Sharpe


Todfeinde (GB, 1996)
- Sharpe's Siege -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Abigail Cruttenden (Jane Sharpe)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Christian Brendel (Comte Aristide de Maquerre)
Amira Casar (Catherine de Maquerre)
Christopher Villiers (Horace Bampfylde)
Feodor Atkine (Pierre Ducos)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Das verschollene Bataillon.

Richard Sharpe und Jane Gibbons heiraten in Wellingtons Feldlager. Trauzeugen sind Patrick Harper und Major General Ross, Wellingtons Chefspion. Zeit für Flitterwochen bleibt nicht, denn Wellingtons Einmarsch in Frankreich steht unmittelbar bevor. Die Frage ist nur, wo genau Wellington zuschlagen soll. Würde er auf Toulouse marschieren, wäre die Flanke seiner Armee den Attacken des in Südfrankreich stationierten Generals Calvet ausgesetzt. Da kommt ihm ein Angebot des Comte de Maquerre sehr gelegen. Der Graf entstammt einem alten Adelsgeschlecht aus Bordeaux, ist ein eingeschworener Feind Napoleon Bonapartes und behauptet, er könne eine Rebellion in seiner Heimat anzetteln, sofern es den Briten gelänge, dort eine starke Streitmacht zu etablieren. Als Basis für diese Streitmacht kommt de Maquerres Familiensitz in Betracht, in dem seine Mutter und seine Schwester Catherine leben. Beide sind allerdings überzeugte Anhängerinnen des französischen Kaisers. In dem stark befestigten Schloss ist eine 50 Mann starke Garnison untergebracht. Die Ortskenntnisse des Grafen gleichen diesen Nachteil aus. Er kann detailgenaue Karten des Schlosses und der Umgebung zeichnen. Da Calvet seine Basis ganz in der Nähe des Schlosses hat, plant Wellington zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, denn der General wird sicherlich versuchen, das Schloss zurückzuerobern. Somit wäre Wellingtons Flanke nicht mehr gefährdet. Das South-Essex-Regiment und das Freiwilligenbataillon des Prince of Wales sollen das Schloss einnehmen. Das Kommando wird nicht Sharpe übertragen, sondern dem jungen Colonel Horace Bampfylde. Wellington bevorzugt den ehrgeizigen, aber unerfahrenen Neuankömmling, um dessen Vater einen Gefallen zu tun und auf diese Weise an neues Kriegsmaterial zu kommen.



Todfeinde

(Richard Sharpe und Jane Gibbons geben sich das Jawort)

Jane kümmert sich aufopferungsvoll um verwundete und erkrankte Soldaten. Auch Ross gehört zu ihren Schützlingen. Er leidet an einem tödlichen Fieber, das im Feldlager grassiert. Jane steckt sich kurz vor dem Abmarsch von Sharpes Regiment an. Vom Feldarzt erfährt Sharpe, dass das Fieber mittels eines Suds aus Chinarinde geheilt werden kann. Es steht aber nur noch eine verschwindend geringe Menge zur Verfügung. Sharpe kann nicht an Janes Seite bleiben, denn sein Regiment bricht auf. Die Männer kampieren im Feld. In der Nacht wird ein Wachsoldat von einem Unbekannten getötet. Dann wird die Umgebung des Schlosses erreicht. Einem Vorschlag de Maquerres folgend teilt Bampfylde die Truppe auf. Sharpe soll mit den Schützen die Straße nach Bordeaux auskundschaften, während der Rest einen Sturmangriff auf das Schloss unternimmt. Die Briten werden jedoch bereits erwartet und zurückgeschlagen, wobei viele Soldaten getötet oder verwundet werden. Durch ein Täuschungsmanöver gelingt es Sharpes Männern, in das Schloss einzudringen. So kann die Anlage doch noch erobert werden. Die Franzosen ergeben sich und werden von Sharpe laufen gelassen. Catherine und ihre todkranke Mutter dürfen bleiben. Die Reste von Bampfyldes Einheit rücken nach. Am nächsten Tag schickt Bampfydle die Schützen auf eine Erkundungsmission. Auch diesmal steckt de Maquerre dahinter. Er ist in Wahrheit ein Spion und arbeitet mit Sharpes Todfeind Major Ducos zusammen. Den präsentiert er Bampfydle als angeblichen Bürgermeister von Bordeaux, der eine wichtige Rolle beim Aufstand spielen soll. De Maquerre behauptet, General Calvet marschiere bereits auf das Schloss und habe Sharpes Einheit aufgerieben. Bampfydle soll die Verwundeten zurücklassen und zu Wellington zurückkehren, zuvor aber alle Verteidigungsanlagen des Schlosses unbrauchbar machen, damit diese nicht "in falsche Hände" geraten.



