Sharpe


Der Verräter (GB, 1996)
- Sharpe's Mission -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Abigail Cruttenden (Jane Sharpe)
James Laurenson (Generalmajor Ross)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Mark Strong (Colonel Brand)
Nigel Betts (Major S. Pyecroft)
Berrin Politi (Zara)
Andrew Schofield (Pope)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Todfeinde.

Die Franzosen wehren sich verzweifelt gegen den Vormarsch der britischen Truppen. Colonel Cresson erhält vom Kaiser den Auftrag, den britischen Geheimdienstchef Ross gefangen zu nehmen, um Wellington zu schwächen. Mit Zustimmung des Generals Calvet verwirklicht Cresson einen riskanten Plan, um Ross aus der Sicherheit von Wellingtons Feldlager herauszulocken. Der britische Colonel Brand, Anführer eines Sonderspähtrupps, in Wahrheit französischer Spion, wirft einen Köder aus, indem er behauptet, er habe Calvets größtes Pulvermagazin im 30 Meilen hinter den französischen Linien gelegenen Höhlensystem von Rocha entdeckt. Dort befindet sich eine Festung, in der angeblich außerdem große Mengen von Nachschub für die französischen Truppen aufbewahrt werden. Das Pulvermagazin existiert wirklich, doch die Festung soll zur Todesfalle für die Briten werden. Wie erhofft erteilt Wellington Brand den Auftrag zur Sprengung des Depots. Sharpe und dessen Leute werden Brand für die Dauer der Mission unterstellt. Ross soll ebenfalls mitgehen. Es gibt nur einen Mann, der die Vernichtung des Pulvermagazins durchführen kann: Der Sprengstoffspezialist Pyecroft. Der treibt sich allerdings als Einzelgänger in der Wildnis herum, seit er bei einer fehlgeschlagenen Sprengung (für die er Ross die Schuld gibt) verstümmelt wurde. Er hat die linke Hand verloren und schreckliche Entstellungen im Gesicht erlitten. Ross soll Pyecroft mit Sharpes Hilfe aufspüren und zur Mitarbeit bewegen.



Der Verräter

(Sharpe und Ross suchen nach Pyecroft)

Während der Vorbereitungsphase treffen sich Brand und sein Handlanger Pope noch einmal mit ihren französischen Auftraggebern. Dabei kommen ihnen Zigeuner in die Quere. Maskiert verfolgen Brand und Pope die Familie und töten alle bis auf eine junge Frau namens Zara, der es gelingt, sich zu verstecken. Brand nimmt den wie eine Schlange geformten Ring von Zaras Vater an sich. Pyecroft beobachtet den Vorgang, erkennt Brand aber nicht. Er hilft Zara, ihre Eltern zu beerdigen, und nimmt die junge Frau unter seine Fittiche. Später verlieben sich Pyecroft und Zara ineinander. Die beiden werden von einem französischen Reitertrupp attackiert. Sharpes Eingreifen ist es zu verdanken, dass sie mit dem Leben davonkommen. In Wellingtons Lager erkennt Zara das Pferd ihrer Familie wieder; Brand hat es mitgenommen. Um die lästige Zeugin loszuwerden, ermordet Brand alle Zigeuner, die zurzeit im Feldlager kampieren. Doch Zara ist nicht dabei. Sie bleibt stets bei Pyecroft und hat die Nacht in dessen Zelt verbracht. Harris findet die Leichen, meldet die Tat und gerät unter Mordverdacht. Sharpe kann ihn heraushauen.



Der Verräter

(Colonel Brand)

Brands Leute sowie die Scharfschützen, Ross und Pyecroft marschieren nach Rocha. Die Franzosen sorgen für Ablenkung, indem sie ihnen gefangene Deserteure entgegenschicken und die Festung mit weiteren Deserteuren besetzen. Diese Männer sind entbehrlich; man gibt ihnen schlechtes Pulver. Brands Leute metzeln den ersten Trupp nieder. Sharpe und Pyecroft durchschauen die Täuschung. Ross hat Brand sowieso nie vertraut. Durch einen Trick wird Pope in eine Falle gelockt. Unter Druck plaudert er die Wahrheit aus. Brand und seine übrigen Gefolgsleute, die sich sofort von ihm distanzieren, weil sie nie spionieren wollten, werden ebenfalls gefangen genommen. Sharpe tritt den Deserteuren entgegen, die sich in der Festung verschanzt haben, und macht ihnen klar, dass sie geopfert werden sollten. Sie übergeben die Festung kampflos an die Briten und werden laufen gelassen. Wenig später treffen die echten französischen Streitkräfte ein und gehen zum Angriff über. Gleichwohl wird Brand vor ein improvisiertes Kriegsgericht gestellt. Anhand des Ringes kann Sharpe beweisen, dass Brand ein Mörder ist. Das von Ross gesprochene Todesurteil vollstreckt er selbst, indem er Brand in einen Brunnen stößt.



