder Ärger mit einem adligen Offizier. Sharpe lässt sich von einem Colonel namens Wigram provozieren, schlägt den Mann zusammen und duelliert sich am nächsten Morgen mit ihm. Wigram schießt schlecht und entschuldigt sich, woraufhin sich Sharpe damit begnügt, seinem Kontrahenten einen Streifschuss am Allerwertesten zu verpassen. Lady Molly Spindacre informiert Jane über den Vorfall. Janes vermeintliche Freundin ist nur an dem Geld interessiert. Jane lässt sich überreden, ihrem wortbrüchigen Ehemann einen Denkzettel zu verpassen. Die beiden Frauen reisen nach London, wo Jane alle Konten auflöst und zu Lady Spindacres größtem Vergnügen sofort damit beginnt, Sharpes Geld mit vollen Händen aus dem Fenster zu werfen. Als Sharpe hiervon erfährt, eilt er in die Stadt zurück, wo er prompt verhaftet und vor ein von Wigram geleitetes Kriegsgericht gestellt wird. Man wirft ihm vor, er habe Napoleons Schatz gestohlen (der jetzt rechtmäßig dem König gehört) und dabei zwei französische Soldaten bestialisch ermordet. Jane ist entsetzt, als ihr diese Nachricht hinterbracht wird.



Der Schatz des Napoleon

(Ducos und General Calvet)

In Wahrheit steckt Ducos dahinter. Er hat Calvet verraten, den Schatz an sich gebracht und mit Hilfe seiner Schergen alles so arrangiert, dass der Verdacht auf Sharpe fallen musste. Nur Colonel Henri Maillot kennt die Wahrheit. Er war Kommandant der zur Bewachung des Schatzes abgestellten Eskorte und wollte nicht gemeinsame Sache mit Ducos machen. Dem Kriegsgericht wird eine gefälschte eidesstattliche Erklärung des Colonels vorgelegt. Da deren Echtheit angezweifelt wird, soll Maillot persönlich vor Gericht erscheinen. Bis zu seinem Eintreffen soll Sharpe in Haft bleiben, doch das erträgt er nicht. Harper ermöglicht ihm die Flucht. Während Sharpe mit seinem alten Freund Captain William Frederickson in die Normandie eilt, um Maillot persönlich zu befragen, reist Harper nach England. Er soll Jane einen Brief überbringen, in dem Sharpe alles erklärt. Doch Jane hat sich inzwischen auf eine von Lady Spindacre eingefädelte Liebesaffäre mit Lord John Rossendale eingelassen und will Harper nicht sehen. Lord Rossendale ist ein Spieler, der seine Geliebte ausnutzt. Als Jane auf dem Trockenen steht, bittet sie Lady Spindacre, ihr etwas Geld zu leihen. Erst jetzt erkennt Jane, was diese "Freundschaft" wirklich wert ist, nämlich gar nichts.



Der Schatz des Napoleon

(Harper und Frederickson)

Ducos und seine Schergen treffen vor Sharpe und Fredrickson bei dem Landgut ein, auf dem Maillot mit seiner Schwester Lucille DuBert lebt. Maillot wird ermordet und wieder lassen es die Schurken so aussehen, als sei Sharpe der Täter. Das glaubt zunächst auch Lucille. Sie schießt Sharpe nieder, als der sich ihr vorstellt. Es gelingt Frederickson, Lucille von Sharpes Unschuld zu überzeugen. Die junge Kriegswitwe pflegt Sharpe gesund. Die beiden verlieben sich ineinander. Sharpe wird allerdings erst schwach, als er von Harper erfährt, dass Jane ihn betrügt. Derweil begibt sich Frederickson nach Paris, um nach Ducos zu suchen. Die Spur führt nach Neapel. Frederickson bringt Sharpe diese Nachricht. Er kommt nicht allein; in Paris ist Frederickson von Calvet abgefangen worden und hat sich mit diesem verbündet. Sharpe ist inzwischen wieder wohlauf. Gemeinsam mit Calvet und dessen Gardesoldaten greifen Sharpe, Harper und Frederickson eine von Ducos als Versteck genutzte Festung an. Sie bleiben siegreich, aber Ducos setzt sich ab und kommt mit Verstärkung zurück. Sharpe feuert einige Goldmünzen in die Luft, so dass die feindlichen Soldaten abgelenkt sind. Schnell wird der Schatz in Sicherheit gebracht. Ducos versucht zu fliehen. Sharpe holt den Schurken mit einem gezielten Schuss vom Pferd.