Todfeinde

(de Maquerre und Ducos - das maliziöse Grinsen wird den Schurken bald vergehen!)

Nachdem Sharpes Schützen einen feindlichen Konvoi unschädlich gemacht und mit einem französischen Bauern gesprochen haben, wird klar, dass die Landbevölkerung gar nicht daran denkt, sich gegen Bonaparte zu erheben. Die Schützen kehren ins Schloss zurück. Nur Catherine und ihre Mutter sowie die Verwundeten sind noch anwesend. Das Tor ist zerstört, die Kanonen sind vernagelt und alle Pulvervorräte wurden unbrauchbar gemacht. Die Briten haben somit nicht genug Feuerkraft, um eine Belagerung zu überstehen. Ein Gutes hatte die Aktion dennoch. Zum Konvoi gehört ein Arzt, der Chinarinde bei sich hat. Da Sharpe nicht rechtzeitig zu Jane zurückkehren könnte und seinen Posten ohnehin nicht verlassen würde, überlässt er Catherine das Chinin. Der Arzt kümmert sich um die verwundeten Briten und heilt Catherines Mutter. Die dankbare junge Frau teilt Sharpe mit, dass der Keller des Schlosses voller Austernschalen ist, aus denen man große Mengen Kalk gewinnen kann, der sich bei der Verteidigung des Schlosses gegen Calvets Armee einsetzen lässt. Vor Calvets Großangriff reiten Ducos und de Maquerre unter der Parlamentärsflagge ins Schloss. Sie bieten den Briten (außer Sharpe) freien Abzug an. Die Soldaten bleiben Sharpe treu, zumal de Maquerre zugibt, dass er derjenige war, der den Wachsoldaten ermordet hat. De Maquerre glaubt, er könne zu seiner Familie zurückkehren, die er jahrelang belogen hat; seine Mutter und Schwester wussten nicht, dass er ein Spion ist. Catherine raubt ihm diese Illusion. Sie lehnt es ab, das Schloss mit ihrem Bruder zu verlassen. Die Scharfschützen töten de Maquerre mit gut gezielten Schüssen aus der Ferne, sobald Calvet das Signal zum Angriff gibt.



Todfeinde

(Colonel Horace Bampfylde)

Der Angriff beginnt. Die Briten setzen den Kalk ein, um die Franzosen zu blenden. Die Schützenreihen geben eine Salve nach der anderen ab, bis das letzte Pulver verbraucht ist. Sie bluffen und rücken vor, so dass die schon schwer dezimierten Franzosen in Angst und Schrecken versetzt werden. Demoralisiert wenden sich die Angreifer zur Flucht. Somit ist Wellingtons Plan aufgegangen. Während Calvets Brigade abgelenkt war, konnte der Feldmarschall an anderer Stelle einen Durchbruch nach Frankreich erzwingen. Calvet gibt Ducos die Schuld für das Debakel und zieht ab. Für Sharpe (der erst jetzt erkennt, dass er nur ein Köder war) gibt es nun keinen Grund mehr, länger im Schloss zu bleiben. In Wellingtons neuem Feldlager wird Bampfyldes Feigheit ans Licht gebracht. Wellington degradiert ihn. Jane und Ross sind wohlauf. Sie haben das Fieber überstanden, denn Wellington hat weitere Chinarinde für sie aufgetrieben.



