Das Banner des Blutes


Das Banner des Blutes (GB, 1993)
- Sharpe's Rifles -

DVD Regionalcode 2, New KSM
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras:
- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien (Text)

Regie:
Tom Clegg

Hauptdarsteller:
Sean Bean (Richard Sharpe)
Assumpta Serna (Teresa Moreno)
Brian Cox (Michael Hogan)
David Troughton (Sir Arthur Wellesley)
Daragh O'Malley (Patrick Harper)
Simon Andreu (Blas Vivar)




Story

Man schreibt das Jahr 1809. Napoleon Bonaparte beherrscht Europa. Sein Bruder Joseph sitzt auf dem spanischen Thron. Sir Arthur Wellesley kommandiert die britischen Truppen in Spanien. Er hat jüngst die Stadt Oporto von den Franzosen erobert und plant weiter vorzurücken, hat aber Geldsorgen. Um seine Soldaten sowie die dringend benötigten Auxiliartruppen bezahlen zu können, müsste er einen Kredit bei den Rothschilds aufnehmen. James Rothschild hat sich schon zu Wellesley auf den Weg gemacht, ist aber im Kriegsgebiet verschollen. Wellesley gerät in Lebensgefahr, als er bei einem Ausritt in der Nähe eines Feldlagers von einem französischen Reitertrupp angegriffen wird. Todesmutig stellt sich Sergeant Richard Sharpe vom 95th Rifles Regiment den drei Angreifern entgegen, besiegt sie und rettet Wellesley das Leben, wobei er selbst verwundet wird. Der General ernennt den jungen Mann an Ort und Stelle zum Leutnant. Sharpe erhält das Kommando über einen fünfköpfigen Scharfschützentrupp. Er ist über seine neue Position zunächst nicht glücklich. Als Bürgerlicher wird er von den durchweg adligen anderen Offizieren verachtet und seine Untergebenen respektieren ihn nicht, da er in ihren Augen kein "richtiger" Offizier ist. Sharpes schärfster Gegner ist der Ire Patrick Harper. Schon bei der ersten Begegnung kommt es zu einer brutalen Prügelei zwischen den beiden.



Das Banner des Blutes

(Sharpe wurde befördert, was ihn nicht zu freuen scheint)


Major Michael Hogan, ein Geheimdienstoffizier, nimmt Sharpe unter seine Fittiche. Seinen ersten Auftrag erhält Sharpe von Wellesley persönlich. Er soll tief im feindlichen Gebiet nach James Rothschild suchen und dabei keine Rücksicht auf die Einheit nehmen, der er sich zu diesem Zweck anschließt. Die Einheit wird von den Kavalleristen des französischen Colonels de L'Eclin angegriffen und fast vollständig aufgerieben. Nur Sharpe und seine Männer, die das Gelände erkunden sollten, kommen davon, weil sie nicht eingreifen. Sharpe rettet den jungen Soldaten Ben Perkins sowie den tödlich verwundeten Captain Murray. Dieser schenkt Sharpe später seinen Offizierssäbel. Bei alldem wird Sharpe unbemerkt beobachtet. Commandante Teresa Moreno, Anführerin spanischer Guerillakämpfer, und Major Blas Vivar haben gerade erst eine Truhe mit für sie sehr wichtigem Inhalt vor den Franzosen in Sicherheit gebracht, dabei aber große Verluste erlitten. In Sharpes Leuten sehen sie potentielle Verbündete. Als sich Sharpe wieder einmal mit Harper prügelt, der nach Captain Murrays Tod eine Meuterei anzetteln und befehlswidrig nach Süden marschieren wollte, werden die Scharfschützen von den Guerillas überrumpelt. Man schließt ein Zweckbündnis, denn Sharpe kennt den Weg zu seinem Bestimmungsort nicht. Harper wird gefesselt und soll vor ein Kriegsgericht gestellt werden, das ihn mit Sicherheit zum Tode verurteilen wird.