Der Schatz des Napoleon

(Sharpe und Lucille)

Sobald der Schatz an seinem Bestimmungsort angelangt ist, lassen die französischen Ankläger alle Anschuldigungen gegen Sharpe fallen. Er wird in vollem Umfang rehabilitiert, wozu nicht zuletzt Aussagen von General Calvet und Lucille beitragen. Sharpe und Lucille sind nun ein Paar. Jane bleibt mit Lord Rossendale zusammen. Sie lebt fortan in Furcht vor Sharpes Rache ...


Kringels Meinung

"Der Schatz des Napoleon" ist der zwölfte von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Hat der Haussegen im Hause Sharpe schon im letzten Film recht schief gehangen, weil Jane immer in der Etappe ausharren muss, während sich ihr Mann irgendwo mit den Franzosen herumschlägt, so bekommt Sharpe jetzt die Quittung dafür, dass er seine Frau ständig vernachlässigt. Die 10.000 Guineen dürften futsch sein, denn was Jane nicht für schöne Kleider, ein Stadthaus in London und die Spielschulden ihres Geliebten ausgegeben hat, wurde in Amerika angelegt. Jane macht in Baumwolle und Sklaven - berücksichtigt man die Zeit, in der die Handlung angesiedelt ist, könnte es sogar sein, dass es sich um ein sehr gutes Geschäft handelt. Sharpe hat davon aber nichts. Von einer Scheidung ist in diesem Film übrigens nicht die Rede. Ergo leben sowohl Jane als auch Sharpe in ehebrecherischen Verhältnissen ... Sharpe lässt bekanntlich nichts anbrennen, und so ist er schon gleich neu verbandelt. Ob diese Beziehung von längerer Dauer sein wird?

Harper hat diesmal relativ wenig zu tun, Hagman und Harris kommen überhaupt nicht vor. Zum Ausgleich gibt's ein Wiedersehen mit dem skurrilen Captain Frederickson, der schon in zwei Filmen mit von der Partie war. Er hat einen starken Einstand, indem er bei der Gerichtsverhandlung profunde juristische Kenntnisse unter Beweis stellt (er hat ein Gesetzbuch gelesen, das er eigentlich als Klopapier hätte verwenden sollen) und wird zu einer geradezu tragischen Figur, denn auch er hat sich in Lucille verliebt. Er wollte sie sogar heiraten. Ich hätte es schön gefunden, wenn er trotz seiner Gesichtsentstellung bei ihr hätte landen können, aber sie gibt Sharpe den Vorzug. Dadurch wird die Freundschaft der beiden Männer erheblich belastet. Ein weiterer alter Bekannter, Sharpes Nemesis Ducos, findet diesmal vermutlich sein endgültiges Ende. Zumindest taucht er in den Besetzungslisten der vier noch folgenden Filme nicht mehr auf. Jane Sharpe und ihr neuer Lover dagegen schon! Es ist also anzunehmen, dass endlich mal eine übergreifende Handlung erkennbar wird, und zwar eine, die für reichlich Abwechslung sorgt! Jedenfalls enthält der Film ein paar der zuvor oft vermissten neuen Ideen und es wird nicht nur gekämpft.

Natürlich muss man auch diesmal nicht auf Feuergefechte, Degenduelle und dergleichen verzichten. Täusche ich mich, oder fallen die Kampfszenen etwas umfangreicher aus als sonst? Es könnte sein, dass zumindest beim Sturm auf die Hügelfestung mehr Komparsen und Pyrotechnik zum Einsatz kommen. Das war dann allerdings auch schon die größte Actionszene. Durch das Spiel der Intrigen und Wirrungen wird das ausgeglichen. Schade, dass sich Jane so leicht aufs Glatteis führen lässt, aber unerwartet bzw. unglaubwürdig ist das nach ihren in den letzten Filmen gezeigten Eskapaden nicht.


J. Kreis, 05.03.2018




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