Der Verräter

(Zara und Pyecroft)

Pyecroft bereitet die Sprengung vor. Die Scharfschützen verlassen die Festung durch einen Geheimgang. Ihr Abzug wird von Brands Leuten gedeckt. Sie bleiben freiwillig in der Festung zurück, um einen ehrenvollen Tod zu finden. Pyecroft hat ganze Arbeit geleistet: Das Pulvermagazin und die Festung vergehen in einer gewaltigen Explosion, aber erst, als die Scharfschützen in Sicherheit sind. Cresson wird auf Calvets Befehl erschossen. Pyecroft und Zara bleiben zusammen. Sharpe kann endlich wieder seine Frau in die Arme schließen.


Kringels Meinung

"Der Verräter" ist der elfte von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

In obiger Zusammenfassung erwähne ich Sharpes Frau nur ganz kurz am Ende, dabei ist ihr eine komplette Nebenhandlung gewidmet. Diese ist für die Story des Films irrelevant, könnte aber im weiteren Verlauf der Serie noch wichtig werden. Bei Familie Sharpe hängt nämlich der Haussegen schief! Jane langweilt sich, und zwar nicht nur, weil Sharpe ständig irgendwo unterwegs ist, um sich mit den Franzosen zu schlagen. Er ist in Gedanken oft mehr bei seinem nächsten Einsatz als bei ihr. Jane sehnt sich nach einem Leben, welches Sharpe ihr zurzeit - also während des Feldzugs - natürlich nicht bieten kann. Das sieht sie anscheinend ein, allerdings kommt sie allmählich zu der Einsicht, dass sich an diesem Zustand auch nach Kriegsende nichts ändern wird. Sharpe ist einfach zu sehr Soldat. Die schönen Künste liegen ihm ebenso wenig wie gesellschaftliche Ereignisse. Die gute Jane fühlt sich zu einem gewissen Clarence Shellington hingezogen, der von der London Gazette als Kriegsberichterstatter ins Feldlager entsandt wurde und sich als Künstler ausgibt. Sharpe gibt Harris den Auftrag, Jane im Auge zu behalten. Dem belesenen Scharfschützen gelingt mehr als das. Er entlarvt den vermeintlichen Poeten als Schwindler. Ein angeblich von Shellington für Jane verfasstes Gedicht ist in Wahrheit abgeschrieben.

Auch in Harpers Ehe kriselt es, denn er treibt sich lieber mit den im Feldlager lebenden Zigeunerinnen herum, als in Ramonas Bett seinen Mann zu stehen! Pope nutzt die Situation aus, um sich an Ramona heranzumachen. Als sie ihn zurückweist, wird er handgreiflich. Harper schreitet ein und wird von Pope zusammengeschlagen. Nachdem Pope als Verräter überführt wurde, darf Harper seine Rache vollziehen und den Mann töten. Ebenfalls nicht erwähnt habe ich, dass Brand die Beförderung zum Major Sharpe zu verdanken hat. Sharpe hatte Brands vermeintlichen Heldenmut lobend erwähnt. In einem Rückblick auf das Jahr 1810 ist zu sehen, dass Brand keineswegs (wie von Sharpe angenommen) sein Leben riskiert, um einen in Bedrängnis geratenen Soldaten mitten in einem Feuergefecht zu retten, sondern den Mann sogar selbst erschießt.

Natürlich sind all diese Details irgendwie mit der Haupthandlung verwoben. So fertigt Shellington eine Zeichnung Brands an, auf der zu sehen ist, dass er den Schlangenring trägt - auf einer zweiten Zeichnung, die nach dem Mord an den Zigeunern angefertigt wurde, hat er ihn nicht mehr am Finger. Trotzdem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese kleinen Subplots hauptsächlich eingefügt wurden, um von der Tatsache abzulenken, dass auch im elften Sharpe-Abenteuer das gleiche Handlungsschema wie in den meisten anderen Filmen abgespult wird. Sharpe erhält von Wellington den Auftrag zu einer gefährlichen Mission, muss sich dabei mit einem arroganten Offizier plagen, übernimmt gegen Ende das Kommando und erringt den Sieg. Hinzu kommen ein paar nicht allzu beeindruckende Gefechtsszenen, die meine bessere Hälfte treffend mit "Piff-Paff-Puff" beschreibt. Cressons Plan ist übrigens etwas arg weit hergeholt. Er musste sich ja darauf verlassen, dass Ross am Marsch an die Festung teilnehmen würde, was nur geschieht, weil Wellington meint, Ross sei der beste Mann für die Aufgabe, Pyecroft aus der selbstgewählten Isolation zu holen. Na ja. Ich kann mich nur wiederholen: Für sich genommen ist "Der Verräter" ein durchaus unterhaltsames Historien-Abenteuer, aber es ist an der Zeit für neue Ideen!


J. Kreis, 23.11.2017




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