Das Banner des Blutes

(Wellesley (li.) und Hogan)


Allmählich gewinnt Sharpe doch noch den Respekt und sogar die Bewunderung seiner Männer, nicht zuletzt weil er auf Anraten Teresas nicht mehr so hart mit ihnen umgeht. Zwischen Teresa und Sharpe funkt es gewaltig. In Vivars Heimatdorf geraten die Gefährten in einen französischen Hinterhalt. Sie können die Angreifer vertreiben, doch die haben es in Wahrheit auf die Truhe abgesehen. Diese wurde mit nur zwei Guerillas, die außerdem Harper bewachen sollten, in der Nähe zurückgelassen. Die Guerillas werden getötet. Ein Zivilist, der Colonel de L'Eclins Trupp schon zuvor begleitet hat, bietet Harper einen Handel an, um an die Truhe heranzukommen. Doch der Scharfschütze verteidigt die Truhe unter Einsatz seines Lebens und schlägt die Angreifer in die Flucht. Als Sharpe zurückkommt, lässt er die Anklage gegen Harper fallen und befördert ihn obendrein. In dem zerstörten Dorf steht eine Kutsche, die der Methodistenfamilie Parker gehört. Die Scharfschützen und die Guerillas eskortieren die Kutsche bis zur nächsten Stadt. Da man ihm den wahren Inhalt der Truhe verheimlicht, versucht Sharpe sie heimlich zu öffnen. Doch dabei wird er überrascht. Vivar erklärt ihm, dass die Truhe das "Banner des Blutes" enthält. Der Legende nach kann man den heiligen Santiago in Zeiten der Not zu Hilfe rufen, wenn das Banner über der Kirche der Stadt Torrecastro gehisst wird. Vivar will sich diese Legende zu Nutze machen, um die Bewohner Torrecastros zum Aufstand gegen die Franzosen aufzustacheln. Die Scharfschützen sollen ihm dabei helfen. Sharpe ist nicht bereit, sich und seine Männer für ein solches Hirngespinst zu opfern, doch da taucht Hogan auf, der dem Trupp heimlich gefolgt ist. Ein Aufstand könnte zur Befreiung des Landes beitragen. Deshalb erhält Sharpe den Befehl, Vivar zu unterstützen.



Das Banner des Blutes

(Harper, Harris, Cooper und Hagman)


Die Scharfschützen und die Guerillas dringen in die Stadt ein, wo sie prompt von den Franzosen attackiert werden. Vivar tritt dem Zivilisten entgegen. Es ist sein Bruder, der Graf von Matamoros, der mit den Franzosen kooperiert, um seinem Land die Aufklärung zu bringen. Vivar tötet seinen Bruder im Duell, während sich die Scharfschützen bis zum Dach der Kirche durchkämpfen, wo das Banner gehisst wird. Wie erwartet wird dies von den Stadtbewohnern bejubelt. Die Franzosen werden dezimiert, bis nur noch der Colonel übrig ist. Als dieser mit einer Pistole auf den waffenlosen Sharpe zielt, wird er von Perkins erschossen, der daraufhin in Sharpes Spezialeinheit aufgenommen wird. Sharpe erstattet Wellesley Bericht über den Aufstand der Spanier. Er hat sogar eine noch bessere Nachricht: James Rothschild ist da! Sharpe hat längst durchschaut, dass die angebliche Mrs. Parker in Wahrheit der ersehnte Kreditgeber in Verkleidung ist. Somit steht Wellesleys Plänen nichts mehr im Wege. Sharpe wird zum Oberleutnant befördert. Nach einer Liebesnacht trennen sich Sharpes und Teresas Wege.



Das Banner des Blutes

(Blas Vivar und Teresa Moreno)


Fortsetzung folgt!