Todfeinde

(Catherine de Maquerre)

Kringels Meinung

"Todfeinde" ist der zehnte von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Kaum äußere ich mich lobend darüber, dass sich die Serie aus der Endlosschleife des immer gleichen Handlungsablaufs befreit (siehe mein Kommentar zu Das verschollene Bataillon), schon wird mit dem nächsten Film ins altbekannte Schema zurückgekehrt. Na gut, nicht ganz, zumindest beginnt "Todfeinde" mit Sharpes Hochzeit und so weiter. Doch dann geht's wieder los; die Beschreibung des weiteren Ablaufs passt in leichter Abwandlung auf fast alle Filme: Sharpe erhält von Wellington einen unmöglichen Auftrag und wird von adligen Vorgesetzten geplagt (ich wünschte, diese Typen wären nicht immer durch die Bank unsympathisch ... oder wenigstens nicht unsympathisch und unfähig). In der Regel kommt es zu zwei größeren Schlachten, wobei die erste stets zu einem Debakel für die Briten wird. Letzten Endes ist es Sharpe zu verdanken, dass die Briten doch siegen, denn er übernimmt das Kommando, nachdem besagte Vorgesetzten entweder ins Gras gebissen oder - wie hier - das Hasenpanier ergriffen haben. Zwischendurch erliegt Sharpe entweder den Avancen schöner Frauen oder weist sie zurück. Dass ihm letzteres diesmal schwer fällt, wirkt angesichts seiner Sorge um Jane kaum glaubwürdig. Die Kampfszenen sind nicht sehr beeindruckend, weil nur wenige Komparsen zum Einsatz kommen, die zudem eher unbeholfen mit ihren Waffen herumfuchteln. Nicht mal die Landschaftsaufnahmen reißen es heraus, denn anscheinend wurde immer in derselben Umgebung gedreht.

Abgerundet wird das Ganze meist durch ein paar mal witzige, mal tragische Nebenhandlungen mit den "Chosen Men" oder anderen Randfiguren. Diese Nebenhandlungen sind oft irrelevant, doch diesmal gibt es zwei bedeutende Ausnahmen. Die erste ist natürlich Jane bzw. Sharpes Sorge um sie. Chinin hilft bekanntlich bei Malaria. Ist das die Krankheit, unter der die Ärmste leidet? Außerdem hat Harper schreckliche Zahnschmerzen (Daragh O'Malley sieht übrigens wirklich so aus, als hätte er eine Schwellung im Gesicht) und soll eigentlich gar nicht an Sharpes Expedition teilnehmen, schmuggelt sich aber auf einem Karren ein. Den Zahn zieht er sich schließlich selbst und das reichlich zutage tretende Blut wird für das Täuschungsmanöver genutzt, mit dem sich die Schützen Zugang zum Schloss verschaffen. Der Verrat des Comte ist von Anfang an vorhersehbar, aber immerhin kehrt ein würdiger Widersacher Sharpes zurück. Im fünften Film sieht es so aus, als würde der Schurke seine wohlverdiente Strafe erhalten. Ich habe damals wohlweislich geschrieben, dass er niedergeschossen (also nicht "erschossen") wird, denn ich hatte gehofft, der Widerling werde irgendwann zurückkehren. Dieser Wunsch wurde erfüllt! Captain Frederickson ist ein weiterer alter Bekannter. Sharpe hat ihn im vierten Film kennengelernt.

Für sich genommen ist "Todfeinde" ein durchaus unterhaltsames Historien-Abenteuer. Im Kontext der Serie stellt er meiner Meinung nach jedoch einen Rückschritt dar. Es wäre wirklich an der Zeit für neue Ideen!


J. Kreis, 31.08.2017




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