Kringels Meinung

"Das Banner des Blutes" ist der erste von 16 Fernsehfilmen aus der Reihe "Die Scharfschützen". Die Filme basieren auf den mir nicht bekannten historischen Romanen Bernard Cornwells. Die ersten 14 Filme sind in der Zeit von 1993 bis 1997 entstanden, die letzten beiden in den Jahren 2006 und 2008. Der letzte Film ("Der letzte Auftrag") ist in der mir vorliegenden "Gesamtedition" nicht enthalten.

Im ersten Teil geht es naturgemäß um die Skizzierung der Ausgangssituation und die Einführung der Hauptfiguren. Das sind vor allem Sharpe und seine Scharfschützen, wobei der Schwerpunkt eindeutig auf Sharpe und Harper liegt. Harper, ein ebenso hitzköpfiger wie sturer Ire, wandelt sich vom Meuterer zum treuen Gefährten. Diese Wandlung kommt für meinen Geschmack zu überhastet. Kurz zuvor waren Harper und Sharpe ja noch vollauf damit beschäftigt, sich gegenseitig totzuschlagen! Sharpe, der im Waisenhaus aufgewachsene Sohn einer Hure, hat zunächst nicht nur aufgrund seiner Herkunft Schwierigkeiten, die Offiziersrolle auszufüllen. Er weiß nicht so recht, wie er mit den Riflemen umzugehen hat, die er jetzt kommandieren soll, und nimmt sie deshalb zu hart an die Kandare. Er glaubt, sich keine Schwäche leisten zu dürfen, weil er von den anderen Offizieren gedisst wird. Diesen Zwiespalt bringt Sean Bean recht gut zum Ausdruck.

Es ist aber auch ein bunter Haufen, mit dem sich Sharpe herumschlagen muss: Francis Cooper war früher Dieb und Hehler, Daniel Hagman Wilderer. Harris, ein chronisch verschuldeter ehemaliger Höfling, kann immerhin lesen und spricht französisch. Isaac Tongue ist in der Armee aufgewachsen, er hat praktisch keine Vergangenheit. Die Figurenzeichnung dieser Truppmitglieder bleibt oberflächlich, um es mal vorsichtig auszudrücken, und auch die anderen Figuren werden vergleichsweise stiefmütterlich behandelt. Das gilt selbst für Teresa Moreno, deren traumatische Vorgeschichte (ihre Familie wurde vor ihren Augen von den Franzosen ermordet, sie selbst wurde vergewaltigt) nur kurz von Blas Vivar erzählt wird. Der Konflikt Blas Vivars mit seinem Bruder, dem Grafen von Matamoros, wird auch nur am Rande angerissen. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn sich manche Aspekte über mehrere Filme hinweg hätten entwickeln können. In der jetzigen Form gewinnt Sharpe den Respekt seiner Leute zu schnell, die Liebesbeziehung zwischen Teresa und Sharpe wirkt kaum glaubwürdig.

Dennoch funktioniert "Das Banner des Blutes" als Abenteuerfilm ganz gut, wenn man berücksichtigt, dass es sich um eine Fernsehproduktion aus den Neunzigern handelt, deren Budget nicht allzu hoch gewesen sein kann. Zumindest ist der Look etwas "billig" und die Actionszenen wirken manchmal amateurhaft. Nicht alle Darsteller hantieren so mit ihren Waffen, dass man glauben kann, sie seien daran ausgebildet worden. Die Kämpfe sehen stellenweise also ziemlich unbeholfen aus. Dann noch der Soundtrack! Was haben E-Gitarren (ich fühlte mich an Gary Moore erinnert) in einem Historienfilm zu suchen? Positiv ist zu bemerken, dass man sich zumindest was Kostüme und Waffen angeht um Realismus bemüht hat, Blut und Dreck inklusive. Heutzutage kann man bei Fernsehserien einen ganz anderen Qualitätsstandard voraussetzen, aber wenn man nicht zu viel erwartet, wird man sich bei "Das Banner des Blutes" sicher nicht langweilen.


J. Kreis, 05.01.2016




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